ANNALEN DES K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEUMS. REDIGIERT VON D R FRANZ STEINDACHNER. XXI. BAND — 1906. (MIT 14 TAFELN UND i3 ABBILDUNGEN IM TEXTE.; WIEN, 1906. ALFRED HOLDER K. UND K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. Druck von ADOLF HOLZHAUSEN in Wien, K. UND K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKER. INHALT. Seite Schriftentausch V Über das Haar- und Stachelkleid von Zaglossus Gill {Proechidna Gervais). Von Dr. Karl Toldt jun. (Mit 3 Tafeln) i Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. Von Dr. H. Rebel 22 Ein Beitrag zur Kenntnis der Vogelwelt vom Weißen Nil. Von Dr. Moriz Sassi ... 45 Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. Von Dr. Anton Heimerl. (Mit 1 Tafel) 61 Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste von Marokko und in die westliche Hälfte des Mittelmeeres. Von Dr. Viktor Pietschmann. (Mit 2 Tafeln und 7 Abbildungen im Texte) 7 2 Über Homopholis Erlangeri (n. sp.) aus Abessinien, Alestes Sadleri Blgr. o' und £ aus dem Victoria- Nyansa und Varicorhinus Tornieri (n. sp.) aus Deutsch-Kamerun. Von Dr. Franz Steindachner. (Mit 1 Tafel) 149 Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Reise zum Erdschias-Dagh (Kleinasien). Aus- geführt von Dr. Arnold Penther und Dr. Emerich Zederbauer. III. Petro- graphischer Teil. (Mit 1 Abbildung im Texte) 157 Die Typen meiner Sammlung. Originalbeschreibungen der jetzt im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien befindlichen Typen. Von Viktor Ritter v. Tschusi zu Schmidh offen x 79 Die Farbenaberrationen meiner Sammlung, jetzt im Besitze des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. Von Viktor Ritter v. Tschusi zu Schmidh offen . 195 Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas» editae a Museo Palatino Vindobonensi. Auetore Dre. A. Zahlbruckner. Centuria XIV 204 Die Hymenopterengruppe der Sphecinen. III. Monographie der Gattung Ammophila W. Kirby. Von Franz Friedr. Kohl. (Mit 7 Tafeln und 5 Abbildungen im Texte) 228 Notizen I XöHöt A* Berichtigung. Seite 180, Anmerkung, lies: i83i p. 1009 statt: 1891 p. 1609. VERZEICHNIS der wissenschaftlichen Korporationen und Redaktionen, mit welchen wir im Schriftentausche stehen. Aarau: Mittelschweizerische geographisch -com- mercielle Gesellschaft. Acireale: Accademie di Szienze, Leltere ed Arti. Adelaide: Royal Society of South Australia. Albany: New -York State Museum of nat. history. Altenburg: Naturforschende Gesellschaft a. d. Osterland. Altona: Museum. Amsterdam: Aardrijkskundig Genootschap. — Königl. Akademie der Wissenschaften. — Konigl. Zoologisch Genootschap. Angers: Societe d'Etudes Scientifiques. Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. Arnstadt: Deutsche botanische Monatsschrift. — »Irmischia«, Botanischer Verein für Thüringen. Augsburg: Naturwissenschaftlicher Verein. Aussig: Naturwissenschaftlicher Verein. Baltimore: John Hopkins University. — Maryland Geological Survey. Bamberg: Naturforschende Gesellschaft. Bar-le-Duc: Societe des lettres, sciences et arts. Basel: Ethnographische Sammlung der Universität. — Naturforschende Gesellschaft. — Schweizerische botanische Gesellschaft. Batavia: K.Natuurk.Tijdschrift voorNederlandsch- Indie. Bautzen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft »Isis«. Belgrad: Geologisches Institut. Bergen: Museum. — Selskabet f. d. norske Fiskeriers Fremme. Berlin: Anthropologische Gesellschaft. - Botanischer Verein in der Provinz Branden- burg. - Deutsche Colonialgesellschaft. — Deutsches Colonial-Museum. — Deutsche geologische Gesellschaft. — Entomologische Nachrichten. — Entomologischer Verein. - Gesellschaft für Erdkunde. — Gesellschaft naturforschender Freunde. — Königl. botanisches Museum. — Königl. geologische Landesanstalt. — Königl. Museum für Naturkunde. — Märkisches Provinzial-Museum. — Museum für Völkerkunde. — Naturwissenschaftliche Wochenschrift. — Urania. Bern: Allg. schweizerische Gesellsch. f. d. gesamm- ten Naturwissenschaften. — Geographische Gesellschaft. — Naturforschende Gesellschaft. — Naturhistorisches Museum. — Schweizerische entomologische Gesellschaft. Berkely (S. Francisco): Universität of California. Besancon: Societe d'Emulation du Doubs. Beziers: Societe d'Etude des Sciences naturelles. Bologna: R. Accademia delle Scienze. Bombay: Anthropological Society. Bonn: Naturhistor. Verein der preuss. Rheinlande. — Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Bordeaux: Societe Linneenne. Boston: American Academy of arts and sciences. - Appalachian mountain Club. — ■ Society of natural history. Braunschweig: Herzogl. naturhistor. Museum. — Naturwissenschaftliche Rundschau. — Verein für Naturwissenschaft. Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. Breslau: Königl. botanischer Garten. — Schlesische Gesellsch. für vaterländische Cultur. — Verein f. schlesische Insectenkunde. Bridgeport: Scientific Society. Brisbane: Geological Survey Office of Queensland. — Queensland Branch of the R. geogr. Society of Australasia. — Queensland Museum. Bristol: Naturalists Society. Broklyn: Museum. Brunn: K. k. mähr.-schles. Gesellschaft zur Be- förderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde. — Museum Francisceum. — Naturforschender Verein. Brüssel: Academie Roy. des sciences, des lettres et des beaux-arts. — Etat Independant du Congo. — ■ Musee Roy. d'histoire naturelle. — Societe anonyme d'Horticulture internationale. — Societe Beige de Geologie, de Paleontologie et d'Hydrologie. — Societe Beige de Microscopie. — Societe Roy. Beige de Geographie. — Societe Roy. de Botanique. VI Schriftentausch. Brüssel: Societe Roy. malacologique. - Societe entomologique. - Societe Roy. Linneenne. Budapest: Akademie der Wissenschaften. — Ethnologische Mittheilungen aus Ungarn. - Königl. ungarische geolog. Anstalt. — Königl. ungarische naturwissenschaftliche Ge- sellschaft. Math. u. naturw. Ber. aus Ungarn.' - Ungarische geologische Gesellschaft. - Ungarische geographische Gesellschaft. - Ungarische Revue. - Vierteljahrsschrift f. Zoologie, Botanik, Mine- ralogie u. Geologie. Buenos-Ayres: Academia National des Ciencias. — Istituto geographico Argentino. — Museo nacional. — Revista Argentina de historia natural. — Sociedad cientifica Argentina. Buffalo: Society of natural sciences. Buitenzorg: Botanisches Institut. Bukarest: Bureau geologique. — Geographische Gesellschaft. Caen: Acad. nation. des sciences, arts et belles-lettrcs. - — Societe Linneenne de Normandie. Cairo: Institut Egyptien. Calcutta: Archaeological Survey of India. — Asiatic Society of Bengal. — Royal Botanical garden. — Geological survey of India. — Indian Museum. Cambridge (Mass. U. S.): Entomological Club. — (U. S.) Museum of comparative zoology. — (U. S.) Peabody Museum. — (Engl.) Museums Association. — (Engl.) Philosophical Society. Cape Tovvn: Geological Commission. — Philosophical Society. — South' African Museum. Cassel: Botanisches Centralblatt. — Naturhistorischer Verein. — Verein für Naturkunde. Catania: Accademia Gioenia di scienze naturali. Charkow: Gesellschaft der Naturforscher a. d. kaiserl. Universität. — Section medicale de la Societe des sciences. Chemnitz; Naturwissenschaftliche Gesellschaft. Cherbourg: Societe nationale des sciences natu- relles et mathematiques. Chester: Society of natural history. - Society of natural science. Chicago: Botanical Gazette. - Field Columbian Museum. — Journal of Geology. — The University. Christiania: Archiv for Mathematik og Natur- videnskab. — Norske w e onm. Der Unterschied in der Stachelgröße fällt hauptsächlich an den Flanken auf; auch am Halse, wo die Bestachelung mit einem kragenförmigen Streifen von kleinen Stacheln beginnt, ist der Unterschied zwischen diesen und den dahinter folgenden großen Stacheln bei VII bedeutend größer als bei VIII. Von den übrigen, für die Systematik nicht wesentlichen Unterschieden sei hier noch erwähnt, daß VII eine Totallänge von 560mW besitzt, wovon 110 mm auf das schwach nach abwärts gekrümmte Rostrum fallen. Bei VIII beträgt das erstere Maß 510mm und das beinahe gerade Rostrum mißt 95 mm. VII besitzt an den Hinterfüßen keinen Sporn, bei VIII ist ein ganz kurzer, der Haut anliegender und in dieselbe versenkter Sporn vorhanden. Beide Individuen dürften demnach 9 sein; auch sind sie sicherlich erwachsen. 1* Dr. Karl Toldt jun. Beim Versuche, die beiden Wiener Exemplare nach der vorhandenen Literatur zu bestimmen, erkannte ich bald, daß die angedeuteten Verhältnisse bei Zaglossus stark variieren, ähnlich wie es auch beim Genus Tachyglossus 111. x ) (Thomas 85, Römer 2 ) der Fall ist. Es drängte sich daher die Frage auf, inwieweit solche Unterschiede zur Abgrenzung von Arten berechtigen. In der Überzeugung, daß diese Verhältnisse nur an der Hand eines großen Materiales endgültig gelöst werden können, ließ ich die Frage bezüglich der verwandtschaftlichen Stellung der beiden Wiener Exemplare offen. Meine seither fortgesetzten Untersuchungen 3 ) haben ergeben, daß diese Vorsicht vollkommen berechtigt war. Es stellte sich nämlich heraus, daß dem Typus Zaglossus bruijnii (Ptrs. et Dor.) weder eines der beiden Wiener Exemplare, noch die zweite bisher allein aner- kannte Spezies Z. nigro-aculeata Rothsch. als eigene Art gegenübergestellt werden kann, sondern daß es sich in diesen Fällen höchstens um mehr oder weniger differen- zierte Lokalformen handelt. Diesbezüglich aber muß hervorgehoben werden, daß von den wenigsten bisher beschriebenen Exemplaren der Fundort genau bekannt ist und man von den meisten nur weiß, daß sie von Jägern der Kaufleute in Ternate, C. W. R. van Renesse van Duivenbode und dessen Verwandten A. Bruijn in Gemeinschaft mit L. Laglaize in Neu-Guinea, und zwar, wie es scheint, ausschließlich im Nordwesten dieser Insel gesam- melt worden sind. Unter diesen Exemplaren finden sich aber Vertreter sämtlicher in Betracht kommender Formen. Somit erscheint das bisher bekannte Zaglossus-Matenal für eine endgültige Klassifikation der Lokalformen von vorneherein ungeeignet. Daher beschränke ich mich diesbezüglich darauf, meine Beobachtungen und die sich aus den- selben ergebende Sachlage zu erörtern. Soweit mir bekannt ist, wurden in die Literatur bisher folgende Zaglossus-Exem- plare in bezug auf das Haar- und Stachelkleid eingehender besprochen. : ) Wie bereits mehrfach und zuletzt von Thomas (Ann. Mus. Civ. Stör. Nat. di Genova, XXXIII, p. 621, 1897) erwähnt wurde, muß der Gattungsname für die kurzschnabeligen Ameisenigel Tachyglossus (Illiger, Prodr. Syst. Mamm., p. 114, 1811, zit. n. Palmer 04) lauten. Da dies gegenwärtig in der Literatur meistens nicht beachtet wird, sei hier neuerdings darauf hingewiesen. Der Name Echidna wurde für dieses Tier von Cuvier im Jahre 1798 (Tabl. Element, p. 143, zit. n. Lydekker) einge- führt, während bereits 1788 Forster (Ench. Hist. Nat., p. 81, Halae) eine Fischgatlung so benannt hatte. Hier wird dem Zwecke der Publikation gemäß allerdings nur eine Gattungsdiagnose gegeben, jedoch hält sich der Autor, wie bereits aus dem Titelblatte («secundum methodum systematis linnaeani») ersichtlich ist, an Linne; auch wurde der Gattungsname Echidna in der Ichthyologie weiterhin noch mehrfach, und zwar in binärer Verbindung angewendet (s. z. B. : Beeker P., Atlas Ichthyologique des Indes etc., Tom. VI, Amsterdam 1864). Wenn derselbe auch heute in der Ichthyologie keine Gültig- keit mehr hat, muß nach dem Gesagten, entsprechend dem Prioritätsgesetze, der Name Echidna für den Ameisenigel fallen gelassen werden. Die nächstfolgende und nun berechtigte Gattungsbezeichnung für denselben war Tachyglossus 111., 181 1. 2 ) Römer F., Denkschr. d. med.-nat. Ges. Jena, VI. Bd., 1, p. 194, Jena 189S. 3 ) Bei denselben haben mich freundlichst unterstützt: die Herren A. Dubois (Brüssel) und J. F. G. Um lau ff (Hamburg) durch die leihweise Überlassung je eines Zaglossus-Exemplares; die Herren E. Oustalet (Paris) und H. Winge (Kopenhagen) durch die Besorgung von Photographien; endlich die Herren A. Dubois (Brüssel), E. Harten iTring), C. E. Hellmayr (London), L. v. Lorenz (Wien), H. Obermayer (Paris), R. Semon (München), W. Rothschild (Tring) und H. Winge (Kopenhagen) durch erteilte Auskünfte. Allen Genannten sei an dieser Stelle für das erwiesene Ent- gegenkommen der verbindlichste Dank wiederholt. Insbesondere aber sei nochmals Herrn Kustos Dr. L. v. Lorenz-Liburnau (Wien) gedankt, welcher mir die Untersuchung der beiden Wiener Exem- plare ermöglichte. Über das Haar- und Stachelk leid von Zaglossus Gill (Proechidna Gervais). Autor Benennung Aufbewahrungs- ort genauerer Fund- ort Herkunft Gervais P. 1877— 1878 Gervais P. 1877— 1878 Proechidna bruijnii Ptrs. et Dor. Proechidna bruijnii Ptrs. et Dor. Museum d'his- toire naturelle, Paris. Les montagnes des Karotis (Niederländisch- Neu-Guinea) L. Laglaize, bezw. A. Bruij n Museum d'his- toire naturelle, Paris Les montagnes des Karons (Niederländisch- Neu-Guinea) L. Laglaize, bezw. A. Bruij n III 1 ) IV VI VII VIII Dubois A. 1881 Bruvnia tridac- tyla Musee royal d'histoire natu- relle de Belg'tque, Brüssel van Renesse van D u i v e n- bode Dubois A. 1885 Proechidna vil- losissima n. sp. Musee royal d'histoire natu- relle de Belgique, Brüssel van Renesse van D u i v e n- bode i883 Weber M. «twijfelachtige soort» Rothschild W. 1892 Toldt K. 1905 Toldt K. 1905 Proechidna nigro-aculeata n. sp. Zool. Museum Tring Charles Louis Mountains (Niederländisch- Neu-Guinea) Proechidna bruijnii Ptrs. et Dor. (licht- stachelige Form) k. k. naturhist. Hofmuseum, Wien van Ren esse van Duiven- bode 1883 Proechidna bruijnii Ptrs. et Dor. (dunkel- stachelige Form) k. k. naturhist. Ilofmuseum, Wien A. Bruijn 1883 Hierzu in der vorliegenden Abhandlung neben VII (Zaglossus bruijnii bruijnii Rothsch.) und VIII (Z. bruijnii nigro-aculeata Rothsch.) : IX X 2 ) Toldt K. 1906 Toldt K. 1906 Proechidna bruijnii bruijnii Rothsch. Mus. Umlauft", Hamburg Proechidna bruijnii bruijnii Rothsch. Zool. Museum, Kopenhagen van Renesse van Duiven- bode ') Dank dem Entgegenkommen des Herrn A. Dubois konnte auch ich dieses Exemplar untersuchen. 2 ) Dieses Objekt wird hier nur an der Hand einer Photographie und nach privaten Mitteilungen des Herrn H. Winge besprochen. Dr. Karl Toldt jun. Bei der systematischen Beurteilung der verschiedenen Formen von Zaglossus wurde, wie schon angedeutet, zumeist auf das Verhältnis der Mächtigkeit (Dichte und Länge) des Haarkleides gegenüber jener der Bestachelung ein großer Wert gelegt. Ich habe bereits in meiner ersten Mitteilung hervorgehoben, daß diese Verhältnisse sehr variieren; als Beispiel hierfür möge ein Vergleich der Figuren i und 2, Taf. I, und 1 und 2, Taf. II, dienen; sie stellen vier verschiedene Formen dar, welche sich bereits auf Grund der wenigen (sieben) Zaglossus -Exemplare, welche ich sehen oder an der Hand guter Abbildungen vergleichen konnte, 1 ) feststellen ließen. Bei der ersten Form (Taf. I, Fig. 1) sind die Stacheln sehr zahlreich, ziemlich klein, von mehr weniger gleichmäßiger Länge (ohne Wurzel gegen 3o mm) und stehen dicht nebeneinander. Sie verdecken sowohl am Rücken als an den Flanken zum großen Teile das Haarkleid. Hierher gehören die Individuen mit innerlich stark pigmentierten Sta- cheln: die Proechidna nigro-aculeata Rothsch. in Tring (VI) und das dunkelstachelige Exemplar von Wien (VIII) und PParis (II). Die zweite Form (Taf. I, Fig. 2) zeichnet sich durch große Stacheln aus, welche besonders an den Flanken lang und kräftig (ca. 40 mm) sind und hier so dicht anein- ander stehen, daß sie das Haarkleid größtenteils verdecken; am Rücken stehen sie da- gegen weiter voneinander ab und sehen nur wenig zwischen den Haaren hervor. Dem- nach gehört hierher das Proechidna bruijnii-Exemplar von Brüssel (III) und das licht- stachelige von Wien (VII). 2 ) Bei der dritten Form (Taf. II, Fig. 1) sind die Stacheln mehr oder weniger gleich- mäßig lang (etwas über So mm) und in ziemlich großen, von Haaren ausgefüllten Abständen regelmäßig über den Rücken und die Flanken verteilt; man vermißt insbe- sondere an letzteren die starke Ausbildung der Stacheln. Nach den mir vorliegenden Photographien gehören hierher das der Beschreibung Gervais' zugrunde liegende Exemplar des Pariser Museums (I) und jenes von Kopenhagen (X). Bei der vierten Form (Taf. II, Fig. 2) endlich, der Proechidna villosissima von Dubois (IV), treten die sehr kurzen Stacheln (19 mm) nur an den Seiten des Halses und der Schwanzgegend aus dem dichten Haarkleide hervor. Wenn man auch auf die Haarlänge, beziehungsweise Haardichte im besonderen einen Wert legen wollte, so müßten ferner die zwei bei der zweiten Form genannten Individuen getrennt werden. Denn das Brüsseler Exemplar (III) besitzt ein glattes Haar- kleid, bei welchem die langen, borstenartigen Stichelhaare das Wollkleid fast ganz ver- drängen. In diesem Sinne würde, soweit mir zu beurteilen möglich ist, zu diesem Individuum das dunkelstachelige von Wien (VIII) zu zählen sein, welches der ersten Gruppe angehört. Das andere Exemplar der zweiten Form (VII) hat dagegen ein sehr dichtes, wol- liges Haar, da die Wollhaare bedeutend zahlreicher sind als die relativ zarten Stichel- haare. Diesbezüglich scheint es mit dem Pariser (I) und Kopenhagener Individuum (X) übereinzustimmen. Hierzu sei auch noch bemerkt, daß bei den meisten Objekten, welche ich zu Ge- sichte bekam, die Haare in der gleichen Höhe endigten wie die Stacheln und daß nur ganz wenige Haare unversehrte Spitzen haben; bei den meisten ist das Ende infolge mechanischer Abnützung beschädigt. Wie weit sich in den einzelnen Fällen die Ab- J ) Der Mangel an guten Abbildungen erschwert ebenfalls die Beurteilung dieser Verhältnisse. 2 ) Dieses Exemplar besitzt am Rücken, unter den Haaren verborgen, auch einige kürzere, glän- zend weißlichgelbe Stacheln, welche offenbar erst vor kurzer Zeit die Haut durchbrochen haben; sie deuten darauf hin, daß dieses Individuum gerade in Neubildung von Stacheln begriffen war. Über das Haar- und Stachelkleid von Zaglossus Gill {Procchidna Gervais). nützung erstreckte und ob die Haare im unversehrten Zustande nicht vielleicht um so viel länger wären, daß sie z. B. bei Individuen, deren Stacheln jetzt deutlich sichtbar sind, dieselben mehr verdecken würden, kann nicht immer mit Bestimmtheit gesagt werden; denn häufig ist die Abnützung so weit vorgeschritten, daß am abgestoßenen Ende von der allmählichen Verschmälerung des Haares gegen die Spitze zu nichts mehr zu sehen ist. Daß die Haare bei den zwischen Gestein und Gestrüpp herumkriechen- den Tieren eine starke Abnützung erfahren können, erscheint wahrscheinlich, da ja auch die ziemlich harten Stacheln zumeist stark abgeschliffen sind. 1 ) Diesen Betrachtungen zufolge ist also die Variabilität in bezug auf die Mächtig- keit des Haar-, beziehungsweise Stachelkleides eine sehr große; daher ist es ratsam, bei der systematischen Beurteilung der Gattung Zaglossus auf diese Verhältnisse kein zu großes Gewicht zu legen, zumal noch nichts Näheres bekannt ist, wie weit hierbei das Alter, der Stachelwechsel (jahreszeitlicher Wechsel, beziehungsweise steter allmählicher Ersatz) und das Klima eine Rolle spielen. Insbesondere dürften die Verschiedenheiten in der Stachelgröße mit dem Wachstume der Stacheln im Zusammenhange stehen; darüber weiß man aber fast noch gar nichts. Geschlechtsunterschiede scheinen dies- bezüglich nicht zu bestehen; wenigstens befinden sich unter den ersten drei Formen bereits je ein cT und g. Ebenso ist die Haarfarbe sehr variabel. Von den vier Zaglossus- Exemplaren, welche ich zu Gesichte bekam, hatte nämlich jedes einen anderen Farbenton, fahl grau- braun (VII), dunkel rotbraun (III), rötlichschwarz (IX) und braunschwarz (VIII). Am ehesten scheint die verschiedene Färbung der Stacheln als Unterscheidungs- merkmal geeignet zu sein. Jedoch besaß bereits Gervais ein lichtstacheliges und ein dunkelstacheliges Zaglossus-Exemplar und hielt diese Verschiedenheit für einen Ge- schlechtscharakter; das trifft aber nicht zu, da bereits von beiden Formen durch den Besitz, beziehungsweise Mangel eines Sporns gekennzeichnete cT und o bekannt sind. Ferner habe ich nachgewiesen, daß auch bei dem lichtstacheligen Wiener Exemplar einzelne der hier sehr großen Stacheln im apicalen Teile innerlich pigmentiert sind; das erweckt den Eindruck, als ob hier im Laufe des Stachelwachstumes der Pigment- vorrat infolge der Größe der Stacheln zu früh erschöpft worden wäre. Dazu kommt noch, daß unser dunkelstacheliges Exemplar auch einzelne ganz lichte Stacheln (insbe- sondere in der Analgegend) besitzt. Da beim Igel die zuerst erscheinenden Stacheln weiß und die später nachfolgen- den dunkel sind, muß man daran denken, ob nicht auch bei Zaglossus diesbezügliche Altersunterschiede bestehen; jedoch sind beide Wiener Exemplare gewiß schon ältere Tiere, so daß dieser Umstand bei denselben ausgeschlossen erscheint. Da ferner der Unterschied, welchen der Gesamteindruck des Stachelkleides derselben in bezug auf die Färbung hervorruft, ein so auffallender ist, mag er als Unterartmerkmal Geltung haben. Bezüglich der beiden Wiener Exemplare sei noch bemerkt, daß die pigmentreichen Stacheln bei dem Individuum vorhanden sind, welches dunklere (stärker pigmentierte) Haare und zahlreichere, aber schwächere Stacheln besitzt als jenes mit den lichten Stacheln. Wie aus meiner ersten Mitteilung ersichtlich ist, dachte ich schon damals an die Möglichkeit, daß unser dunkelstacheliges Individuum (VIII) mit Zaglossus nigro-acu- l ) Wohl ähnlich wie hei Tachyglossus; s. Semon R., Zool. Forschungsreisen in Australien etc. in Denkschriften der med.-nat. Ges. Jena, Bd. V, p. 4 u. 5, Jena 1894 — 1897 urK ' Römer F., ebenda, Bd. VI, 1, 1897 — *9 0I > P' x 97- Dr. Karl Toldt jun. leata Rothsch. (VI) identisch sein könnte; wie sich nachträglich herausgestellt hat, ist das auch tatsächlich der Fall. Daß dies nicht von vorneherein mit Bestimmtheit erkannt wurde, hat neben anderem wiederum in der großen Variabilität dieser Tiere seinen Grund. Als Beispiel;, wie vorsichtig man bei der systematischen Beurteilung dieser Tier- gruppe sein muß, und insbesondere auch, daß man im Besitze von nur einem Exemplar auf kleine Unterschiede, auch wenn solche in größerer Anzahl zu konstatieren sind, kein zu großes Gewicht legen darf, sei dieser Fall hier näher ausgeführt. Nach Rothschild (92) bestehen zwischen Zaglossus bruijnii Ptrs. et Dor. und Z. nigro-aculeata folgende zum Teil sehr geringfügige Unterschiede. Letzterer ist be- deutend größer, hat kräftigere Extremitäten, deren kürzere und kräftigere Klauen sämt- lich an der Unterfläche «considerably hollowed out» sind; der Schwanz ist stärker ent- wickelt. Die Haare sind länger, steifer und schütterer. Die viel zahlreicheren Stacheln sind länger und dicker, statt weiß hornschwarz. Von diesen Merkmalen trifft bei unserem dunkelstacheligen Exemplar nur zu, daß das Haarkleid etwas länger und schütterer ist als bei unserem lichtstacheligen In- dividuum, welches man füglich als Z. bruijnii ansprechen mußte; ferner daß die Sta- cheln zahlreicher und dichter angeordnet sind. Was am meisten für die Identität mit Z. nigro-aculeata spricht, ist, daß die Stacheln unseres dunkeln Individuums auch größtenteils schwärzlich erscheinen; wie aber bereits angedeutet, bezieht sich das in diesem Falle auf das Stachelinnere, während die Oberfläche normalerweise licht ist (Taf. III, Fig. 9). Von Z. nigro-aculeata hieß es aber nur, daß die Stacheln «of a horny black colour» sind. Dagegen ist unser dunkles Individuum bedeutend kleiner, was übrigens nicht viel zu bedeuten haben dürfte, und seine Stacheln sind viel kürzer und dünner als beim Wiener Z. bruijnii. Endlich ist die Unterseite der Vorderklauen nicht ausgehöhlt, son- dern schwach konvex. Die anderen von Rothschild angeführten Unterschiede, wie die Größenverhält- nisse der Extremitäten, der Klauen und des Schwanzes waren nicht in überzeugendem Maße erkennbar. Um mir Sicherheit zu verschaffen, ersuchte ich Rothschild brieflich um einige Aufklärungen über seine neue Art. Aus der freundlichen Beantwortung meiner Fragen sowie insbesondere durch die Einsendung von Stacheln des Z. nigro-aculeata und eines seiner Vergleichsexemplare von Z. bruijnii an mich war es sofort klar, daß das dunkle Wiener Exemplar ein Z. nigro-aculeata ist. Die Pigmentverhältnisse der Stacheln sind bei letzterem die nämlichen wie beim Wiener Exemplar und auch die Stachelgröße stimmt überein ; diesbezüglich ist der Irrtum darauf zurückzuführen, daß von Z. nigro- aculeata kein Stachelmaß angegeben war und das Z. bruijnii-Exemplav, welches Roth- schild zum Vergleiche benützte und als erwachsen erklärt, bedeutend kleinere Stacheln besitzt als beide Wiener Exemplare! Dies zeigt also wiederum, wie wenig man auf Verschiedenheiten in der Stachelgröße geben kann. Die anderen von Rothschild ursprünglich angegebenen Artunterschiede, welche sich nicht auf das Haar- und Stachelkleid beziehen, scheint derselbe nun auch nicht mehr für wesentlich zu halten. Durch meine Mitteilung wurde Rothschild zur Untersuchung seines aus neun Exemplaren bestehenden Zaglossus-Matenates veranlaßt (05); durch dieselbe gelangte er zur Aufstellung folgenden Schlüssels, bei welchem die geographische Verbreitung nicht berücksichtigt werden konnte, da von den wenigsten Exemplaren der Fundort genau bekannt zu sein scheint. Über das Haar- und Stachelkleid von Zaglossus Gill (Proechidna Gervais). A d u 1 1 s. i. Head pale brown or white, sharply separated from rest of body, spines white: 2. Head and body uniformly dark, spines black: 3. 2. Hair pale brown, thick, long and woolly, completely hiding spines, except on flanks and Shoulders: Z. bruijni villosissima. Hair brownish black or black, short, thick, not hiding spines: Z bruijni bruijni. 3. Hair long, thin, bristly, spines somewhat flattened: Z bruijni nigro-aculeata. Wie hieraus zu ersehen ist, schlägt nun auch Rothschild die einzelnen Unter- schiede nicht mehr so hoch an wie früher. So erscheint sein Z. nigro-aculeata jetzt als Subspezies 1 ) und die beiden in seiner ersten Mitteilung angeführten Z leucocephala und Z. novae-guineae werden ganz eingezogen. Bezüglich des Wertes dieser Bestimmungstabelle möchte ich mir auf Grund meiner Beobachtungen folgendes zu bemerken erlauben. Gleich der erste Punkt, ob der Kopf gleichfarbig mit der übrigen Körperbehaa- rung ist oder lichter, dürfte bei der Bestimmung von einzelnen Individuen oft nicht anwendbar sein; das bezweifelt nach Rothschilds Mitteilung auch Hartert, wel- cher das Zaglossus-Material des Museums in Tring gewiß auf diese Verhältnisse hin untersucht hat. So ist z. B. bei dem lichtstacheligen Wiener Exemplar (VII) die allgemeine Fär- bung des Kopfes eher dunkler als die des Rückens; nur die kurzen Haare rings um die Schnabelbasis sind gelblichweiß und an der Stirne zieht sich diese lichte Färbung in einem medianen, spitz zulaufenden Streifen bis zum zweiten Drittel des Kopfgewölbes hinan; gegen das hintere Ende zu wird dieser Streifen allmählich durch die dunklere Färbung des Kopfes verdrängt und beruht hier nur auf der lichten Spitzenfärbung der sonst dunkeln, nun etwas längeren Haare; einzelne lichtere Haarenden finden sich auch unregelmäßig zerstreut am übrigen Teile des Kopfgewölbes. Ein ähnlicher lichter Streifen zieht ferner auch zu beiden Seiten von der Schnabelbasis bis hinter die Augen. Diese Verhältnisse sprechen dafür, daß die einheitliche, lichte Kopffärbung nicht ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Arten und Unterarten darstellt, sondern im Laufe des Alters allmählich auftritt oder verschwindet. Was davon tatsächlich der Fall ist, wird sich wohl an einem größeren Material nicht schwer konstatieren lassen. 2 ) Nach der vorherrschend dunkeln Färbung des Kopfes gehört aber das genannte Exemplar zur Abteilung 3 des Rothschildschen Schlüssels; in derselben befindet sich jedoch nur Zaglossus bruijnii nigro-aculeata mit den innerlich dunkeln Stacheln. Das zu bestimmende Individuum hat aber lichte Stacheln und gehört demnach zu 2. Ähnlich scheint es sich mit dem Exemplar in Kopenhagen (X) zu verhalten; das- selbe hat lichte Stacheln und, wie Dr. Winge mir mitzuteilen die Güte hatte, der Kopf und Rumpf sind einheitlich dunkelbraun gefärbt. Beim Brüsseler Exemplar (III) mit lichten Stacheln ist nach Dubois die Behaa- rung der Oberseite des Kopfes allerdings relativ licht. x ) Bereits Lydekker (94) vermutete, daß es sich hier nur um eine Subspezies handle. 2 ) Hier sei erwähnt, daß sich bei dem lichtstacheligen Individuum auch an den Extremitäten lichte Haare befinden; sie bilden den Abschluß des Haarkleides an den Füßen und kommen auch an der Unterseite der Extremitäten vor. Sie sind ihrer Lage entsprechend stark abgenützt und es hat den Anschein, als wäre ihre lichte Färbung keine natürliche; vielleicht hängt dieselbe mit einer stär- keren Lufthaltigkeit infolge der Beschädigung zusammen. I O Dr. Karl Toldt jun. Aber auch bei dem dunkelstacheligen Wiener Exemplar (VIII), welches sicher mit Z. bruijnii nigro-aculeata identisch ist, erscheint der Kopf eher etwas heller als der Rücken. Bei dem lichtstacheligen (?) Exemplar von U miau ff (IX) ist die Kopfbehaarung infolge von Abnützung so mangelhaft, daß sie nicht mehr das natürliche Verhalten zeigt; der Kopf ist etwas lichter als der Rumpf, doch scheint das hauptsächlich darauf zurück- zuführen zu sein, daß infolge der spärlichen Behaarung vielfach auch die basalen, stets schwächer pigmentierten Haarhälften sichtbar sind. Bevor also diese Verhältnisse nicht klargestellt sind, kann man sie bei der Bestim- mung nicht gut verwenden. Der Unterscheidung der lichtstacheligen Exemplare in zwei Unterarten vermag ich nach den vorhergehenden Erörterungen über die Variabilität der Mächtigkeit des Haar-, beziehungsweise Stachelkleides sowie der Färbung der Haare ebenfalls nicht bei- zustimmen. Insbesondere kann ich mich auch jetzt nicht mit der von Rothschild neuerdings vertretenen Ansicht befreunden, daß das von Dubois (85) beschriebene Exemplar (Proechidna villosissima, IV) eine besondere Subspezies sei. Dieses Exemplar hat sehr kurze (nicht über ig mm lange) Stacheln, welche nur an den Seiten des Halses und der Schwanzgegend aus dem dichten Haarpelz hervortreten. Vielleicht läßt sich dies mit dem Umstände in Zusammenhang bringen, daß bei Tachyglossus die Stacheln an den Flanken früher erscheinen als am Rücken (Römer). 1 ) Wenn die Rückenstacheln bei Z. villosissima kürzer sind als die Stacheln an den Seiten des Körpers, so könnte man das daher wohl als einen weiteren Beweis für die Ansicht von Weber (88) gelten lassen, daß dieses Tier ein Junges von Z. bruijnii ist; dieser Anschauung bin ich auch jetzt noch. Übrigens sei hierzu noch bemerkt, daß das Wiener lichtstachelige Exemplar nach Rothschilds Schlüssel nur auf Z. bruijnii villosissima paßt; 2 ) da dieses Wiener Exem- plar sicher mit dem Brüsseler Z. bruijnii bruijnii identisch ist, wäre dieses also eben- falls ein Z. bruijnii villosissima. Nun hat aber Dubois dasselbe für Z. bruijnii bruijnii gehalten und als solches seiner neuen Art, eben der Proechidna villosissima, zum Ver- gleiche gegenübergestellt! Für Zaglossus bruijnii nigro-aculeata kommt im Rothschild sehen Schlüssel als neu hinzu, daß die Stacheln «somewhat flattened» sind. Beim Wiener dunkel- stacheligen Exemplar sind die unversehrten Stacheln rund; etwas abgeflacht erscheinen nur jene, welche zu Lebzeiten des in Gestrüpp und zwischen Gesteinen lebenden Tieres mechanisch abgeschliffen wurden. Auch an dem Stachel von Z. bruijnii nigro-aculeata, welchen mir einzusenden Rothschild die Freundlichkeit hatte, konnte ich eine ganz schwache einseitige Abflachung konstatieren, welche jedenfalls auch nur durch Ab- nützung entstanden ist. Ich hatte anfangs geglaubt, auf die besonders große Zahl und dichte Anordnung der Stacheln, welche Rothschild in seiner Beschreibung von Z. nigro-aculeata hervor- gehoben hat, besonderen Wert legen zu können. Da aber Gervais von seinem dunkel- stacheligen Exemplare und Rothschild später (in seinem Schlüssel) nichts davon er- wähnt, scheint dieses Merkmal ebenfalls nicht maßgebend zu sein. Was im besonderen die mehr oder weniger dichte Anordnung der Stacheln betrifft, mag dieselbe in ein- J ) L. c. -) Dabei muß allerdings die vorhin geschilderte lichte Zeichnung am Kopfe genügen, um diesen als licht zu bezeichnen. Über das Haar- und Stachelkleid von Zaglossus Gill (Proechidna Gervais). zelnen Fällen gegenüber der natürlichen Stellung durch die Präparation (Ausstopfen) eine Veränderung erfahren haben. Nach diesen Erörterungen hat es den Anschein, als ob eine scharfe Trennung der Gattung Zaglossus auch nur nach Unterarten nicht möglich sein wird und daß hier auch der Ausspruch, welchen Thomas (85) über das Genus Tachyglossus getan hat, Geltung hat: «The extremes are indeed much further apart than one would ever expect to occur within the limits of a single species, but these extremes grade into each other on the examination of a large series.» Ich wenigstens vermag vorläufig neben der typischen lichtstacheligen Form Za- glossus bruijnii bruijnii Rothsch. (I, III, IV, V?, VII, IX?, X) nur noch die Varietät mit innerlich dunkeln Stacheln Zaglossus bruynii nigro-aculeata Rothsch. (II?, VI, VIII) zu unterscheiden. Bekanntlich ist bei Tachyglossus in wärmeren Gegenden (Thomas 85), bei Ere- thi^on und Coendu in wärmerer Jahreszeit (Weber 04) das Stachelkleid im Verhältnis zum Haarpelz mächtiger entwickelt als in kälteren Regionen, beziehungsweise zu käl- terer Jahreszeit. Demnach erscheint von den beiden Wiener Zaglossus- Exemplaren das lichtstachelige einer kühleren, das dunkelstachelige einer wärmeren Temperatur ange- paßt zu sein; wenn ersteres auch kürzere Haare und längere Stacheln hat, so ist der vorwiegend aus Wollhaaren bestehende Pelz bedeutend dichter und die Stacheln sind geringer an Zahl als beim zweiten mit dem vorherrschend aus Stichelhaaren zusammen- gesetzten Haarkleide. Ob dieser Unterschied auf jahreszeitlichen oder örtlichen klima- tischen Ursachen beruht, kann vorläufig nicht mit Bestimmtheit entschieden werden. Da beim Brüsseler Z. bruijnii bruijnii-ExemplarQ im Gegensatze zu dem von Wien die Stichelhaare überwiegen und das Verbreitungsgebiet der Gattung nicht sehr ausgedehnt zu sein scheint, vermute ich eher jahreszeitliche Verschiedenheiten. Allerdings würde das nicht mit den von Thomas für das Genus Tachyglossus angeführten Verhältnissen übereinstimmen. Zur Gegenüberstellung der Gattungsmerkmale von Tachyglossus und Zaglossus in meiner ersten Abhandlung (p. 6, bzw. 11) ist nachzutragen, daß ähnlich wie das von Weber (88) beschriebene Zaglossus- Exemplar (V) auch das von Brüssel (III) und von Herrn Umlauff (IX) an den Vorderfüßen zum Teile eine abnorme Zahl von Klauen aufweisen. Bei ersterem besitzt außer den drei mittleren Zehen auch die erste des rechten Vorderfußes eine wohlausgebildete, 12mm lange Klaue und am Skelette ist ein ent- sprechend großes Klauenglied vorhanden. Links fehlen beide; hier springt, wie mehr oder weniger stets an den klauenlosen Zehen, der Sohlenrand höckerig vor. Bei dem Exemplar des Herrn Umlauff sind am linken Vorderfuß alle fünf Klauen ausgebildet, und zwar die der fünften Zehe in ganz normaler Weise (Länge 11mm, Breite 6 mm); die Klaue der ersten Zehe ist ganz kurz und kegelförmig. Am rechten Vorderfuß sind die Klauen der ersten und fünften Zehe nicht deutlich entwickelt. Diese zwei Fälle sind deswegen interessant, weil nun von den wenigen bisher be- schriebenen Zaglossus- Individuen bereits bei dreien eine Vermehrung der als Gattungs- charakter angenommenen Klauenzahl konstatiert ist und sie zeigen, daß eine solche Vermehrung auch einseitig auftreten kann. Nun ist es sicher, daß derartige Erschei- nungen ein abnormes Verhalten darstellen (Thomas 88), welches man phylogenetisch wohl mit der Reduktion der Zehenglieder bei Zaglossus gegenüber Tachyglossus, dessen sämtliche Zehen bekanntlich Klauen besitzen, in Zusammenhang bringen kann. Da es sich nur um abnorme Bildungen handelt, kann die Dreizahl der Klauen für die 12 Dr. Karl Toldt jun. Gattung Zaglossus doch als charakteristisch angesehen und als ein Unterschied gegen- über dem Genus Tachyglossus in den Bestimmungstabellen beibehalten werden; nur müßte dieser Passus etwa folgendermaßen umgeändert werden: An jedem Fuße fünf gut entwickelte Klauen Tachyglossus An jedem Fuße gewöhnlich nur die drei mittleren Klauen (gut) entwickelt Zaglossus Ferner sei hier noch erwähnt, daß der Literatur nach die Zahl der Wirbel inner- halb des Genus Tachyglossus zu variieren scheint, weshalb der Wert des stets für die Gattungen Tachyglossus und Zaglossus angeführten Gattungsmerkmales betreffend die verschiedene Anzahl von Thoracolumbalwirbeln noch der Sicherstellung an der Hand eines größeren Vergleichsmateriales bedarf. 1 ) Spezieller Teil. 2 ) Bezüglich der Haare der langschnabeligen Ameisenigel im besonderen sei fol- gendes erwähnt. Das lichtstachelige Exemplar Zaglossus bruijnii bruijnii Rothsch. des Wiener Hofmuseums zeichnet sich durch die große Mannigfaltigkeit seiner Haarformen aus, welche hier näher besprochen werden soll. Die Wollhaare (Taf. III, Fig. i), 3 ) welche an Menge die Stichelhaare insbeson- dere am Rücken übertreffen, weisen nicht viel Bemerkenswertes auf. Sie sind unter- einander ziemlich gleich, gegen 24 mm lang, gleichmäßig schwach abgeplattet (Breite ca. 6oomm lange, im mittleren und distalen Drittel schwach schilfblatt- förmig verbreiterte Haare (proximale Breite 75 ^, stärkste Verbreiterung 23o 2. Zaglossus bruijnü bruijnü Rothsch. Musee royal d'histoire naturelle de Belgique, Brüssel. Tafel II. Fig. 1. Zaglossus bruijnü bruijnü Rothsch. Zoologisches Museum Kopenhagen. » 2. Zaglossus bruijnü bruijnü Rothsch. (Proechidna villosissima A. Dubois). Musee royal d'his- toire naturelle de Belgique, Brüssel. Kopie der Abbildung nach A. Dubois (Bull, du Mus. roy. d'hist. nat. de Belgique, Tome III, 1884, PI. IV, 1). Sämtliche Bilder (Taf. I und II) sind ungefähr 3*3 mal verkleinert. — Die Körperhaltung dieser Tiere, insbesondere die Stellung der Extremitäten, ist in Fig. 2, Taf. I am natürlichsten wiedergegeben. Tafel III. Wenn nicht besonders bemerkt, stammen die abgebildeten Objekte vom Zaglossus bruijnü bruijnü Rothsch. des Wiener Hofmuseums. Fig. 1. Wollhaar. X 2 - » 2. Steife, gerade Haare (Gruppe I). X 2 - » 3. a — e verschiedene Formen zarter, gebogener Haare (Gruppe II), / — j Stacheln. Die apicale Verbreiterung des Haares c erscheint flächenhaft. a — h X 2 > ' un d j nat. Gr. » 4. Eine weitere Haarform. X 2 - » 5. Ein Flankenhaar von Ornithorhynchits anatinus Shaw. Endplättchen von der Fläche aus ge- sehen. X 2 - » 6. Proximaler Abschnitt der apicalen Verbreiterung des Haares c in Fig. 2. X ^5« » 7. Proximaler Abschnitt der apicalen Verdickung eines unpigmentierten Haares. X ^5. » 8. Teil eines Querschnittes durch die Rindensubstanz eines großen unpigmentierten Stachels. / = Luftspalten, n = lufthaltiger Raum im Innern der verhornten Zellen. X 4°- » 9. Teil eines Querschnittes durch die Rindensubstanz eines großen pigmentierten Stachels von Zaglossus bruijnü nigro-aculeata Rothsch. (Exemplar des Wiener Hofmuseums). / = Luftspalten, p — körniges Pigment. X 4°- » 10. Teil eines radiären Längsschnittes durch die Rindensubstanz eines großen pigmentierten Sta- chels etc. wie in Fig. 9. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. Von Dr. H. Rebel Oeit dem Erscheinen des vierten Beitrages zur Lepidopterenfauna der Kanaren *) sind nahezu acht Jahre verflossen. Trotz dieses relativ langen Zeitraumes hat die kana- rische Lepidopterenfauna doch erst innerhalb der letzten zwei Jahre so wesentliche Bereicherungen erfahren, daß eine Aufzählung letzterer notwendig wurde, wobei auch eine Neukatalogisierung der Gesamtfauna nach dem dermaligen, der dritten Auflage des Katalogs paläarktischer Lepidopteren zugrunde gelegten System geboten erschien. Als hervorragendste Quelle des vorliegenden Beitrages sind die Aufsammlungen von Mr. Walter W. White anzuführen, der mit Ausnahme des Hochsommers das ganze Jahr in Guimar auf Tenerife verbringt und dort fleißig den Lichtfang betreibt. Seine vorjährige sehr reiche Ausbeute wurde zum Teile durch Sir G. F. Hampson determiniert, zum Teile gelangte sie an mich zur Revision. Auch seine diesjährige, viel geringere Ausbeute lag mir zur Bestimmung vor. Ihm verdankt die Kanarenfauna vor allem die Entdeckung einer neuen hochinteressanten Arctiidengattung (Gerarctia) und im heurigen Jahre die Entdeckung einer neuen großen Noctuide (Hadena Whitei). Auch um eine auffallende kleine, neue Pyralide (Trichophysetis Whitei) und um noch ca. 20 bereits anderwärts beschriebene Arten wurde die Fauna von Tenerife durch ihn vermehrt. Es steht zu hoffen, daß sein Sammeleifer auch in Zukunft der faunistischen Erforschung dieses schönen Eilandes dient. Sehr interessante Resultate hat auch der mehrjährige Aufenthalt (igo3 — 1905) des Herrn Hauptmannes Johann Polatzek auf den kanarischen Inseln ergeben. Der- selbe betrieb hauptsächlich ornithologische Studien und besuchte sämtliche größere In- seln des Archipels zu verschiedenen Jahreszeiten. Gelegentlich machte er auch coleo- pterologische und lepidopterologische Aufsammlungen. Was letztere anbelangt, die mir zur Durchsicht und Auswahl vorlagen, so sind besonders die leider nur geringen Aufsammlungen von der Insel Fuerteventura hervorzuheben, wodurch allein vier für die Kanarenfauna neue Noctuiden sichergestellt wurden. Hauptmann Polatzek war auf Tenerife nur bei Vilaflor, auf Palma in Paso, auf Gomera bei San Sebastian, Her- migua und im Val hermoso, auf Hierro im Dorfe Pinar, auf Gran Canaria bei Mogan und auf Fuerteventura hauptsächlich bei Tiscaminata lepidopterologisch tätig. l ) Die vier vorhergegangenen in diesen «Annalen» erschienenen Beiträge sind: I. «Beitrag zur Mikrolepidopterenfauna des kanarischen Archipels», Bd. VII, p. 241— 284, Taf. XVII. — II. «Zur Lepi- dopterenfauna der Kanaren», Bd. IX, p. 1—96, Taf. I. — III. «Dritter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren», Bd. XI, p. 102—148, Taf. III. — IV. «Vierter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Ka- naren», Bd. XIII, p. 36 1 — 38 1, mit 1 Textfigur. Diese Beiträge sind im nachfolgenden Texte nur mit I— IV zitiert. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 23 Auch die lepidopterologischen Resultate, welche eine Kanarenreise des Herrn Dr. Max Wiskott auf Tenerife ergeben hatte, wurden mir von ihm freundlichst mit- geteilt. Nicht unbedeutend sind auch die literarischen Bereicherungen der Fauna, welche hier gleichzeitig mit einer vielfach neuen systematischen Reihenfolge und mehrfach ge- änderter Nomenklatur zur Verwertung gelangen. Als die wichtigste neuere Literatur für die kanarische Lepidopterenfauna seien erwähnt: Elliot, E. A.: Winter Butterflies in Tenerife. Ent. Monthly Mag., 1902, p. i3i. 20 Arten. Hampson, Sir G. F.: Catalogue Lepid. Phalaenid. IV (1903), Originalabbildung kanarischer Agrotiden. — Beschreibung von Gerarctia Poliotis. Ann. and Mag. Nat. Hist. (7), XV, p. 448 — 449 (1905). Kilian, F.: Auch ein Akklimatisationserfolg. Ent. Jahrb. Krancher, 1901, p. 1 33 — 135, worin der von mir gerügte planlose Import mitteleuropäischer Arten auf die Kanaren widerlegt wird, da es nicht gelungen ist, auch nur eine der importierten Arten auszusetzen. Rebel, Dr. H.: Diagnose der Gattung Archigalleria. Zool.-bot. Verh., 1902, p. 570 — 571, Fig. 2. — Euxoa (Agrotis) Canariensis, eine neue Noctuide von den kanarischen Inseln. Ann. naturhist. Hofm., XVII, 1902, Notizen, p. 59 — 60. — Beschreibung von Trichophysetis Whitei. Zool.-bot. Verh., 1906, p. 237 — 238. Staudinger, Dr. O. und Rebel, Dr. H.: Katalog der Lepidopteren des paläarktischen Faunengebietes. 3. Aufl., mit einer Anzahl wichtiger nomenklatorischer Änderungen. Wiskott, Dr. Max: Galgula partita Gn. Iris, XVIII (1906), p. 328 — 33o, Taf. 10, Fig. 1 — 10. Auch die Publikation von W. Warren «Lepidoptera collected by W. R. Ogilvie- Grant on the Azores and Madeira in igo3» (Novit. Zool., XII, 1905, p. 439 — 447 [36 Arten]) ist als ein wichtiger Beitrag zur atlantischen Inselfauna hier anzuführen. Der Mangel jeder komparativen Angabe bei den neubeschriebenen Arten macht sich, wie in so vielen englischen Publikationen, auch hier in der unangenehmsten Weise fühlbar. Es werden darin nicht weniger als acht Scoparia- Arten angeführt, welche Gattung gewiß auch auf den Kanaren noch eine Vermehrung der derzeit von dort be- kannten (2) Arten erfahren wird. Besondere Sorgfalt wurde wieder auf das am Schlüsse gegebene «Systematische Verzeichnis sämtlicher bisher von den Kanaren bekannt gewordenen Lepidopteren» verwendet, welches gleichzeitig einen Index zu den bisher erschienenen fünf Beiträgen darstellt und die Verbreitung der Arten auf den einzelnen Inseln des Archipels gibt. Hierbei wurden nachstehende bisher im Verzeichnisse kanarischer Lepidopteren geführte Arten auf Grund der vieljährigen Erfahrungen mit der Fauna des Archipels, welche bisher keine Bestätigung der diese Arten betreffenden Angaben gebracht hat, übergangen*. 1. Sphinx Ligustri L. — II, p. 43. Hier liegt zweifellos eine Verwechslung mit Protoparce Convolvidi L. seitens Brulles vor, welcher gerade letztere Art von den Kanaren nicht erwähnt. Koch (Geogr. Verbr., p. 79) sagt nur: «Im Pariser Museum ist er von den kanarischen Inseln», was gewiß nur einen Rückschluß auf die Angabe Brulles bedeutet. 2. Agrotis Comes Hb. — II, p. 52. Bei dieser Art liegt genau derselbe Fall vor wie bei Sphinx Ligustri. Brülle führt Noctua Orbona (= Comes) an, die niemand nach ihm auf den Kanaren gefunden hat, übergeht aber dagegen die dort häufige Agrotis Pronuba L. Die Angabe Kochs (Geogr. Verbr., p. 95): «Im Pariser Museum von den kanarischen Inseln» hat auch hier keinen selbständigen Wert. 24 Dr. H. Rebel. 3. Bryophila Ravula Hb. var. Vandalusiae Dup. — II, p. 51. Da die sehr variable Bryophila Simonyi Rghfr. die einzige Vertreterin dieser Gattung auf den Kanaren zu sein scheint, ist eine Verkennung derselben seitens Alphe- rakys (Mem. Rom., V, p. 224) höchst wahrscheinlich. 4. Acidalia Consolidata Led. — II, p. 72. Die Angabe Alpherakys für diese Art beruht auf einem abgeflogenen Exem- plar von Tenerife, welches wahrscheinlich der im vorliegenden Beitrage als fragliche «Alyssutnata» angeführten Art angehört haben dürfte. 5. Zonosoma Pupillaria Hb. — II, p. 72. Abermals eine Angabe Alpherakys, welche, wie ich bereits im zweiten Beitrage erwähnte, sich auf Zon. Mciderensis beziehen dürfte. Auch die Angabe Senor Cabreras für Pupillaria gehört zweifellos zu Maderensis. 6. Crambus Tersellus Led. — I, p. 256. Auch diese allerdings fragliche Angabe Alpherakys ziehe ich jetzt unbedenklich zu Cramb. Atlanticus Woll. 7. Lindera Bogotalella Wlk. — I, p. 268. Ebenso scheint mir jetzt die Angabe Alpherakys für diese kolumbische Art besser übergangen werden zu müssen, da sie sich fast zweifellos auf die recht variable und gar nicht seltene Setomorpha Discipanctella Rbl. bezieht. Nach Ausschaltung vorstehender sieben Arten verbleiben nur mehr ganz wenige zweifelhafte und mir in kanarischen Originalstücken nicht bekannt gewordene Arten, als welche ich aus dem am Schlüsse gegebenen systematischen Verzeichnis nur". Nr. 4. Euchloe Belemia Esp. » 3i. Deilephila Livornica Esp. » 83. Plusia Ni Hb. Nr. 171. Noctuelia Isatidalis Dup. » 253. Tinea Simplicella HS. namhaft machen möchte, die aber bis auf weiteres in dem Verzeichnis kanarischer Arten zu führen sind und wahrscheinlich auch zum Teile eine Bestätigung ihres kanarischen Indigenates erfahren dürften. Die Vermehrung der kanarischen Lepidopterenfauna durch den vorliegenden fünften Beitrag, der 257 Arten im systematischen Verzeichnisse ausweist, besteht in 7 Arten Noctuiden, 2 Geometriden, 1 Arctiide, 7 Pyraliden, 1 Orneodide, 3 Tortriciden, 1 Yponomeutide, 4 Gelechiiden, 1 Gracilariide und 3 Tineiden, zusammen 3o Arten. Die ziffernmäßige Vermehrung der Artenzahl gegenüber dem vierten Beitrag, der 234 Arten anführte, beträgt jedoch nur 23, da die sieben vorerwähnten Arten zur Aus- scheidung gelangen mußten. In der Spezialsammlung kanarischer Lepidopteren des k. k. naturhistorischen Hof- museums sind 209 Arten durch kanarische Originalexemplare vertreten, was mit Rück- sicht auf den im vierten Beitrage ausgewiesenen Stand von 197 Arten eine Vermehrung von 12 Arten bedeutet. Hoffentlich gelingt es in Zukunft, durch die angebahnten Ver- bindungen noch manche der darin bestehenden Lücken auszufüllen, was umso freudiger zu begrüßen wäre, als diese Spezialsammlung bereits derzeit weitaus die reichste ist, welche für dieses hochinteressante Insulargebiet in Betracht kommt. Wien, im September 1906. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 25 Pieridae. 2. 1 ) Pieris Rapae L. — II, p. 26. Herr Dr. Max Wiskott teilte mir mit, daß er P. Rapae ab. Leucotera Stefan, auf Gran Canaria erbeutet habe. Die von mir (1. c.) erwähnten, im Frühjahre auf Tenerife gefangenen Stücke mit matter grauer Färbung des Apicalfieckes der Vorderflügel bilden bereits einen Übergang zu dieser in Mitteleuropa vorwiegend in erster Generation auf- tretenden Aberration. 5. Euchloe Charlonia Donz. — II, p. 27; III, p. 104. Herr Hauptmann Polatzek erbeutete die Art in Anzahl auf Fuerteventura in der Zeit vom 3. bis 23. Februar 1904 und am 27. Februar 1905. Die Stücke sind von dem im Oktober erbeuteten Exemplar Prof. Simonys nicht verschieden. 6. Colias Edusa F. — II, p. 27; III, p. 104; IV, p. 363. Herr Hauptmann Polatzek brachte unter anderen auch zwei weibliche Stücke mit, wovon das größere, mehr normal gefärbte am 1. Jänner '05 auf Fuerteventura, das kleinere, oberseits mehr orangerote Stück mit weniger tiefschwarzem Saume auf Gomera am 15. März 'o3 erbeutet worden war. Beide Stücke zeigen die Unterseite der Hinterflügel mehr grünlich gefärbt. Nymphalidae. 9. Pyrameis Atalanta L. — II, p. 32. Herr Hauptmann Polatzek brachte ein am 26. Dezember '04 auf Fuerteventura erbeutetes cT mit. In neuerer Zeit wurde das Verhältnis von Pyr. Atalanta zu Pyr. Indica Hrbst. neuerlich in Diskussion gezogen (cfr. Frühst, u. Stichel, Sitzungsber. Berl. ent. Ver., Bd. 49, p. 2 — 4; Alph., Rev. Russ. Ent., IV, p. 4 — 5). 17. Danais Plexippus L. — II, p. 36. Herr Hauptmann Polatzek gab an, die Art bei San Sebastian auf Gomera längs der Wasserleitung sehr häufig angetroffen zu haben. Lycaenidae. 21. Chrysophanus Phlaeas L. — II, p. 29. Von Hauptmann Polatzek auch auf der Insel Gomera (15. März 'o3) erbeutet. Ein (j von Gran Canaria (16. April '05) zeigt langgeschwänzte Hinterflügel, aber keine verdunkelte Oberseite der Vorderflügel. 25. Lycaena Astrarche Brgstr. var. Cramera Eschsch. Kotzeb., Entdeck. - Reise, p. 217, Taf. 10, Fig. 26a, 26b (1821). — var. Canariensis Blach., II, p. 3i. — Astrarche var. Aestiva Holt- White, Butt, of Ten., p. 41, Tab. 2, Fig. 6. Der Name Cramera Eschsch. hat die Priorität vor Canariensis Blach. Esch- sch oltz beschreibt die Form nach einem weiblichen Stück von Tenerife und sagt: «Kaum eine halbe Linie vom äußeren Rande läuft eine mehr als eine halbe Linie breite gelblichrote, etwas zackige Binde über beide Flügel auf beiden Flächen. Unten ist die l ) Die den Arten vorgesetzten Nummern beziehen sich auf das am Schlüsse dieses Beitrages gegebene systematische Verzeichnis. 26 Dr. H. Rebel. gemeinschaftliche Farbe der Flügel grau» usw. Damit stimmen auch die Abbildungen, welche auf Ober- und Unterseite eine vollständig geschlossene breite rote Randbinde zeigen. Offenbar wurden die feinen dunklen Adern, welche die Zusammensetzung der Außenbinde aus Randflecken jederzeit erkennen lassen, zu wenig beachtet. Die Abbil- dung des großen q zeigt 15 mm Vorderflügellänge. Die Flügelunterseite ist bräunlich- grau. Nach dem Reisediarium (Kotzeb., I, p. 102) dürfte das Stück am 28. Oktober 1815 bei Orotava von Dr. Eschscholtz erbeutet worden sein, der in Begleitung Herrn v. Chamissos einen Ausflug dahin unternommen hatte. Herr Hauptmann Polatzek fing frische große Stücke mit brauner Unterseite auf Gran Canaria in der Zeit vom 21. Februar bis 16. April '05. Ein cT von Vilaflor auf Tenerife, am 6. Juli 'o3 von ihm gefangen, ist sehr klein und zeigt ebenfalls eine braune Unterseite. Sphingidae. 29. Protoparce Convolvuli L. — II, p. 42. Über die fast zweifellose Synonymie von Sphinx Ligustri Brülle (non L.) mit Pr. Convolvuli ist das im Vorworte (p. 23) Gesagte zu vergleichen. Noctuidae. 35. Agrotis Pronuba L. — II, p. 52. Auch bei dieser Art hat die Angabe Brulles als Agr. Comes zweifellos als Syno- nym hinzuzutreten (Vorwort, p. 23). 36. Agrotis Lanzarotensis Rbl. — II, p. 52, Taf. 1, Fig. 5. — Lansarotensis Hampson, Cat. Lep. Phalaen., IV (igo3), p. 158, PL 61, Fig. 5 (cT). Hampson hat die vom Hofmuseum entlehnte Type neuerlich abbilden lassen. Das Bild ist besser als jenes in den «Annalen», aber der Thorax ist zu dunkelgrau, die Hinterflügel sind zu stark bräunlich geraten. 37. Agrotis Spinifera Hb. — II, p. 53. Ein sehr großes cT von Guimar (W. White) zeigt 3g mm Expansion. Die Zapfen- makel ist auffallend kurz, die Rundmakel dagegen sehr lang ausgezogen. 38. Agrotis Ypsilon Rott. — Hmps., Cat., IV, p. 368, Fig. 71. Mr. W. White sandte ein ganz frisches 9 dieser weit verbreiteten, aber bisher von den Kanaren nicht nachgewiesenen Art zur Bestimmung ein. Das Stück stimmt ganz mit solchen aus Mitteleuropa überein (coli. White). 40. Agrotis Trux Hb. — II, p. 55; IV, p. 364. Ein 9 von Gran Canaria (27. September 'o3 Polatzek) zeigt fast einfarbige, rötlichbraune Vorderflügel mit dunkler Nierenmakel. Die Hinterflügel weißlich, gegen den Saum nur schwach verdunkelt. Ein q von Guimar (Tenerife W. White) besitzt olivenbräunliche Vorderflügel mit dunkler Nierenmakel. 42. Agrotis (Euxoa) Canariensis Rbl., Ann. naturh. Hofm., XVII (1902), Notizen, p. 59; Hampson, Cat. Lep. Phalaen., IV (igo3), p. 188, PL 61, Fig. 6 (cT). — Obelisca var. Ruris Rbl. u. Rghfr., II, p. 54. — Agrotis spec. Rbl., IV, p. 364. Ich habe die Art nach einem Pärchen aufgestellt, wovon das cT am 16. Februar '98 durch Herrn Hintz in St. Cruz auf Tenerife erbeutet worden war. Dieses Stück wurde auch von Hampson (1. c.) abgebildet; das 9 stammte von Gran Canaria. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 27 Seither erhielt ich durch Herrn Hauptmann Polatzek 2 cT und 1 q einer Agrotis-Form, welche im Februar 1905 auf der Insel Fuerteventura erbeutet wurde. Diese ganz frischen Stücke machen namentlich im männlichen Geschlechte einen von Agr. Canariensis so verschiedenen Eindruck, daß ich erst nach eingehender Unter- suchung die Überzeugung von ihrer Zusammengehörigkeit mit der letztgenannten Art gewinnen konnte. Die organische Beschaffenheit ist selbstverständlich die gleiche, auch die Zeichnungsanlage der Vorderflügeloberseite stimmt mit Canariensis überein, allein die Grundfarbe der auch im männlichen Geschlechte sehr gestreckten Vorderflügel ist statt glänzend dunkel graubraun, nur matt glänzend hellbräunlich, die schwarze Zeich- nung viel schwächer, die Makeln weißlich, die Nierenmakel dunkelgrau ausgefüllt. Der Raum um die Makeln unterhalb des hellbleibenden Vorderrandes ist bei dem größten und besterhaltenen cT holzbraun verdunkelt. Die Hinterflügel sind bei beiden c? bis auf eine verwaschene graue Saumbinde weiß mit durchscheinendem dunklen Mittel- strich, stechen also von den fast einfarbig braungrauen Hinterflügeln der männlichen Type von Canariensis sehr ab. Auch der Hinterleib ist viel heller, ausgesprochen gelb- lichgrau. Auf der ebenfalls lichteren Unterseite entbehren die Hinterflügel vollständig der äußeren grauen Bogenlinie von Canariensis. Das q von Fuerteventura ist jenem der typischen Canariensis viel ähnlicher, aber doch auch beträchtlich heller gefärbt und schwächer gezeichnet. Auch bei ihm ist der Bogenstreifen auf der Unterseite der Hinterflügel kaum angedeutet. Der lebhaft rost- gelbe Haarkranz, aus welchem die Legeröhre hervorsteht, ist bei beiden o ganz gleich. Ich schlage für diese viel hellere Form von Canariensis, welche wahrscheinlich auf die klimatisch von den Westinseln recht verschiedenen östlichen Kanaren beschränkt ist, den Namen «Ai-efacta» vor, deren Diagnose lauten könnte', «dilutior, brunnescens, al. post. cT albis, subtus sine striga exteriore». In der kanarischen Noctuidenfauna ist bereits ein analoges Verhältnis wie zwi- schen Canariensis und var. Arefacta, bei Bryophila Simonj-i und deren von Lanza- rote stammenden kleineren, bleicheren var. Debilis bekannt. 44. Mamestra Trifolii Rott.; Stgr. u. Rbl., Cat., ed. III, Nr. 1477. Ein etwas geflogenes q dieser auch im Mediterrangebiete weit verbreiteten Art wurde von Hauptmann Polatzek am 14. xMai '04 auf Fuerteventura erbeutet. Das Stück hat mehr rötlich gefärbte Vorderflügel mit dunkel ausgefüllter Zapfenmakel (Über- gang zur ab. Farkassii Tr.). Neu für die Kanarenfauna. 45. Bryophila Simonyi Rghfr. — II, p. 50. Ein sehr kleines cf mit nur schwach gezeichneten, schwarzgrauen Vorderflügeln, ohne Querlinie auf der Unterseite der Hinterflügel, wird nach der geringen Größe (Vor- derflügel 9-5, Exp. 20 mm) am besten zur var. Debilis Rbl. (von Lanzarote) gestellt, ob- wohl es auf Tenerife bei Vilaflor am 24. Juli 'o3 erbeutet wurde. Über die Zugehörigkeit der Angabe Alpherakys für Bryoph. Ravula var. Van- dalusiae ist das Vorwort zu vergleichen (p. 24). 46. Perigea Circuita Gn. — II, p. 56. Von dieser bisher nur von Gran Canaria bekannt gewesenen Art schickte Mr. W. White ein kleineres, sehr frisches cT von Guimar (Tenerife) zur Ansicht. 47. Segetia Viscosa Frr. — II, p. 59; IV, p. 366. Ein frisches großes 5 mit dunkelgrauen Hinterflügeln schickte Mr. W. White von Guimar (Tenerife) zur Bestimmung ein. 28 Dr. H. Rebel. 48. Hadena Whitei n. sp. (5). Ein frisches weibliches Stück von Guimar (Tenerife) wurde von Mr. W. White zur Bestimmung eingeschickt. Dasselbe gehört einer neuen, auffallend dunklen, schwarz-violetten Art an, welche sich am besten noch mit H. Porphyrea Esp. verglei- chen läßt. Sehr gedrungen, ziemlich breitflügelig. Die Augen sind nackt, die Palpen sehr kurz, aufgebogen, mit kurzem, nacktem, gelbem, schwarz gezeichnetem Endglied. Die Allgemeinfärbung von Kopf und Thorax ist bräunlichschwarz, der Halskragen ist nicht dunkel eingefaßt, sondern so wie der Scheitel etwas heller bräunlich. Der Thorax in der Mittellinie ohne kammartige ßeschuppung, der Rand der Schulterdecken gleich- färbig. Die Brust ist mehr braungrau, die Vorder- und Mittelbeine außen schwarz- braun, die Hinterbeine heller, sämtliche Beine mit gelblich gefleckten Gliederenden. Das Abdomen gedrungen, mit stumpfer gleichfarbiger Spitze, dunkel braungrau. Die Vorderflügel mit geradem Vorderrande und gewelltem Saume zeigen eine schwach glänzende, schwarzviolette Grundfarbe. Die Basalquerlinie und die innere doppelte lichtere Querlinie sind sehr undeutlich. Die Rundmakel sehr klein gelbbraun, ebenso die schwach gelblich gesäumte, kurze Nierenmakel, welche letztere nach außen und innen von je einem tiefschwarzen Flecken begrenzt wird. Der äußere schwarze Fleck setzt sich in Form einer schmäleren Querbinde bis zum Innenrande fort. Darnach zeigt der Flügel ein breites Querband der Grundfarbe, worauf eine gelb aufgeblickte, schwach geschwungene Zackenlinie (an Stelle der Wellenlinie) folgt, die in Zelle 2 und 3 keine tiefere Zahnbildung erkennen läßt. Das Saumfeld zeigt die reine Grundfarbe. Die ge- wellten Fransen mit lichter Basal- und Mittellinie. Die Hinterflügel einfarbig schwarzbraun, die gewellten Fransen mit gelblicher Basallinie. Die Unterseite der Flügel rötlichgrau, der Basalteil der Vorderflügel reiner grau, beide Flügel, besonders deutlich aber die Hinterflügel, mit rotbraunem Mittelpunkt und solchem äußeren Querstreifen. Vorderflügellänge 21, Exp. 44772m. Von H. Porphyrea Esp. sofort durch viel kürzere Palpen, den geraden Vorderrand der Vorderflügel, die einer rötlichen Einmischung ganz entbehren, kleinere Rundmakel, den großen, auch die äußere Begrenzung der Nierenmakel bildenden schwarzen Fleck, dunklere Hinterflügel und Mangel der helleren Thoraxmittellinie sowie der nicht dunklen Säumung des Halskragens verschieden. Von den kanarischen Noctuidenarten wäre vergleichsweise H. Atlanticiim Baker zu erwähnen, welche jedoch viel lichter ist und eine ganz verschiedene (an Mam. Ge- nistae erinnernde) Zeichnung der Vorderflügel besitzt. Nach Mr. Walter W. White, dem die Kanarenfauna schon so wertvolle Berei- cherungen verdankt, benannt. Die Type befindet sich in seiner Sammlung, die an das Museum in Oxford gelangen soll. 49. Hadena Atlanticum Baker — IV, p. 365. — Genistae Rbl. u. Rghfr., II, p. 56. Ich erhielt seinerzeit durch Dr. Staudinger die Type von Atlanticum Baker o* von Madeira zur Ansicht, welche sich nur durch lebhafter rotbraune Färbung, nament- lich der Vorderflügel, von dem cT von Tenerife unterscheidet. Die Fühlerbeschaffen- heit ist bei beiden Stücken ganz die gleiche. Ich halte daher Dr. Staudingers An- merkung im neuen Katalog (Nr. 1667) bei dem Fundorte Kanaren «v. an sp. div.» für überflüssig. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 29 50. Metopoceras Felicina Donz.; Stgr. u. Rbl., Cat., ed. III, Nr. 1725. Ein frisches cT dieser für die Kanarenfauna neuen Art wurde von Hauptmann Polatzek im Februar 1905 bei Tiscaminata auf Fuerteventura an Lampenlicht er- beutet (M. C). Auch von Andalusien und Algerien bekannt. 51. Callopistria Latreillei Dup. — IV, p. 365. Mr. W. White schickte ein cf von Guimar (Tenerife) zur Bestimmung ein. Die beiden bisher bekannt gewordenen Kanarenstücke sind groß (28 mm Exp.) und dunkel. 57. Leucania Loreyi Dup. — II, p. 59. Mr. W. White sandte ein ganz frisches großes £ von Guimar (Tenerife) zur Be- stimmung ein. Das Stück zeigt eine sehr deutliche äußere Reihe schwarzer Punkte auf den Vorderflügeln. Die Art scheint auf den Kanaren selten zu sein, da das Hofmuseum noch kein Stück von dort erwerben konnte. 61. Caradrina Rebeli Stgr., Cat., ed. III, part I, p. 196, Nr. 2005 d (? Seiini var.). — Flavirena II, p. 59; IV, p. 366. Dr. Staudinger, welcher gelegentlich der Revision des Katalogsmanuskriptes ein dunkles o von Tenerife aus dem Hofmuseum zur Ansicht hatte, sprach bereits die Ver- mutung aus, daß eine eigene, endemische Kanarenart vorliegen dürfte. Zwei frische d\ welche Herr Hauptmann Polatzek auf Gran Canaria am 18. April und 12. Mai '05 erbeutete, scheinen diese Annahme zu bestätigen. Sie zeigen die dunkle Nierenmakel der Vorderflügel lebhaft rostrot umzogen und auch eine solche innere Beschattung der gelben Wellenlinie vor dem Saume. Eine kritische Revision dieser schwierigen Artgruppe (Seiini) ist leider bisher noch nicht erfolgt. 63. Cleophana Baetica Rbr., Fn. And., Taf. 18, Fig. 4. — Penicillata Gn., Noct., II, p. 159, Taf. 9, Fig. 4. Ein ausnehmend großes, besonders lebhaft gefärbtes und scharf gezeichnetes d erbeutete Herr Hauptmann Polatzek in Tiscaminata auf Fuerteventura im Februar 1905 an Lampenlicht. Dasselbe stimmt sehr gut mit der Abbildung bei Rambur, nur ist es im Saumfelde der Vorderflügel noch deutlicher durch schwarze, gegen die weißen Flecken der Fransen gerichtete Pfeilstriche gezeichnet. Die Hinterflügelunterseite führt zwei schwarze Mittellinien, innerhalb welcher ein feiner solcher Mittelpunkt liegt. Vor- derflügellänge i3 mm. Diese schöne Art ist neu für die Kanarenfauna, aber in Andalusien und Algier verbreitet. 67. Heliothis Dipsaceus L. — II, p. 62. Bereits Holt-White «The Butterflies and Moths of Teneriffe», p. 81 (1894) führt diese Art ohne nähere Angabe von Tenerife auf. Im Jahre 1896 erbeutete sie da- selbst zufolge brieflicher Mitteilung auch Herr Kilian. 74. Thalpochares Parva Hb.; Stgr. u. Rbl., Cat., ed. III, Nr. 2429. Ein typisch gefärbtes d" von Tenerife (W. White '05) lag mir zur Bestimmung vor. Neu für die Kanarenfauna. 75. Galgula Partita Gn. — II, p. 64; III, p. 107. Ausführliche Nachrichten über die Art gibt auf Grund eines reichen selbstgesam- melten Materiales von Tenerife Herr Dr. Max Wiskott (Iris, XVIII, p. 328 — 33o, Taf. X, Fig. 1 — 10 [1906]). Der in der neuen Katalogsauflage (Nr. 2486 o) von Dr. Staudinger noch als fragliche Aberration angeführte Name Baueri Stgr. wird von Wiskott als synonym eingezogen. 3o Dr. H. Rebel. 85. Apopestes Exsiccata Led. — II, p. 66. Mr. W. White sandte ein etwas geflogenes o von Guimar (Tenerife) zur Be- stimmung ein. Das Stück hat 3i mm Exp. und stimmt vollständig mit solchen aus Süd- arabien (M. C.) überein. Die Art scheint auf den Kanaren sehr selten zu sein. Sie fehlt dem Hofmuseum in einem kanarischen Exemplar. 87. Hypena Masurialis Gn. Delt. u. Pyr., p. 38; Hmps., Ind. Moths, III, p. 79. Die Art soll nach Hampson (Ann. South Afric. Mus., II [1902], p. 432 — 433) auf den Kanaren vorkommen. Sie ist in den Tropen der alten Welt weit verbreitet. Das Hofmuseum erhielt bisher noch kein Stück von den Kanaren. Geometridae. 91. Eucrostes Simonyi Rbl. — II, p. 67; III, p. 107; IV, p. 36g. Die von W. Warren (Nov. Zool., IV [1897], p. 3go) nach einem g von den Kanaren aufgestellte «Microloxia (?) pallida» gehört wohl zweifellos als Synonym hierher. Eine nahestehende Art von Madeira ist ferner Microloxia Nnbigena Woll. (cfr. Warr., Nov. Zool., XII, p. 444, Nr. 14). 92. Acidalia? Alyssumata Mill., Ic, III, p. 127, PI. 121, Fig. 6 — 11. — ? Ac. Consolidata Alp. (nee. Led.), II, p. 72. Drei weibliche Stücke von Tenerife, wo sie Hauptmann Polatzek bei Vilaflor in der Zeit vom 26. Juli bis 12. August 'o3 erbeutete, kommen der Alyssumata Mill., wovon mir ein weibliches Originalexemplar Millieres zum Vergleiche vorliegt, nahe, gehören aber vielleicht doch einer anderen Art an, die bis zum Auffinden des cf besser ungetrennt bleibt. Habitus, Färbung und Zeichnung stimmen sehr gut mit Alyssumata, die Saum-, respektive Fransenbezeichnung ist jedoch eine andere. Die bei Alyssumata sehr deut- liche unterbrochene Saumlinie ist nämlich hier sehr schwach, wogegen in der Basalhälfte der Fransen selbst scharfe schwarze Punkte auftreten. Die äußere dunkle Querlinie ist am Vorderrande verdickt. Die langgestielte Rippe 6 und 7 der Hinterflügel sowie das einfache Spornpaar der Hinterschienen, der gelbe Scheitel und die schwarze Stirne stimmen mit Alyssumata. Vorderflügellänge 9, Exp. 18 mm. Von der ähnlich gefärbten größeren Ac. Rufomixtata Rbr. sofort durch andere (mehligere) Beschuppung, langgestielte Rippe 6 und 7 der Hinterflügel, Mangel der Saumlinie um die Flügelspitze etc. verschieden. Die mutmaßliche Zugehörigkeit des Zitates Alpherakys für Ac. Consolidata zur vorliegenden Art wurde bereits im Vorworte (p. 24) erwähnt. Eine jedenfalls auch sehr nahestehende, mir unbekannte Art ist Libycata Bart. (Ent. Z. Gub., XX, p. 2) aus Algerien. Letztere Art scheint jedoch größer zu sein und einen anderen Verlauf der Wellenlinie der Vorderflügel zu besitzen. Auch die Hinter- flügelform und helle Unterseite scheinen von der Kanarenart abzuweichen. g3. Acidalia spec. (g). Aus der Sammlung des Herrn R. Püngeler lagen mir zwei minder gut erhal- tene weibliche Exemplare einer kleinen ockergelben Art vor, welche die Bezeichnung «Teneriffa» tragen und von Heyne 1901 erworben wurden. Da nicht nur eine für die Kanarenfauna neue, sondern wahrscheinlich auch unbeschriebene Art vorliegt, lasse ich die nachstehenden, zu ihrer Wiedererkennung wohl ausreichenden Bemerkungen folgen. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 3 I Das besser erhaltene Stück zeigt fadenförmige Fühler, einen hellgelben Scheitel und einfarbige ockergelbliche Beine. Die Flügel sind ockergelb, rötlichbraun bestäubt, mit feinem schwarzen Mittelpunkte und braunen gewellten Querlinien. Die Vorderflügel mit scharfer Spitze sind an der Wurzel dicht rötlich bestäubt und führen nach dem feinen Mittelpunkt drei einander parallele, ober dem Innenrande stärker gewellte, bräun- liche Querlinien. Der Saum selbst ist bräunlich gefleckt. Auf den Hinterflügeln tritt noch eine dunkle Querlinie vor dem Mittelpunkte auf. Rippe 6 und 7 der Hinterfiügel sind nach freundlicher nachträglicher Mitteilung Herrn Püngelers gestielt. Die ocker- gelben Fransen aller Flügel zeigen schwarzbraune, in ihrer ßasalhälfte selbst liegende Randpunkte. Die Unterseite ockergelblich, mit dunklen Mittelpunkten und durchschei- nenden Querlinien. Vorderfiügel 6 — 8, Exp. i3 — 15mm. Von Ochroleucata HS. durch geringere Größe, lebhaft ockergelb und rötlich ge- mischte Färbung, etwas ausgerandeten Saum aller Flügel und durch die in den Fransen selbst liegenden Randpunkte aller Flügel verschieden. Von Palmata Stgr. ebenfalls durch letzteres Merkmal, durch viel weniger ge- streckte Vorderflügel und Mangel der dunklen Binde an der Basis der Hinterflügel so- fort zu unterscheiden. 96. Acidalia Palmata Stgr., Cat., ed. III, Part I, p. 270, Nr. 3oi2. — Uno- strigata Rbl., II, p. 71, Nr. 86. Nach Vergleich der Type von Unostrigata Baker von Madeira hat Dr. Staudin- ger das von mir (1. c.) ausreichend beschriebene q von der Insel Palma als eigene Art erkannt und nach dem Fundorte benannt. 98. Acidalia Guancharia Alph. — II, p. 68; IV, p. 36g. Herr Hauptmann Polatzek brachte von dieser variablen Art mehrere Stücke von Tenerife (Vilaflor 5.— 25. Juli 'o3) und auch ein abgeflogenes £ von Fuerteventura (8. Juni '05). Die Art ist demnach im kanarischen Archipel weit verbreitet und nicht selten. 100. Acidalia Irrorata Baker, Tr. Ent. S., 1891, p. 215. — ? 'Deversaria Rbl. (nee. HS.), III, p. 108. Das von mir als fraglich Deversaria angeführte £ von Orotava (23. April '95 Hedem.) gehört höchstwahrscheinlich zu Irrorata Baker, welche nach einem cf von Madeira aufgestellt wurde. Die Allgemeinfärbung ist blaß ockergelblichgrau, die Fühler über I / 2 m ' li schwach vortretenden Gliederenden. Die Stirne und die sehr kurzen, dünnen Palpen sind dunkelbraun. Die Hinterschienen nur mit einem Paar kräftiger Endsporne. Die Vor- derflügel spitz, die Hinterflügel mit vollständig gerundetem Saume und langgestielter Rippe 6 und 7. Alle Flügel ziemlich dicht grau bestäubt, mit schwarzem Mittelpunkte, die Basalquerlinie sehr undeutlich, ein feiner Mittelschatten durch die Mittelpunkte ebenfalls undeutlich, am schärfsten ist eine etwas geschwungene Querlinie (zwischen Mittelschatten und Saum) ausgeprägt, welche dem Saume parallel verläuft und auf den Hinterfiügeln etwas gezackt und beiderseits leicht begrenzt erscheint. Die dunkelgraue Saumlinie ist auf den Rippen licht unterbrochen. Die Unterseite blässer, schwach glän- zend, wie oben gezeichnet. Vorderflügellänge i3, Exp. ca. 25 mm. Die kurze Beschreibung Bakers hat bis auf die nicht ganz zutreffende «dull reddish irrorations» der Vorderflügel nichts Widersprechendes. Herr O. Bohatsch hatte die Freundlichkeit, mich auf Ac. Flaccata Stgr. ver- gleichsweise aufmerksam zu machen und mir ein q letzterer Art von Jerusalem aus seiner Sammlung zur Verfügung zu stellen. 32 Dr. H. Rebel. Flaccata ist eine viel lichtere, rötlichergelbe Art mit lichterer Stirne, zwei Sporn- paaren (o) an den Hinterschienen, schwach geeckten Hinterflügeln, stärker gezackter äußerer Querlinie und feinen schwärzlichen Saumpunkten. 101. Codonia (Zonosoma) Maderensis Baker — II, p. 72; III, p. 109. Daß die Angaben Alpherakys und Cabreras für Zonosoma Pupillaria sich nur auf Maderensis beziehen können, wurde bereits im Vorworte (p. 24) erwähnt. Die Stücke vom Originalfundort Madeira erreichen im männlichen Geschlechte 3o mm Expansion. Die Art variiert auch auf Madeira stark (Warren, Nov. Zool., XII, p. 441)- 106. Tephroclystia Boryata J ) n. sp. (c? §). — Eupithecia Massiliata Rbl. (nee. Mill.), IV, p. 373, Nr. 114. Ein cf von Gomera, wo es Hauptmann Polatzek beim Dorfe Pinar am 20. März 'o3 erbeutete, gehört trotz seiner mehr bräunlichen Färbung zweifellos als anderes Ge- schlecht zu dem von mir als Massiliata angeführten q von Tenerife. Beide Stücke er- weisen jetzt, daß sie nicht zu Massiliata Mill., sondern zu einer allerdings sehr nahe- stehenden, unbeschriebenen Art gehören. Bei der großen Ähnlichkeit mit Massiliata genügt die Angabe der trennenden Merkmale. Die männlichen Fühler sind viel länger gewimpert als bei Massiliata, die Wim- perbüscheln übertreffen in ihrer Länge die Geißelbreite, was bei Massiliata nicht der Fall ist. Ferner sind in beiden Geschlechtern die ausnehmend breit buschig beschuppten Palpen von Augendurchmesserlänge, also auch beträchtlich länger als bei Massiliata. Schließlich ist die Flügelform eine viel gestrecktere, schmälere. Die Zeichnungsanlage ist die gleiche, der äußere lichte Querstreifen der Vorderflügel aber unter dem Vorder- rande viel spitzer gebrochen. Vorderflügellänge 7, Exp. 15 mm. Für die Annahme einer eigenen Art spricht auch der Umstand, daß Quercus- Arten auf den Kanaren fast fehlen und Massiliata monophag auf Qiiercus lebt. 107. Tephroclystia Tenerifensis n.sp. (cf). — Variostrigata Rbl. (nee. Alph.), II, p. 78. Ein frisches cT von Guimar (Tenerife, W. White '06) gehört zweifellos derselben Art an, welche von Professor Simony bereits im Jahre 1888 anfangs Oktober bei Guimar in einem stark geflogenen d 1 erbeutet wurde, welches letztere irrtümlich für Variostrigata Alph. gehalten wurde. Die Art gehört vielmehr in die nächste Nähe von Semitinetaria Mab. und wurde wahrscheinlich auch von Dr. Wiskott auf Tenerife gefunden, da er mir brieflich mit- teilte, er habe eine von Dietze als fraglich Semitinetaria bestimmte Tephroclystia dort erbeutet. Bei der nahen Verwandtschaft mit Semitinetaria genügt die Angabe der trennenden Merkmale, welche auffallenderweise fast analog jenen sind, die zur Abtren- nung der im vorhergehenden aufgestellten Boryata von Massiliata führten. Tenerifensis ist größer und breitflügeliger als Semitinetaria , die männlichen Fühler sind noch länger bewimpert, das heißt jedes Geißelglied trägt seitlich ein Borsten- paar, welches fast doppelt so lang ist als die Geißelbreite, bei Semitinetaria aber letztere nicht viel übertrifft. Die Palpen scheinen etwas breiter und buschiger beschuppt zu sein. Zeichnung und Färbung sind ganz analog, der schwarze Mittelpunkt der Vorder- flügel jedoch auch bei dem geflogenen cT von Tenerifensis viel größer und dicker als bei Semitinetaria, der helle Innenraum des Mittelfeldes ist etwas breiter, die Falte und Rippe 2 sind von der Flügelmitte ab schwarz beschuppt, verlieren aber die Färbung : ) Nach J. G. B. M. Bory de St. Vincent benannt (cfr. II, p. 4—5). Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 33 gegen den Saum. Die Hinterflügel sind etwas gestreckter als bei Semitinetaria, die Saumbezeichnung aller Flügel die gleiche. Die Unterseite aller Flügel ist lichter, weiß- licher, die Mittelpunkte sind größer, der dunkle Querstreifen dahinter etwas weiter davon abstehend und gleichmäßig gerundet. Auch die Brust und Bauchseite des Abdomens sind reiner weißgrau. Vorderflügellänge 12, Exp. 24 mm. (Das abgeflogene, fühlerlose Stück zeigt nur 11 mm Vorderflügellänge.) Auch für diese Art kann auf Tenerife schwerlich eine Eiche als Futterpflanze an- gesehen werden. 109. Phibalapteryx Centrostrigaria Woll. — II, p. 76; III, p. 110; IV, p. 372. Nach Warren (Nov. Zool., XII, p. 442) soll Custodiata Gn.(Phal., II, p.491 o aus Kalifornien) der älteste Name der Art sein. Mangels amerikanischen Vergleichsmateriales ändere ich bis auf weiteres jedoch nicht die Nomenklatur, umsoweniger als Latirupta Wlk. (ein sicheres Synonym von Centrostigaria) und Custodiata Gn. von amerikani- schen Autoren getrennt geführt werden (cfr. Dyar List 1902, Nr. 3402 und Nr. 3406). 110. Chemerina Caliginearia Rbr. — II, p. 73. Das Hofmuseum erhielt nachträglich das von Dr. Staudinger brieflich erwähnte Stück (9), welches von seiner Handschrift die Bezeichnung «Canar, Bauer» trägt. in. Boarmia Fortunata Blach. — II, p. 73; III, p. 109, IV, p. 370. Warren führt die Art als Scotorithra Fortunata auch von den Azoren und Ma- deira an (Nov. Zool, XII, p. 444, Nr. 25). 112. Tephronia Sepiaria Hufn. — II, p. 73. Auch von dieser Art gelangte das Museum seither in den Besitz zweier männlicher Stücke von der Insel Tenerife, wovon das größere bei Laguna de Agure am 22. März 1896 durch H.Kilian, das kleinere bei Vilaflor am i3. August igo3 durch Hauptmann Polatzek erbeutet wurden. Mr. W. White schickte ein 9 von Guimar zur Bestimmung ein. 11 3. Gnophos Onustaria HS. (Serraria Gn.). — II, p. 74. Herr R. Pün geler erhielt durch H. Bartel ein wahrscheinlich hierhergehöriges geflogenes weibliches Stück mit der Bezeichnung «Tenerife Oktober». 114. Eubolia Disputaria Gn. — IV, p. 370. Rothschild gibt (Nov. Zool., XII, t. 4 f., 20, 25) Abbildungen beider Geschlechter dieser Art nach Stücken aus dem Sudan, wovon namentlich jene des cT (Fig. 25) auf das bekannt gewordene 5 von Tenerife zutrifft. 115. Aspilates Collinaria H. White. — III, p. 109; IV, p. 370. Mr. W. White schickte ein zwerghaftes 9 von Guimar (Tenerife) zur Bestim- mung ein, dessen Vorderflügel bleich ockergelblich (statt zitronengelb) und dicht und grob dunkelbräunlich gesprenkelt sind. Der charakteristisch gebogene Längsstreifen im Apicalteile ist breiter und dunkler als bei normalen Stücken. Auch die Unterseite beider Flügel ist grob gesprenkelt und sehr deutlich gezeichnet. Vorderflügellänge 10, Exp. 20-5 mm (gegen 14:29 eines normalen 9 von Tenerife). Hauptmann Polatzek fand die Art auch auf der Insel Gomera in normalen Stücken. Arctiidae. 119. Gerarctia Poliotis Hmps., Ann. and Mag. Nat. Hist. (7), XV, p. 448—449 (1905)- Die Entdeckung obiger, von Sir Hampson beschriebener neuen Arctnden- Gattung und -Art auf Tenerife (bei Guimar) durch Mr. W. White bietet ein so hervor- ragendes Interesse, daß ich eine Übersetzung der Originalbeschreibung folgen lasse: Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXI, Heft 1, 1906. J 34 Dr. H. Rebel. «Gerarctia n. gen. Rüssel gut entwickelt, Palpen kurz, aufwärts gerichtet, das Mittelglied nach vorne mäßig durch Schuppen verdickt, die Stirne mit gerundetem Vorsprunge. Die Fühler des q mit Borsten und Wimpern. Nebenaugen sind vorhanden. Der Innensporn der Schienen etwas länger, Wuchs schlank. Vorderflügel lang, gestreckt, mit kurzer Mittel- zelle. Ader 2 entspringt erst gegen den Zellenschluß, 3 und 5 nahe dem Zellenwinkel, Ader 6 unterhalb desselben, 7 aus demselben. Ader 8 und 9 sind gestielt, 10 und 11 aus der Mittelzelle. Auf den Hinterflügeln Ader 2 gegen den Zellenschliiß, 3 und 4 gestielt, 5 oberhalb des Zellenwinkels, 6 und 7 aus demselben. Ader 8 fällt bis zur Mitte mit Ader 7 zusammen. Gerarctia Poliotis n. sp. (9). Kopf, Thorax und Hinterleib grau, dunkler getönt. Vorderflügel grau, rauchbraun bestäubt und gegittert. Die Rippen mit schwachen dunklen Strichen, die vordere Quer- linie sehr schräg, nur erkennbar durch die Begrenzung des darauffolgenden dunkleren Mittelfeldes. Ein wenig deutlicher dunkler Längsstrich liegt hinter der ersten Querlinie in der Falte. Auch der Mittelmond ist undeutlich. Die hintere Querlinie ist weißlich, auf ihrer Innenseite abgegrenzt durch dunkle Striche auf den Rippen unterhalb des Vorderrandes und gegen die Mitte, nach auswärts gekrümmt unterhalb des Vorderrandes, dann schräg verlaufend und in der Falte schwach einwärts gebrochen. Ein wenig deutlicher dunkler Strich geht von der Flügelspitze aus. Am Saume eine Reihe dunkler Punkte. Die Hinterflügel grau mit etwas dunklerer Saumlinie. Die Fransen heller, die Unterseite mit dunklen Mittelmonden. Exp. 3o mm. 1 q (Br. M.).» Mr. W. White widmete kürzlich in höchst dankenswerter Weise ein frisches q dieser interessanten neuen Art vom Originalfundort (Guimar '06) dem Hofmuseum. Darnach besitzt die schmalflügelige Art aschgrauen Kopf, Thorax und solche Vorder- flügel, letztere mit zum Teile schwärzlichen Rippen und zwei schwärzlichen undeutlichen Schrägbinden, wovon die erste von 2 / 5 des Vorderrandes gegen ^3 des Innenrandes, die zweite von der Flügelspitze bis vor den Innenwinkel zieht. Diese hintere Binde ist nach außen von einem ebenfalls sehr wenig auffallenden, zackigen, weißen Querstreifen begrenzt. Der Längsstrich in der Falte nach der ersten Querlinie ist bei vorliegendem Exemplar sehr deutlich, tiefschwarz, die deutlichen Saumpunkte ebenfalls schwarz. Nahe der Basis liegt am Vorderrande noch eine fleckartige Verdunklung. Die Hinter- flügel bräunlich-grau, mit großem durchscheinenden, schwarzen Mittelfleck und schwärz- licher Saumlinie. Die Unterseite der Vorderflügel ist fast zeichnungslos aschgrau. Vor- derflügellänge 12, Exp. 24 mm. Gerarctia stellt zweifellos ein sehr altes, autochthones Element der Kanaren- fauna dar. Pyralidae. 123. Archigalleria Proavitella Rbl. — I, p. 262; II, p. 80; IV, p. 376. Für diese im «Katalog der Lepidopteren des paläarktischen Faunengebietes», part II, p. 2 von mir aufgestellte neue Gattung wurde später eine ausführlichere Dia- gnose samt Geäderskizze publiziert (zool.-bot. Ver. 1902, p. 570, 571, Fig. 2). Ich hatte (Okt. '99) aus der Sammlung Friedr. Eppelsheim ein weibliches Exemplar zur Bestimmung, welches den Vermerk «ex Euphorbia canariensis '97 Ca- naria, Kindrik (Reutti)» trug. Näheres über die Lebensweise war nicht sicherzustellen. Fünfter Beitrag zur Lepidopterentauna der Kanaren. 35 124. Crambus Atlanticus Woll. v. Canariensis Rbl. — I, p. 254. Die Angabe Alpherakys von Cramb. Tersellus gehört zweifellos hierher (vgl. Vorwort, p. 24). Die Art scheint auf Tenerife seltener zu sein. 129. Homoeosoma ? Nimbella Z. var. — III, p. 114. Ein einzelnes 5 von Tenerife, durch Mr. W. White '05 erbeutet, zeigt ziemlich breite, fast reinweiße Vorderflügel, die nur gegen den Innenrand zu schwach bräunlich (eigentlich fleischfarben) getönt sind. Auch Kopf und Schulterdecken sind fast reinweiß. Die schwarze Zeichnung der Vorderflügel besteht aus zwei dicken schwarzen Punkten nahe der Basis und solcher Bestäubung gegen die Flügelspitzen. Auch an der Fransenbasis liegen schwarze Punkte. Hinterflügel hellgrau. Exp. 14 mm. Vielleicht handelt es sich um eine kanarische Lokalform. 137. Heterographis Faustinella Z. — Rag. Monogr. Phyc, II, p. 154. Ein kleines, sehr schmalflügeliges, blaßgefärbtes g mit undeutlicher weißer Quer- zeichnung der Vorderflügel kann ich von dieser im Mediterrangebiete weit verbreiteten Art nicht trennen. Es stammt von Tenerife (W. White '05). Die Art ist auch aus Algier bekannt. Neu für die Kanarenfauna. i38. Heterographis Ephedrella HS. — I, p. 259. Ein großes, stark geflogenes c? von Tenerife (W. White '05) gehört dieser bisher nur von Lanzarote im kanarischen Archipel nachgewiesenen Art an. i3g. Heterographis Convexella Ld. — Rag. Monogr. Phyc, II, p. 176, PI. 48, Fig. 17. Ein typisches, frisches cf lag mir von Tenerife (W. White '05) zur Bestimmung vor. Die Art ist ebenfalls im Mediterrangebiete weit verbreitet, wurde aber in Algier bisher noch nicht aufgefunden. Ebenfalls neu für die Kanarenfauna. 141. Pempelia Ardosiella Rag. — Rag. Monogr. Phyc, II, p. 100, PI. 42, Fig. 9. Wurde nach freundlicher Mitteilung des Herrn W. White '05 bei Guimar auf Tenerife erbeutet und von Sir G. Hampson determiniert. Die Art war bisher nur aus Kastilien bekannt. 142. Bradyrrhoa Ochrospilella Rbl. — I, p. 258, t. 17, f. 14. Ragonot gibt in seiner Phycideenmonographie eine neuerliche Beschreibung und Abbildung der Art (Mon., I, p. 557, II, PI. 47, Fig. 9). Mr. White schickte ein großes, frisches 5 von Tenerife (Guimar '05 ) zur Bestimmung ein. Die Type stammte von Gran Canaria. 147. Trichophysetis Whitei Rbl. — Zool.-bot. Ver. 1906, p. 237. Diese schöne kleine Endotrichine wurde von mir erst kürzlich nach einem frischen cT von Tenerife beschrieben und nach ihrem Entdecker, Mr. Walter W. White, be- nannt. Die Type befindet sich im k. k. Hofmuseum. 150. Pyralis Farinalis L. — I, p. 251; II, p. 80; III, p. n3. Zwei auf Tenerife bei Vilaflor von Hauptmann Polatzek erbeutete Stücke sind stark verdunkelt, das kleinere (c?) zeigt das ganze Mittelfeld der Vorderflügel schwärz- lichbraun beschuppt. Es erscheint angezeigt, solche verdunkelte Stücke, deren Vorkommen auf Tenerife beschränkt zu sein scheint, als var. (ab.) Tenerifensis zu bezeichnen (vgl. Rbl. II, p. 80; III, p. n3). 3* 36 Dr. H. Rebel. 151. Nymphula Bleusei Obthr. — Etud., XII, p. 37, PI. 6, Fig. 42. Ein frisches g von Tenerife lag mir von Mr. W. White zur Bestimmung vor. Die Art ist außer von Algier auch aus Palästina (Jerusalem in coli. Caradja det. Rbl.) bekannt geworden. Ihre Zugehörigkeit zur Gattung Nymphula ist zweifelhaft. 157. Glyphodes Unionalis Hb. — I, p. 247; III, p. 112; IV, p. 374. Von Hauptmann Polatzek auf Tenerife bei Vilaflor am 19. Juli 'o3 erbeutet. 16 r. ? Phlyctaenodes Praecultalis Rbl. — III, p. in, t. 3, f. 2 (cT). Ein von Mr. White eingesandtes kleines c? von Tenerife schließt die Zugehörig- keit der Art zur Gattung Cjrbolornia fast aus. Auch an diesem Exemplar ist leider die Kopfbeschuppung stark verletzt, dennoch lassen die Reste der Palpenbeschuppung er- kennen, daß nicht die für Cybolomia charakteristische Form vorhanden gewesen sein konnte. Die Stirne fällt schräg ab, mit schwachem konischen Vorsprung, das Palpenend- glied ist verborgen. Auch das Geäder stimmt mit Phlyctaenodes, soweit sich bei mehr- maliger Aufhellung erkennen läßt. Allerdings ist die Flügelform eine viel schmälere, so daß zur endgültigen Entscheidung über die generische Zugehörigkeit noch mehr Material erforderlich ist. Die Abbildung der Art ist viel zu dunkel geraten. Die Grund- farbe der Vorderflügel ist ockergelb, die brandbraunen Querstreifen zeigen einzelne bleiglänzende Schuppen. Kopf und Thorax werden bei dem vorliegenden sehr kleinen Stück (Vorderflügellänge 6-5, Exp. i^mm) durch eine weißliche Mittellinie geteilt. 166. Pyrausta Diffusalis Gn. — Rbl. Cat. ed., III, Nr. 1222. Das Hofmuseum erhielt durch H. Böttcher (Berlin) sechs Stücke dieser für die Kanarenfauna neuen Art in Düten mit der Bezeichnung «Tenerife Oktober». Die Stücke sind sehr klein, hellockergelb gefärbt. Die Art neigt überhaupt bereits im Süden des Mediterrangebietes, z. B. in Syrien zu einer helleren, bräunlicheren Färbung. 172. Noctuelia Desertalis Hb. — Rbl. Cat. ed. III, Nr. 1304. Ein großes frisches cf von Tenerife (Exp. 24 mni) zeigt die Grundfarbe der Hinter- flügel fast rein weiß (coli. W. White '05). Diese für die Kanarenfauna neue Art ist auch aus Algier und Andalusien bekannt. Pterophoridae. 175. Platyptilia Acanthodactyla Hb. — III, p. 115. Ein sehr kleines cf von Tenerife (W. White '05) mit blaßbrauner Grundfarbe zeigt auch auf dem Hinterzipfel der Vorderflügel eine vollständige scharfe, weiße Ante- marginalquerlinie und entbehrt sowohl am Innenrande der Vorderflügel wie an jenem des dritten Hinterflügelzipfels der dicken dunklen Schuppenhäufchen. Nur einzelne schwärzliche Schuppen liegen an den genannten Rändern. Exp. 15 mm. 181. Agdistis Canariensis Rbl. — III, p. 114. Das Hofmuseum erhielt ein frisches cT dieser Art von Tenerife durch Mr. White und ein geflogenes cT von Fuerteventura, wo es Hauptmann Polatzek am 15. Mai '05 erbeutet hatte. Orneodidae. i83. Orneodes Hübneri Wllgr. (Hexadactyla Hb.). — Rbl. Cat. ed., III, Nr. i 4 38. Nach freundlicher Mitteilung von Mr. W. White auf Tenerife (Guimar) von ihm erbeutet und von Sir G. Hampson determiniert. Ich sah kein kanarisches Stück dieser Art. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. 'ij Tortricidae. 192. Cnephasia Longana Hw. — I, p. 265; II, p. 86; III, p. 119. Ein sehr großes, auffallend gefärbtes q von Guimar (Tenerife, W. White '06) zeigt die weißliche Grundfarbe durch dichte ockerbraune Bestäubung fast ganz verdeckt, wodurch die Bindenzeichnung undeutlich wird. Die Hinterflügel sind grau. Vorder- flügellänge n, Exp. fast 24 mm (M. C.). ig3. Conchylis Francillana F. — Flagellana Rbl., III, p. 119. Ein frisches cf von Tenerife, von Mr. White '05 eingesandt, macht es fast un- zweifelhaft, daß die Tenerife-Art zu Francillana F. zu ziehen ist. Oberhalb der unter- brochenen ersten Querlinie liegt am Vorderrande ein flaches braunes Fleckchen. 195. Polychrosis ? Indusiana Z. — Rbl. Cat. ed., III, Nr. 1959. Ein kleines cf von Tenerife (W. White '05) hat jedenfalls große Ähnlichkeit mit der mir in natura unbekannten P. Indusiana von Sizilien, gehört aber wahrscheinlich einer neuen Art an. Kopf bräunlichgrau, am Scheitel weißgrau, Thorax weißgrau, schwärzlich ge- mischt. Fühler sehr kurz, nicht bis */ 2 des Vorderrandes reichend, weißgrau, undeutlich dunkler geringt. Beine und Hinterleib weißgrau. Die Flügel gestreckt und schmal, weißgrau mit olivenfarbigen Querbinden. Das Basalfeld ziemlich breit, nach außen schräg und schwach zackig begrenzt, olivenfarben, im Inneren mit weißlichen Querwellen. Das darauffolgende Band der hellen Grund- farbe ist ziemlich schmal, in der Mitte eingeengt. Die hintere olivenfarbene Mittelquer- binde ist unregelmäßig begrenzt, zeigt auf ihrer Außenseite unter dem Vorderrande einen scharfen Zahn und steht am Innenrande mit einem schwarzgrauen, weißbestäubten Fleck in Verbindung, welcher beträchtlich vor dem Innenwinkel liegt. Ein ganz ähnlicher zweiter solcher Bleifleck liegt im Apicalteile unterhalb der Flügelspitze, etwas weiter saumwärts gerückt als der am Innenrande. Das Saumfeld wird noch vor den Fransen von einer schmalen, olivenfarbigen Binde, die sich gegen den Innenrand verschmälert, begrenzt. Der Vorderrand mit olivenfarbigen, weiß ge- trennten Häkchen. Fransen weißgrau, am Ende bräunlich. Hinterflügel weißgrau, gegen den Saum schwach bräunlich, mit reiner weißen Fransen. Unterseite der Vorderflügel bräunlich, Hinterflügel weißlich. Vorderflügellänge 5, Exp. 1 1 mm. Von P. Indusiana Z. durch das Vorhandensein eines zweiten schwarzgrauen Fleckes (am Innenrande), schwächere Zahnbildung am Außenrande der hinteren Mittel- binde und geringere Größe vielleicht spezifisch verschieden. Von der ebenfalls größeren P. Porrectana Z. sofort durch viel hellere Färbung, namentlich der weißlichen Hinterflügel und Auftreten von Bleiflecken auf den Vorder- flügeln zu unterscheiden. 198. Epiblema spec. Ein minder gut erhaltenes Pärchen von Tenerife (W. White '05) dürfte einer unbeschriebenen Art aus der Decolorana-Gruppe angehören. Sehr klein und sehr hell. Der Vorderrandsumschlag des seimis Band XXL 1906. Toldt Kjun. -.Haar- und StactieHäeid vxm Zaglossus Tat 31. o^' «; ^ ^ Lith.AiLSt.v.'ni.Bajmw;irÜi,Mien. iVraialea des k.k.naturhist.BofiitiLseiaiis Band XXL 1906. Toldt K.JUI1.: Haar- und StadieDdeid von ZagLossus TafHI. Z. a. b. c. d. e. f. g. Ti. i. j. 6. 7. a. b. c. 9. 10. I. p m>MMm.wdB M Sy .-/ LithAist.vThBaraiwartlvWien.. iVraialea des k.k.naturhist.BofiraLseijmis Eand^XXI. 1906. Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. Von Dr. Anton Heimer l. Mit i Tafel (Nr. IV). Als ich in den jüngstvergangenen Wochen behufs Bearbeitung der von v. Wett- stein und Schiffner auf ihrer südbrasilischen Reise (1901) gesammelten Xyridaceen die in den Sammlungen des Wiener Hofmuseums enthaltenen Vertreter dieser Familie zum Vergleiche heranzog, machte ich bald die Wahrnehmung, daß insbesondere unter dem südamerikanischen Materiale dieser berühmten Sammlung mancherlei vorhanden sei, das des näheren Studiums wert wäre. Herr Kustos Dr. A. Zahlbruckner, der mit gewohnter Liebenswürdigkeit die reichen Mittel der ihm unterstehenden Sammlungen zugänglich machte, gab nun die Anregung zu einer Durcharbeitung des erwähnten Pflanzenmateriales und so kam es zur Ausführung der vorliegenden kleinen Arbeit, welche als Beitrag zur Kenntnis der Arten von Xyris und deren geographischer Ver- breitung vielleicht nicht ganz unwillkommen sein dürfte. Als Grundlage für Anordnung, Synonymik, Artbegrenzung usw. benütze ich die treffliche Arbeit von Nilsson, «Studien über die Xyrideen» (in: Kongl. Svenska Ve- tenskaps-Akademiens Handlingar XXIV, Nr. 14 [1892]), welche gleichsam ihre Fort- setzung in mehreren ebenso gründlichen Studien Malmes hauptsächlich über die brasilischen Xyrideen (zumeist veröffentlicht in: Bihang tili Kongl. Svenska Vetenskaps- Akademiens Handlingar XXII, XXIV und XXVII) gefunden hat. Xyris L. A. Eu xyris (Endlicher) Nilss. emend. 1. Xyris macrocephala Vahl cc maior (Martius) Nilss., I. c. 3o. Prächtige, fruchtende Exemplare mit über 3 dm langen und 8 mm breiten Blättern, mit gegen 6 dm hohen Fruchtschäften, bis 28 mm langen und gegen 16 mm breiten Ähren liegen aus Columbien, Llano de St. Martin, La Quebradita, von Karsten gesammelt, vor. Die Pflanze trägt reichlich Früchte: Kapselklappen 5-5 mm lang mit deutlich am Fruchtgrunde etwas zusammenhängenden Plazenten, ungleich breit, zwei schmäler (3 nun), die dritte breiter (4 m?«); Same (gegen 1 mm lang) durch zierliche, etwas entfernt stehende Längslinien regelmäßig längsstreifig. Sepalen 6?nm lang, auf dem kräftigen Rückenkielflügel mit rotbraunen Härchen dicht, fast bürstenähnlich besetzt. Von dem bekannten Fundorte Bahia besitzt die Sammlung ein Exemplar von Salz- mann (leg. «in paludibus»). Annaien des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXI, Heft 2, 1906. 6 02 Dr. Anton Heimerl. 2. Xyris communis Kunth; Nilsson, I.e. 32. Ich führe diese als gesonderte Art auf, da sich die von Nilsson angegebenen Unterscheidungsmerkmale von X. macroeephala bei dem vorliegenden Materiale zu- meist als verläßlich gezeigt haben. Liegt (neben Stücken von bekannten Fundorten) vor von: Trinidad; Britisch -Guyana, Pirara etc. leg. Schomburgk (Nr. 3o5); Fran- zösisch -Guyana, Mana, leg. Sago t (Herbar Sagot 607); Niederländisch-Guyana, Paramaribo, leg. Weigelt; Brasilisch-Guyana «secus Rio Negro, inter Barcellos et San Gabriel», leg. Spruce (sub «X.subulata» Nr. 1956), prope San Gabriel da Cacho- eira ad Rio Negro, leg. Spruce (Nr. 23i3); Brasilien, Para «in paludibus insulae Colares», Pöppig (2952 et 3oi8 J ); vom bekannten Fundorte Bahia liegen Exemplare von Blanchet (Nr. 2444) vor. Die Köpfchen der von Spruce unter Nr. 1956 ausge- gebenen Pflanze sind bloß 8 mm lang und 7 mm breit, die kleinsten von allen; die Stücke von Schomburgk (Nr. 305) haben ganz schmale, nur imm breite, bis 22cm lange, grasähnliche Blätter. Die Kapselgröße schwankt zwischen 3-5 und 5 mm, diejenige der Sepalen zwischen 4 und 5 mm\ am Rücken sind diese gegen die Spitze zu gekielt geflügelt, gezähnt und entweder fast kahl oder wie bei den Exemplaren von Trinidad anliegend (bei diesen rotbraun) behaart. Grisebach dürfte bei seiner Angabe von X. communis für Trinidad (Flora Brit. W. India 525) nicht diese Art gemeint haben, da er den Kiel der Sepalen «villous ciliate above» nennt und das Bild aus der Flora Brasil. XV, Tab. 29 zitiert, welches die Var. maior der X. macroeephala vorstellt. 3. Xyris flabelliformis Chapman; Nilsson, 1. c. 34. Nilsson stellte es I.e. als nicht unmöglich hin, daß diese Art eine Abolboda wäre, was er aber nicht sicherstellen konnte, da ihm nur fruchtende Stücke zur Verfügung standen. Ich untersuchte in dieser Hinsicht ein Köpfchen der schönen von Tracy unter 7505, Fort Morgan, Ala ausgegebenen Exsikkaten. Das Köpfchen war, ähnlich wie bei X.subulata Ruiz et Pavon, nur zweiblütig: zuerst ein Paar steriler Brak- teen, dann ein Paar fertiler, hierauf wieder ein Paar kleinerer und zarterer Brakteen, wohl mit je zwei hyalinen Sepalen, aber ohne weitere Blütenteile. Die Blüte erwies sich ganz nach dem für die Gattung Xyris geltenden Plane gebaut: zarte, mit wenigen, aber ziemlich langen Haaren versehene Staminodien, ein dreiteiliger Griffel, gelbe Te- palen usw. Auch der Blattbau paßt ganz auf den der Xyris- Arten und es wäre höchstens die Dünnwandigkeit der Epidermiszellen, die geringe Differenzierung des Mesophylles, endlich die ganz unbedeutende Sklerenchymbildung um die Blattnerven (nur die Rand- nerven haben eine bemerklichere) anzuführen. 4. Xyris aneeps Lamarck; Nilsson, 1. c. 37. Liegt im Wiener Hofmuseum von der Komoreninsel Mayotte von Boivin gesammelt (1846 — 48) vor; die vier schönen Stücke gehören zu den größten, welche mir von dieser Art vorkamen: Schaft bis j3 etn hoch und bis 3 mm breit; Blätter bis über \icm lang (Ende abgebrochen!) und fast 10 mm breit; Köpfchen bis 10 mm lang und breit. Es kann kein Zweifel sein, daß es derlei besonders kräftige Exemplare sind, worauf Steudel in der Synopsis plant, glumao, II, 288 die X. insularis gründete, zudem er seine neue Art als von demselben Finder, Boivin, auf Madagaskar und den Komoren gesammelt angibt. Von Stücken aus Brasilien erwähne ich in Ceara aufgesammelte, leg. Huber, und dann die ohne näheren Fundort von Burchell (Catalogus Geographicus Plantar. T ) Unter dieser Nummer wurde zumeist X. paraensis Pöppig verteilt. Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. 63 Rrasiliae Trop. n° 9569) verteilten; von dem bekannten Fundorte Bahia liegen Salz- mannsche Exemplare («in subinundatis»), von Cayenne ein Aubletsches Original- exemplar («ded. Richard») vor. B. Nematopus Seubert; Nilsson, 1. c. 43. 5. Xyris subulata Ruiz et Pavon; Nilsson, 1. c. 45. Die Sammlung des Wiener Hufmuseums besitzt neben den verbreiteten Lechler- schen Exsikkaten, worin die Pflanze bekanntlich zweimal, das einemal unter Nr. 2598 mit dem richtigen Namen, das anderemal unter Nr. 2248 als «Schismaxon distychioides Steudel» ausgegeben wurde, auch ein Exemplar der von Nilsson, 1. c. 45 aufgestellten und auf Tab. II, Fig. 4 abgebildeten Var. macrotona aus Ecuador (ohne nähere Fund- ortsangabe!), das von der bei Nilsson gegebenen Beschreibung durch auf der ganzen Fläche quer rugulose, bis 1 mm breite Blätter, bis 18 cm langes Scheidenblatt des Schaftes, endlich durch nicht dunkle, sondern hell kastanienfarbige, sterile Brakteen der Ähre (die anderen fehlen!) abweicht. Mit den erwähnten Lechlerschen Exemplaren teilt diese Pflanze das Merkmal der am lang verschmälerten Ende fast gestutzten, an den hellbraunen Scheidenrändern wimperig-haarigen Blätter; das Bild der X. subulata bei Ruiz et Pavon (Flora Peruv. I, 46, Tab. 71, Fig. 6) stellt freilich scharf nadelig zugespitzte Blätter dar, aber die Originalexemplare, welche mir durch die Liebens- würdigkeit der Direktion des Herbars Bar bey-Boissier zum Vergleiche zugesendet wurden (6 Stücke in trefflicher Erhaltung), haben genau die erwähnten, am Ende fast gestutzten Blätter, stimmen überhaupt mit den Lechlerschen Exsikkaten mit Aus- nahme ihres höheren Wuchses in allem Wesentlichen überein; ich komme hierauf übrigens noch zurück. In der Wiener Sammlung liegt in einem Exemplare eine verwandte, aber doch zu sondernde Pflanze von einem neuen Fundorte: Bogota, Columbien, leg. Goudot {«X. subulata») vor. Sie stellt eine unbeschriebene Varietät der X. subulata vor, die ich als var. acutifolia bezeichne und so kennzeichne: folia linearia, leviter torta, longe attenuata, acutissima, usque ad 8 cm lg. et 1 mm lt., in omni lamina dense et tenuissime (sed bene conspicue) rugulosa, utroque in margine minutissime scabridata, vagina saturate rufobrunnea, nitida, usque ad 3 cm lg., in margine calva; scapus 14 — 15 cm lg-, f. 1 mm crassus, vagina 8 cm lg., inferne rufobrunnea instructus, in- primis sub spica fuscus et asperulatus; spica ad 6mm lg., 5 mm lt., subturbinata, bracteis 2 infimis ad S'^mm lg., ovatis, obtusiusculis, alteris cum his decussatis ad 4'$mm lg., ovato-ellipticis, acutiusculis, sequentibus florigeris ad 6' 5m lg., ellipticis, obtusatis, omnibus fuscis, non v. vix nitidulis, in margine vix v.paululum solum pal- lidioribus; sepala lateralia bractearum fulcrantium longitudine, angustius lanceolata, subaequilata, acutiuscula, carinata, carina atrobrunnea, vix alata; Capsula oblongo- ellipsoidea, 4-5 mm lg., i'^mm lt., in apice styli basin paulum incrassatam gerens. Offenbar hat unsere Varietät auch nahe Beziehungen zu der bei Nilsson, I. c. 46, beschriebenen und auf Taf. II, Fig. 2, abgebildeten X. stenophylla, die, wie aus der Beschreibung (und Zeichnung) hervorgeht, sich besonders durch viel längere, zu- gleich aber schmälere Blätter, durch heller gefärbte, öfter gewimperte Blattscheiden, durch doppelt so hohen Schaft mit unterwärts ebenfalls hellbraun gefärbter Scheide, durch doppelt so lange als breite, also relativ schmälere Ähre mit elliptisch-verkehrt- eiförmigen, glänzenden, äußeren Brakteen, endlich durch ± geflügelten Kiel der Se- palen und oben verschmälerte Kapsel unterscheidet. 6* 64 Dr. Anton Heimerl. Vielleicht ließen sich die besprochenen Formen in folgender Weise übersichtlich zusammenfassen: f f. normalis m. ( var. typica m. ..... \ . , X. subulata , M , l f " bre ™ c «P« m - ' var. macrotona Nilss. Ruiz et Pavon (X. stenophylla I var. acutifoha m. >■ < , T ., v Nilsson. Zur Var. typica rechne ich, neben den Ruiz- und Pavonschen Originalen 1 ), die Lechlerschen Exsikkaten, die alle übereinstimmen: in den 25 — 50771m langen, 1 mm (höchstens am Scheidenteile bis 2 mm) breiten, am Ende gestutzten, oft sichelig ge- krümmten oder einseitig gebogenen, hellbraun bescheideten und am Scheidenrande ge- wimperten, nur auf dem inneren Rande rauhen, sonst glatten, genervten Blättern, in dem feinen, kaum 3 l^77ti7i dicken Schafte (der bei der f. normalis, d. i. den Originalen von Ruiz und Pavon, die Blätter bis um das Fünffache [bis 16 cm lang], bei der f. bi-eviscapa, d.i. den Lechlerschen Exsikkaten, nur wenig überragt), in den kleinen, 5 — 6 mm langen und zur Blütezeit 3 — 4 mm breiten Köpfchen, endlich in den ziemlich flachen Sepalen, welche fast den sie stützenden Brakteen gleichen, 5—6 m lang, lanzett- lich, kaum unsymmetrisch und kaum gekielt sind. Die Blattanatomie zeigt bei mancher Übereinstimmung ausgesprochene Ver- schiedenheiten. Die Var. acutifolia m. hat Epidermiszellen, deren Außenwände stark verdickt sind, wobei diese verdickten Wandpartien von sehr kleinen, grünlichgelben Körnchen dichtest (mit Ausnahme der äußersten unter der Kutikula liegenden Schichte) erfüllt sind; Zellinhalt aller Epidermiszellen lebhaft rotbraun. Die an den Seitenrändern des Blattes liegenden Epidermiszellen mit besonders stark vorgewölbten Außenwänden — das Blatt ist daher an beiden Seitenrändern rauh. Im Mesophyll liegen sieben Nerven, von einer größtenteils einschichtigen Lage von Sklerenchymzellen umgeben; die Rand- nerven sind nicht ganz gleich, der eine ist größer, im Querschnitte ungefähr dreieckig mit drei (± zusammenfließenden) Gefäßbündeln, der gegenüberliegende kleiner, mehr rundlich und (wie die übrigen Nerven) mit einem Gefäßbündel. Die von mir der Var. 7iiacrot07ia Nilss. zugerechnete Pflanze hat Epidermiszellen, die nur selten rotbraunen Inhalt führen, allseits ziemlich gleich, mäßig stark verdickt sind, sich aber unter- einander dadurch sehr unterscheiden, daß die an der nach innen gekehrten Blattkante liegenden Zellen bedeutend verlängert sind und fast papillenartig vorspringen — daher die einseitige, rauhe Blattberandung; die in den Außenwänden bei Var. acutifolia vor- kommenden kleinen Körnchen fehlen. Im Mesophyll liegen zwei ziemlich gleiche Rand- und sechs Mittelnerven, die ersten mit ungefähr 2 — 3 schichtiger, die letzten mit zumeist einschichtiger Lage von Sklerenchymzellen; alle Nerven mit je einem Gefäß- bündel. Bei der Var. typica m. endlich findet sich bei den von Lechler unter 224s 2 ) ausgegebenen Stücken eine der von Var. 77iac7~ot07ia Nilss. ähnliche Ausbildung der Epidermiszellen, die allerdings stärker verdickte Außenwände (bei kleineren Zellen) zeigen, ein ähnliches papillöses Vorspringen der Zellen an einem Blattrande, hin und wieder rotbrauner Zellinhalt; im Mesophyll nur 5 — 6 Nerven, von denen der dem J ) Vielleicht sind folgende, den Originalen entnommene Maßangaben nicht ganz wertlos: Blüte ausgebreitet bis 5 mm im Durchmesser; Staminodien bibrachiat, zierlich und dicht pennizillat, fast 1 mm lang; Stamina im freien Teile 2 mm lang, mit breitem Konnektiv und 0*5 mm langer Anthere; Griffel- äste etwas über 1 mm lang, leicht verdickt. 2 ) Bei den sonst übereinstimmenden Lechlerschen Exsikkaten 2598 treten in der Außenwand der Epidermiszellen Lagen von denselben Körnchen wie bei der Var. acutifolia m. auf. Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. 65 äußeren Blattrande zugekehrte als kräftiger, eine mehrschichtige Sklerenchymscheide führender Randnerv auftritt, während der entsprechende Nerv des inneren Blattrandes scheinbar fehlt, da er vom Rande des Blattes weg ± seitlich abgerückt und schwächer ausgebildet ist; alle Nerven mit einem Gefäßbündel und (vom Randnerv abgesehen) mit mäßiger Sklerenchymscheide. Hiervon weicht der Querschnitt des Blattes der Ori- ginale von Ruiz et Pavon etwas durch das völlige Fehlen des rotbraunen Inhaltes in den Epidermiszellen sowie durch die deutlichere Ausbildung des inneren Randnerven ab, der eine ansehnlichere Sklerenchymscheide zeigt. Berücksichtigt man nun die gewiß nahe Verwandtschaft aller verglichenen Formen, so kommt man zu dem Ergebnisse, daß — wie wohl nicht anders zu erwarten ist — auch die der Blattanatomie entnommenen Kennzeichen beträchtlichen Schwankungen ausgesetzt sind, die sich in unserer Formenreihe in der recht verschiedenartigen Ausbildung der Epidermis- zellen, in dem Auftreten oder Fehlen eines rotbraunen Zellinhaltes in ihnen 1 ) sowie von Körnchen in deren äußeren Membranschichten, in dem größeren oder geringeren Grade von papillösem Vortreten der Randzellen, in der Zahl der Blattnerven und deren Gefäßbündel, in dem beiderseitigen oder einseitigen Auftreten von Randnerven, endlich in der größeren oder geringeren Mächtigkeit der Sklerencbymscheiden um die Nerven ausspricht. Als gemeinsame Merkmale unserer Formengruppe könnten angeführt werden: das Fehlen von subepidermalen Sklerenchymsträngen an den Blatträndern, die Beschränkung der papillenartig besonders stark vorspringenden Gruppen von Epider- miszellen auf die Randpartien der Blätter, die Anordnung der Nerven in oder zu beiden Seiten einer Ebene, die geringe (bis fehlende) Differenzierung des Mesophylls in ein mehr großzelliges, chlorophyllärmeres (bis freies), die Mitte einnehmendes Gewebe und ein mehr kleinzelliges äußeres Assimilationsgewebe, endlich die zumeist nur ein Gefäßbündel führenden Blattnerven. Die Palisadenzellen unter der Epidermis sind nicht sehr ausgesprochen. 6. Xyris Wawrae m. — Syn. Xyris tortula f. r ob u st a Szyszylowicz! in: Beck, Itinera principum S. Coburgi 94; Nilsson, 1. c. 46. — Tab. IV, Fig. 7 — 8. Die Sammlung des Wiener Hofmuseums besitzt die schönen von Wawra am Itatiaya («feuchte Stellen an der Basis des Kegels»; Exsikk. Nr. 411) gesammelten Ori- ginalexemplare; sie erscheinen mir von X. tortula so verschieden, daß ich auf sie eine neue Art gründe und dem Finder zu Ehren benenne, da leider der von Szyszylo- wicz gegebene Name (des Bestehens von X. robusta Mart. wegen!) nicht verwendet werden kann. Planta robusta, dense caespitosa, pluriscaposa, basi vaginis emortuis circum- data, in habitu ad X. tortulam Mart. acccdens; folia erecta, rigida, plana, anguste linearia, eximie spiraliter torta, superne solum acuminata, acutiuscula ad acuta, glabra, griseo-viridia, frequenter sat tenue nervata, inprimis basin versus minutissime rugulosa, in margine inferiore (versus scapos spectante) minute scabridulata ibique distinctius brunneo marginulata, 20— 32 cm lg., i'5— 2-5 mm lt., basi in vaginam quam lamina usque f. duplo latiorem, 4' 5— 6 cm lg., in margine haud v. vix mevxbranaceam, glabram, saturate rufobrunneam, solum in facie inferiore nitidam, extus opacam subsubito dilatata; scapus 45 — 64 cm altus, folia ad duplo superans, teretiusculus, glaber, validus, basi vagina 11 — 14 cm lg., aphylla, in apicem excurrente (parte l ) Dieselbe Veränderlichkeit in der Menge von rotbraunen Stoffwechselprodukten, die in den Epidermiszellen abgelagert werden, habe ich schon vor einiger Zeit für die Gattung Boerhaavia nach- gewiesen. (Vgl. Annuaire du Conservatoire etc. de Geneve, V, 187). 66 Dr. Anton Heimerl. libera 2 — 3 cm lg.), basin versus rufobrunnea ibique nitida instructus; spica sub- globosa 11 — 12 mm lg., 8 — 10 mm lt., pluriflora, atra, bracteis f. conformibus, in- fimis solum brevioribus et magis ovato-lanceolatis, ceteris late ovatis, usqne 6- 5 mm lg. et 5- 5 mm lt., antice rotundatis v.obtusissimis, f. concoloribus, atrobranneis adfuscis, in margine v. vix v. paulum pallidioribus, ibique integris denique solum irreguläre hinc inde laceratis, paulum nitentibus instructus, area (in bracteis inferioribus ± in- conspicua) subconspicua, striaeformi ad anguste lanceolata, parva, ad 2mm lg., pal- lidius brunnea, ± distincte punctulata; sepala lateralia libera, eximie asymmetrica, una facie f. reducta, q. altera ad 3plo angustiore, ad 6 mm lg., circiter naviculacea, anguste lanceolata, antice obtusiuscula, anguste carinata, carina aliformi, superne paulum scabridulata, ceterum glabriuscula ; stamina antheris localis subparallelis, filamentum paulo super antibus, r$ mm lg.; staminodia bibrachiata, brachiis peni- cillatis, ad 3 mm lg., stamina paulum superantibus; Capsula ad 4mm lg., obovoideo- elliptica, styli rudimentum incrassatum apice gerens; semina /*5 mm lg., subfusi- formia, rufa, tenuissime striatula. Brasilia, in locis humidis ad montem Itatiaya, leg. Dr. H. Wawra. Unter- scheidet sich von der verwandten X. tortula Mart., die nach Malme (Bihang etc. XXII, Afd. III, Nr. 2, p. 14) auch bis 50 cm hoch, mit bis 28 cm langen, ungefähr 1 nun breiten Blättern, 6 — 9 mm langer und 4 — 6 mm breiter Ähre vorkommt, durch am Grunde un- gewimperte, bis mehr als doppelt so breite Blätter, fast kugelige, ziemlich reichblütige, größere Köpfchen und ganz besonders durch die mit deutlicher Area versehenen Brak- teen. Die verglichenen Originale von Martius und Pohl (X. spiralis) sind, von den kleineren Abmessungen abgesehen, überdies an den armblütigeren, mehr länglichen Köpfchen mit hellbraunen, glänzenden Brakteen sofort zu unterscheiden. Dem Bau des Blattes nach gehört unsere Art nach dem bei Nilsson, 1. c. 17 entworfenen Schema in die Abteilung I von A, welche die Arten mit in einen abgeflachten Kreis gestellten, zumeist je drei Gefäßbündel führenden Nerven umfaßt, und hierunter wieder zu denjenigen Arten, die mit markähnlichem Mittelgewebe versehen sind, sich aber neben anderem leicht durch die größere, scharf umgrenzte Area der Brakteen unter- scheiden. Von sonstigen Eigentümlichkeiten des Blattbaues wäre noch anzuführen, daß die marginale Seite der Blattfläche am Querschnitte durch das einseitige Vortreten und die Erfüllung der Epidermiszellen mit rotbraunem Inhalte auffällt; sonst führen die Epidermiszellen nur stellenweise derartige Inhaltskörper. 7. Xyris eriophylla Reichenbach. Die Sammlung des Wiener Hofmuseums besitzt ein schönes, von Pöppig ge- sammeltes und mit der Etikette: «.Xyris vaginata Spr.? Flora Amazon. Rarissime inter X. americana 1 ) lecta. Colares. Maio i832» versehenes Exemplar; der erste Fundort in Brasilien. Das Exemplar gleicht völlig den in derselben Sammlung befindlichen Originalen Reichenbachs (als deren genauerer Fundort daselbst Paramaribo an- gegeben wird). Diese Art wird von Nilsson, 1. c. 27 zur Sektion Euxyris gerechnet, was mir schon deshalb unerklärlich ist, weil einerseits im Widerspruche hierzu auf p. 16 bei Gelegenheit der Epidermiswellung bemerkt wird, daß diese nur den Arten der Sektion Nematopus zukommt und dann auch mehrere Arten dieser Sektion (darunter auch X. eriophylla Reich enb.) als Beispiele angeführt werden, anderseits weil ja schon ') Darunter ist, wie die betreffenden Pöppigschen Exsikkaten zeigen, die A*. communis Kunth gemeint! Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. 67 Kunth in der Enumeratio plantarum IV, 4 eine treffliche Beschreibung der Kapsel gibt («Capsula . . . incomplete 3 locularis, 3 valvis; valvis hyalino-albidis, medio septi- feris; placenta centrali, libera, filiformi . . . semina in funiculis longiusculis, apice in- crassatis . . .») und die Art in seine 1. Sektion, d. i. in die Verwandtschaft von X. arescens Kth., X. rupicola Mart., X. blepharophylla Kth. usf. stellt. Eine vorgenommene Nachuntersuchung bestätigt mir vollkommen die Richtigkeit den Kunthschen Angaben; bei der reifen Kapsel bleiben im Zentrum — ganz wie sonst in der Sektion Nematopus die Samen mit ihren Funiculis, eine Art Mittelsäule bildend, stehen und die drei Klappen der Fruchtwand lösen sich hiervon loculicid ab, wobei sie in der Mitte die hyaline, zarte Trennungswand, aber keine Samen tragen. 8. Xyris savannensis Miquel; Nilsson, 1. c. 53. Liegt neben den bekannten Fundorten auch aus Columbien, «Llano de St. Mar- tin, Rio Meta, leg. Karsten» auf; die Stücke gehören, wie die von Tamberlik («Bra- silia occid.») gesammelten, der typischen Form an. 9. Xyris guianensis Steudel; Nilsson, 1. c. 55, Tab. VI, Fig. 4. Zur Diagnose dieser aufSchomburkgs Aufsammlung in Britisch-Guiana(Nr. 1 058) gegründeten Art, welche durch Nilsson, 1. c, eine den jetzigen Anforderungen ent- sprechende Charakteristik erhielt, kann, da die Stücke des Wiener Hofmuseums reife Früchte besitzen, eine kleine Ergänzung gebracht werden: Capsula ad 2-5 mm lg., quam sepalis duplo brevior, breuiter ellipsoidea; semina subnumerosa, ad 0-5 mm lg., circ. ellipsoideo-fusifonnia, saturate rufobrunnea, testa lineis prominentibus, luteo-niten- tibus laxe reticulata. Dieselbe Art liegt auch von einem noch unbekannten Fundorte, und zwar aus dem Grenzgebiete von Columbien und Venezuela von Sprue e ge- sammelt auf («Abolboda Aubletii?, prope Maypures ad flumen Orenoco, Junio 1854 Nr. 3729»), und zwar in Stücken, welche durch am äußeren Rande der Fläche kurz gewimperte, später aber verkahlte Blätter etwas abweichen. Der Blattbau bietet einiges Bemerkenswerte; ich will ihn für die Blätter der Sprue eschen Stücke schildern. Das Blatt erscheint aufgeweicht braunrot und von scharf abgesetzten hellen Rändern eingefaßt; die Fläche zeigt undeutliche Nerven und zierlich in Längsreihen stehende, punktförmige Spaltöffnungen, aber keine Rauheiten. Der mikroskopische Befund ist dadurch auffallend, daß die beiden erwähnten hellen Blatt- ränder sich im Baue von dem übrigen Gewebe sehr auszeichnen. Während die übrigen Epidermiszellen mäßig verdickte Außenwände besitzen und den bekannten rotbraunen Inhalt führen, werden die Blattränder von Sklerenchymsträngen mit ungemein ver- dickten Zellen eingenommen und von einer Epidermis bekleidet, welche ganz den dar- unter liegenden Sklerenchymzellen gleicht, sich daher auch scharf von den Epidermis- zellen der Blattfiächen unterscheidet. Im Mesophyll trifft man eine Lage von Pali- saden- und eine unscheinbare mittlere Lage von Schwammzellen; die in einer Reihe liegenden (8) Blattnerven führen je ein Gefäßbündel und zeigen nur schwach verdickte Sklerenchymscheiden. Im wesentlichen stimmt mit diesem Befunde auch der Blattbau der Schomburgkschen Stücke überein; da aber hier die Sklerenchymstränge an den beiden Blatträndern selbst bräunlichen bis bräunlichgelben Ton zeigen, so erscheint auch das aufgeweichte Blatt gleichmäßig schön rotbraun ohne andersfarbige Berandung. Die Nerven sind zahlreich und zwischen den größeren, in einer Ebene liegenden er- scheinen noch 1 — 2 kleinere; das Gewebe der Blattmitte ist besonders großzellig. Ich war anfangs der Meinung, daß Grisebachs X. americana (Flora of Brit. W. India 526) vielleicht mit X. guianensis Steudel zusammenfiele. Mein verehrter 68 Dr. Anton Heimerl. Freund Dr. Stapf war so liebenswürdig, die in Kew befindlichen Originale 1 ) Grise- bachs mit den Exemplaren von Spruce und Schomburgk zu vergleichen und teilte mir mit, daß Grisebachs X. americana von den genannten Exsikkaten ganz und gar verschieden ist und schon durch die haarfeinen, borstlichen Blätter allein sehr abweicht (womit auch die Angabe bei Grisebach, I.e., «leaves setaeeous-filiforms» stimmt). Auch über X. americana Aublet selbst war Dr. Stapf ebenfalls in der Lage, mir Mit- teilungen zu machen; das British Museum besitzt nämlich zwei Originale von dieser ganz rätselhaften Pflanze, die von Dr. Stapf selbst eingesehen wurden. Sie weichen durchaus von der von Grisebach dafür gehaltenen Pflanze ab, die wahrscheinlich eine noch unbeschriebene, neue Art bildet. Aublets Originale bestehen (nach Dr. Stapf s Mitteilungen) aus zwei Pflänzchen: das eine ist ohne Köpfchen, das zweite hat ein schlecht erhaltenes; Blätter und Köpfchen auffallend lichtgrün, nur die Spitzen der Brakteen und Sepalen dunkler. Vielleicht doch eine Abolboda? Albolboda Poeppigii Kunth, die ich jüngsthin im Wiener Hofmuseum in den prächtigen Pöppigschen Stücken sah, möchte leidlich auf diese Angaben passen. Sehr bemerkenswert ist noch eine von Dr. Stapf übermittelte Notiz, daß die echte X. americana Aublet im British Museum auch noch in einem von Alexander Anderson um Demerara (Brit. Guiana) gesammelten Stücke aufliegt. 10. Xyris calcarata n. sp. — Tab. IV, Fig. i — 3. Ex affinitate X. cristatae Nilsso n; folia disticha, plana, linearia, non torta, sursum attenuata, acutiuscula, ± oblique submucromilata, glaberrima, rufobrunnea et in superficie paulum glaucescentia, plurinervata, laevia, nee rugnlosa nee in mar- gine scabridata, rix marginata, 20 — 22cm lg., 3 — 4mm lt., inferne in vaginam in- primis basin versus saturate rufobrunneam, 5 — 8 cm lg., in margine anguste mem- branaceam, rix nitidam, glabram complicata ; scapus 3^ — 65cm altus, rigidus, folia valde superans, distinete sed leviter aneeps, marginatus, glaber, sublaevis, basi Va- gina ad 20 cm lg., in apicem foliaceum excurrente, basin versus intense rufobrun- nea, vix nitida instruetus; spica subglobosa, ad 10 mm lg., 9 mm lt., pluri- sed haud multiflora, bracteis duabus infimis oppositis, spicam fulcrantibus eximia for- matione: ovato oblongis, in dorso apicem versus crista firma, eultriformi, griseo- brunnea, acute prominente et supra apicem bracteae producta quasi calcaratis, cal- caribus inier se ± inaequilongis, uno e bractea infima Oriente q. altera (e bractea sequente) ad duplo longiore , usque 4 mm lg., cum apice subspinescente spicam aequante ad subsnperante, bracteis ceteris late ellipticis, antice subrotundis, superiori- bus inprimis magis obovato-ellipticis, ad 6 — 8 mm lg., 4. — $mm lt., antice obtusatis ad paulum acutiusculis, brunneolis v. apud super iores inprimis marginem versus pallidioribus ad viridulis, integris, paulum nitidulis, in margine apicali dense fim- briatis, ceterum glaberrimis, area angusta, 2-5 — 4mm lg., oblonga ad lanceolata, griseobrunnea v. magis ruft, leviter prominente, minutissime rugulosa instruetis; sepala lateralia libera, inaequilata, 6-5 mm lg., angustius lanceolata, acutiuscula, carinata, carina angustius alata et inprimis superne dense rufo-tomentelhx; stamina antheris lobis subparallelis, 2-5 mm lg., filamentum superantibus; staminodia longe penicillata. In Brasilia occidentali leg. Tamberlik. Diese ausgezeichnete Art findet nur in X. cristata Nilsson, I.e. 56, Tab. III, Fig. 5, ein Seitenstück, unterscheidet sich aber leicht durch die viel längeren und *) Im Besitze der Universität Göttingen dürfte die Pflanze im Herbare Grisebach auch ent- halten sein; meine dahin gerichtete Bitte blieb aber unbeantwortet. Über einige Arten der Gattung Xrris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. 6g breiteren, am Rande glatten Blätter, den kahlen, viel höheren Schaft, die mit einem messerartig vortretenden, in eine spornartige Verlängerung ausgehenden Rückenkamme versehenen beiden untersten Brakteen, den fehlenden Rückenkamm der übrigen Brak- teen, welche am nicht zerschlitzten Vorderrande gefranst sind, die rostrot filzigen Se- palen usw. Was den Blattbau anbetrifft, so gehört er ziemlich gut dem von Nilsson, I.e. 18 unter B, i angeführten Typus an: Nerven in einer Ebene liegend und in der Mehrzahl mit mehreren (bis zu 4) Gefäßbündeln. Alle Epidermiszellen mit rotbraunem Inhalte, dünnen Seiten- und Innen-, dagegen stark verdickten Außenwänden, welche gleich unter der Kutikula eine Lage einer gelblichen, sehr feinkörnigen Substanz führen. Nerven mit ansehnlicher sklerenchymatischer Umscheidung; die beiden Randnerven mit drei in eine mächtige Sklerenchymmasse eingebetteten Gefäßbündeln. 11. Xyris Zahlbruckneri n. sp. — Tab. IV, Fig. 9 — 12. Affinis cum X. ciliata Thunbg. (X. restiacea Mart., X. strobilifera Kunth) 1 ); plantae basis vaginis breviter foliigeris, infra valde dilatatis, ibi fuscis inque margine basali setuloso-ciliatis circumdata; folia plana, linearia, vix v. leviter torta, rigida, sensim superne angustata, acuta, glabra v. in margine infra minute setulosa, lute- scenti-viridia, ± inconspicue nervata, eximie (sed minute) ruguloso-scabridata, non marginata, 2i-$—3S'5cm Ig., 2— 3' 5 mm lt., ad j—gem complicata, in complicationis margine breviter ciliata, ima in basi modice ampliata et fuscescentia; scapus 58 — 75 cm altus, folia ultra duplo superans, f.teretiusculus, vix v. indistinete angulatus, glaber, rigidissimus, ut folia densissime ruguloso-scabridatus, basi vagina aphylla, I0 — 16 cm lg., laeviuscula, infra brunneola instruetus; spica oblongo-ellipsoidea ad cylindrica, 18 — 32 mm lg., 9 — 10 mm lt., strobilacea, basi brevius attenuata, multi- flora, bracteis f. conformibus, ad 7 mm lg. et 5 — 6mm lt., latissime obovato-orbicu- latis, planiusculis, antice late rotundatis ad subtruncatis, paululum sed distinete apice emarginatis, hinc inde in emarginatura apiculo minuto auetis, subconcoloribus, su- perioribus pallidius, ceteris saturate rufobrunneis ad castaneis, coriaeeis, in margine nee hyalinis nee laceratis, paulum sericeo nitentibus, glaberrimis, ecostatis, area nulla; sepala lateralia libera, eximie inaequilata, una facie ad duplo q. altera latiore, ad 7 mm lg., anguste lanceolata, antice obtusiuscula, argute carinata, inprimis superne dense fimbriato-lacerata ; staminodia penicillata; Capsula ad 4-5 mm lg. et 2 mm lt., oblongo-obovoidea, styli rudimentum incrassatum apice gerens. In Brasilia occidentali leg. Tamberlik. Von verwandten Arten kommt wohl in erster Linie X. ciliata Thunbg. in Be- tracht; diese unterscheidet sich aber leicht durch breite, viel kürzere, ganz anders ge- staltete, am Ende mit ± schiefer Stachelspitze versehene, dicht gewimperte Blätter, durch den oberwärts zweischneidigen und an den Kanten wimperhaarigen, niedrigeren Schaft, endlich durch verkehrt eiförmige, vorn gerundete, nicht ausgerandete und am Rande undeutlich gezähnelte, dunklere Brakteen. X. metallica Klotzsch stimmt in den Brakteen mit der vorigen Art überein und weicht überdies durch die armblütigen, mehr rundlichen Köpfchen mit linear-spatelförmigen Sepalen beträchtlich ab. Eine dritte, ebenfalls zapfenförmige Blütenstände besitzende Art lernte ich im Herbare des Wiener Hofmuseums als X. Baumii Nilsson (aus Afrika) kennen; sie unterscheidet sich aber leicht durch kleine runde Brakteen und rostrot filzige Sepalen. Was den Blattbau an- betrifft, so macht sich schon beim Herstellen der Querschnitte die bedeutende Entwick- lung des mechanischen Gewebes fühlbar, das die Hauptmasse der ziemlich zahlreichen, l ) Vgl. hierzu Nilsson, I.e. 58. 70 Dr. Anton Heimerl. in einer Ebene angeordneten Nerven bildet, von denen die schwächeren i, die stärkeren i — 3 (selten 4) Gefäßbündel führen; gesonderte Sklerenchymstränge fehlen. Die Epi- dermiszellen haben hin und wieder rotbraunen Inhalt und sind zumeist als mechanische Zellen ausgebildet, mit ganz besonders verdickten und geschichteten Seiten- und Außen- wänden. Die letzten treten häufig als warzenförmige bis stumpfkegelige Vorsprünge vor, wodurch die erwähnte rauhe Beschaffenheit der Blattoberfläche bedingt ist; be- sonders große Vorsprünge an den Blatträndern. Der Blattbau entspricht nach Nilsso ns Übersicht, I.e. 18, ziemlich dem mit B, 2 bezeichneten Typus, der durch in einer Ebene angeordnete Nerven, die meist einzelne Gefäßbündel (während die Randnerven deren mehrere) führen, ausgezeichnet ist. 12. Xyris rubrolimbata n. sp. — Taf. IV, Fig. 4 — 6. In habitu foliisque ad speeimina minora X. savannensis Miq. accedens; folia evidenter disticha, plana, Unearia, rigidiuscula, aequilata, superne sensim attenuata ipsoque in apice obtusinscula, viaxima parte glabra, laevia, snb apice solnm utraque in acie minutissime scabridata, rnfobrunnea, utroque in margine (apice excepto) elegantissime atrorufo marginata, nervis compluribus pallidioribus et inter nervös punetulis minutissimis rufobrunneis frequentissime instrueta, in margine (apice ex- cepto) laevissima, 3o — 45 m lg., 1-5 — 2 mm lt., basi in vaginam 12 — 14mm lg. com- plicata, vagina apice quasi ligula subulata (nt in X. savannensi Miq.) ad 2 nun lg., acuta instrueta, nitidula, quam lamina paulo minus intense rufobrunnea, in margine non ciliata, sed ibi distinete membranacea et brunneola ; scapus ad 65 mm altus, tere- tiusculus, vix angulatus, glaber, rigidus, f. laevis, saturate rufobrunneus, in basi vagina aphylla, 19 — 21 mm lg., brunneola instruetus ; spica breviter et late obovoideo- globosa, 5 mm lg. et f. lt., haud multißora, bracteis extimis oblongo-ovatis, 3'^mm lg., ceteris latissime obovatis ad f. orbicularibus, 4mm lg., 3 mm lt., valde convexis, supra basin breviter contractis, antice late subtruncatis , castaneis, basi pallidioribus , in margine integris, nee hyalinis, opacis, minutissime denseque punetulato-scabridatis, area dorsali inprimis in bracteis inferioribus, conspicua, oblongo-lanceolata, paulo pallidiore ad griseobrunnea, levissime mediano-costata; sepala lateralia libera, in- aequilata, a latere circiter semilanceolata, 4mm lg., antice rotundata et minute emar- ginata, argute carinata, carina alatim inprimis basin versus prominente, f. glabra, minute in acie scabridata. Legit R. Spruce anno 1854 «ad fiumen Guainio v. Rio Negro supra ostium fluminis Casiquiari» (Exsicc. Nr. 2994 sub cXyris rubrolimbata-»). Obwohl nur ein Exemplar des Pflänzchens vorliegt, so trage ich doch kein Be- denken, auf dieses die neue Art zu gründen, da es so auffallende Eigentümlichkeiten aufweist, wie die rotbraunen, am Rande fast schwarzrot zierlich eingefaßten, sonst ganz an die von X. savannensis erinnernden Blätter, die kleinen, fast kugeligen Köpf- chen, die vorne fast gestutzten, am Grunde zusammengezogenen glanzlosen Brakteen, endlich die oben stumpfen und in der Seitenansicht leicht ausgerandeten Sepalen. Dem anatomischen Bau des Blattes zufolge gehört diese Art zu demjenigen ausgezeichneten Typus, welchen wir bei X. guianensis Steudel früher erwähnten, der sich durch den Besitz eines mächtigen vortretenden Sklerenchymstranges von rundlichem Querschnitte an den beiden Blatträndern unmittelbar unter der Epidermis und fernerhin dadurch auszeichnet, daß die darüber liegenden Epidermiszellen in ihrer Ausbildung den Skle- renchymzellen gleichen, also von den Epidermiszellen der beiden Blattflächen ganz ab- weichen. Es dürfte dies ein ähnlicher Aufbau des Blattrandes sein, wie ihn Malme Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Wiener Hofmuseums. 71 (Bihang etc., 1. c, XXII, p. ig) für seine X. stenocephala angibt. Besonders bemerkens- wert erscheint es mir aber, daß die zierliche dunkle Einfassung der beiden Blattränder darauf zurückzuführen ist, daß die verdickten Wände des ganzen mechanischen Stranges braunrote Färbung angenommen haben. Sonst wäre noch anzugeben, daß die übrigen Epidermiszellen häufig rotbraunen Inhalt führen und ihre Außenwände besonders ver- dickt sind. Die zahlreichen Nerven liegen in einer Ebene und führen meist nur ein Gefäßbündel. Erklärung der Ta f e 1. Fig. 1 — 3. Xyris calcarata n. sp. 1. Ganze Pflanze in 1 / 2 nat. Größe, 2. Köpfchen ( I / I ), 3. Sepalum (^/j). Fig. 4 — 6. Xyris rubvolimbatci n. sp. 4. Ganze Pflanze in nat. Größe, 5. Köpfchen ( 2 /j), 6. Sepalum ^/J. Fig. 7 — 8. Xyris Wawrae n. sp. 7. Oberer Teil des Schaftes mit dem Köpfchen in nat. Größe, 8. Sepalum ( + /i). Fig. 9 — 12. Xyris Zahlbruckneri n. sp. 9. Ganze Pflanze in I / 2 nat. Größe. 10. Köpfchen (Vi), 11. Braktee (%), 12. Sepalum ( 3 /i). Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste von Marokko und in die westliche Hälfte des Mittelmeeres von Dr. Viktor Pietschmann. Mit 2 Tafeln (Nr. V — VI) und 7 Abbildungen im Texte. Einleitung. Uurch die liebenswürdige Gastfreundschaft der Deutschen Dampffischerei-Gesell- schaft «Nordsee», der hiermit der beste Dank ausgedrückt sei, wurde es mir ermöglicht, einige Fahrten auf ihren Fischdampfern nach der in den letzten Jahrzehnten so eifrig befischten Bucht von Ingolfs Höfdi in Süd-Island sowie an die atlantische Küste von Marokko und in die westliche Hälfte des Mittelmeeres mitzumachen. Bevor ich auf die ichthyologischen Ergebnisse derselben eingehe, sei es mir gestattet, vor allem Herrn Intendanten Hofrat Dr. F. Steindach ner, der in freigebigster Weise nicht nur den zur Konservierung nötigen Alkohol beisteuerte und die beträchtlichen Transport- kosten bestritt, sondern auch meine Untersuchungen selbst vielfach unterstützte, meinen besten Dank auszusprechen. Auch Herrn Kustos F. Siebenrock bin ich für vielerlei Ratschläge und mannigfaltigste Hilfe zu größtem Danke verpflichtet. Was die Art des Fanges anbelangt, so wurde das große Grundschleppnetz (Trawl) benützt, und zwar wurden Tiefen bis zu 3oom durchfischt. Infolge dieser Fangmethode bilden naturgemäß die Grundfische den fast ausschließlichen Bestandteil der Fänge und nur vereinzelt werden auch freischwimmende Tiere beim Aufziehen des Netzes mit erbeutet. Die vorliegende Arbeit zerfällt entsprechend den Fahrten des Schiffes in drei Teile: der erste behandelt die Fische der südisländischen Küste, die vor und in der Bucht von Ingolfs Höfdi erbeutet wurden, der zweite beschäftigt sich mit den ichthyo- logischen Ergebnissen an der atlantischen Küste von Marokko, wo vor den Städten Mogador, Agadir und Azamor gefischt wurde, der dritte endlich bearbeitet das Material, das im Mittelmeere, vor allem in der kleinen Syrte längs der Küste von Tunis bis Tripolis, dann vor Malta, Sizilien und in der Adria gefangen wurde. Davon beschränkt sich der erste Teil unserer Arbeit vielfach bloß auf die Auf- zählung der gesammelten Arten mit den Angaben der wichtigsten Körpermaße. Es ist dies ja verständlich, da doch die Fauna dieses Gebietes in einem so umfassenden und exakten Werke, wie es Smitts «History of Scandinavian Fishes» ist, fast vollständig in Betracht gezogen und bearbeitet erscheint, so daß die vorliegende Arbeit, die ja faunistischer Ursache entsprang, sich vielfach nur auf einzelne hinzufügende Bemer- kungen beschränken konnte. Bei den anderen Gebieten, wo wir so groß angelegte Be- arbeitungen wenigstens aus neuerer Zeit in der Art der vorerwähnten Arbeit nicht be- sitzen, wo vielfach auch nicht die peinlich genauen Messungen, die Smitts Werk Dr. Viktor Pietschmann. Ergebnisse einer Reise nach Island etc. Jj charakterisieren und auszeichnen, vorliegen, glaube ich nicht zu weitschweifig ge- worden zu sein, wenn ich auch bei älteren, wohlbekannten Arten genaue Maße und Verhältniszahlen angab, die ja bei späteren Arbeiten doch Verwendung finden können. Bei manchen weniger gut beschriebenen Arten erschien es mir auch notwendig, aus- führliche Beschreibungen und eine Kritik der vorhandenen Schriften über dieselben zu geben. I. Fische aus der Bucht von Ingolfs Höfdi in Süd-Island. Der Grund besteht in dem ungefähr 10 — 20 Seemeilen ssw. von der Insel Ingolfs Höfdi gelegenen Gebiet, in dem zuerst gefischt wurde, aus grobem, schwarzem Sand und Steinblöcken vulkanischen Ursprungs, während die etwas seichteren (25 — 60 Faden tiefen) Partien in der eigentlichen Bucht ebenso gefärbten, ganz feinen Sand aufweisen. Pflanzenwuchs ist nur sehr spärlich — in geradezu verschwindend kleinen Mengen — vorhanden. Nur ein paarmal wurden kleine Büschel von Algen ans Tageslicht gefördert. Im allgemeinen waren die Fänge des Nachts, insbesondere nach Mitternacht viel er- giebiger als tagsüber. Was ferner die Charakterisierung bestimmter Tiefen und Boden- verhältnisse anbelangt, so sind als Charakterfische der tieferen Fänge von 70 — 90 Faden, die in dem ersterwähnten Gebiete, zum Teile auf steinigem Grunde gemacht wurden, kolossale Mengen von Sebastes marinus L. zu erwähnen, die die weitaus überwiegende Masse der Fänge bildeten. Bei den flacheren Fängen (25 — 60 Faden Tiefe) trat an Stelle des Sebastes marinus L., der ganz aufhörte, als charakteristischer Hauptbestandteil Gadus virens L., der auch die übrigen sehr zahlreich vertretenen Gadiden an Zahl über- traf. Im folgenden sei eine Liste der gesammelten Arten nebst Bemerkungen gegeben. Plagiostomi. 1. Raja radiata Donov. Drei große Exemplare, und zwar ein Männchen von 581 mm Gesamtlänge und 385 mm größter Körperbreite und zwei Weibchen von 577 und 606 mm Totallänge und 383, respektive 400 mm größter Körperbreite, die vollständig den Angaben Smitts (Scandinavian Fishes, II, p. 1108, pl. XVII, Fig. 3) entsprechen. Ferner ein ganz junges Exemplar von J2mm Körperlänge, 125 mm Gesamtlänge und 75 mm größter Körper- breite, von dem folgendes erwähnt werden möge*. Die Entfernung der beiden Augen voneinander ist doppelt so groß als der Augendurchmesser und 2*25 mal in der Ent- fernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte enthalten. Die Mundbreite ist genau dreimal größer als der Augendurchmesser. Das erste Kiemenspaltenpaar ist vom Vor- derende des Körpers gleich weit entfernt wie das letzte vom Vorderrande der After- spalte. 1 ) Die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mitte der Verbindungslinie der Nasenvorderränder ist gleich der Mundbreite. Die Farbe ist die gewöhnliche, allerdings sehr dunkel: oben kaffeebraun mit lichteren und dunkleren Punkten und Flecken, unten rein weiß mit schwach bläulichgrauem Rande. Die Bestachelung ist schon sehr stark ausgebildet, und zwar findet sich eine Reihe von 14 verhältnismäßig sehr großen, vorne stark, weiter gegen das hintere Ende des Körpers etwas schwächer gekrümmten Stacheln auf der Mittellinie bis zur ersten Rückenflosse, ein Stachel vor und zwei, davon der vor- dere kleiner, hinter dem Auge, zwei große Stacheln rechts und links vom zweiten Mittel- T ) Bei solchen Maßen ist durchwegs, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, die Senkrechte auf die Mitte der Verbindungslinie der betreffenden Organe, also zum Beispiel der Nasenlöcher, der Augenvorderränder usw. gemeint. 74 Dr. Viktor Pietschmann. linienstachel, zwei feinere vorne an der Schnauze sowie Gruppen von größeren und kleineren, scharf sich abhebenden, stark gekrümmten Stacheln über die ganze Ober- fläche des Körpers zerstreut. Die Zwischenräume zwischen ihnen sind mit Rauhig- keiten besetzt. Von dieser Art wurden zahlreiche Exemplare gefangen. 2. Raja batis L. Zwei junge Männchen von 41g und 480 mm Gesamtlänge und 3o2, respektive 33g mm größter Körperbreite. Die Zähne beider Exemplare, im Oberkiefer in 49, respek- tive 51 Reihen angeordnet, sind noch fast ganz platt und zeigen nur schwache Spitzen. Das eine, größere Tier gehört der Form mit ganz dunkel geflecktem Bauche an: mit Ausnahme weniger lichterer Stellen besonders gegen den Schwanz zu, ist die ganze Ventralseite dunkelschwarzbraun, während das kleinere Exemplar eine lichte, grauliche Grundfarbe auf der Unterseite besitzt. Bei beiden aber hebt sich die schwarze Färbung der Öffnungen der Schleimporen außerordentlich scharf vom übrigen Grunde ab. Der Rücken ist einförmig dunkelbraun. Diese Art wurde, wenn auch etwas weniger häufig als Raja radiata, doch in vielen Exemplaren gefangen. 3. Squalus acanthias L. Ein erwachsenes Weibchen von 762 mm Gesamtlänge sowie drei Embryonen von gleicher Größe: 190 mm. Die Länge der Schwanzflosse beträgt bei diesen genau I / s der Totallänge, die Entfernung der Schnauzenspitze von der letzten Kiemenspalte etwas mehr als J / 4 ; der Augendurchmesser ist in dieser letzteren Entfernung 4-8 mal enthalten. Die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte ist gleich der von der Mundmitte zur letzten Kiemenspalte, die Mundbreite beträgt die Hälfte dieser Länge. Letztere ist etwas kleiner als die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mitte der Verbindungslinie beider Augenvorderränder. Die Zahnanlagen sind bereits als kleine häutige Höcker erkennbar. Bezüglich der F'arbe ist zu erwähnen, daß die bei dieser Art auftretenden weißen Flecke auf dem Rücken und der Seite auch bei den drei Embryonen schon sehr scharf ausgeprägt sind. Nur einige Exemplare dieser Species kamen an Bord. 4. Acanthorhinus carcharias (Gunn.). Bei einem unserer Fänge wurde ein 2 I / 2 m langes Exemplar eines solchen Haies mit heraufgebracht. Anacanthini. Clupeidae. 5. Clupea harengus L. 14 Exemplare von 162 bis 298 mm Körperlänge. Niemals wurden größere Mengen dieses Fisches durch das Netz heraufgebracht, sondern es fanden sich immer nur ver- einzelte Tiere unter der übrigen Fischmenge. Ammodytidcie. 6. Ammodytes tobianus L. Die Flossenformel der Exemplare, die ich untersuchte, 25 an der Zahl, zeigte folgende Verhältnisse: ^ & D 59—63, A 3o— 33, P 13—15. Dazu ist zu bemerken, daß die häufigste Anzahl der Rückenflossenstrahlen 60 oder 61, der Analflossenstrahlen 3i und 32 ist, während die Pektorale meist 14, etwas weniger oft i3 und nur in einem Falle 15 Strahlen aufweist. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 75 Die Gesamtlänge meiner Exemplare schwankt zwischen 98 und 182 mm. An den Seiten des Körpers verlaufen vom Rücken schräg nach hinten i3g — 151 Lateralfelder, die durch die Schuppenlagerung zustande kommen und erst unterhalb der Laterallinie, die ungefähr in der Mitte des obersten Körperdrittels verläuft, deutlicher werden, während über dieser die schärfer konturierte Form der einzelnen Schuppen die Quer- streifung zurücktreten läßt. Unmittelbar hinter dem Kopfe ist die Richtung dieser Linien aber auf eine kurze Strecke (etwa 2 — 3 mm lang) eine geänderte und verläuft in einem Winkel von ungefähr ioo° zur sonstigen allgemeinen Streichungsrichtung von oben schräg nach vorne abwärts (siehe Fig. 1). Die Kopflänge ist in der Gesamtlänge 5 — 5 I / 2 mal enthalten und beträgt gewöhnlich etwas weniger als das Doppelte der Kaudallänge (in einem extremen Pralle i 3 / 4 , in einem andern 2 l / s ), der Augendurchmesser ist etwas kleiner ( 4 /,— 9 / Tn ) als die kleinste Entfernung .,*... v ' ö /1U/ • • 1 Fig. 1. Ammoavtes tobianus. zwischen den beiden Augen und durchschnittlich 7 mal Veränderte Richtung der Se iten- (6 3 / 4 ~ 7^3' extreme F alle 6 72> 8 mal) in der Kopflänge f e i derung hinter dem Kopfe, n. Gr. enthalten, während die Mandibularlänge gewöhnlich etwas weniger als 2 x / 2 (äußerste Grenzzahlen 2 x / 4 — 2 3 / 8 )mal in der letzteren enthalten ist. Die Länge der Oberlippe verhält sich zu der der Unterlippe wie 6:7 (extreme Fälle 5 1 /,,: 7, 10: 11). Die Gesamtlänge ist meist 11 — 12 (Grenzzahlen io 1 /,, und i27 2 )mal länger als die größte Höhe des Tieres und ungefähr 10 (9 2 / 3 — io7 2 , äußerste Fälle 10 und n^Jmal länger als die Kaudale. Die Pektorallänge ist in der Regel 2— 2 x / 3 ( in einem Falle 2 I / 2 ) mal in der Kopflänge enthalten, während sie in der Basis der Anale 3— 3 x / 3 , in wenigen Ausnahmsfällen 3 x / 2 mal enthalten ist. Die Totallänge beträgt ferner in der Regel etwas mehr als i 1 ,^—* 3 ^ (in einem Falle etwas weniger als 1 x / 2 , in einem anderen i 2 / 3 ) der Länge der Dorsalflosse, welche ihrerseits 2 x / 3 — 2 I / 8 mal länger ist als die Analflosse. An der Spitze des Vomer findet sich eine kleine, stumpfe, mit Epidermis überzogene Erhöhung, die wohl mit den schon von Nilsson und Par- nell erwähnten Hervorragungen identisch ist. Günther hat, veranlaßt durch diese Bemerkung, in seinem Katalog (IV, S. 385, Anmerkung) die Vermutung ausgesprochen, daß die von den beiden vorerwähnten Autoren beschriebenen Tiere vielleicht eine vierte europäische Ammodytes-Art seien. Ich habe dieses Merkmal aber an allen untersuchten Formen der Wiener Museal- sammlung konstatieren können; daß es hie und da etwas deutlicher auftritt, ist eben nur ein Beweis dafür, daß auch dieses Merkmal der individuellen Variation unterliegt. Was die Farbe anbelangt, so war diese im Leben am Rücken rötlich- oder blauviolett mit lebhaftem Metallglanze, während die Seiten grün oder bläulich waren und der Bauch silbern glänzte. Die Strahlen der Dorsalflosse, die ungefähr in der Mitte die größte Höhe erreichen, und die der Analflosse sind ungeteilt, die im hinteren Teile jeder der beiden Flossen befindlichen an der Basis etwas stärker als die vorhergehenden. Wenn man die Beschreibungen in Günthers Katalog (1. c.) von Ammodytes tobia- nus, dubius, americanus und personatus sowie die Beschreibung von Ammodytes alascanus mit unseren Exemplaren vergleicht, wäre man vielleicht im ersten Augen- blicke geneigt, diese letzteren für eine Zwischenform zwischen americanus und dubius zu betrachten. Nun hat aber schon Lilljeborg die Identität dieser Arten und speziell von A. dubius mit tobianus für wahrscheinlich erklärt und auch Ehrenbaum (in Römer und Schaudinn: Fauna arctica, II, Fische, S. 116) schließt sich dieser Ansicht an. Überhaupt muß man bei vergleichender Untersuchung aller dieser Arten zu der 7 6 Dr. Viktor Pietschmann. Art Autor D A P u 3 N u CD ~ fcß 5 & t H Q Anallänge zur Dor- sallänge i u u a Pektorallänge C 1*» '5 u a £ '3 C/3 u N bß DD ;2 H u CO s =i •° ^ s 3 D Ml N =§ cd T3 1 » c < u bß C :cd Ol u O CD öß C u :c« 3 CG N O. O J Vi •S -S o „. < o Bloch 60 28 12 Lacepede A. alliciens 60 28 12 Parnell Wem. Mem., VII, 391 54 26 i3 1:5 ohne Kaudale — Nilsson: a) dänische b) grönländische 52-53 57 27—28 29 i3— 14 i3— 14 — — — — — 120 -125 » — 1 :6 — 7 Lilljeborg A. lancea 53-62 26—32 12— 13 — — — — — i3o — 140 i:574 -573 — Faber 65 3o 14 Smitt (51-) (-61) 55-62 (26) 29 33 12-15 etwas mehr als — — etwas mehr als I : II — 120 -145 1:579 -5 2 /3 i:5 -774 i:673 -77a Wiener Museal- exemplare 53-60 27—32 i3— 14 -'7a 1 : 2\/ I4 i:3»/ s -37io i:io»/ s 1 : 2 -274 128 — 150 i:4 9 /io -5 2 / 5 Unsere isländi- schen Exemplare 59-63 3 o—33 13-15 -i7a 1:2*/. -27a — — I :2 -27 3 i3 9 — 151 1:5 -57, 1 :(,'/, —8 Ammodvtes dubius Reinh. Jordan und Gilbert 65 34 — — — — — — 150 1:6 - Wiener Museal- exemplare 55-58 28-3o H-15 i:i»/s 1:27s -273 i:3*/ s -37 + 1 : 11 1 ', — ii 2 /I 1:27, -274 129 — 141 i:5 -573 i:6 3 / 4 -87a Ammodytes alascanus Cope Cope 62 3i — — — — — — 182 1:572 1:6 Jordan und Gilbert 62 3i — — — — — — 182 i=47 2 — 5 o De Kay 56,60 27 i3 — — — — i:3 — — — Storer A. tobianus 61 28 i3 — — — i:3 — etwas mehr als i:5 1:9 Jordan und Gilbert 60 28 — — - " — — 125 — i3o i:474 — Wiener Museal- exemplare 62-63 32 33 15 i:i'/ 2 !. 2 ./ l I:3 7a I • - /lO _ 3 2 ; /. i:n74 1 :2 -2 3 /i0 150 — 164 i:5V. -s7 5 i=77a -tu 1 i. »..fcs o « ~ o Girard 55 25 14 — etwas weniger als I :2 — — — — 1:5 1:5 Jordan und Gilbert 54 24 i3o — 150 i:47 2 1:6 Wiener Museal- exemplare 58-61 29— 3 1 H-15 i:iV, -i 3 / 5 I=27 3 -2 2 / 7 -3 4 / S 1:10V. — 1 1 i:2V. -274 156 — 161 l:47 2 -57a i:67io -773 Ichthyologische Ergebnisse einei Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 77 Interorbitalbreite zur Kopflänge 4) 8 'S SS -0 £ 2 •s £ 3 2 ö ä öß « Körperhöhe Mandibularlänge zur Kopflänge u 3 N gß Dß C c :c« j« u C 2 < JA niigeErhebun- 1 gen auf dem Vomer Dänemark Grönland — — — — — — — — — — — | _ — — — — — — — Island i:S x /. —8 — 1: 10 (-11) ohne Kaudale — — — — — — — — i:7 2 /, -8 8 / 3 i: 9 /io — 1 i:n 2 /a -I5V2 1:274 -2»/ 9 1:273 -27a i:3 -37s — 2 i: 9 7s -I0 1 /, 1 über dem letz- V ten Drittel oder l dem Ende der Pektorale keine Vomer- zähne, nur vorne ein erhöhter, Bergen, Pommern — i= 4 / 5 - 9 /io i:io j / 2 — i:27'4 -27s i:3 -y\ 2 i:i74 -27s i:97, -«V. mit Haut über- kleideter, rauhe- rer Fleck Island, Ingolfs Höfdi — — i:» x /a — — — — — über dem hinteren Drittel der Pekto- rale — 1:5V. -8 1 : 1 1 : 11 i:2 -273 1:275 -27, i:3 -3 x /a — 2 1:976 -10V, über dem Ende oder dem letzten Drittel der Pekto- rale vorne amVomer ein starker, mit Haut überzoge- ner Höcker Provincetown - — i:9 3 / 5 — — — - — \ über der Mitte j der Pektorale — — - — 1:9 — — - — — - — — — — — — — über der Spitze der Pektorale keine Vomer- zähne, übrige Zähne außeror- dentlich klein — - — — — — — — — — — — 1:10 — — 1=27, — — — — über dem Ende der Pektorale — — i:77a ~7 4 / 5 1 :i i:n 2 / 3 -i7'/io i:274 —3 1:277 -27s i:3V, -37 5 i:27 6 -27s im*/, -i57s über dem letzten Drittel oder über der Mitte der Pek- torale häutiger Höcker auf dem Vomer Bank von Neufundland 1 : 1 1 vor dem Ende der Pektorale — — — 1:9 — — — — — — — — 1:6»/, i:7.o -i 1 /« itio 1 /, — i3V, 1:2 -273 1 -274 i:3 un- gefähr I :2 1:97, — 10 über der Mitte der Pektorale keine Vomer- zähne, starke, häutige Höcker auf dem Vomer Unalaschka 1 Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXI, Heft 2, 1900. 78 Dr. Viktor Pietschmann. Überzeugung kommen, daß eine Trennung derselben von A. tobianus unberechtigt ist. Schon eine Vergleichung der verschiedenen Beschreibungen, die über jede dieser Arten gegeben wurden, zeigt, wie sie in einer Weise variieren, daß das, was ursprünglich als trennender Unterschied angegeben wurde, geschwächt und verwischt wird. Am besten dürfte dies wohl durch die beifolgende Tabelle ersichtlich werden, der ich außerdem die Merkmale der Exemplare aus der Wiener Musealsammlung beigefügt habe. Aus dieser Liste geht wohl zur Genüge hervor, daß nicht nur die Angabe der einzelnen Autoren über jede der angeblichen verschiedenen Arten sehr verschieden lauten, sondern daß tat- sächlich auch eine große Variabilität der einzelnen Merkmale innerhalb jeder einzelnen Art zu konstatieren ist. Die Veranlagung zu einer solchen wird ja aber auch bei einer offenbar sehr zweckmäßig angepaßten und deshalb auch weit verbreiteten Art selbstver- ständlich in viel stärkerem Maße zu erwarten sein als bei einer, die nur einen beschränkten Verbreitungsbezirk besitzt, dessen wenig wechselnder Beschaffenheit sie sich auch durch nur geringe Variationen anpassen kann. Außerdem wird aus der Tabelle ersichtlich, daß die einzelnen Arten untereinander eigentlich keine besonderen Unterschiede aufweisen, es sei denn gerade in Merkmalen, denen man größere Wichtigkeit nicht beimessen kann. Was z. B. das Variieren der Seitenstreifenzahl, das ja auch als eines der unter- scheidenden Merkmale verwendet wurde, betrifft, so finden sich einerseits tatsächlich Zwischenglieder zwischen den niedrigsten und den höchsten Zahlen, andererseits ist bei Betrachtung des Umstandes, daß die Individuen einer so eng begrenzten Lokalität, wie die Bucht von Ingolfs Höfdi es ist, schon so große Schwankungen zeigen, eine bedeutend stärkere Variation in dem kolossal großen Ausbreitungsgebiete dieser Art nicht ver- wunderlich. Übrigens glaube ich, daß sogar am einzelnen Individuum noch postem- bryonale Vermehrungen dieser Seitenfelder stattfinden, da man vielfach Felder findet, die durch eine nicht ganz durchgehende Linie teilweise in zwei gespalten werden; und zwar trifft man da die verschiedensten Stadien (Fig. 2, 3). Dagegen finden wir, daß gerade eines der wichtig- sten Unterscheidungsmerkmale, das Verhältnis zwischen Kopflänge und Totallänge, sowohl innerhalb einer und derselben Art nur kleine Schwankungen, als auch bei den angeblich verschiedenen Arten nur geringe Unter- schiede aufweist. Auch beim Verhältnis des Augen- Fig. 2. Fig. 3. durchmessers zur Kopflänge sehen wir keine besonderen Ammodytes tobianus: Unterschiede zwischen den einzelnen Arten. Beginnende und beendete Teilung Daß auch keine streng zu unterscheidenden Varie- eines Seitenfeldes. täten aufstellbar sind, ist daraus ersichtlich, daß beson- ders abweichende Formen nicht bloß einem bestimmten Verbreitungsgebiete angehören, sondern sich sowohl im europäischen wie im amerika- nischen Gebiete finden, und daß außerdem wieder in beiden Gebieten alle möglichen Zwischen- und Übergangsformen zu konstatieren sind. Schließlich macht auch dieses ihr Verbreitungsgebiet die Einheitlichkeit der Art wahrscheinlich. Wir finden diese Tiere ja vorwiegend über das Gebiet der alten transatlantischen Landbrücke verbreitet, die über die Faer Oer, über Island und Grönland Europa und Amerika miteinander verband und heute noch durch geringere Meerestiefen in dieser Region gekennzeichnet ist. Die übrigen Gebiete ihres Vorkommens aber schließen sich alle durch seichte Küstenstrecken an dieselbe an. So konnte eine einheitliche Ausbreitung erfolgen, aber auch leicht eine immerwährende Vermischung, die die Bildung neuer, streng von- einander geschiedener Arten verhinderte. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 79 Demnach wären die Arten der Gattung Ammodytes auf zwei zu beschränken, die folgendermaßen kurz zu charakterisieren und zu trennen wären: Ammodytes, langgestreckter, aalähnlicher Körper, eine lange Rückenflosse, kürzere Afterflosse, keine Ventralen, Vomer ohne Fangzähne, Körperoberfläche in eine große, wechselnde Anzahl schräger Felder geteilt, die durch die Schuppenanordnung gebildet werden. a) D (52) 53 — 63 (65), A (26) 27 — 33 (34) Ammodytes tobianns L. zirkumpolar. b) D 37 — 40, A 14 — 15 Ammodytes kallolepis Day. Indischer Ozean. Dieses lebhafte Fischchen zieht in der Bucht von Ingolfs Höfdi oft in ganz kolos- salen Mengen, so daß das große Netz von den in den Maschen hängen bleibenden Tieren oft ganz bedeckt war. Gadidae. 7. Gadus aegleßnus L. 6 Exemplare von 218 — 367 mm Totallänge, die sich vollständig der Beschrei- bung Smitts (op. cit. I, p. 466) anschließen. Die zweite Anale eines Exemplares zeigt 25 Strahlen, so daß Kroyers diesbezügliche Angabe, die Smitt in einer Anmerkung angibt, bestätigt wird. Die Länge der Basis der einzelnen unpaaren Flossen verhält sich zueinander fol- gendermaßen: D r : D 2 : D 3 : A 1 : A 2 = 1 : 17 — 1-9 (ausnahmsweise 2-2) : n — 1/2 : 17 — 1*8 : i*i — 1*3. 8. Gadus callarias L. 5 Exemplare von 243 — 366 mm Länge, von denen eines, das größte, die tvpische ca//arz'rtS-Zeichnung — graugrünliche Grundfarbe mit dunkleren Punkten — zeigt und auch in seinen übrigen Eigenschaften sich der typischen Art vollständig anschließt; so verhält sich z. B. die Interorbitalbreite zur Kopflänge wie 1: 4^, die Länge der ersten Anale zur Entfernung derselben von der Ventralwurzel wie 1 : 1 x / 5 usw. Die übrigen 4 Exemplare hingegen, deren Länge zwischen 243 und 287 mm schwankt, zeigen einige Unterschiede von der typischen Art: so finden wir bei keinem derselben die vorhin erwähnten dunkleren Punkte, sondern es herrscht bei dreien von ihnen eine einförmige, nur wenig ins olivengrüne hinüberspielende graue Körperfarbe — natürlich nur an der Oberseite des Körpers, der Bauch ist wie bei dem ersten Exem- plare silberweiß — vor und bei einem Tiere finden wir eine schwarzgraue Färbung. Dadurch schon erinnern diese Exemplare auffällig an die grönländische var. ogac, mit deren Zeichnung in Smitts Werk sie die Fleckenlosigkeit gemein haben. Außer dieser Eigentümlichkeit zeigen sie aber auch in den anderen von Smitt als Unterscheidungs- merkmale zwischen der Stammart und der Varietät angeführten Eigenschaften Ver- hältnisse, die sie der letzteren nahestehend und als Zwischenglieder zwischen der typi- schen Art und der var. ogac erscheinen lassen. Folgende kleine Zusammenstellung, die sich hauptsächlich auf die in Smitts Werk (I. Band) auf S. 480 abgedruckten kleinen Tabellen der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bezieht, dürfte dies am besten zeigen: Verhältnis der Smitt G. call. forma typica Meine 4 isländi- schen Exemplare Smitt G. call. var. ogac 1. Interorbitalbreite zur Kopflänge wie 1 : 4 2 / s -4 I /i 7 1 : VUo-V 1:31/3 2. Entfernung der Venlralwurzel von der ersten Anale zur Totallänge wie i:57s-3 4 / 5 1 : 473-3"/ 2 1 : 3*/ 5 3. Länge der ersten Analbasis zur Entfernung der Ventralwurzel von der ersten Anale wie i 1 /. 1 : i7 4 -i< 1 : i 3 ls 8o Dr. Viktor Pietschmann Man sieht also, daß mit Ausnahme von den Verhältnissen in Rubrik 2 überall die gegen ogac gesteckte Grenze überschritten wird. Leider stand mir von letzterer Varietät kein Vergleichsmaterial zur Verfügung; man kann aber wohl annehmen, daß auch hier die verschiedenen Verhältniszahlen sich nicht immer streng in den von Smitt angegebenen Grenzen bewegen, so daß diese von ihm angeführten Unterscheidungs- merkmale eine beträchtliche Einschränkung ihrer Verschiedenheiten erfahren würden und dann hauptsächlich die Färbung als Merkmal zur Trennung der beiden Formen anzuführen wäre. Inwieweit eine solche überhaupt berechtigt ist, könnte aber nur die Untersuchung zahlreicheren Materials von grönländischen und isländischen callarias- Formen entscheiden. 9. Gadus merlangus L. 6 Exemplare von 362 — 485 mm Totallänge. Die erste Dorsale zweier Exemplare besitzt 16 Strahlen, wodurch die Angabe Moreaus (Hist. nat. poiss. Fr., T. III, p. 23g) bestätigt wird. Ein anderes Exemplar zeigt in der zweiten Anale 25 Strahlen (nach Smitt, I, p. 487, hat dieselbe höchstens 24 Strahlen). Die Längenverhältnisse der Basis der einzelnen unpaaren Flossen zueinander variieren ungemein, wie folgende Proportion, von unseren 6 Exemplaren genommen, zeigen möge*. Dj - . D 2 :D 3 : Aj : A 2 =i : 17 — 2*2: 1-2 — 1-5 12-6 — 37: i-i — r6. Die Bartel, die bei dieser Art gewöhnlich ganz rudimentär ist, fehlt bei zweien unserer Tiere vollständig. 10. Gadus Esmarckii Nilss. 6 Exemplare von 135 — 195 mm Totallänge. Die größte Körperhöhe verhält sich zur Körperlänge (ohne Schwanzflosse) meist wie 1:5(1 '. 4V2 — S 2 U)' Flossenformeln usw. zeigen genau die in Smitts Werk (I, p. 508) angegebenen Verhältnisse. Die Bartellänge verhält sich zum Augendurchmesser ungefähr wie 1 : 3 (bis 1 : 4). Sämt- liche Exemplare haben den vordersten Teil des Kopfes und speziell die Lippen stark schwärzlich gefärbt. Diese Art war bisher von der isländischen Küste noch nicht an- gegeben. Auch Römer und Schaudinns Fauna arctica erwähnt ihrer nicht, ob- wohl sie eben wegen dieses Vorkommens im Bereiche der subarktischen Formen zu nennen wäre. 11. Gadus virens L. Ein Exemplar von 889 mm Länge, das den für diese Art charakteristischen weißen Seitenlängsstreifen auf beiden Seiten des Körpers im letzten Drittel breit (über 1 dm) unterbrochen hat; und zwar befinden sich auf der linken Seite zwei solche Unter- brechungen, auf der rechten eine. Außerdem zeigen diese Stellen eine ganz ungewöhn- liche, unregelmäßige Schuppenanordnung, die auch die Form der Schuppen teilweise beeinflußt. Die Flossenformeln dieses Exemplares ergeben folgende Zahlen: D 11 | 18 | 21, A 25 | 21, P 20, V 6; die Längenverhältnisse der einzelnen unpaaren Flossenbasen zueinander sind: D 1 : D 2 : D 3 : A x : A 2 = 1 \i\ i-3:2-3: 1. Die Kopflänge ist 4 2 / 5 mal, die Länge der ersten Analflosse 4 mal in der Totallänge enthalten, die Entfernung der beiden Augen voneinander etwas weniger als 4 mal in der Kopflänge. Der Augen- durchmesser beträgt etwas mehr als die Hälfte der Entfernung beider Augen vonein- ander und fast genau J / 4 der Pectorallänge. Nach Versicherung unseres Kapitäns wurden solche Exemplare mit unterbroche- nen weißen Seitenstreifen schon mehrmals, wenn auch nicht häufig, gefangen; ob es sich dabei um eine durch eine Verletzung hervorgerufene Anomalie handelt, ist nicht Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. Si sicher zu ermitteln, obwohl die unregelmäßige Lagerung und Form der Schuppen an den betreffenden Stellen den Gedanken an eine solche Ursache aufkommen lassen. 12. Molva byrkelange (Walb.). Ein Exemplar von 281mm Totallänge, das in einer Tiefe von ungefähr 180 m auf steinigem Grunde gefangen wurde. Die Maßverhältnisse stimmen mit den in Smitts Werk (op. cit., I, p. 524) angegebenen genau überein bis auf folgende: die Kopflänge beträgt etwas mehr als J / 5 der Totallänge (Smitt: etwas weniger als 1 j 5 \ die Post- orbitallänge des Kopfes etwas weniger als T j I2 der Totallänge (Smitt: etwas weniger als */„), die Länge der ersten Dorsale ist in der Totallänge etwas weniger als i3 mal enthalten (Smitt: etwas mehr als 10 mal), in der Länge der zweiten Dorsale etwas weniger als 7 mal (nach Smitt etwas mehr als 5 mal). Der Augendurchmesser (von vorne nach hinten) ist 3 mal größer als die Interorbitalbreite (Smitt: 2 mal). Er ist halb so groß als die Praeorbitallänge. Die Flossenformel ist folgende: D i3 | 78, A 71, V 6, P 21. Bei unserem Exemplare finden sich somit Angaben von Lilljeborg, der für seine Exemplare D 2 78—85, A 75 — 80 beschreibt, und Angaben von Holt (On some specimens of the Birkelange [Molva abyssorum Nilsson] from Iceland and Färoe, in Proc. Zool. Soc. London, 1894, p. 413, PI. 28 u. 29), der für fünf Exemplare von den Färoern und für zwei von Island für die zweite Dorsale 69 — 75 Strahlen, für die Anale 70 — 74 angibt, vereinigt. Es sind also diese Unterschiede zwischen Exemplaren des einen und des anderen Fundortes nicht so konstant, wie Holt meinen möchte, der gerade diese Verschiedenheit der beiden Angaben ausdrücklich hervorhebt. In dem großen Smittschen Tafelwerke wird ein Exemplar von Molva byrkelange mit kürzerem Unterkiefer und längerem Oberkiefer gezeichnet (Taf. 26, Fig. 3), was Holt zu der Bemerkung veranlaßt, daß dies offenbar eine Jugenderscheinung sein müsse, denn bei seinen sieben Exemplaren, die alle ausgewachsen waren, fand sich regel- mäßig ein deutlich längerer Unterkiefer. Diese Ansicht Holts bestätigt sich bei unserem Exemplar nicht, denn obwohl dieses nur um 68 mm länger als das bei Smitt gezeich- nete ist, so besitzt es doch einen Unterkiefer, der unverkennbar länger als der Ober- kiefer ist, d. h. also über diesen ein Stück hinausragt. Da nun auch erst in jüngster Zeit durch Johs. Schmidt [Meddelelser fra Commissionen for Havundersögelser, Fiskeri II, Nr. 3, On the pelagic postlarval stages of the Lings Moha molva (L.) and Molva byr- kelange (Walbaum)] auch die ganz jungen Exemplare unserer Art schon mit längerem Unterkiefer dargestellt werden, so kann man nur einen Irrtum des Zeichners bei den sonst so ungemein zuverlässigen Abbildungen Smitts annehmen. Unser Exemplar zeigt an jeder Körperseite sechs große dunkelbraune, weiß umrandete Flecke von an- nähernd ovaler Form. Vom Rücken erstrecken sich in die Zwischenräume zwischen diesen ebenfalls dunkle Zwickel hinein, und zwar so, daß die weiße Umrandung dadurch den Charakter einer zusammenhängenden Kette bekommt. Die zweite Dorsale sowie der vordere Teil des Kopfes sind schwärzlich angehaucht, der hintere Teil der zweiten Dorsale, der im übrigen ganz weißen Anale und das obere und untere Ende der Cau- dale sind tief braunschwarz gefärbt. Ich habe eine gleiche eigentümliche Zeichnung, die eine ganz charakteristische Regelmäßigkeit aufweist, in der Literatur, soweit mir diese zugänglich war, nirgends erwähnt gefunden. Nur bei Faber (Fische Islands, 1829) finden wir in der Beschreibung von Gadus molva eine diesbezügliche Erwähnung. Unter dieser Art ist offenbar Molva byrkelange und nicht, wie Günther in seinem Kataloge (IV, p. 36i), allerdings mit davorgesetztem Fragezeichen, meint, Molva 82 Dr. Viktor Pietschmann. molva (L.) zu verstehen; darauf deutet vor allem schon die Erwähnung Fabers in seiner «Kritik» dieser Form hin, daß der Unterkiefer derselben länger sei als der Ober- kiefer. Auch die von ihm angegebene Flossenformel der zweiten Dorsale liegt in den von Holt angeführten Grenzen. Unter dieser Art erwähnt nun Faber Varietäten, die «die Seiten des Rumpfes, der Rücken- und Afterflossen mit sehr großen schwarzen Flecken besetzt haben, die besonders an der Schwanzflosse zusammenlaufen». Und an einer anderen Stelle er- wähnt er derselben ebenfalls, wenn er sagt, daß «die isländischen Fischer meinen, daß die vielen schwarzen Flecken, die man an mehreren Lengen findet, von dem schatten- reichen Klippengrunde herrühren,» übrigens eine überraschend richtige Ansicht, denn tatsächlich zeigen auch andere Fischarten, z. B. die Pleuronectiden, in den dortigen Gewässern eine dem schwarzen Grunde vortrefflich angepaßte auffallend dunkle Fär- bung. Leider ist über die genauere Anordnung der dunklen Flecken von Faber nichts weiter gesagt, doch lassen sie sich vielleicht mit denen unseres Exemplares identifi- zieren. In der oben erwähnten Schmidtschen Arbeit, die kurz vor Beendigung dieser Untersuchungen erschien, finden wir nun neuerdings, wenn auch nicht ganz gleiche, so doch ähnliche, regelmäßige, dunkle Striche und Flecke auf dem Körper der Jugend- formen unserer Art dargestellt; da nun Holt bei seinen ausgewachsenen isländischen Exemplaren von einer solchen Färbung ebensowenig als andere Autoren Erwähnung tut, so wird man nicht fehlgehen, wenn man diese Zeichnung als Jugendfärbung be- trachtet, die sich vielleicht bei den isländischen Exemplaren, entsprechend der ober- wähntenTendenz der gesamten dortigen Fischfauna, dunkle, schwarzgezeichnete Formen zu bilden, länger und deutlicher erhält als bei anderen. i3. Enchelyopus cimbrius (L.). 4 Exemplare von 278 — 3i2 mm Totallänge. Die Flossenformeln betragen für die D 50 — 53, für die A 44 — 47; für letztere Flosse gibt Smitt (op. cit., I, p. 544) als Maxi- malzahl der Flossenstrahlen 43 an, während von Stör er für ein an der amerikanischen Küste gefangenes Exemplar 48 angegeben wird. Auch in der Dorsale gibt Smitt eine geringere Höchstzahl (51) der von ihm untersuchten Tiere an (Storer 53). So zeigen also in dieser Beziehung unsere Exemplare Ähnlichkeit mit den amerikanischen. Was die Färbung anbelangt, so zeichnen sich unsere Tiere wieder, wie viele anderer bei In- golfs Höfdi gefangener Arten, durch besonderes Hervortreten der dunklen, schwarzen und grauen Farbenpartien aus und insbesondere bei dem größten Exemplare finden wir die in Smitts Werk als aschgrau bezeichneten Teile, so z. B. die Pectoral-, Ventral- und Analflossen fast gänzlich schwarz. Acanthopterygii. Pleuronectidae. 14. Pleuronectes platessa L. 4 Exemplare von 288 — 315 mm Gesamtlänge. Sie zeigen die typische Färbung, nur etwas dunkler, schließen sich aber sonst in allen Merkmalen der Beschreibung der norwegischen Formen in Smitts W T erk (I, p. 3g2) an. D 71 — 76, A 53—55. 15. Pleuronectes limanda L. Unter den Pleuronectiden der Bucht von Ingolfs Höfdi ist diese Form die häufigste. Die gesammelten Exemplare, 18 an der Zahl, von einer Totallänge von 156 — 340 m???, zeigen manches Interessante. Was zunächst die Flossenformeln anbelangt, so geben Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 83 diese für die Dorsale 73—81, für die Anale 55—61 Strahlen an, stimmen also mit Aus- nahme der Grenzzahl 81 (Smitt, op. cit., I, p. 386 gibt 80 als Grenze an) mit der Smittschen Angabe überein. Auch die Laterallinie, die 89 — 99 Schuppen zählt, läßt keine Besonderheiten erkennen. Dagegen zeigt eine Vergleichung der Körperverhält- nisse einerseits, daß diese bei unseren Exemplaren zwischen weiteren Grenzen variieren, als der vorerwähnte Autor für das norwegische Materiale angibt, andererseits aber auch, daß sich bei manchen Exemplaren starke Annäherungen, ja in einzelnen Fällen auch Übereinstimmungen mit den bezüglichen Verhältnissen bei der diese europäische Form in Nordamerika vertretenden Pleuronectes femigineus (Stör er) finden. Wir erhalten bei unseren Tieren folgende Körperverhältnisse: Die Körperhöhe ist in der Körperlänge (bis zur Caudalwurzel) i 2 / 3 — 27 7 , in zwei extremen Fällen 2 x / 4 und 2 I / 2 m *ü enthalten (bei Pl.ferrugineus 2 x / 5 m al nach Jordan und Evermann), die Kopflänge 3 3 / 5 — 4 x / 3 mal (bei PL ferruginens 4 mal nach den obigen); in der Körper- höhe ist letztere i 7 / l0 — 2750131 enthalten. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie 1 : 4 2 / 5 — s7 3 ( in einem Falle 5 7 2 )> bei Pl.ferrugineus wie 1 : 47 2 nach Jordan und Evermann, die Kopflänge ist i 2 / 5 — 2mal länger als die Länge der Pec- torale. Besondere Verschiedenheiten zeigt aber hauptsächlich die Färbung. Während einzelne unserer Exemplare sich noch ganz ganz gut unter die von Smitt angeführten Farbenvarietäten einreihen lassen (z. B. einzelne unter var. y) zeigt der größere Teil ein sehr abweichendes Aussehen. Vor allem ist die Grundfarbe ungemein dunkel, bei den meisten Exemplaren fast schwarz mit einem geringen bräunlichen Ton; bei einigen Tieren mit großen, etwas lichteren Flecken versehen. Besonders auffallend und ganz abweichend von den in Smitts Beschreibung aufgezählten Färbungsformen sind aber einige Exemplare, die über den Körper große, ganz unregelmäßige, weißliche Flecken verteilt haben, die unwillkürlich an die Zeichnung von Pleuronectes glacialis Pall. oder Raja hyperborea Coli, erinnern. Speziell eines derselben besitzt auch auf der blinden Seite dunklere und hellere Flecke. Andere Exemplare zeigen ferner ein ganz gleich- mäßiges, tiefes Braunschwarz auf der Augenseite, und nur zwei Tiere, die auch in bezug auf Körperverhältnisse sich etwas abweichend verhalten, haben eine lichtere braune Grundfarbe. Wir sehen also auch bei dieser Art, wie bei unseren meisten anderen For- men, wieder die Tendenz, sich dem dunklen fast oder ganz schwarzen Boden anzu- passen, in äußerst auffallender Art und Weise auftreten. 16. Pleuronectes microcephalus Donov. Ein Exemplar von 281 mm Länge. Die Dorsale hat 90, die Anale 72 Strahlen, die Kopflänge verhält sich zur Totallänge wie 1 : 5 3 / 4 , zur Körperlänge (bis zur Schwanz- wurzel) wie 1 : 4 9 /io> zur Körperhöhe wie 1 : 2 7 6 - Letztere ist in der Totallänge 2 2 / 3 mal, in der Körperlänge bis zur Schwanzwurzel 2 3 / I0 ma ^ enthalten. Die Färbung ist die gewöhnliche. Diese Art fand sich verhältnismäßig seltener unter den Pleuronectiden, die gefangen wurden. 17. Drepanopsetta platessoides (Fabr.). Die drei Exemplare von 232 — 362 mm Gesamtlänge, die ich aufsammelte, zeigen vielfach starke Abweichungen voneinander, die es nach der Smittschen Bearbeitung (op. cit., I, p. 421) fast ermöglichen würden, das eine zur europäischen forma liman- doides, die anderen zwei zur amerikanischen forma platessoides zu reihen, wenn nicht doch wieder einzelne Merkmale wären, die mit dieser Bestimmung nicht übereinstim- men. Im Folgenden seien die Zahlen und Messungen für die einzelnen Exemplare gegeben: 8 4 Dr. Viktor Pietschmann. Nr. i Totallänge *) 232 Dorsalstrahlen 96 Analstrahlen 73 ... f , f Augenseite f Pectoralstrahlen auf der {,,.,„. i 12 t blinden beite I r f 94+33 Linea lateralis < ( (a.d.Caud.) Körperhöhe 78 Caudallänge 37 Länge der Dorsale (Gerade vom Anfang bis zum Ende der Basis gemessen) 67 Länge der Anale (Gerade vom Anfang bis zum Ende der Basis gemessen) 32 .... c , f Augenseite 23 Pectorallange auf der {,,.,„. [ blinden Seite 18 ,, .... , , f Augenseite f Ventrallan^e auf der <,,.,,■„. < 18 [ blinden Seite ( Augendurchmesser von vorne nach hinten .... 14 Geringste Körperhöhe (unmittelbar hinter der Dorsal- flosse) 16-5 ... , ... . . f Augenseite 27-5 Mandibularlange auf der { . ,. , . { blinden Seite 3i Kopflänge 53 Die größte Körperhöhe beträgt °/ von der Körperlänge 33*6 Die geringste Körperhöhe beträgt °/ von der Mandi- bularlange der Augenseite 60 Nr. 2 Nr. 3 36o 362 89 91 69 70 12 II II 10 93 -f36 100 -J- 37 + * + x 129 l32 62 60 263 264 190 200 40 34 27 21 29 26 3o 27 20 l 9 28 27 40 42 44 49 86 87 35*8 36-5 70 64 Wenn wir damit Smitts Unterscheidungsmerkmale für die beiden Formen ver- gleichen, der als bestimmend für f. limandoides angibt: Pectorale weniger als 12 Strahlen, Körperhöhe weniger als 35 °/ der Totallänge, geringste Körperhöhe weniger als 72 °/ der Mandibularlange, für f. platessoides aber: Pectorale 12 — 13 Strahlen, größte Körper- höhe mehr als 35°/ der Totallänge, geringste Körperhöhe mehr als 75°/ der Mandi- bularlange, so sehen wir, daß sie zur Einreihung unserer Exemplare unter eine der beiden Formen nicht ausreichend erscheinen. Denn während die Anzahl der Pectoral- strahlen und das Verhältnis von Körperlänge zur Totallänge Nr. 1 zu limandoides, Nr. 2 und 3 aber zu platessoides stellen würden, gibt das Verhältnis der kleinsten Kör- perhöhe zur Mandibularlange für alle drei Exemplare die Verhältnisse der f. liman- doides an. Dies sowie der Umstand, daß so sehr verschiedene Formen an einer Loka- lität sich finden, spricht für Colletts Ansicht, der eine Trennung der beiden Formen verneint; die letzte Entscheidung darüber hätte aber noch die Untersuchung reich- lichen Materials von Island, Grönland und Neufundland einerseits, von norwegischen Formen andererseits zu bringen. Zu erwähnen wäre noch, daß unser drittes Exemplar sich an die Beschreibung von Hippoglossoides dentatus (Mitch.) in Günthers Katalog (IV, p. 406) anschließt, insbesondere, was Anzahl der Dorsal- und Analstrahlen und linea lateralis anbetrifft. x ) Die Messungen in Millimetern. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die allantische Küste etc. 85 Scorpaenidae. 18. Sebastes marinus L. forma typica, norvegicus. Ein Exemplar von 378mm Länge, das nach seiner Flossenformel D 15 | 15, A 3 | 9 der borealisch-arktischen Form norvegicus angehört. Außerdem wurden im Magen eines Fisches noch zwei ganz junge Exemplare von 41 und eines von 44 m»? Totallänge gefunden, die offenbar ebenfalls der typischen Form angehören. Die Mes- sungen ergaben folgende Verhältnisse: Die Körperhöhe ist 4 5 / 9 — 5 mal in der Total- länge enthalten, die Kopflänge 3 2 / 3 — 3 9 / IQ mal, die Schwanzlänge ungefähr 4 x / 3 — 5 mal (letztere Angaben konnten wegen des teilweisen Fehlens der letzten Strahlenglieder der Caudale nur annähernd gemacht werden). Die Kopflänge beträgt ferner 2 2 / 3 — 3 x / 8 mal mehr als der Augendurchmesser und das i r / 2 — 1 4 / 5 fache der Entfernung der beiden Augen voneinander. Blennüdae. ig. Lumpenus lampretiformis (Walb.). Zwei schlecht erhaltene Exemplare von 128 und 144 mm Totallänge aus dem Magen eines Fisches. 20. Anarhichas lupus L. Zwei typische Exemplare von 480 und 615 m??* Totallänge. Dieser Fisch, der wegen seiner scharfen Zähne und seiner unglaublichen Gefräßigkeit bei den See- leuten geradezu gehaßt ist, führt bei ihnen die verschiedensten Namen, so: Seekatze, Katfisch (= Katzenfisch), Austernfisch, Austernfresser usw. Zoarcidae. 21. Lycodes vahlii Reinh. var. lugubris Jensen. Ein Exemplar von 182 mm Totallänge. Die Kopflänge beträgt etwas mehr als J / 4 derselben, die Entfernung des Afters von der Pectoralwurzel etwas mehr als x / 6 . Die Körperhöhe über der Wurzel der Pectorale ist etwas weniger als 3 mal in der Kopf- länge enthalten, die Interorbitalbreite 5 z / 4 mal; die größte Breite des Kopfes ist unge- fähr der Länge der Oberlippe gleich, die mehr als 2 I / 2 mal in der Kopflänge enthalten ist; der Augendurchmesser verhält sich zur Interorbitalbreite wie 2:3, die Entfernung der beiden Pectoralwurzeln voneinander ist der letzteren gleich, die Länge der Unter- lippe mehr als 2 / 3 der Oberlippe. Die Pectorallänge ist etwas größer als die größte Breite des Kopfes. Die Flossenformel beträgt: D 102, A 90, P 17. Unser Tier schließt sich somit der von Jensen als isländische Varietät von Lycodes vahlii Reinh. bezeich- neten var. lugubris an. Auch die Farbe, ein einförmiges Grau, und die Beschuppung zeigt ganz dasselbe Aussehen, wie die Abbildung dieser Varietät in seinem großen Lyco- didenwerke (The danish Ingolf Expedition, Vol. II, Part 4, Taf. 2, Fig. 1 u. 2). Diese Varietät, die von Lütken zuerst als nordisländische Art Lycodes lugubris beschrieben wurde, wurde erst im Jahre igo3 von dem Forschungsdampfer «Thor» auch an der südisländischen Küste entdeckt. Unser Exemplar, das sehr gut erhalten ist, stammt aus einer Tiefe von ungefähr 170 m. Pediculati. 22. Lophius piscatorius L. Zwei Exemplare von 834 und g36 mm Gesamtlänge. Auch ihre Farbe ist in aus- gezeichneter Weise der Umgebung, in der sie leben, angepaßt. Das kleinere der mit- 86 Dr. Viktor Pietschmann. gebrachten Exemplare zeigt nämlich eine einförmig braunschwarze Rückenfärbung, das größere hat tiefschokoladenbraune Grundfarbe mit zahlreichen, kleinen, schwarzen Flecken von der Größe eines Sandkorns, eine Färbung, die geradezu überraschend genau den mit schwarzem vulkanischen Sand bedeckten, braunrötlichen oder ebenfalls schwarzen Boden nachahmt. Nach Aussage unserer Seeleute kommt der Seeteufel bei Island weit weniger häufig als in der Nordsee vor. Wir fingen auch während des ioTage dauernden Fischens nur fünf Exemplare. Wenn wir die Beobachtungen, die die Untersuchung der einzelnen Arten ergab, zusammenfassen, so sehen wir vor allem, daß die isländische Grundfischfauna in An- passung an die schwarze Färbung des Bodens und die dadurch bedingte dunkle Farbe des Wassers, die Tendenz zeigt, dunkle, melanotische Formen zu bilden. Am deutlich- sten ist dies ja bei den typischesten Grundformen, den Pleuronectiden, sichtbar. Was ferner die Stellung dieser Formen zu anderen Faunengebieten betrifft, so macht sich in vielen Fällen das Auftreten von Zwischenformen zwischen den nordeuropäischen und nordamerikanischen nächstverwandten Vertretern gerade bei Arten, die eine weite Ver- breitung haben und die man gewissermaßen als Leitformen bezeichnen könnte, bemerk- bar, welche die Unterscheidungsmerkmale derselben vielfach zurücktreten lassen oder ganz verwischen. Vielleicht würden bei gründlicher vergleichender Durcharbeitung zahlreichen isländischen, grönländischen, neufundländischen und norwegischen Mate- rials sich sogar manche Anhaltspunkte dafür ergeben, daß wir die isländischen Gewässer und ihre weitere Umgebung als Ausgangsort vieler dieser jetzt so weit verbreiteten Formen anzusehen haben. Die Erscheinung, daß die Exemplare dieser Gegenden, wie schon erwähnt, vielfach eine Mittelstellung zwischen denen der übrigen Nachbargebiete einnehmen, ebenso auch der kolossale Reichtum dieser Gewässer an Fischen kann viel- leicht zugunsten dieser Meinung gedeutet werden. Eine derartige Untersuchung würde auch aufs neue die große Ähnlichkeit der nordeuropäischen und nordamerikanischen Meerfischfauna bekräftigen. IL Fische von der atlantischen Küste von Marokko. Da zu der Zeit meiner Rückkehr von Island gerade einige Fischdampfer von der deutschen Dampffischerei-Gesellschaft «Nordsee» nach Marokko gesandt wurden, so nahm ich das freundliche Anerbieten der Gesellschaft an, auf einem derselben, der dann auch die Mittelmeerküsten von Tunis und Tripolis behufs ihrer Fischereiverhältnisse untersuchen sollte, eine Fahrt mitzumachen. Auch auf dieser ergaben sich ausgezeich- nete Sammelgelegenheiten und Grund zu mancherlei Beobachtungen. Wir fischten an drei verschiedenen Stellen, und zwar vor Mogador, Agadir und zuletzt anf der Rückreise vor Azamor. Die Tiefen, in denen das Schleppnetz den Grund erreichte, betrugen zwischen 3o und 200 ??z. Da diese Gegenden in bezug auf die Bodenverhältnisse noch nicht so genau bekannt sind, wie die schon lange befischten isländischen Küsten, ergab sich die Notwendigkeit, vor jedem an einer neuen Stelle zu machenden Fischzug zu loten und beim Fischen selbst den «Reiter» zu gebrauchen, eine über daumendicke, starke Stahltrosse, die vor dem Netze über den Grund ge- schleppt wird und etwaige Hindernisse abreißen soll. Und tatsächlich ist eine solche Vorsichtsmaßregel sehr am Platze, da oft in ganz kurzer Entfernung von Stellen, wo [chthyologische Ergehnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 87 das Lot Schlamm oder feinen Sand heraufgebracht hatte, schon gewaltige Korallen- stöcke sich finden. Der Grund, von dem Fische heraufgebracht wurden, bestand größtenteils aus ganz feinem Schlick oder aus feinem Kalksand, vermischt mit kleinen Korallen und Muschelfragmenten, beide Grundarten von lichter, grauer oder gelbbrauner bis weiß- licher Farbe. Die Fange selbst waren in bezug auf Ergiebigkeit an den einzelnen Orten sehr verschieden. Vor Mogador wurden verhältnismäßig kleinere Mengen erbeutet. Hier sowie an den anderen Stationen waren die häufigsten Charakterfische die ver- schiedenen Sparus- Arten; auch Caranx trachurus und Trigla lucerna wurden äußerst zahlreich gefangen. Von Sciaena aquila, den unser Schiff ein Jahr vorher vor Mogador in beträchtlicher Masse gefangen hatte, erhielten wir vor letzterem Orte so gut wie gar nichts, obwohl wir dieselben Plätze abfischten. Auch bei Agadir war er nicht so häufig wie das Jahr vorher, aber doch in genügender Menge vorhanden. Die ergiebigsten Fänge desselben wurden aber vor Azamor gemacht; auf einer späteren Reise fischte unser Dampfer übrigens noch weiter südlich bei der auf der englischen Seekarte mit «Fishermans point» bezeichneten Gegend (eine Bucht unter 23° n. Br.) und erbeutete dort nach einem Schreiben des Kapitäns eine ganz kolossale Menge von Fischen (auch von Sciaena aquila), so daß sich diese Fischgründe noch unvergleichlich viel ergiebiger erweisen als die von uns besuchten nördlicheren. Die nie'dere Fauna dieses Gebietes ist ziemlich reichhaltig, speziell das Plankton zeigt großen Individuenreichtum. Pflanzenwuchs ist weniger vorhanden und nur bei den seichteren Fängen wurden einigemale größere Mengen von Algen heraufbefördert. Im Folgenden seien die einzelnen gefangenen Arten aufgeführt und einer Be- sprechung unterzogen. Plagiostomi. 1. Torpedo torpedo (L.). 20 Exemplare von 216— 541 mm Totallänge und 154 — 335 mm größter Diskus- breite, darunter fünf Weibchen. Die größte Diskuslänge 1 ) verhält sich zur Schwanz- länge bei den beiden Geschlechtern verschieden. Für die Männchen erhielt ich als Ver- hältniszahlen 1-65 — 2-08:1 (gewöhnliches Mittelmaß 1-85:1), für die Weibchen 2-15 — 273 : 1 (Mittel 2 - 3o: i). Eine Messung von fünf später bei Tripolis gefangenen Weib- chen ergab die Verhältnisse von 2-01 — 2*3i: 1, also ebenfalls Werte, die sich den für Weibchen vorhin angeführten anschließen und die das Mittelmaß 2*3o: 1 bestätigen. Wenn man die beiden Mittelwerte miteinander vergleicht, so erhält man als häufigstes Verhältnis der Schwanzlänge der Männchen zu der der Weibchen die Zahlen 1 : 1*24 oder mit anderen Worten: Der Schwanz der Weibchen ist durchschnittlich (im Ver- hältnis zur Körperlänge) i^mal so groß als der der Männchen. Das Verhältnis der Diskusbreite zur Diskuslänge zeigt in beiden Geschlechtern keine besonderen Unter- schiede und schwankt zwischen 1 : 0-9 und 1 : 1-25 (im Mittel 1 : ro8). Die Mundbreite ist 1 — 1*5 mal in der Entfernung der Mundmitte vom Körpervorderrande enthalten. Was die Farbe unserer Exemplare anbelangt, so variiert diese ungemein. Von Tieren, die in der kaffeebraunen Grundfarbe des Rückens zahlreiche weiße blecke haben, zeigen sich Übergänge durch Formen, wo diese Flecke immer undeutlicher werden, zu fast ganz einförmig dunkelbraunen Tieren, andererseits finden wir wieder solche von ') Diese ist hei allen Batoiden auf der Ventralseite gemessen und zwar von der Schnauzen- spitze bis zum (hinteren) Ansatz der Ventralflossen an der Schwanzwurzel. 88 Dr. Viktor Pietschmann. lichterer, brauner Grundfarbe mit dunkleren Flecken und schließlich solche, wo sowohl helle wie dunkle Flecke sich vorfinden. Besonders ein Exemplar zeichnet sich durch tiefschwarzbraune, sehr große, unregelmäßige Flecke aus. Auch die Unterseite zeigt, wenn auch in bedeutend geringerem Maße, Variationen in der Farbe. Abgesehen davon, daß der braune oder rauchgraue Rand, der den Diskus umzieht und den größten Teil der Ventralen und den Schwanz bedeckt, schmäler oder breiter, lichter oder dunkler sein kann, ist die meist milchweiße Mitte des Körpers entweder von zahlreichen stärker oder schwächer hervortretenden, der Randzone gleichgefärbten Flecken bedeckt, oder diese fehlen fast gänzlich; auch zeigt die gegen den Körperrand zu gelegene Begren- zungslinie des Teiles, der das elektrische Organ beherbergt, auf der Ventralseite in manchen Fällen eine Reihe von sehr intensiven, dunkelbraunen Punkten. In allen Fällen aber finden sich in dem vor dem Munde gelegenen Schnauzenteile solche braune Flecke in reichlicherer Menge vor, so daß oft die weiße Grundfarbe ganz zurücktritt. Bei Vergleichung unserer atlantischen Exemplare mit solchen aus dem Mittel- meere zeigt sich zwischen beiden in bezug auf die Färbung ein Unterschied, der so charakteristisch ist, daß man eine forma atlantica von einer forma mediterranea trennen kann. Während die atlantische Form große, verschwommene Flecken in der Grundfarbe des Rückens aufweist, sind die Flecke bei der mediterranen klein, meist scharf kontouriert und in viel größerer Menge und dichter stehend vorhanden; man könnte als beste Charakterisierung vielleicht angeben, daß die erstere Zeichnung sehr grobkörnigem, die letztere feingekörntem Marmor gleicht. Ferner kommt der Ton der Grundfärbung bei den Mittelmeerformen im Gegensatze zu den kaffeebraunen Far- ben der atlantischen Form mehr dem Drapbraun nahe, so daß man auch fast ganz ein- förmig gefärbte Exemplare daraufhin unterscheiden kann, ob sie dem einen oder andern Gebiete angehören. Auch auf der Bauchseite zeigen sich insoferne Unterschiede, als die graue Umrandung auf dem Diskus bei der Mittelmeerform fast ganz zurücktritt, von der Ventrale meist nur einen kleinen Randteil bedeckt und den Schwanz ganz frei läßt. Schließlich finden sich keine dunklen Punkte, weder in der Mitte des Diskus, noch vor dem Munde. Wir erhielten zahlreiche Exemplare dieser Art insbesondere vor Azamor an Bord. 2. Torpedo narce Risso. 10 Exemplare von 219 — 445 mm Totallänge, neun mit 5, eines mit nur 3 blauen Ocellen auf dem Rücken. Die größte Diskusbreite beträgt zwischen 114 und 260 mm. Alle Exemplare besitzen scharf umrandete weiße Flecke auf der braunen Grundfarbe des Rückens. Diese Art wurde am häufigsten bei Azamor, dagegen nur einmal in einem Exemplare bei Agadir gefangen; sie war viel weniger zahlreich als Torpedo torpedo. 3. Dasyatis pastinaca (Cuv.). Ein Männchen von 348 mm Körperlänge (siehe Bemerkung zu Diskuslänge auf p. 87); der Schwanz ist nicht ganz erhalten, was eine vernarbte Stelle am Ende des- selben andeutet. Die größte Körperbreite beträgt 425 mm; die Entfernung der Schwanz- wurzel vom Schwanzstachel, dessen Länge etwas weniger als ein Drittel der Körper- länge ausmacht, ist 2*33 mal in der letzteren enthalten. Der Abstand der Ventralbasis von der Spitze der Ventrale ist unbedeutend kleiner als die Entfernung der Schnauzen- spitze von der Mundmitte und etwas mehr als 4-25 mal in der Körperlänge enthalten. Die Mundbreite ist dem 11. Teil der Körperbreite gleich; der Abstand der Schnauzen- spitze vom ersten Kiemenspaltenpaar ist noch etwas größer als Smitt (Skandin. Fish., Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 89 II, p. 1098) angibt (37'2°/ der Scheibenlänge), er beträgt nämlich über 37-6% der Körperlänge. Vor dem Schwanzstachel in der Mitte des Schwanzrückens befinden sich einige kleine, hintereinandergereihte Knochenstachelchen. Trygon pastinaca wurde an allen drei Lokalitäten, wenn auch nirgends in großer Anzahl, beobachtet. 4. Raja clavata L. Vier Weibchen von 597 — 807 mm Totallänge und 430— 561 mm größter Schei- benbreite. Die von Smitt (op. cit., II, p. 1104 usw.) angegebenen Maßverhältnisse finden sich bei unseren Exemplaren bestätigt, nur sind die Grenzzahlen für das Ver- hältnis von Körperbreite zur Totallänge etwas zu erweitern; er gibt nämlich 65 1 /,, — y 2 1/0/ d. i. 1 : 1-38 — 1-53 an, während bei unseren Tieren diese Maße sich wie 1 : r38 r 62 verhalten. Für das Verhältnis zwischen Interorbitalbreite und Schnauzenlänge (Entfernung der Schnauzenspitze von der Mitte der Verbindungslinie beider Augen- vorderränder) ergeben sich bei unseren Exemplaren die Zahlen 1:2*49 — 2-56 (Smitt i:2 -57 — 3-33); der Augendurchmesser von vorne nach hinten verhält sich zur Inter- orbitalbreite wie 1 : 1-39 — 1*46, die Mundbreite zur Schnauzenlänge wie 1 : i'43 — 1*45. Im Gegensatze zu einem später im Golf von Genua gefangenen Exemplare gehören die marokkanischen Tiere alle zur stachelarmen Form dieser Art. Sie haben je einen Stachel vor, 1 — 2 hinter den Augen — ein Exemplar nur einen vor dem einen Auge, hinter den Augen keinen — 1 — 3 auf der Mittellinie in Schulterhöhe, 3i — 46 weitere hinter der Schulter beginnend (Smitt gibt einige 20 an) bis zur ersten Dorsale, zwi- schen dieser und der zweiten Dorsale die konstanten 1—2 Sta- cheln; schließlich die ganz unregelmäßigen Seitenreihen des Schwanzes mit den für diese Art so charakteristischen sanft S- 1§ * 4- 1§ " s " . Raja clavata. förmig geschwungenen, großen Stacheln in der Nähe der Rucken- ZweiFormenvonSku iptu- flossen. Nur ein Exemplar zeigt einen schwachen Stachel von der r i erun g des Interorbital- Art der aculei clavati an der Bauchseite. Der Interorbitalraum, feldes durch Hautwülste. der nur sehr schwach konkav ist, ist bei zwei Tieren nicht mit Stachelchen besetzt, sondern es finden sich an deren Stelle harte, unregelmäßig sich kreuzende, ca. 1 — i I l 2 ?rim hohe, dünne Erhöhungen der Haut, die diesem Teile der Oberfläche das Aussehen eines Systems von wabenartigen Zellen, respektive (bei dem anderen Tiere) von nebeneinander verlaufenden rinnenartigen Vertiefungen verleihen (siehe Fig. 4, 5). Die Färbung weist bei jedem unserer Exemplare Verschiedenheiten auf. Das eine zeigt dunkelbraune Grundfarbe des Rückens mit ganz verschwommenen, undeut- lichen, lichteren Flecken und zwei deutlicheren Augenflecken zu beiden Seiten der Körpermitte, ist an der Schnauze und der Hinterkante der Pectorale lichter, während die Ventrale dunkler gefärbt ist und die lichteren Flecken deutlicher hervortreten läßt. Das zweite hat lichtbraune Grundfarbe mit dunkleren Partien und zahlreichen, über den ganzen Körper zerstreuten, weißen Flecken, von denen wieder die zwei an der Schulter deutlicher hervortreten. Der Schnauzenteil ist auch hier, wie bei den zwei übrigen, weiß mit dunkler Färbung der Seiten des Rostralknorpels. Das dritte Exemplar unter- scheidet sich von diesem durch viel dunklere Grundfarbe, die die Flecke noch deutlicher erkennen läßt. Diese, auf dem übrigen Teile des Körpers von rundlicher Form, ver- schwimmen an den Pectoralkanten zu unregelmäßig gewundenen Streifen. Das vierte Exemplar schließlich ist braun mit tiefschokoladefarbenen, fast schwarzen und weißen Flecken marmoriert; an den Pectoralseiten sind die letzteren kleiner und rundlicher, in der Mitte und gegen die Ventralen zu werden sie groß und unregelmäßig; auf jeder go Dr. Viktor Pietschman. Ventrale findet sich ein ungefähr quadratischer, dunkler Fleck von einem weißen und hierauf einem schwarzen nahezu viereckigen Bande eingefaßt. Der Schwanz aller, ins- besondere der beiden letzten Exemplare zeigt die bekannte abwechselnd dunkle und weiße Querstreifung. Bei allen ist ferner die Unterseite weiß ohne dunklen Rand. (Smitt erwähnt nämlich einen violetten Anflug am Rande der Flossen.) Die Art kam an allen drei Lokalitäten, aber nicht häufig, an Bord. 5. Raja microocellata Montagu. Unter den in Agadir und Mogador gesammelten Rochen befanden sich zwei Männchen (Totallänge 696 und 709771m) und zwei Weibchen (Totallänge 794 und 732 -\-x 111111, bei letzterem der Schwanz nur bis zur ersten Dorsale erhalten) dieser Rajidenart, deren Beschreibung hier folgen möge. Der Körper ist breiter als lang (das Verhältnis der Körperlänge zur Körper- breite ist i:i"z3 — 1*27), letztere verhält sich zur Totallänge wie 1:1-44 — 1*54. Der Vorderrand der Scheibe ist leicht gewellt, die tiefste Stelle der Einbuchtung liegt un- gefähr in der Höhe des Spritzloches. Die Schnauze springt, breit ansetzend, nur mäßig vor, bei den Männchen stärker als bei den Weibchen. Diese erhalten dadurch ein gedrungeneres, breiteres Aussehen. Die Verbindungslinie zwischen der Schnau- zenspitze und dem äußersten Punkt der Pectoralecke wird durch die Einbuchtung der Vorderkante nicht geschnitten, sondern verläuft vollständig innerhalb des Körper- randes. Die Hinterkante ist schwach konvex und erst beim Übergang in die Ventrale stärker gekrümmt. Letztere besteht aus den gewöhnlichen zwei Teilen, dem kleinen, kräftigen, wühlfußähnlichen Vorderteil und dem mehr als doppelt so langen, ziemlich spitz zulaufenden hinteren Flossenabschnitte. Die Genitalklammern des Männchens überragen die Ventrale um ein Bedeutendes. Die Entfernung ihrer Spitze vom Beginn der ersten Dorsale ist ungefähr gleich groß wie die des Beginnes der zweiten Dorsale vom Schwanzende. Ihre Form ist ungefähr die eines Halbzylinders, dessen Rundung der Rückenseite, dessen ebene Fläche der Bauchseite entspricht. Erst knapp gegen das Ende laufen sie spitzkegelförmig zu. Der Schwanz, der bei den männ- lichen Exemplaren schlanker als bei den weiblichen ist, ist kürzer als die Scheibenlänge (Verhältnis bei den Männchen 1 : 1-04 und 1 : ro8, bei dem einen vollständig erhaltenen Weibchen 1 : 1-28). Die Rückenseite desselben ist bedeutend stärker gekrümmt als die fast ganz flache Unterseite. An seinen Seitenkanten befindet sich eine besonders bei den Weibchen stark ausgebildete, gegen das Schwanzende sich verbreiternde Hautfalte. Die beiden Dorsalflossen sind durch einen kurzen aber deutlichen Zwischenraum von- einander getrennt und haben eine im Vergleiche zu ihrer Lange verhältnismäßig kurze Basis. Das Ende der ersten Dorsale überragt den Beginn der Basis der zweiten um ein kleines Stück. Die zweite Dorsale geht durch einen schmalen, undeutlichen Hautsaum unmittelbar in die niedrige Caudalflosse über, die nur vor dem Ende ein wenig höher wird. Die Augen sind verhältnismäßig klein — nach diesem Merkmale erhielt das Tier ja auch seinen Namen — ihre geringe Größe wird noch dadurch augenfälliger, daß sie ziemlich weit voneinander abstehen. Der Interorbitalraum ist schwach konkav, seine geringste Breite verhält sich zum Augendurchmesser (von vorne nach hinten gemessen) wie 1-85 — 2-2'. 1. Unmittelbar hinter den Augen, etwas schräg nach außen, liegen die geräumigen Spirakel; ihre hintere Kante ist schief im Winkel von 45 ° zur Verbindungs- linie der beiden Pectoralkanten nach auf- und auswärts gerichtet. Der Mund, bei den Männchen stark, bei den Weibchen weniger, aber doch deutlich gekrümmt, ist verhält- nismäßig breit. Die Zähne stehen bei unseren Exemplaren im Oberkiefer in 50 bis 54 Reihen, im Unterkiefer in 49 — 55. Bei Montagus Exemplaren (die entsprechenden Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 91 Beschreibungen sind später zitiert) werden 53, respektive 56, bei Day 45 — 55, bei Moreau für die Männchen im Oberkiefer 45 — 54, im Unterkiefer 50, für die Weib- chen 55 im Oberkiefer, 51 — 60 im Unterkiefer angegeben. Die Zähne sind beim Männ- chen besonders in der Mitte beider Kiefer sehr stark pyramidenförmig zugespitzt, die Spitze ist etwas gegen einwärts gekrümmt. Gegen die Mundwinkel zu verbreitern sich diese Spitzen immer mehr, so daß schließlich schneidezahnähnliche Formen sich finden, d. h. bis zum oberen Rande gleich breite Zähne mit einer der Kieferrichtung parallelen, etwas schrägen Schneide. Die Zähne des Weibchens sind vollkommen flach und breit gedrückt und bilden ein pflasterähnliches Mosaik; auch hier sind aber die den Mund- winkeln näherstehenden breiter und in der Achse von außen nach innen gemessen schmäler (fast von rechteckiger Form) als die mittleren, die nahezu quadratisch mit etwas rundlichen Kanten sind. Die Nasenlöcher, deren Entfernung voneinander kleiner als die Mundbreite ist (die Entfernung der inneren Nasenlochkanten voneinander ver- hält sich zur Mundbreite wie i.:rn — 1*15) sind klein und wie gewöhnlich mit den Mundwinkeln durch eine Hautauslappung in Verbindung, die an ihrem unteren Rande stark gefranst ist. Die einzelnen Fransen haben eine breite Basis und teilen sich gegen die Spitze zu wieder in mehrere Teile. Die am äußeren Rande des Nasenloches selbst befindlichen dünnen Nasallappen erstrecken sich spitzdreieckig in der Richtung gegen den Körperrand zu. Die Nasenlochbreite unserer Exemplare beträgt 3 3 / 4 — $mm. Die Kiemenspalten sind von normaler Länge und so angeordnet, daß die Entfernung der Innenkanten des ersten Paares voneinander zu der des letzten sich wie 2*01 — 2 - o8: 1 verhält. Was die Verhältnisse einzelner anderer Körperteile und Organe zueinander betrifft, so finden wir an unseren Tieren folgendes: Die Körperlänge verhält sich zur Totallänge wie 1 : 1.78 bei dem einen Weibchen, bei den Männchen wie 1 : rg3 und 1:1-96, die Schnauzenlänge zur Entfernung der Schnauzenspitze vom Nasenvorder- rand wie 1 : r33 — 1-42, zur Körperlänge wie i:3-88 — 4'33, zur Körperbreite wie 1:4-81 — 5-19, zur Totallänge wie 1:6-9 — 7*96, endlich zur Interorbitalbreite wie 2*22 — 2-74:1; letztere zur Mundbreite wie 1 : 1*53 — 1-64, diese zur Körperbreite wie 1:7-76 — 7-97 und schließlich die Nasenlochbreite zum größten Augendurchmesser wie 1:4-18—5-39. Die Stacheln und Rauhigkeiten der Haut sind folgendermaßen verteilt: In der hinteren Körperhälfte beginnen über dem Rückgrat von den dort befindlichen kleinen Hautstachelchen einzelne in der Mittellinie des Körpers deutlicher hervorzutreten; gegen den Schwanz zu werden sie immer größer und bilden eine durch einzelne Lücken und Unregelmäßigkeiten gestörte Reihe, der sich dicht an der Seite, besonders bei den Weibchen, andere Stacheln anschließen, die dem ganzen einen ziemlich unregelmäßigen Charakter geben. Schon vor Beginn der Ventrale aber ordnen sich die Stacheln immer mehr zu einer Linie hintereinander und auf dem Schwänze finden wir sie dann streng einreihig in der Mitte desselben nach hinten ziehen. Ganz genau stehen sie aber auch hier nicht hintereinander und insbesondere die Spitzen neigen abwechselnd auf die eine und auf die andere Seite, so daß von oben gesehen folgendes, an die Zähne einer Säge erinnerndes Bild entsteht: /\/\/\/\ Zwischen den Dorsalen findet sich nie ein Stachel. Die ungefähre Zahl dieser jetzt beschriebenen größeren Stacheln beträgt zwischen 55 und 70. Der Schwanz zeigt bei den Männchen außer diesen keine anderen, bei den Weibchen aber findet sich auch an den Seiten noch je eine unregelmäßige, große Unterbrechungen aufweisende Seiten- reihe, die aber nur wenig über die vordere Hälfte des Schwanzes nach hinten reicht. An großen Stacheln sind sonst nur die den männlichen Rajiden überhaupt eigentümlichen, 92 Dr. Viktor Pietschmann. einen sekundären Geschlechtsunterschied bildenden Stacheln an der Pectorale vorhanden, und zwar jederseits ein Fleck vorne in der Höhe der Augen und zwei bis drei von der äußeren Pectoralkante nach hinten ziehende Reihen. Die Form dieser Stacheln ist von den vorhin erwähnten, beiden Geschlechtern gemeinsamen verschieden. Während die letzteren einen kurzen, gedrungenen Bau haben mit langer, ovaler Basis und schräg auf- wärts nach hinten gebogener Spitze, sind die ersteren schlank, lang, ganz an den Körper angedrückt. Die Spitzen des vorderen Fleckes richten sich nach hinten, die der seit- lichen Reihen gegen die Mitte des Tieres. Der Körper unserer Exemplare ist außer diesen Stacheln noch zum größten Teile mit Rauhigkeiten bedeckt, die jsich folgender- maßen verteilen: Vorne an der Schnauzenspitze, die ebenfalls sehr rauh ist, beginnt ein längs des ganzen Vorderrandes hinziehender, schmalrechteckiger Streif von Rauhig- keiten. Der Schnauzenknorpel ist ebenfalls mit kleinen Höckerchen besetzt. Ferner ist die ganze mittlere Region von dem Vorderrande der Augen bis zur Ventrale rauh, ausgenommen einen großen, glatten Fleck auf dem äußeren Teile jeder Pectorale, der sich von der hinteren Hälfte der Vorderkante in ungefähr ovaler Gestalt nach hinten zieht, auch die Hinterkante der Pectorale von Rauhigkeiten frei läßt, an der Ventrale endet und sich ungefähr bis in die Mitte jeder Körperhälfte vom Rande hinein erstreckt. Aber auch auf diesem Teile finden sich hie und da spärliche Stachelchen. Die Ventrale ist glatt, während die Oberseite des Schwanzes, ausgenommen der vorderste Teil des- selben sowie die beiden Dorsalen wieder mit Rauhigkeiten besetzt sind. Auf der Bauch- seite ist der dreieckige Vorderteil des Tieres bis zum Ende des ersten Drittels der Pec- torale und zum Munde rauh, ferner ein schmaler, ovaler Fleck, der zwischen den Kiemenspalten beginnt und vor dem After endet. Die Unterseite des Schwanzes ist nur spärlich mit Rauhigkeiten versehen. Sonst ist die ganze Ventralseite glatt. Die beiden Weibchen, die allerdings auch eine bedeutendere Größe aufweisen, sind durch noch stärkere Ausbreitung der Rauhigkeiten etwas von den jetzt geschilderten Männ- chen unterschieden. Bei ihnen ist bis auf einen sehr kleinen, weniger rauhen Fleck neben dem Rostralknorpel, einem runden, größeren Fleck in der Mitte der Pectoralen, der dem großen, glatten Seitenfelde der Männchen entspricht und der verhältnismäßig glatten Ventrale der ganze Rücken mit Rauhigkeiten besetzt. Auch auf der Bauchseite ist nur ein kleiner Fleck um den Mund sowie die äußere Hälfte der Pectoralen glatt, sonst aber alles, auch die Unterseite des Schwanzes mit Höckerchen bedeckt. Bei einem Männchen und einem Weibchen ist übrigens der konkave Teil des Interorbitalraumes glatt, während bei den zwei anderen Exemplaren dort reichliche Stachelchen zu finden sind. Überhaupt sind diese um die Augen und Spritzlöcher und in der Mitte des Rückens am zahlreichsten und am stärksten und insbesondere der halbmondförmige innere Augenbogen weist die größten und robustesten derselben, die über doppelt bis dreimal so groß und stark sind als die anderen, dicht nebeneinanderstehend auf. Sie haben eine kegelförmige Gestalt mit nach aufwärts gerichteter Spitze. Zur Ausbildung eines wirklich über die anderen um ein Bedeutendes emporragenden Augenstachels aber ist es bei keinem unserer Exemplare gekommen. Im allgemeinen unterscheiden sich die am Kopfe und an der Schulter stehenden Stachelchen durch ihre breite Basis, die zum Teile radiär gestreift ist, und ihre stumpfer zulaufende Spitze von den seit- lichen, schlankeren Rauhigkeiten mit etwas nach hinten gekrümmter, in spitzerem Winkel endigender Spitze. Auch die Stachelchen auf der Bauchseite sind von etwas gedrungenerer Gestalt. Die Mündungen der Schleimkanälchen sind deutlich sichtbar, die an der Pectorale etwas breiter als die übrigen. Sie sind sämtlich ohne schwarze Umrandung. Die Grund- Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. cp färbe der Rückenseite ist drapgrau bis schmutzig kaffeebraun, die Schnauze weiß. Eines der charakteristischesten Merkmale dieser Art sind die dem Körperrande ziemlich parallel verlaufenden, verschwommenen weißen Binden; zwei davon ziehen, vor dem Auge beginnend, nach dem äußeren Pectoralwinkel; von dort ziehen drei weitere nach dem hinteren Pectoralrande, so daß der Körper durch dieses Liniensystem vollständig ein- gesäumt wird. Alle diese Linien, besonders die inneren, sind nach dem Körperrande zu etwas konkav, die hinteren biegen manchmal am Ende gegen die Ventrale zu ein. Ferner wird die längs der Rücken- und Schwanzmitte verlaufende Dornenreihe von einem schmäleren weißen Bande, das sie umgibt, begleitet. Über den Körper, von der Schulter angefangen, sind verschiedene große, unscharfe, weiße, rundliche Flecke ver- streut, unter denen je einer zu beiden Seiten der Schulter, ferner je einer in der hinteren Körperhälfte vor der Ventrale und einer auf jeder Ventrale in ihrer Lage konstant zu sein scheinen; wenigstens finden sie sich bei allen unseren Exemplaren. Die von Moreau angegebene Zahl von 7 — 8 solchen Flecken auf jeder Körperseite stimmt mit den Verhältnissen bei unseren Tieren überein. Stets ist die Rückenmitte dunkler als die Ränder des Körpers und als die Ventrale, während die Mitte des Schwanzrückens mit ihr gleiche Färbung zeigt. Die Seiten des Schwanzes sind gelblichbraun, ebenso die Dorsalen und das Schwanzende. Die Bauchseite ist bis auf die ganz schwach bräunlich gefärbten Ränder milchweiß. Aus den einzelnen früheren Beschreibungen dieser Art ist noch folgendes zu er- wähnen: Montagu, der diese Art zuerst beschrieben hat (On new T and rare english fishes in Mem. Wernerian Soc, II, p. 430) nennt sie microocellata und nicht micro- cellata, wie alle späteren Autoren schreiben. Als abweichend von unseren Exemplaren ist seine Angabe zu bezeichnen, daß die mediane Stachelreihe bis zum Kopfe sich er- streckt, was aber wohl nur auf einer Ungenauigkeit der Darstellung beruhen dürfte, da von den anderen Autoren überall die den unseren entsprechenden Angaben gemacht werden; ferner gibt er an, daß die Unterseite glatt ist. Ursache der letzteren Angabe mag sein, daß er zwei junge Exemplare vor sich hatte — das größere der beiden hatte unge- fähr 510 mm Totallänge (20 Zoll), eine Größe, bei der vielleicht die Rauhigkeiten auf der Ventralseite noch nicht deutlich entwickelt sind. Abgesehen von den Beschreibun- gen Flemings (Brit. Animals, p. 171) und Jenyns' (A Manual of the Brit. Vertebr. Anim., p. 515), ferner von Müller und Henle (System. Beschreib. Plagiost., p. 142), Dumeril (Hist. des Poiss., I, p. 538) und Yarrell (A History of brit. fish., II, p. 433), die kein Exemplar gesehen haben und nur frühere Beschreibungen wiederholen oder kompilieren, finden wir auch bei Couch (A History of the Fishes of the Brit. Isl., I, p. 107), der eines der größten Exemplare (Totallänge bei 860 mm) beschreibt, die An- gabe: Bauch glatt. Moreau (Poiss.de la France, I, p. 417), der das größte Tier von 88omw Totallänge vor sich hatte, und Day (The fish, of Great Brit. and Ireland, II, p. 346, Taf. 172a) geben ganz allgemein an: «Körper und Schwanz mit Rauhigkeiten besetzt» (ersterer setzt dazu: ausgenommen bei den Jungen!) und erwähnen außerdem: «manche Exemplare ganz glatt». Leider war es mir nicht möglich, ein solches glattes Exemplar sehen und entscheiden zu können, ob es tatsächlich zu unserer Art gehört. Die beiden seitlichen, unregelmäßigen Reihen von Schwanzstacheln, die nach meiner Meinung nur bei den Weibchen vorkommen — sie sind auch bei Couchs Exemplar, einem Weibchen, gezeichnet und von Moreau und Day erwähnt — dürften erst in höherem Alter zur Ausbildung kommen, da letzterer Autor in seiner Abbildung eines kleineren Weibchens (474mm Totallänge) sie nicht zeichnet. Montagu erwähnt ferner, daß bei einem seiner Exemplare ein starker Stachel vor dem einen Auge gestanden sei, Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXI, Heft 2, 1906. 8 94 Dr. Viktor Pietschmann. und schließt daraus, daß manche Tiere dieser Art mit je einem Stachel vor den beiden Augen vorkommen dürften, worauf Müller und Henle dann angeben: «zuweilen ein einfacher Dorn vor dem Auge». Ob dieser von Montagu erwähnte Fall aber nicht auf einem abnormalen Verhalten eines der kleinen Stachelchen beruht, ist fraglich, viel- leicht deutet darauf die Beschreibung hin: «ein einzelner breiter Stachel». Was die Bezahnung betrifft, so beschreiben nur Day und Moreau auch die Zähne der Männ- chen und nur letzterer gibt auch eine zutreffende Schilderung der Verschiedenheiten zwischen mittleren und seitlichen Zähnen. In bezug auf die Färbung erwähnen Couch und Moreau 3 weiße Streifen am vorderen, 2 am hinteren Rande der Pectoralen (Couch zeichnet allerdings aber im Widerspruche zu seiner Angabe 2 vorne, 3 hinten), erst Day gibt an 2 — 3 vorne, 2 — 3 hinten. Moreau sagt auch, daß ganz große Exem- plare ganz einförmig seien. Unser größtes, bei 800 mm lang, zeigt wie die anderen drei noch deutlich alle Zeichnungen. Zu erwähnen ist ferner, daß Günther (Katalog, VIII, p.458) unsere Art mit Raja maculata zusammenzieht, was, wie eine Vergleichung der beiden Formen ergibt, ent- schieden unrichtig ist. Seinem Beispiele schließen sich Gervais und Boulard in ihrem Werke «Les poissons», Paris 1877, Bd. III, p. 232, an. Das von Couch (1. c.) angeführte Männchen, das er als in der Zeichnung ganz variierend anführt, dürfte jedoch kaum hierher gehören, ebenso wie man auch den von ihm genauer beschriebenen Embryo nicht zu unserer Art wird zählen können. Dagegen spricht schon dessen Bestachelung, z. B. ein steifer Stachel an jeder Körperseite, ein wenig hinter dem der hintersten Kie- menspalte gegenüberliegenden Körperteile, Kopf wohl bewehrt, und zwar vorne und längs des vorderen Körperabschnittes, ebenso an der Spitze usw. Dem ist die offenbar zutreffendere Angabe Moreaus (siehe oben) entgegenzuhalten, der angibt, daß die Jungen glatt sind. Jedenfalls ist das Verschwinden von Dornen mit fortschreitendem Wachstum viel unwahrscheinlicher als das sich ja bei vielen Arten findende Hinzu- treten von solchen, wie es eben auch Moreau erwähnt. Schließlich ist noch die Beschreibung einer angeblichen Raja microocellata von M'Coy (Ann. Nat. Hist., VI, p. 407) zu erwähnen; offenbar gehört sein Exemplar nicht zu unserer Art. Das zeigen folgende Angaben: «Vor jedem Auge ein breiter Dorn, an dem vorderen Augenrande Dornen, eine Reihe von 25 Stacheln beginnt ein wenig hinter den Augen und setzt sich bis zur Basis der ersten Dorsale fort, zwischen den Dorsalen ein kleiner schmaler Stachel, keine weißen Linien, die Seiten des Schwanzes elegant mit abwechselnd braunen und weißen Punkten ge- zeichnet, unten gelblichweiß, hinterer Rand der Pectorale unbedeutend dunkler, die beiden Dorsalen entfernter voneinander als gewöhnlich. Fast alles dies widerspricht den anderen Angaben und auch unseren Befunden, deutet vielmehr mit sehr großer Wahrscheinlichkeit darauf hin, daß wir es da mit einer Raja clavata L. zu tun haben, und zwar einem jener Tiere dieser Art, die keine typischen clavata-Stacheln aufweisen (siehe diesbezüglich die Smittschen Ausführungen, I.e.) und deshalb^schwerer zu identi- fizieren sind. Auch unsere Raja clavata-Exemplave zeigen ja ähnliche Verhältnisse. Es entspricht dem auch neben der Zahlangabe über die Medianstacheln vor allem die ab- wechselnd dunkle und lichte Färbung des Schwanzes. Als Verbreitungsgebiet dieser Art ist nach den früheren und unseren Fundstellen das Gebiet der Südküste von England, Canal de la Manche und südliche Küste von Frankreich (bis Brest, Gascogne) bis nach Agadir zu bezeichnen. Im Mittelmeere wurde sie nicht gefunden. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 95 6. Raja alba Lacep. juv. (Raja marginata). Ein weibliches Exemplar von 386 mm Totallänge und 285 mm größter Scheiben- breite. 7. Raja miraletus L. Zwei Weibchen von 245 und 262mm Diskuslänge und 3o3, beziehungsweise 322 mm größter Körperbreite. Nur einige vereinzelte Exemplare dieser Art wurden gefangen. 8. Raja maculata Montagu. Vier Exemplare (ein Männchen, drei Weibchen) von 481 — 553 mm Totallänge und 333 — 386 mm größter Körperbreite. Messungen an diesen und den übrigen Exem- plaren der Wiener Musealsammlung ergeben als Verhältnis von größter Körperbreite zur Gesamtlänge die Zahlen 1 : 1-43— 169 (Doderlein, Manuale Itt. Med., III, p. 182, nach den Maßangaben seiner Exemplare 1 : 1-41 — 1-65). Die jüngeren kleinen Exem- plare ergaben dabei durchschnittlich höhere Werte als die größeren. Erwähnenswert ist, daß unsere marokkanischen Tiere sehr niedrige Verhältniszahlen (1:1*43 — 1*49) zeigten. Die Scheibenlänge ist in der größten Körperbreite 1*14— 1*35 mal enthalten, während sie sich zur Schwanzlänge wie 0-82 — 1*26 : 1 verhält. Dabei ist zu bemerken, daß die relative Schwanzlänge mit zunehmender Größe des Tieres abnimmt, so daß wir bei Exemplaren von ungefähr 250 — 350 mm Totallänge das Verhältnis von 1 : 1 bis 1 : i*i, bei solchen von 500 mm und darüber dann erst die höchsten Verhältniszahlen 1:1-15 usw. treffen. Nach den uns vorliegenden Tieren kann man also behaupten, daß bis zu einer (natürlich immer nur durchschnittlichen) Totallänge von 200 mm die Schwanzlänge die des Körpers übertrifft. Doderlein erwähnt dies nicht, obwohl auch aus den Proportionen seiner Exemplare dasselbe Resultat (man erhält daraus das Ver- hältnis 0-9 — ri8: 1) sich ergibt. Die Mundbreite ist rio — r68mal in der Entfernung der Schnauzenspitze vom Augenvorderrande (siehe Bemerkung auf p. 73) enthalten und beträgt ihrerseits das 1*75 — 2*38 fache der Interorbitalbreite. Die Anzahl der Zahn- reihen im Oberkiefer schwankt bei unseren Exemplaren zwischen 49 und 59. Die Zähne der Männchen sind besonders in der Mitte außerordentlich stark zugespitzt und ähneln fast Haifischzähnen, die der Weibchen sind stumpf. Die mit Vorbehalt ausgesprochene Vermutung Doderleins (1. c), daß wir viel- leicht in diesen Tieren nur die Jugendform von Raja asterias Rond. zu erblicken hätten — er schreibt nämlich: var. R. asterias Rond. var. minor juv.? — ist wohl kaum richtig. Er selbst führt schon an, daß er Übergänge zwischen beiden Formen trotz Unter- suchung vieler Exemplare nicht finden konnte. Außerdem ist es doch zum mindesten unwahrscheinlich, daß während bei allen Wachstumsstadien bis zu 600 mm die Bezah- nung, d. h. die Anzahl der Zahnreihen fast ganz konstant bleibt — und es sind dabei doch die Entwicklungsstadien bis zum geschlechtsreifen Tiere inbegriffen — und sich zwischen 49 und 60 bewegt, sie sich plötzlich bei Tieren von 700 mm und darüber auf mehr als 70, ja sogar bis 80 und 90 vermehren sollte. Der Größenunterschied zwischen den beiden angeblichen Altersstadien, während dessen sich diese Veränderung abspielen müßte, ist aber noch geringer als 100 mm (von 600 — 700mm nach Doderlein): in unserer Musealsammlung befindet sich ein Exemplar von 628 mm Totallänge, das ganz genau dieselben Merkmale wie Raja maculata, vor allem nur 59 Zahnreihen zeigt. Eine so schnelle und doch ziemlich bedeutende Veränderung von sonst ziemlich konstanten Merkmalen könnte man höchstens mit dem Eintritte der Geschlechtsreife begründen, ein Grund, der ebenfalls wegfällt, da vollkommen geschlechtsreife Individuen sich auch unter 8* g6 Dr. Viktor Pietschmann. den von uns untersuchten Formen befinden. Da ferner die beiden Formen Raja asterias und R. maculata in gemeinsamen Gebieten vorkommen, so ist es auch unmöglich, sie als Lokalvarietäten aufzufassen, und wir werden sie also wohl auch weiterhin für zwei selbständige, wenn auch sehr nahe verwandte Arten zu betrachten haben. Übrigens führt Doderlein unter den Exemplaren seiner Raja asterias auch eines einer var. ocellata von einer Totalgröße von nur 480 mm an, das, wenn es zu Raja asterias gehören sollte, tatsächlich auch ein Beweis gegen seine Auffassung von Raja maculata wäre, das aber jedenfalls strenger von der Stammart zu trennen ist, als er es getan hat. Schon eine Vergleichung der Verhältnisse von Scheibenbreite zur Totallänge (bei R. asterias 1 '. 1-53 — 1-57, bei «var. ocellata» 1 : 1*26), ferner von Scheibenlänge zu Scheibenbreite (bei asterias 1:1-20— 1-27, bei «var. ocellata» 1:1-52 oder 1-41? — seine Zahlen für Körper- und Schwanzlänge stimmen nicht mit der für die Total- länge — ) zeigen so große Unterschiede, daß ein berechtigter Zweifel über die Zusam- mengehörigkeit dieser beiden Formen auftauchen kann. Wir erhielten Raja maculata mehreremale, wenn auch nicht sehr häufig, an Bord. 9. Myliobatis aquila (L.). Vier Männchen von 270 — 325 mm und vier Weibchen von 218 — 254 mm Diskus- länge. Sie verhält sich zur größten Breite wie 1 : 1-55— 1*69. Das Verhältnis der Kör- per- (== Diskus-) Länge zur Länge des Schwanzes variiert zwischen i:i-6 und 1:2*2; die Körperbreite ist in letzterer 1 — r33mal enthalten, die Mundbreite in der Körper- breite 9-75 — 11-8 (bei einem Weibchen 12-9) mal. Vier unserer Exemplare besitzen je zwei Schwanzstacheln; der umstand, daß bei allen der zweite beträchtlich länger ist als der erste, insbesondere das Verhältnis bei einem derselben, wo der erste Stachel 12, der zweite 70 mm Länge besitzt, läßt den Schluß gerechtfertigt erscheinen, daß bei dieser Art die später nachwachsenden jüngeren Stacheln vor den älteren gebildet werden und daß mithin auch, wenn es zu einem Ausfall eines Stachels kommt, der hintere Stachel als der ältere abgeworfen wird. Alle Männchen haben ein sehr kräftig ausgebildetes, gedrungenes Hörn auf dem inneren Augenbogen. Diese Art wurde bei allen Fischzügen vor allen drei Lokalitäten in ziemlicher Menge heraufgebracht. Die Weibchen waren meist beträchtlich in der Überzahl vorhanden. 10. Pteroplatea altavela (L.). Ein weibliches Exemplar von 560m??? Diskuslänge, 800mm Totallänge und 1140 mm größter Breite. Die Schwanzlänge ist genau 3 x / 3 mal in der Totallänge ent- halten. Unser Tier besitzt zwei Schwanzstacheln; der erste, der etwas nach Beginn des zweiten Viertels der Schwanzlänge entspringt, und dessen Länge etwas weniger als J / 4 derselben beträgt, ist von gleicher Länge wie der zweite. Die Entfernung der Schnau- zenspitze von der Mundmitte ist 7-75 mal in der Totallänge enthalten, die Mundbreite 8-17 mal. Die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mitte der Verbindungslinie der Nasenvorderränder beträgt X / I0 der Totallänge und ist etwas kleiner als die Entfernung des ersten vom letzten Kiemenspaltenpaar. Die Entfernung des letzteren von der Schnauzenspitze ist 367 mal in der Gesamtlänge enthalten. Im Oberkiefer finden sich ungefähr 115 Reihen spitzer Zähne. Die Grundfarbe des Rückens ist ein ziemlich einförmiges Drapbraun mit großen breiten, dunkleren und lichteren Flecken und außerdem mit feinen dunklen Punkten, so daß das Tier ein mar- moriertes Aussehen erhält. Exemplare dieser Art fingen wir vor allen drei Stationen, aber immer nur in wenigen Exemplaren. Besonders die großen gaben, wenn sie sich an Deck befanden, durch plötzliches Ausstoßen der Luft aus dem Magen einen sehr Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 97 starken, dumpfklingenden, ructusartigen Ton von sich, der weithin hörbar war und das Knarren der Trigliden bedeutend an Stärke übertraf. Im Jahre 1882 hat de Rochebrune in seiner Abhandlung «Faune de la Sene- gambie» (Actes de la Societe Linneenne de Bordeaux, XXXVI, Ser. IV, Bd. 6) eine neue Pteroplatea-Art unter dem Namen Pteroplatea Vaillantii beschrieben. Abgesehen da- von, daß der Autor als eines der Unterscheidungsmerkmale den Besitz von zwei Schwanz- stacheln anführt, eine Eigenschaft, die mit der Einstacheligkeit bekanntlich auch bei einer und derselben Art während der Zeit des Ersatzes des älteren durch einen neuen Stachel wechselt, erscheinen auch die übrigen Charakteristika des Tieres, die zur Unter- scheidung desselben von anderen Arten angeführt werden, so vielfach übereinstimmend mit denen von Pteroplatea altavela , daß man die erwähnte Art nur als ein etwas variierendes Individuum dieser wird gelten lassen können. Übrigens ist auch seine Ab- bildung dieser angeblichen Art, die auch in manch anderer Beziehung Mängel aufweist (Fehlen des Spritzlochtentakels, unrichtige Schwanzlänge usw.), jedenfalls in der Farbe zu grell gehalten. 11. Oxynotus centrina (L.) (= Centrina salviani Risso). Nur drei Weibchen von 675 — 690772m Total- und 109 — 1 1 3 772772 Kopflänge (bis zur ersten Kiemenspalte gemessen) wurden während der ganzen Zeit unseres Fischens (12 Tage) gefangen, ein Beweis, daß die Art auch in diesen Gewässern nicht häufig ist. Die Kopflänge verhält sich zur Totalen wie 1 : 6*14 — 6*33. Auch diese Art war bisher noch nicht von so südlichen Breiten bekannt, sondern wurde nur für das Mittelmeer, die Küste von England und Frankreich nördlich bis zur Loiremündung, den biscayi- schen Meerbusen und die Küsten von Portugal angegeben. 12. Squalus Blainvillei (Risso). Fünf Männchen von 363 — 522772772 und ein Weibchen von 265 mm Totallänge. Die Entfernung der Schnauzenspitze von der ersten Kiemenspalte verhält sich zur Ge- samtlänge wie 1:541 — 5-56, die Länge der Caudale zur letzteren wie 1:4*02 — 4*64 (im Mittel 1 :47 5 > nach Moreau, Ichthyologie Francaise, p. 33, 1 \\ l \ 7i — 5)- Die erste Dorsale steht stets vor dem Ende der Pectorale, während sie bei unseren Exemplaren von Squalus acanthias L. bedeutend hinter demselben inseriert. Es ist dies wohl neben der von Moreau (Poiss. Fr., I, p. 342) hervorgehobenen Lage des Afters — bei Squalus acanthias in der zweiten Hälfte, bei Squalus Blainvillei in der Mitte des Körpers — das markanteste Unterscheidungsmerkmal zur Trennung der übrigens sehr ähnlichen Arten, denn die Lange der Dorsalstacheln ist oft, da nach Verletzungen derselben nur abgebrochene Stücke oder kurz regenerierte Spitzen übrig sind, zur Bestimmung nicht verwendbar. Der Beginn der Afterspalte liegt bei allen Exemplaren in der ersten Hälfte der Totallänge; er scheidet dieselbe in zwei Teile, die sich wie 1 : 104 — 1*19 verhalten. Zur Totallänge verhält sich die Entfernung der Schnauzenspitze vom Beginne der Pec- torale wie 1 :4*32 — 4*65, vom Beginn der ersten Dorsale wie 1 : 3-24 — 3-56, des Begin- nes der zweiten Dorsale vom Basisende der ersten wie 1 : 4*11 — 478, des Beginnes der Caudale vom Basisende der zweiten Dorsale wie 1 : 8'43— 9*24, schließlich die Entfer- nung des Ventralanfanges vom Ende der Pectoralbasis wie 1:4-64 — 5"4 2 - Ein se - ir konstantes Verhältnis ist das der Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte zur Entfernung der ersteren von der ersten Kiemenspalte, nämlich 1 : r83 — i'94J nur das noch ganz junge Weibchen zeigt eine etwas verschiedene Zahl 1 : r66. Die Rücken- und Seitenfärbung dreier Männchen ist aschgrau, die der zwei anderen und des Weib- chens graubraun. Die Oberseite der Pectoralen, die die Farbe des Rückens hat, ist am g8 Dr. Viktor Pietschmann. Außenrande mit einem weißen Bande eingesäumt. In allen drei Stationen unserer Fang- fahrt kamen Exemplare dieser Art massenhaft an Bord, so daß sie oft einen großen Teil des Fanges bildeten. Smitts Ansicht (Scand. Fish., II, p. 1158), daß die vorliegende Art nur die jugendliche männliche Form von Squalus acanthias sei, wird durch das hier erwähnte weibliche Exemplar sowie durch ausgewachsene Männchen und Weibchen der Wiener Sammlung widerlegt. i3. Scyliorhinus canicula Blainv. Zwei Männchen von 496 und 544 und zwei Weibchen von 486 und 537 mm Totallänge. Die Körperverhältnisse stimmen mit den Smittschen Angaben (op. cit., II, p. 1 154 usw.) überein; nur ist die Caudallänge (vom Beginne des unteren Lappens bis zur Spitze des oberen gemessen) relativ ein wenig größer, als Smitt angibt; sie ver- hält sich bei unseren Tieren zur Gesamtlänge wie 1:4-09 — 4*59, bei den Smittschen Exemplaren wie 1 : 4*16 — 4*76. Die Zähne zeigen die allgemein angegebene dreizackige Gestalt, haben eine große Mittel- und zwei kleine deutliche Seitenspitzen; nur bei einem Exemplare finden wir das schon von Moreau (Poiss. Fr., I, p. 281) erwähnte Verhalten, daß die Seitenspitzen, wahrscheinlich infolge von Abnützung fast ganz verschwinden. Während drei unserer Tiere die typische überall angeführte Färbung, die Weibchen mit etwas lichterer Grundfarbe, zeigen, weicht das vierte, ein Männchen, in auffallender Weise davon ab. Der Rücken desselben ist nämlich viel dunkler braun gefärbt als bei den übrigen, so daß die schokoladebraunen kleinen Fleckchen auf dieser Grundfarbe weniger hervortreten; umso schärfer sind aber runde weiße, ziemlich scharf umrandete, oft auch mit einem dunkleren braunen Saume eingefaßte Flecken auf diesem Grunde sichtbar, die sich längs des ganzen Rückens hinziehen und besonders am Kopfe streng symmetrisch gelagert sind. Die gleiche Farbenabart traf ich dann später auch im Mittel- meere an und auch die Musealsammlung besitzt einige derartige Exemplare. Es dürfte diese Abart mit der bei Cuvier (Regne Anim., II, p. 386) erwähnten Form identisch sein, die er als dritte Art, ohne ihr jedoch einen Namen zu geben, nennt mit den Worten: «Nous en possedons encore une troisieme (espece) ä taches noires et blanches.» Bonaparte tut in seiner Iconografia della Fauna Italica (III. Pesci) unter Scyllium stellare von dieser Notiz Erwähnung und vermutet, «daß diese von anderer Seite (Do um et, Catalogue des poissons recueillis et observes a Cette in Rev. et mag. Zool. pure et appliquee. Paris 1860, XII, p. 494 — 509) später nach der Cuvierschen Notiz Scyllium albomaculatum genannte angebliche dritte Art mit Scyllium stellare iden- tisch sei, läßt aber, wohl weil die betreffende Stelle nur den Namen «.Scyllium albomar- ginatum Nobis.» ohne irgendwelche Beschreibung anführt, diese Frage offen. Ob die erwähnten Färbungsunterschiede tatsächlich ausreichend zur Aufstellung einer dritten Art, wie Cuvier dies zuerst proponierte, sind, einer Art, die dann allerdings mit Scy- liorhinus canicula sehr nahe verwandt wäre, ist Sache der Auffassung. Ich glaube aber, daß eine Registrierung dieses Unterschiedes durch Aufstellung einer Farbenvarietät, also Scyliorhinus canicula var. albomaculata den Tatsachen am besten entspricht. Scyliorhinus canicula kam nur selten an Bord, eine Tatsache, die wohl darauf schließen läßt, daß wir in diesen Gegenden das südliche Grenzgebiet seiner Verbreitung vor uns haben. 14. Scyliorhinus stellaris Blainv. Ein Weibchen von 774 m/;? Totallänge. Die Kopflänge (bis zur ersten Kiemen- spalte) ist in derselben 6-67 mal enthalten, was vollständig mit der Angabe Moreaus (Poiss. Fr., I, p. 281), nämlich 6 2 / 3 , übereinstimmt; dagegen ist es mehr, als Smitt (op. cit., II, p. 1152) für das Verhältnis, zwischen Kopf- und Körperlänge zitiert (17 — 19°/ , Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 99 d.i. 1:5*32 — 5'88); in der Körperlänge ohne Caudale ist die Kopflänge 5*09 mal ent- halten. Die Caudallänge verhält sich zur Gesamtlänge wie 1:3-45. Die Angabe Günthers (Katalog, VIII, p. 403), daß die Zähne des Unterkiefers ohne Seitenspitzen wären, ist wohl nur auf die Untersuchung von Exemplaren mit stark abgenutzten Zähnen, wie sie Moreau ja auch bei Scyliorhinus canicula (I.e.) erwähnt, zurückzuführen; unser Exemplar wenigstens zeigt auch an den Unterkiefer- zähnen die Seitenspitzen sehr deutlich und gut ausgebildet. Auch die Angabe, daß die Basislänge der Anale bei dieser Art nur ein wenig mehr betrage als ihre Entfernung von der Caudale (damit muß doch offenbar «von dem dem Beginne des unteren Caudal- lappens gegenüberliegenden Punkte» gemeint sein), ist ebenso wie die, daß sie bei Scyliorhinus canicula der letzteren gleich sei, ungenau. Bei beiden Arten ist diese Entfernung kleiner als die Analbasis, bei der letzteren allerdings nur wenig, bei un- serem Exemplare von Scyliorhinus stellaris dagegen verhält sie sich zur Basislänge der Anale wie 1 : 1*55 (54:83 mm), so daß man wohl nicht von einem geringen Unter- schiede sprechen kann. Die Grundfarbe des Rückens und der Seiten ist nur äußerst schwach grau, fast weiß, die dunklen Flecken sind oft bogen- und ringförmig. Das Tier hatte in seinem Magen außer einigen zerbrochenen Kopfknochen eines größeren Fisches auch die ziemlich großen Überreste eines Voluta-F ußzs. Die Art kommt in den dortigen Gegenden, nach unseren Erfahrungen zu sprechen, wohl nur ganz vereinzelt vor. 15. Mustelus vulgaris M. H. Vier Männchen von 433 — 752 mm und ein Weibchen von 3i3 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge (bis zur ersten Kiemenspalte) verhält sich zu derselben wie 1:5-65 — 6-55, die Entfernung der Schnauzenspitze von der letzten Kiemenspalte wie 1 :4'56 — 5-28, die Mundbreite zur Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte wie 1 : 1*09 — 1*26. An allen drei Orten, an denen wir fischten, wurde diese Art sehr häufig gefangen. 16. Mustelus laevis Risso. Ein Weibchen von 466 mm Totallänge. Die Kopflänge (siehe oben) verhält sich zu ihr wie 1 :6 - o5, die Entfernung der Schnauzenspitze von der letzten Kiemenspalte wie 1:476, die Mundbreite zur Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte wie 1 : i-32. Auch diese Art wurde oft erbeutet. 17. Sphyrna zygaena Raf. Zwei Weibchen von 1220 und i3oo mm Totallänge von Agadir, wo diese Art ziemlich häufig gefangen wurde. Zur Breite des Hammers verhält sich die Kopflänge (siehe oben) wie i:i - g3 — 1'98, die Entfernung der Schnauzenspitze von der letzten Kiemenspalte wie i : 1*4 — 1'45, die Mundbreite wie 1 :^. — 4*36, die Höhe des Hammers (bei den Augen von vorne nach hinten gemessen) wie 1:4-08 — 4-21. Die Hammer- breite ist in der Caudallänge 0-98 — 1-02 mal enthalten, die Kopflänge in der Total- länge 6-46— 6-57 mal, schließlich die Länge der zweiten Dorsalbasis in der der ersten 2-3 — 3 "ii mal. Die oben erwähnte Höhe des Hammers ist nicht, wie Günther (Ka- talog, VIII, p. 38i) angibt, nahezu gleich der Länge des Hinterrandes eines Hammer- flügels, sondern in derselben 1*27 — 1 -34 mal enthalten. Unsere Exemplare zeigen (in Alkohol) dunkelsilbergraue Färbung auf dem Rücken und den Seiten. 18. Carcharhinus (subgen. Platypodon) obscurus (Le Sueur). Ein 1042772m langes Weibchen dieser zwar weit verbreiteten, aber jedenfalls — besonders in diesen Gewässern — ziemlich seltenen Art wurde bei Agadir erbeutet. IOO Dr. Viktor Pietschmann. Die Körperverhältnisse unseres Tieres weichen in mancher Beziehung von den bisheri- gen Bestimmungen ab, so daß eine kurze Aufzählung dieser Merkmale hier folgen möge. Der Kopf ist sehr breit, nach vorne schräg abfallend, unten flach, mit etwas vorge- zogener, vorne abgerundeter Schnauze, seine Länge (bis zur ersten Kiemenspalte) ver- hält sich zur Gesamtlänge wie 1:5-51 (Stör er, Fish, of Massachus., p. 244, etwas mehr als I j 6 ), zur größten Höhe aber ungefähr wie 1-35: 1 (nicht, wie Storer, 1. c, p. 245 angibt, nahezu gleich). Der Mund ist stark gekrümmt. Die Zahnform stimmt mit den anderen Beschreibungen überein, ebenso die Form und Lage der Nasenlöcher. Der Durchmesser der seitwärts liegenden Augen ist in der oben erwähnten Kopflänge 10*5 mal, in der Entfernung der beiden Augen voneinander 6 mal enthalten (Storer, 1. c, ungefähr I / 4 ). Die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte verhält sich zur Entfernung beider Augen voneinander wie 1 : 1-35, zur Mundbreite wie 1 : ri3 (Dumeril, Hist. Poiss., I, p. 376: sind nahezu gleich), schließlich zur Kopflänge (s. o.) wie i:2-36. Die schief liegenden, dicht hintereinander folgenden Kiemenspalten sind beträchtlich größer als die Augen, die überhaupt im Verhältnis zur Größe des Tieres eher klein als groß, wie die meisten der früheren Beschreibungen angeben, zu nennen sind. Die säbelförmigen großen Pectoralen haben eine stark gekrümmte Außenkante, deren Länge 3-3 mal größer als die der inneren Kante ist (Günther, Katalog, VIII, p. 366 und Jordan und Evermann, Fish. North Am., I, p. 35: 4 mal größer). Der Hinterrand ist bis auf die abgerundete Außenecke ziemlich gerade. Die beiden Dorsalen und die Anale sind nach hinten in spitz zulaufende Enden ausgezogen. Die Länge der ersten Dorsale (von ihrem vorderen Ursprung bis zur Hinterecke gemessen) ist 2*58 mal größer als die der zweiten und 1-26 mal in der größten Länge der Pectorale (von ihrem Ursprung bis zur Außenecke) enthalten, die Länge ihrer (der ersten Dorsale) Basis ist 1 -90 mal größer als die der zweiten. (Dumeril, 1. c, gibt ohne nähere Bestimmung an, die erste dreimal größer als die zweite, ebenso Storer). Der Ursprung der ersten Dor- sale liegt über der hinteren Hälfte der Pectoralbasis, die zweite Dorsale liegt der Anale gegenüber. Die Länge der letzteren (wie bei den Dorsalen gemessen) ist kleiner als die der zweiten Dorsale (1:1-17), ihre Basis unbedeutend größer (1:0-98) als die zweite Dorsalbasis (Storer: Anale gleich Dorsale; Dumeril: Dorsale etwas größer als Anale). Auch die Anale ist nach hinten spitz ausgezogen, doch übertreibt die in Storers zitiertem Werke auf Taf. 36, Fig. 2 gegebene sonst gute Abbildung die Einbiegung des hinteren Flossenrandes ganz bedeutend; dieser ist bei unserem Exemplare nur ganz sanft konkav gebogen. Die Länge der nicht nach hinten verlängerten, ungefähr in der Mitte zwischen erster und zweiter Dorsale beginnenden Ventrale (wieder vom Beginne bis zur hinteren Ecke gemessen) ist ungefähr der Länge der zweiten Dorsale gleich (Ven- trale : Dorsale = 104: 1). Die Schwanzlänge verhält sich zur Totallänge wie 1 : 38g (Dumeril */ 4 der Totale, Storer 2 / 9 ), die Länge des unteren Schwanzlappens zum oberen wie 1:2-46 (Dumeril nahezu 1 : 3, Storer etwas weniger als I / 2 )- ^ie oDere Kante des letzteren ist, wie Günther schon angibt und Dekay (New York Fauna, Taf. 61, Fig. 201), wenn auch etwas übertrieben, zeichnet, gewellt. Von einem Seitenkiel, der übrigens auch bei keiner der vorhandenen Abbildungen sichtbar ist, obwohl in Lesueur (Ac. Nat. Sc, Vol. I, p. 223), Storer und Dekay erwähnen, ist bei unserem Exemplar nichts zu finden. Die Farbe des Tieres ist (in Alkohol) ein sehr dunkles Rauchbraun, das in den oberen Partien bläuliche Nuancen zeigt und gegen den Bauch hin allmählich in Weiß übergeht. Von Längsstreifen am Rücken, wie Storer erwähnt, ist ebensowenig bei unserem Exemplar sichtbar wie von dem bei Lesueur genannten, zwischen Augen und Pectorale befindlichen weißen Fleck an jeder Seite des Körpers. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. IOI Anacanthini. Clupeidae. 19. Clupea alosa Cuv. var. alosa Smitt. Vier Exemplare von 3i8 — 356mm Totallänge. Sie entsprechen der Smittschen Beschreibung (op. cit., II, p. g83) vollständig, nur finden sich bei einem Exemplar in der Anale 22 Strahlen ( 3 /i 9 > nacn Smitt 3 l 20 -z*) unc * die Transversallinie eines anderen zeigt 24 Schuppen (Smitt 20—23). Die Art kam an allen drei Orten, insbesondere aber bei Agadir häufig an Bord. 20. Clupea pilchardus Walb. var. oc, sardina Gthr. Zwei Exemplare von 156 und 177 m;» Totallänge; die über der Laterallinie be- findlichen, bei Smitt (op. cit., II, p. 981) erwähnten sechs schwarzen Flecken treten bei denselben besonders deutlich hervor. Gadidcte. 21. Gadus luscus L. Vier Exemplare von i3g— 225 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in derselben 4/28— 4-5 mal enthalten, die größte Körperhöhe 366— 3-75 mal, die Caudallänge 5-3— 5-81 mal. Die Ventrallänge verhält sich zur Pectorallänge wie 1:089 — 1-2, letz- tere zur Kopflänge wie 1:1*29 — 1 '^9- Die Flossenformeln unserer Tiere sind D 12 — 14 20 — 24! 18 — 19, A 29 — 33 19 — 21. Wenn man die Länge der ersten Dorsalbasis als 1 annimmt, so erhält man für die übrigen unpaaren Flossen folgendes Verhältnis: D^. D 2 :D 3 : A x :A 2 = 1 -.2-21 — 2-52 : 1-16-1-44 : 3-24-4-19 : 1-16-1-56, also auch hier wie bei den anderen Gadiden ziemlich große Schwankungen, während Günther in seinem Katalog (IV, p. 336) nur 1 : 2*4: 1*15 : 3-22 : i - 2 angibt. Die Art wurde nicht häufig gefangen. 22. Merlucius merluccius (L.). Vier Exemplare von 179 — 640 mm Länge. Die Kopflänge ist in derselben 3-5 — 4-27 mal enthalten (Smitt, op. cit., I, p. 515: 3-57— 4-08 mal), die Caudallänge 5-6 — 6-36mal, die größte Höhe des Körpers 7-11— 8-57 mal (Smitt 6— 7-92 mal). Die Ventrallänge verhält sich zur Pectorallänge wie 1 : 1 — 1-27, während das Verhältnis der unpaaren Flossen zur ersten Dorsalflosse die folgende Formel ergibt: D x : D 2 : A = 1 : 4-32— 5-56:4-65— 4-94. Ein später im Mittelmeer an der tunesischen Küste gefangenes Tier zeigt in bezug auf die Anale eine davon verschiedene Zahl, nämlich D t : D 2 : A = 1:5-24 — 4-18. Die kleinste Interorbitalbreite ist in der Kopflänge 3-28— 4-26 mal ent- halten (Smitt 3-33 — 4 mal). Die übrigen Körperverhältnisse stimmen mit den Smitt- schen Angaben, die Flossenformeln mit denen von Moreau (Hist. poiss. France, II, p. 251) überein. M. merluccius kam in großen Mengen an allen drei Stationen an Bord. Acanthopterygii. Percidae. 23. Dentex macrophthalmus Bloch. Zwei Exemplare von 247 und 261 mm Gesamtlänge, das größere davon aus dem Schlünde eines Lophius piscatorius L. Die Kopflänge ist in der Gesamtlänge 3-3 und 3-29 mal enthalten (Steindachner, Ichth. Reise Span., Port. Meeresfische. Sitzungsber. 102 Dr. Viktor Pietschmann. Ak. Wien, LVI, 1867, Sep., p. 24 3-5 — 3-6 mal; Moreau, Poiss. Fr., III 3.67 mal; Doderlein, op. cit., IV, p. i38 3-6 — 4 mal), die größte Körperhöhe 3-07 und 3-05 mal (Steindachner 3-25— 3*4 mal, Moreau 3— 3 -5 mal, Doderlein 3— 3 -25 mal), dieCaudal- lange 4-66 und 4*63 mal, die Pectorallänge 3-73 und 3-63 mal, die Ventrallänge 553 mal, die Länge der Dorsalbasis 2-53 und 2*47 mal und schließlich die der Analbasis 6-87 und 6-86 mal. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie 1:2-82 und i:3 (Steindachner 1 : 3 — 3-33, Moreau und Doderlein 1 : 3), die Interorbitalbreite wie 1:4-16 und 1:4-41. In der Transversallinie zähle ich 7 Schuppenreihen über und 14 — 14 1 /-, unterhalb der Laterallinie. Im übrigen stimmen unsere Exemplare mit Stein- dachners Beschreibung und Abbildung (1. c.) dieser Art vollständig überein. Das kleinere derselben zeigt übrigens eine äußerst interessante Mißbildung. Es fehlen dem- selben nämlich nicht bloß die Ventralen, sondern der ganze ßeckengürtel, wie man sich durch Befühlen der entsprechenden Region des Bauches überzeugen kann. Ob dieser Mangel schon vom embryonalen Zustand mitgebracht wurde oder erst durch eine Ver- letzung — etwa einen Biß, der dann ohne Regenerat verheilte — entstand, ist wohl kaum zu entscheiden, wenn nicht eine etwas weniger resistente Beschaffenheit der Ge- webe an dieser Stelle, die aber auch Folge von teilweiser Mazerierung durch die Bauch- eingeweide sein könnte, auf die letztere Ursache des Fehlens schließen läßt. 24. Dentex maroccanus Cuv. Val. Fünf Exemplare von 2i3 — 289 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist 3*38 — 3-59 mal (Steindachner, op. cit., p. 26 3-6 mal), die Körperhöhe 2-74 — 2-97 mal (Steindachner etwas mehr als 3 — 3-2 mal), die Schwanzlänge 3 - g3 — 4-35 mal in der- selben enthalten; ferner ist die Pectorallänge, die ungefähr gleich der Kopflänge ist, zu welcher sie sich wie 1:0-98 — roS verhält, 3 - 3g — 3*85 mal, die Ventrallänge 4-98 — 5-86 mal, die Länge der Dorsalbasis 2*35 — 2-58 mal, die der Analbasis 6-26 — 7 - 23 mal in der Totallänge enthalten. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie i : 3-4 — 3-59 (Steindachner bei 170 — 210 mm langen Exemplaren wie 1 : 3 — 3-17, bei größeren bis 240 mm wie 1 : 3-33 — 3-4), die Interorbitalbreite wie 1:4-26 — 4-64 (Stein- dachner 1:4-33), die Länge des zweiten Analstachels wie 1 : 2*83 — 3*23. Die Zahl der Schuppenreihen längs der Lateral- und Transversallinie stimmt ebenso wie die Zahl der Flossenstrahlen in den einzelnen Flossen mit Cuviers (Hist. Nat. poiss., VI, p. 234) und Steindachners bezüglichen Angaben überein. Nur in der Pectorale findet sich ein kleiner Unterschied insofern, als nach den Beobachtungen an unseren Exemplaren der erste Strahl dieser Flosse ein ungegliederter ist, mithin einen wenn auch nicht sehr starken Stachel vorstellt, so daß die Flossenformel dafür lautet: P I / I4 , während Guvier P 15 angibt. Auch die Angabe über die Farbe dieser Art stimmt nicht ganz. Die Tiere sind nicht einförmig gefärbt, sondern haben auf prachtvoll glänzender rosenroter Grundfarbe längs jeder Schuppenreihe von vorne nach hinten bis zur Schwanzwurzel ziehende licht schwefelgelbe Längsstreifen, die allerdings wie auch die rote Grundfarbe bei längerem Liegen in Alkohol vollständig verschwinden. Das dürfte auch der Grund sein, warum sie bisher übersehen wurden. Diese Art bildete einen häufigen charakteristischen Bestandteil unserer Fange. Sciaenidae. 25. Sciaena aquila (Lacep.). Ein io3o mm langes Exemplar von Agadir. Dem völlig ausgewachsenen Zu- stande des Tieres entsprechend zeigen sich in den Körperverhältnissen einige Verschie- Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. io3 denheiten gegenüber den von anderen Autoren vorgebrachten, die sämtlich kleinere Exemplare vor sich hatten. Die Kopflänge ist in der Gesamtlänge 3-46 mal (Cuv. Val., V, p. 44 4 mal, Steindachner, op. cit., p. 38, Moreau, Poiss. Fr., III, p. 3g8, Lillje- borg, Sv. Norg. Fisk., I, p. 199 und Smitt, op. cit., I, p. 50 4 — 4-5 mal), die grö(3te Körperhöhe, die bei unserem Exemplare etwas nach Beginn der ersten Dorsale erreicht w j rc I — nicht, wie Cuv. Val. (I.e.) sagt, in der Mitte derselben — 4-68 mal, die Caudal- länge 6-o6mal, die Pectorallänge 6-48-, die Ventrallänge 7*33 mal enthalten. Ferner ist der Augendurchmesser in der Kopflänge 8*64 mal enthalten. Cuvier und Valen- ciennes, Moreau und Lilljeborg geben dafür die Zahl 6, Steindachner 5-67 — 6-33, Smitt 6 — 7 mal an. Die Interorbitalbreite verhält sich zur Kopflänge wie 1 : 5*05 (Cuv., Val. 1 :3, die übrigen Autoren 1 14). Es ist somit ersichtlich, daß die relative Größe des Auges in bezug auf die Kopflänge mit dem fortschreitenden Wachstum be- trächtlich abnimmt. Die Entfernung des vorderen Oberkieferrandes vom vorderen Augenrande ist in der Kopflänge 377 mal (Cuv., Val. und Moreau 3 mal, Stein- dachner 3-23 — 3-67 mal), die Länge der Mundspalte 3 2 mal enthalten. Die Verhält- nisse der vorderen Kopfteile variieren bei verschiedenen Exemplaren übrigens bedeu- tend. So konnte ich z. B. bei den Tieren der Musealsammlung von dem gewöhnlichen Verhalten, bei dem der hintere Rand des Maxillare bis ungefähr unter die Mitte des Auges reicht, verschiedene Übergänge zu den Verhältnissen unseres Exemplares kon- statieren, bei welchem dieser Hinterrand sogar sichtlich über den hinteren Augenrand hinausragt. Auch hier scheint das größere oder'geringere Alter eine Rolle zu spielen, denn die unserem Exemplar am nächsten stehenden Verhältnisse fanden sich bei den zwei nächst- kleineren Tieren der Musealsammlung, die von der ersten österreichischen Expedition ins Rote Meer aus Suez mitgebracht wurden und ebenfalls ungefähr 800 — 900 mm Länge haben. Unabhängig vom Alter scheint dagegen der Umstand zu sein, daß der Unterkiefer bald überragt wird vom Oberkiefer, bald demselben gleich ist, bald ihn mehr oder weniger, in unserem Falle beträchtlich überragt. Die Einbuchtung der Stirn tritt bei unserem Exemplar etwas hinter dem Auge sehr deutlich hervor. Ebenso ist die Rückenkante bei demselben sehr scharf ausgeprägt. Die Länge der ersten Dorsal- basis ist in der der zweiten 1-96 mal, die der Analbasis in der letzteren 5-23 mal ent- halten. Der erste Stachel der ersten Dorsale verhält sich zum zweiten und dritten der- selben Flosse und zum ersten Stachel der Anale wie 1 : 4-67 : 7*o3 : 2-67. Die Lateral- linie ist sehr undeutlich, so daß das Zählen der Öffnungen ihrer Schuppen — 55 an der Zahl — ziemlich schwierig war. In der Regel folgt auf je eine Schuppe ohne Öffnung eine solche mit einem Porus. Unser Exemplar zählt dementsprechend auch vom Be- ginne der Laterallinie bis zu den kleinen Schwanzschuppen ungefähr 100 allerdings oft nicht sehr deutlich ausgeprägte Schuppenreihen. Außer dem schwarzen Fleck auf der oberen Pectoralwurzel besitzt unser Tier auch etwas über der Mitte des Kiemendeckels einen intensiven, kleinen, braunschwarzen Fleck. Der Rücken des Tieres ist im Alkohol intensiv kupferfarbig schimmernd, im Leben zeigten fast alle gefangenen Exemplare einen wunderbaren Goldglanz mit starkem violetten Schimmer. Gegen die Seiten des Körpers wird diese Färbung schwächer und geht auf dem Bauche in reinen Silberglanz über. Nach all dem Vorgebrachten ist es unmöglich, Sciaena Sauvagei Rochebrune (Bull. Soc. Phil. [7], IV, p. 161 und Act. Soc. L. Bord., VI, PI. III, Fig. 1) als besondere Art aufrecht zu erhalten, es ist vielmehr eben die ausgewachsene Sciaena aquila, die dem Autor dieser Art vorlag. Die Zeichnung derselben ist, wie überhaupt alle in dieser Abhandlung, sehr ungenau und in den Farben übertrieben. 104 Dr. Viktor Pietschmann. Diese von unseren Seeleuten «Adlerlachs» genannte Art muß bedeutende und häufige Züge unternehmen, denn noch viel weniger als bezüglich des Pomatomus sal- tator Bl. Sehn, konnte man sich wegen der vorliegenden Art nach den günstigen Ergeb- nissen eines Fanges über die Aussichten des nächsten klar werden, vielmehr wurde oft an derselben Stelle, die zwei bis drei Stunden vorher eine Menge dieser Tiere geliefert hatte und auch den ganzen Tag vorher ergiebig gewesen war, kein einziger gefangen. 26. Umbrina ronchus Val. Zwei Exemplare von 268 und 375 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in der- selben 4 - 25, respektive 3-95 mal enthalten (Steindachner, op. cit., p. 36 4 mal, bei 150 — 170mm langen 4-25 mal), die Körperhöhe 3'o8 und 3 - 2imal. Günther (Ka- talog, II, p. 275) gibt für dieses letztere Verhältnis 3-5 mal an, Steindachner 3-5 — 3-67, Moreau (Poiss. Fr., II, p. 3g6), dessen unter dem Namen Umbrina Lafonti be- schriebene Art, wie auch Vinciguerra (Le crociere dell' Yacht «Corsare», Pesci, Ann. Mus. Gen., XVIII, p. 612) meint, offenbar mit Umbrina ronchus identisch ist, 3 — 3'5, endlich Vinciguerra (op. cit.) 3-25 mal. Der Augendurchmesser ist in der Kopflänge 3"g4 und 3*52 mal enthalten (Steindachner 3*4 mal bei 150 — 170mm langen Exem- plaren, 4"25 mal bei 36o mm langen, Moreau und Vinciguerra 41113!, Günther 4*5 mal), die Interorbitalbreite 3^07 und 3 - 96mal. Der Augendurchmesser verhält sich zu letzterer wie 1: ri3 und 1:078. Die bisherigen Angaben erwähnen, daß er gleich oder etwas größer als dieser ist. Die Länge der ersten Dorsalbasis verhält sich zu der der zweiten wie 1 : 2*21 und 1 : 2'4i, die der Anale zur letzteren wie 1 : 3'ig und 1 '.4-08. Der zweite Analstachel ist in der Kopflänge 3, respektive 3 - o6mal enthalten. Die Laterallinie zählt bei dem größeren Exemplar 48, bei dem kleineren 54 Schuppenreihen auf dem Körper; die Zahl der P'lossenstrahlen in der Dorsale und Anale ist die gewöhn- lich angegebene; die Pectorale hat Vi 6 -17 Strahlen. Daß Moreaus Umbrina Lafonti tat- sächlich mit unserer Art identisch ist, zeigt auch ein Vergleich folgender Verhältnisse: Die Caudallänge unserer Exemplare verhält sich zur Gesamtlänge wie 1 : 4^41 und 1 : 4*47 (Moreau für U. Lafonti 4*5), die Pectorallänge zu derselben wie 1 '.5"5i und 1 :6*i6 (Mo- reau 1:6). Die Pectoralen sind, wie auch Moreau bei seiner Art hervorhebt, etwas kürzer als die Ventralen, die in der Totallänge 5 - 36 und 5*89 mal enthalten sind. Auch seine Beschreibung der Opercularknochen stimmt mit den diesbezüglichen Verhältnissen bei unserer Art überein. Der Umstand, daß er für die Transversallinie fünf Schuppen über der Laterallinie angibt, was Vinciguerra zu Zweifeln über die Berechtigung, die Art mit Umbrina ronchus zu vereinigen, veranlaßt, ist, wie ich glaube, nicht gar so sehr ins Gewicht fallend. Denn schon nach den anderen bisherigen Angaben ist eine Varia- bilität diesbezüglich zu konstatieren. So gibt Günther die Zahl 7 / I5 an, welcher sich unsere Exemplare anschließen, Steindachner 7^, Vinciguerra 8 Reihen über der 1« Laterallinie. Dem gegenüber zeigt die Angabe Moreaus, I, wie ich glaube, keine gar so beträchtliche Abweichung, daß sie allein imstande wäre, die Abtrennung einer Art zu berechtigen, zumal da er auch sonst mehrfach ganz ungewöhnlich niedrige Zahlen für die Transversallinie angibt. Und nachdem alle übrigen gewiß ebenso schwerwiegen- den Merkmale mit Umbrina ronchus übereinstimmen, wird man auf diesen Unter- schied, der eben wohl bloß eine etwas größere Variabilität, als bisher angenommen, darstellen mag, nicht zu großes Gewicht zu legen brauchen. Diese Art wurde nicht häufig, aber an allen drei Fangstationen an Bord ge- bracht. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 105 Sparidae. 27. Sparus aurata L. Ein 430 mm langes Exemplar. Später wurde an der Küste von Tunis ein jüngeres, nur 246772m langes Tier gefangen, das der Übersichtlichkeit wegen hier ebenfalls schon berücksichtigt werden möge. Die Kopflänge des großen Tieres ist 4-1 mal, die des klei- neren 4-17 mal in der Gesamtlänge enthalten (Steindachner, op. cit., p. 56 etwas mehr als 4— 4-33 mal, Moreau, Poiss. Fr., III, p. 45 und 47 4—4-33 mal, Doderlein, op. cit., IV, p. 156 4 mal), die Körperhöhe 3, respektive 3-51 mal (Günther, Katalog, I, p. 484 [Chrysophrys aurata und crassirostris] 3-33— 3-5 mal, Steindachner 3 — 3-i8mal, Moreau und Doderlein 3 — 3-5 mal), die Caudallänge 4-3 und 3-97 mal. Ferner ist die Pectorallänge 358 und 3-84 mal (Moreau ungefähr 4 mal), die Ventral- länge 6-14 und 665 mal in der Gesamtlänge enthalten. Die Kopflänge verhält sich zu der Länge der Brustflosse wie 1:1-14 und 1:108, der Augendurchmesser zur Kopf- länge wie 1 '.5-25 und 1 : 3g3 (Steindachner 1 : 44— 4-5, Moreau 1 '.475 bei 250 — 3oo 77*772 langen, 1:5-2 bei 450 — 500772m langen Exemplaren, 1 :6 bei Chrys. crassi- rostris, also zusammen 1:4*75 — 6), die Interorbitalbreite zur letzteren wie i:3 und i:3-8i (Steindachner i:3 — 3-25). Die Dorsale zählt in beiden Fällen 11 steife Stacheln und 15, respektive i3 weiche Strahlen, die übrigen Flossen stimmen mit den bisherigen Angaben überein, ebenso die Transversallinie (speziell mit Steindachners Angabe); die Laterallinie zählt 81, respektive 83 Schuppenreihen (bisher wurden 74 — 80 angegeben). Entgegen der Anschauung Moreaus und Doderleins, die die von Steindach- ner zusammengezogenen beiden Arten Sparus (Chrysophrys) aurata und crassi- rostris wieder trennen, halte ich vielmehr schon nach Untersuchung der vorliegenden beiden Exemplare diese Trennung für nicht berechtigt. Denn besonders das größere marokkanische Exemplar stellt in vieler Beziehung, so auch insbesondere was die Fär- bung betrifft, eine Mittelstufe zwischen den beiden angeblichen Arten dar, so daß es mir nicht möglich wurde, es unter eine von diesen mit Bestimmtheit einzureihen. Ich erhielt nur dieses eine Exemplar während unseres ganzen Aufenthaltes an der marokkanischen Küste. 28. Sparus acarne (Cuv. Val.). 16 Exemplare von 150— 3o6 772272 Gesamtlänge. Da unsere größten Exemplare fast genau die Größe der von Steindachner (op. cit., p. 60) als größten, die er wäh- rend seiner ganzen Reise zu Gesicht bekam, aufgeführten Exemplare von 3io 772722 er- reichen, kein einziges aber diese Größe überschreitet, so kann man Exemplare, die über dieselbe hinauswachsen, wohl als selten bezeichnen und vermuten, daß um 3io— 33o mm herum die Wachstumsgrenze normalerweise erreicht ist. Die Kopflänge ist in der Gesamtlänge 3 54 — 3-97 mal enthalten. Diese Schwan- kungen beruhen hauptsächlich auf individueller Variation. Denn wenn auch in der Mehrzahl bei den jungen Individuen die Kopfgröße in der Körpergröße etwas öfter enthalten ist, was sich darin ausspricht, daß diese die höchsten Verhältniszahlen gegen 3-8—3-97 aufweisen, während die größeren Tiere meist die niedrigeren Zahlen zeigen, so finden wir doch bei einigen Exemplaren diese Erscheinung durchbrochen, so daß z. B. ein 256 772222 langes Exemplar das Verhältnis 1 : 3-94 aufweist, während ein 176 7?2?7j langes das von 1:3-59 zeigt, so daß tatsächlich wohl nicht ausschließlich an relative Größenverändeiung mit dem zunehmenden Alter gedacht werden kann. Die wichtig- sten bisherigen Angaben sind: Günther (Katalog, I, p. 480) und Canestrini (Pesci IOÖ Dr. Viktor Pietschmann. d'Italia, p. 91) 3*67 mal, Steindach ner (op. cit., I, p. 60) 4 mal, Day (Fish. Great Brit. Irel., I, p. 3g) 3-5 — 3-67, Moreau (Poiss. Fr., III, p. 36 und Doderlein (op. cit., IV, p. 179) 3-5 — 375. Dagegen zeigt sich, wie schon Steindachner (1. c.) hervorgehoben hat, eine relative Größenzunahme der größten Körperhöhe mit dem Alter; diese ver- hält sich bei unseren Exemplaren zu der Gesamtlänge wie 1 :3 - i3 — 4"ii, und zwar ist sie bei einem 152 mm langen Individuum geringer als die Kopflänge und zeigt das größte Verhältnis (1:4-11), bei anderen von 150 — 2o3 mm ist sie dieser gleich (Ver- hältnis zur Gesamtlänge 1:3-56 — 3-95), alle übrigen Exemplare zeigen niedrige Ver- hältniszahlen, die i:3'7 nicht überschreiten. Ein 176 mm langes Exemplar macht je- doch insoferne von dieser Regel eine Ausnahme, als es das Verhältnis 1 : 3 - 2 (!) zeigt, also eine für diese Größe ungewöhnliche Körperhöhe besitzt. Günther, Canestrini und Day geben an, daß die Körperhöhe 3-67 mal in der Gesamtlänge enthalten sei, Cuvier und Valenciennes (op. cit., VI, p. 191) 3-75 mal, Steindachner für junge Tiere von 150 — 252 mm 4 mal, für solche von 3oo — 3io mm 3-5 mal, Moreau 3-5 — 3-8 mal. Die Länge der Schwanzflosse ist 4-18 — 5-68 mal in der Gesamtlänge enthalten, die der Pectorale, die stets etwas kürzer als die Kopflänge ist (Verhältnis zu derselben wie 1 : ro2 — 1*15) 3-87 — 4-29 mal, die der Ventrale 6-09 — 7-06 mal, in den meisten Fällen aber ungefähr 63 — 6-7 mal, die Länge der Dorsalbasis 2*29 — 2-57 mal, bei zwei kleinen Exemplaren 2-37 und 278 mal, die der Analbasis 5-92 — 7-52 mal, meist aber ungefähr 6-3 — 7 mal. Der Augendurchmesser ist in der Kopflänge 3-17 — 4 mal ent- halten, und zwar finden wir auch hier vielfach, daß die relative Augengröße bei den größeren Exemplaren geringer ist, ohne daß man jedoch, wie ich meine, bestimmte Schlüsse auf die Größe bei den verschieden langen Exemplaren ziehen könnte, denn auch hier finden sich kleine Exemplare mit verhältnismäßig großem Augendurchmesser, also kleiner Verhältniszahl, und ebenso auch große Individuen, die das Gegenteil zeigen. Die Veränderungen der relativen Augengröße mit zunehmendem Wachstum, die ja sicher bei dieser Art sich ebenfalls finden, sind eben verhältnismäßig so gering, daß sie durch die Ergebnisse der individuellen Variation teilweise verwischt werden. Die bis- herigen Angaben über Augengröße sind folgende: Günther 3-5 mal, Steindachner bei jungen Tieren 3-33 — 3-5, bei alten 4 mal, Day, Moreau und Doderlein 4 mal. Die Interorbitalbreite endlich ist 2-g3 — 3-7 mal in der Kopflänge enthalten. Das Ver- hältnis des Unterkiefers zum Oberkiefer ist bei dieser Art ziemlich variabel, von Exem- plaren, deren Oberkiefer über den Unterkiefer vorragt, finden wir alle Übergänge zu solchen, wo das Verhältnis umgekehrt ist. Moreau behandelt bei der Besprechung dieser Art auch die Frage, ob die von Günther (Katalog, I, p. 478) aufgestellte Art Pagelhis Owenii, deren Hauptunterschied von Sparus acarne in dem Besitz von drei Reihen von Molarzähnen im Oberkiefer ist, zu Recht bestehe oder nicht und kommt auf Grund seiner Untersuchungen zu dem Re- sultate, daß dieselbe der vollständig erwachsene Sparus acarne ist, indem er konstatiert, daß von drei untersuchten Exemplaren ein 204 mm langes Individuum noch zwei Reihen, ein 250 mm langes links zwei, rechts drei Reihen, schließlich ein 3o8 mm langes links drei, rechts vier Reihen Molarzähne besitze. Nach meinen Beobachtungen ist je- doch festzustellen, daß eine solche Vermehrung der Molarzähne mit dem fortschreiten- den Alter, wie er sie daraus schließt, keineswegs immer, ja nicht einmal in der Regel eintritt. Denn nicht bloß die von Marokko von mir mitgebrachten Exemplare, auch die größten unter ihnen von 236, 276 und 3o8 mm besitzen bloß zwei Reihen Molar- zähne, sondern auch ein 347 mm langes, also ungefähr ebenso großes Exemplar wie die Güntherschen Typen von P. Owenii, das von La Coruna stammt, besitzt weder Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 107 auf dem linken, noch auf dem rechten Intermaxillare mehr als zwei Reihen. Wohl aber ist Moreaus Angabe insoferne von Wichtigkeit, als sie zeigt, daß auch die Art der Be- zahnung, auf die ja vielfach, und mit Recht, artentrennender Wert gelegt wird, nicht bloß individueller Schwankung — als solche muß man das Auftreten von drei oder vier Reihen bei den Güntherschen Typen von P. Owenii bezeichnen — unterliegt, sondern sogar bei einem und demselben Individuum teilweise Abweichungen zeigen kann. Jedenfalls aber ist, da sonst kein stichhältiges Trennungsmerkmal vorliegt — der von Day angegebene Unterschied: linea later. owenii 68 — 70, acarne 70 — 72, so- wie der zweite: Kopflange zur Gesamtlänge bei owenii wie 1 :3*33 — 3-67, bei acarne wie 1 :3-5 — 3-67 ist, wie auch die obigen Angaben über unsere Exemplare zeigen, kein solcher — wohl keine Möglichkeit vorhanden, diese angebliche Art aufrechtzuerhalten. Auch die Unterschiede, die sich in Days Abbildungen der beiden Arten (op. cit, I, Tab. XV u. XVI) in der Körperform zeigen, finden sich bei unseren acar/ze-Exemplaren, aber durch alle möglichen Zwischenformen verbunden. Diese Art war sowie die nächste einer der gemeinsten, zahlreichsten Bestandteile unserer Fänge. 29. Spams centrodontus (Cuv. Val.). Acht Exemplare von 98 — 256 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist 3-72 — 3-92 mal in derselben enthalten, die Körperhöhe 3-32 — 4-08 mal, die Schwanzlänge 4*08 — 4-65 mal. Ferner verhält sich zur Totallänge die Länge der Dorsalbasis wie i'.2-36 — 2-46, die der Analbasis wie 1 \S'\ — 5*94, die Ventrallänge wie 1 1578— 673, endlich die Pectorallänge wie 1 : 372— 4-21. Letztere ist der Kopflänge ungefähr gleich (Ver- hältnis zu derselben wie 1:099 — 1-08). Der Augendurchmesser ist in der Kopflänge 2-85— 3-14 mal, die Interorbitalbreite 3-33— 4*3 mal enthalten. Die Zahl der Schuppen- reihen längs der Laterallinie schwankt zwischen 71 und 76. Ich halte an der Meinung Steindach ners (op. cit., p. 60) entgegen der Ansicht Moreaus (Poiss. Fr., III, p. 29 u. 33) und Days (op. cit., I, p. 36 u. 37), die Sparus bogaraveo und Sparus centrodontus als zwei Arten beschreiben, ohne der Steindach- nerschen Angaben zu erwähnen, sowie Doderleins (op. cit., IV, p. 171 u. 176), der die letzteren als unrichtig ansieht, fest, daß Sparus bogaraveo nur die Jugendform von Sparus centrodontus darstellt. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Punkte in den Beschreibungen beider angeblichen Arten aus den erwähnten drei Werken, wie sie die folgende Tabelle (p. 108) zeigt, ergibt schon, daß die einander entsprechenden Angaben über die einzelnen Merkmale nur sehr geringe, oft aber auch gar keine Differenzen zeigen. Dabei sei erwähnt, daß die bei beiden Arten vollständig übereinstimmenden An- gaben überhaupt weggelassen wurden. Auch Moreau gibt wie Steindachner an, daß bei jungen Exemplaren von Sparus centrodontus der schwarze Fleck an der Late- rallinie fehle, und meint, daß solche Exemplare dann an der gelben oder gelbroten Fär- bung des Mundes und an der Größe der Augen immer zu erkennen sind. Abgesehen davon, daß die Mundfärbung, die überhaupt bei Alkoholexemplaren sehr trügerisch und unbeständig ist, wohl kein besonders geeignetes Unterscheidungsmerkmal sein dürfte, falls sie nicht äußerst auffallende Verschiedenheiten zeigt, ist es wohl, wie nach Be- trachtung seiner Angaben in der nachfolgenden Tabelle zugegeben werden muß, ziem- lich schwer, nach der besonderen Größe der Augen eine exakte Bestimmung vorzu- nehmen, wenn man seine Zahlangabe zuhilfe ziehen wollte, die ja für bogaraveo und centrodontus einen gleichen Augendurchmesser — von J / 3 der Kopflänge — angibt. Dieselbe Zahl für beide Arten ( x / 3 ) finden wir auch bei D oderlein p. 177, dessen io8 Dr. Viktor Pietschmann. S p a r u s bogaraveo Q ° *-i cfl U O S '5b « ■^ o U, § < S p a r u s cenlrodontus Q d Kopflänge zur Ge- samtlänge wie i :3"67 —4 = Kopfhöhe i:3-25— 4 Augendurchmesser zur Kopflänge wie i:3 -3-2 5 i:3 Iris weiß Interorbitalbreite zum Augendurch- messer wie = Präorbi- tallänge = i : i Präorbitallänge zum Augendurch- messer wie 075:1 fast gleich dem Augen- durch- messer Molarzähne 1— 3 Reihen oben 2 Reihen unten 2 Reihen Schuppenreihen auf den Wangen 6-7 5-6 Linea lateralis 7i 52—56 fast gerade Linea transversalis 7_ 15 6—7 I3^ +I =20 — 22 Dorsalstrahlen Analstrahlen 12 i3 1 1 12 3 Caudallänge zur Gesamtlänge i:5-5 Pectorallänge reicht bis zum ersten Drittel der Anale zur Gesamt- länge wie geht bis zum Anus Körperhöhe zur Gesamtlänge wie i:3-33- 3-5 Hinterrand desOber- kiefers reicht bis = Kopf höhe 1:4 i:j-25— 4 1: 3'75— 4 unbedeu- tend größer als Kopf- höhe 1: 3-67— 4 1:3-67—4 i:3! i:3—3-25 i:3-33- 3s i:3 Iris gelb- lichweiß i:3! Augen viel größer als bei den an- derenArten! Interorbi- talbreite gleich Prä- orbitallänge fast gleich dem Augen- durch- messer 075-1 1: 1 oder etwas kleiner als der Augen- durch- messer etwas kleiner als der Augen- durch- messer 2 Reihen 2-3 3—4 un- regelmäßige Reihen 3—5 Reihen oben 2 — 4 Reihen unten variieren nach dem Alter 5—7 52-56 fast gerade 5 2 —7l 75 75-80 gebogen 57-80 gebogen; in der Be- schreibung p. 178 75— 8c 6-7 13—15 + 1 16 6—7 7I3T6+' = 22 — 24 :2 — 24 12— 13 12 — 13 i3 3 12 3 12 3_ 12 i = 5" i:5-5-5 zurGesamt länge wie nicht bis zur Anale zur Gesamt länge wie gleich Kopflänge zurGesamt länge wie 1:4, geht bis hinter den Anus i:3-5- 3-75 i:3-33- 3-75 i:3-25- 3-5 ■3-75 i:3-75 in der Be- schreibung p. 177 1: 3-67 -3 7 5 zur hinteren Nasen- öffnung I : 3-67— 4 1: 3—3-1; kleiner oder gleich dem Augen- durch- 3 =5 2-4 57-80 6-7 "5- + 1 12 — 13 12 i:5—5-5 1:4 1: 3— 3-75 Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. iog Angaben überhaupt sehr mit denen Moreaus übereinstimmen, der aber dann auf S. 17g (also nur zwei Seiten später!) davon spricht, daß das Auge von centrodontus viel größer sei als bei allen übrigen Arten dieser Gattung! Wenn letzterer Autor ferner angibt, daß boqaraveo ein viel schwächer gebogenes Körperprofil als centrodontus aufweist, so läßt sich diese Erscheinung, die übrigens in gleicher Weise sich auch bei anderen Sparus- Arten (siehe Spams acarne) in einer stärker werdenden Krümmung des Profils mit zunehmendem Alter äußert, hier ebenso leicht auf Altersunterschiede zurückführen, wie die anderen Unterschiede z. B. in der größeren oder geringeren Anzahl von Molar- zahnreihen. Wenn D oderlein diesbezüglich für centrodontus angibt, daß die Zahn- reihen mit dem Alter variieren, so müßte für ihn schon darin ein Hinweis daraufliegen, daß die einfache, keine Schwankungen zeigende Angabe von nur zwei Molarzahnreihen für bogaraveo, zusammengehalten mit der konstanten, geringen Größe dieser angeblichen Art, eher ein Beweis dafür ist, daß dies nur Jugendformen seien, die eben, weil sie alle fast gleichen Altersstadien angehören, dieselbe Bezahnungsweise haben, als daß sie ein Merkmal zur Trennung darstellen sollte. In ähnlicher Weise sind wohl auch die Unterschiede betreffs Laterallinie und Flossenformeln, die bei bogaraveo etwas niedrigere Zahlen zeigen, auf das geringere Alter einer Jugendform, nicht auf spezifische Unterschiede zurückzuführen. Smitt tut in seinem Werke dieser Streitfrage leider keine Erwähnung. 3o. Sargus annularis (L.). Zwei Exemplare von 157 und 162 mm Gesamtlänge. Sie schließen sich in ihrem ganzen Bau und ihrer Färbung vollständig 12 Exemplaren derselben Art von der Küste von Tunis und Tripolis an. Nur in der Zahl der Flossenstrahlen für die Dorsale und Anale sowie die Pectorale ist ein Unterschied zwischen ihnen und überhaupt allen bis- herigen Beschreibungen dieser Spezies zu konstatieren. Sie haben nämlich in der Dor- sale 11 Stacheln und das eine i3, das andere aber 14 weiche Strahlen (bisher wurde angegeben D 11 l l2 ^ I3 ), in der Anale 3 Stacheln und 14 (!) weiche Strahlen; die bis- herigen Angaben bezüglich der Anale schwanken zwischen 10 und 11 weichen Strahlen. Von den erwähnten tunesischen Exemplaren schließen sich mit Ausnahme zweier, die in der Anale 12 weiche Strahlen haben, alle den bisher beschriebenen Formen an. Auch in der Pectorale haben die letzteren die gewöhnliche Zahl von 14 Strahlen, wäh- rend das eine der marokkanischen Exemplare 15, das andere 16 zählt. Da die Annahme, daß eventuell eine Lokalvarietät mit einer größeren Strahlenzahl in der Dorsale und Anale vorliege, schon aus dem Grunde, nebst manch anderem, nicht zulässig ist, weil die von Steindachner (op. cit., p. 41) von den kanarischen Inseln, also aus unmittel- barer Nachbarschaft dieser Gebiete beschriebenen Exemplare vollständig mit den bis- herigen Angaben übereinstimmen, so muß man eben eine größere Variation in dieser Beziehung bei unserer Art konstatieren, als bisher bekannt war. Was die Körperverhältnisse dieser beiden und der 12 tunesischen Exemplare an- belangt, so verhält sich die Kopflänge zur Gesamtlänge wie 1 :3 - 72 — 4'ocj, die Körper- höhe wie 1";. 2-62 — 2-84, die Caudallänge wie 1 : 4-22— 4-88. Ein sehr konstantes Ver- hältnis ist das von Dorsallänge zur Totallänge, das nur zwischen 1:209 und 1:2-29 variiert, ferner das der Pectorallänge zur letzteren, nämlich i:3*4 — 3-86 sowie zur Kopflänge, 1 : 1-05 — 1-14. Die Ventrallänge ist in der Gesamtlänge 5-67 — 671 mal ent- halten, die Anallänge 4 — 57 mal. Ferner ist der Augendurchmesser in der Kopflänge 2-82 — 373 mal enthalten. Steindachner gibt dafür 3-4 — 4, Moreau (Poiss. Fr., II, p. 9) und Doderlein (op. cit., V, p. 214) 3-25 — 3-5 mal an. Schließlich ist die Inter- Annalcn des k. k. naturhistorischen Hofmuseams, Bd. XXI, Heft 2, 1906. 9 HO Dr. Viktor Pietschmann. orbitalbreite 2'88 — 4mal in der Kopflänge enthalten (Steindachner 3-67 bis etwas mehr als 4 mal, Moreau und D oderlein gleich dem Augendurchmesser, also 3*25 — 7-8 3-5 mal in der Kopflänge). Die Transversallinie zeigt folgende Formel: — ^ > die Laterallinie zählt bei allen Exemplaren 55 Schuppen. Diese Art wurde an der marokkanischen Küste bei weitem nicht so häufig wie im Mittelmeere gefangen. Mullida e. 3i. Mullas barbatus L. Ein Exemplar von 22g mm Totallänge. Die Flossenformeln für die Dorsalen sind etwas von den gewöhnlichen Verhältnissen dieser Art abweichend, nämlich D 7 I / g . Diese im Mittelmeere so ungemein häufige Art wurde während unseres ganzen Ver- weilens an der marokkanischen Küste nur dies eine Mal gefangen. Der Kapitän ver- sicherte mir auch, daß bei früheren Fahrten in diesen Gebieten nur vereinzelte Exem- plare erbeutet wurden. Wir werden vielleicht nicht fehlgehen, wenn wir deshalb in diesen Gegenden die südliche Grenzzone ihrer Verbreitung suchen. 32. Caranx trachurus (L.) var. A. vulgaris Steind. Zehn Exemplare von 105 — 410 mW Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in derselben 3-73 — 4'38mal enthalten (Steindachner, op. cit., Sitzungsber. Ak. Wien, LVII, 1868, Sep., V, p. 32 und Day, dp. cit., I, p. 124 4 — 4-5 mal, Moreau, Poiss. Fr., II, p. 438 4-25 — 4-5 mal, Smitt, op. cit., I, p. 86 3-64 — 377 mal), die Körperhöhe 4-3 — 5-58 mal (Steindachner 5—575-, Moreau 5 -5-5-, Day 5—5-25-, Smitt 4^5— 4-55 mal), die Caudallänge 4-56 — 5"4mal (Day 5— 5-33 mal) und die Pectorallänge 3-94 — 4-97- mal, der Augendurchmesser in der Kopflänge 27 — 3-63 mal (Steindachner 3-33 — 4'33-, Moreau 3-5 — 4-, Day 3'5 — 3-67-, Smitt 4-17 — 4-55 mal), die Interorbitalbreite in der Kopflänge 3-82 — 4"59-, in einem extremen Falle 3-52 mal (Steindachner 4 — 4'33 mal). Moreaus Angabe, daß die Interorbitalbreite ziemlich gleich dem Augen- durchmesser ist, findet sich also bei unseren Exemplaren nicht bestätigt, vielmehr ver- hält sich dieselbe zum letzteren wie 1 : i*i3 — 1*43. In bezug auf die Flossenstrahlen in Dorsale und Anale stimmen die Exemplare mit Steindachners Angaben vollkommen überein. In der Pectorale finden wir V19-22 Strahlen (Day 19 — 21, Moreau 21, Smitt 2 + 17—18). Von den 72 — 77 Schil- dern der Seitenlinie sind bei unseren Tieren die 38 — 41 letzten mit stark nach hinten gekrümmten Spitzen versehen; Smitt gibt für dieselbe Art 35 — 3S solche stachel- tragende Schilder an. Unsere Exemplare schließen sich also vollständig an die Stein- dachner sehe var. A. vulgaris an, was ja auch nach dem Fundort vorauszusetzen war. Kein einziges Exemplar der var. mediterranea wurde gefunden, was aufs neue die Rechtmäßigkeit der Trennung der beiden Lokalvarietäten bestätigt. Bei allen Fängen wurden zahlreiche Individuen dieser Art erbeutet. 33. Lichia amia (L.). Ein Exemplar von 840 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in derselben 5-25 mal (Cuv. Val., op. cit., VIII, p. 348 5 mal, Steindachner, op. cit., p. 42 4-33—4-67 mal), die Caudallänge 3-96 mal (Steindachner 4-33 — 4-5 mal), die größte Körperhöhe 4-42 mal enthalten (Cuv. Val. 3-5 mal, Steindachner bei ijomm langen Tieren 4*14 mal, bei größeren bis 305 mm 3-4 — 3 - 6mal, Moreau, Poiss. Fr., II, p. 457 3 # 5 — 4-5 mal). Es scheint sich demnach aus einem Vergleich mit dem Befunde an unserem Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. III Exemplar keine Verminderung der relativen Körperhöhe mit größerem Alter zu er- geben, sondern die Verschiedenheit derselben auf individueller Variation zu beruhen. Der Augendurchmesser ist in der Kopflänge 667 mal (Cuv. Val. und Moreau 5-5 mal, Steindachner 5 — 5-67 mal), in der Interorbitalbreite 2-5 mal (Cuv. Val. 2 mal, Moreau 2 mal oder etwas mehr), letztere in der Kopflänge 2-67 mal (Steindach ner unbedeutend mehr als 3 — 3*6 mal) enthalten. Die Pectorallänge verhält sich zu der Gesamtlänge wie 1 17-5 (Cuv. Val. mehr wie 1 : 8, Moreau 1 :8— 9), die Ventrallänge wie 1 : n"47, die Länge der ersten Dorsalbasis wie 1 : 5"85, der zweiten wie 1 : 3 - 53, der ersten Analbasis, die dem Augendurchmesser gleich ist, wie 1 : 34-88, der zweiten wie 1:372. Die Anzahl der Flossenstrahlen unseres Exemplares zeigt folgende Verhält- nisse: D 8| I / 20 , P 2 / rs , A 2 X / I9 , somit in der Strahlenzahl der zweiten Anale eine Ab- weichung von den bisherigen Angaben (Günther 2] I / 2l , Cuv. Val. und Steindach- ner 2: 7 20 , Moreau i\ I j 20 _ 2I ). Nur dieses eine Exemplar wurde während der ganzen Fangzeit erbeutet. 34. Campogramma vadigo (Risso). Ein vor Azamor gefangenes Exemplar von 541 mm Totallänge. Die Kopflänge ist in derselben 4-59 mal (Moreau, Poiss. Fr., II, p. 399 5-25 mal), die Körperhöhe 4-16 mal (Moreau 4 — 4-5 mal), die Caudallänge 3-86 mal enthalten. Ferner ist der Augendurchmesser 5-9 mal (Moreau 5-5 — 6 mal), die Interorbitalbreite 2-95 mal in der Kopflänge enthalten, während sich der Augendurchmesser zu letzterer wie 1 \i verhält. Die Pectorallänge verhält sich zur Gesamtlänge wie 1 : 7-73, die Ventrallänge wie 1 :9 - 84, die Länge der ersten Dorsalbasis wie 1 : 9-02, der zweiten wie 1 :3-28, der ersten Anal- basis, die genau halb so lang wie der Augendurchmesser ist, wie 1:54-1, der zweiten Analbasis wie i:3'73. Die Flossenformel zeigt beträchtliche Abweichungen von den bisher angegebenen Formeln, sie lautet nämlich: D s\ 1 \z%-> A2 | J /"2' V I / s , P I / 1S . Günther gibt in seinem Katalog (II, p. 428) D 7 | I / 29 _ 32 , A 2 V23-24' m cmer Notiz: Two flshes new to the Brit. Fauna (P. Z. S., 1889, p. 50, pl. IV) A 2 j J / 96 , Risso in der Hist. Nat. Eur. Merid., p. 430: D 7— 8 j 3o an. Die übrigen Angaben von Moreau und Day (op. cit., I, p. i32) stimmen mit den Günth ersehen überein. Die Ausscheidung der Art vadigo aus dem Genus Lichia hat Täte Regan in seiner Arbeit: On the Genus Lichia of Cuvier [Ann. Mag. Nat. Hist. (7), XII, p. 348] vorgenommen. Zum Schlüsse derselben gibt er eine kurze, scharfe Synopsis der beiden Genera, der sich unsere Exemplare gut unterordnen lassen. Nur zwei Trennungsmerk- male sind nach den Verhältnissen bei diesen nicht ganz zuverlässig, nämlich: zweite Anale bei Lichia gleich der zweiten Dorsale, bei Campogramma kürzer als diese. Unser Exemplar von Lichia amia hat nämlich ebenfalls die Anale etwas kürzer als die Dor- sale: die erstere verhält sich zur letzteren bei ihr wie 1 : 1-05, bei unserem Campo- gramma vadigo wie 1 : 1-14. Ferner ist auch die Pectorale unserer Lichia amia leicht säbelförmig gekrümmt, wenn auch nicht so stark wie bei Campogramma vadigo, dessen Pectorale übrigens breiter und gedrungener ist als die schlankere, langstrahlige Pectorale der ersteren. Ihre relative Länge zur Gesamtlänge des Fisches ist bei beiden Arten nahezu gleich (L. amia 1:7*5, C. vadigo 1:7-73). Regan aber gibt für L. amia an: Pectorale ziemlich kurz, nicht säbelförmig gekrümmt, für C. vadigo: Pectorale von mäßiger Länge, gekrümmt. Übrigens berechtigen ja auch nach Ausscheidung dieser beiden die übrigen von Regan angeführten Unterscheidungsmerkmale, namentlich in der Verschiedenheit der Bezahnung vollauf zur Trennung in zwei Genera. Nur zwei Exemplare wurden auf unserer Reise gefangen. 9* 112 Dr. Viktor Pietschmann. 35. Pomatomus saltator (Bl. Sehn.). Ein Exemplar von 750 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist darin 4-29 mal, die Schvvanzlange 4-17 mal enthalten. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie 1 :8*33 (Steindachner, op. cit., p. 44 gibt für Exemplare von 550 — 645 mm Total- länge das Verhältnis 1 :6 — 6*4, für solche von ungefähr 260 mm 1 : 5-25 an), zur Inter- orbitalbreite wie 1 : 2*62, letztere zur Kopflänge wie 1 : 3-i8 (Steindachner für Exem- plare von 550 — 645 mm i:333 — 3-67, für solche von 260 mm etwas mehr als 1:4). In der Gesamtlänge ist ferner die Länge der Dorsalbasis 4'8i-, die der Analbasis 4*75-, die Länge der Pectorale 7*64- und der Ventrale 10-42 mal enthalten. Die Flossenformel ist D 7 | z / 24 , A l / 27 . Die von Günther (Katalog, II, p. 480) und Steindachner er- wähnten 1 — 2 Stacheln vor der Anale fehlen unserem Exemplar, wenigstens äußerlich, vollständig. Die Pectorale hat J / I5 , die Ventrale z / 5 Strahlen. Diese Art, von unseren Seeleuten «Blaufisch» genannt, wurde ziemlich häufig be- sonders bei Agadir gefischt. Sie muß sowie Sciaena aquila, bedeutend ihre Aufent- haltsorte wechseln, da unser Kapitän, der besonders diese zwei Arten zu fangen trach- tete, mir mitteilte, daß an Stellen der Küste, wo während unseres Fanges fast keine Exemplare zu finden waren, auf der Reise vorher zahlreiche Tiere dieser Art erbeutet wurden und umgekehrt. Auch auf früheren Reisen hat er diese Erfahrung gemacht. Scombridae. 36. Scomber colias L. Sieben Exemplare von 174 — 404/72?« Totallänge. Die Kopflänge von fünf kleinen Exemplaren (von 174 — 194 mm Totallänge) ist in der Gesamtlänge 372— -3-g6 mal ent- halten, die der beiden übrigen von 299 und 404 mm Gesamtlänge 4-1- und 4-21 mal (Steindachner, op. cit., p. 4 bei Exemplaren von 23o — 315 mm Länge 4-17 — 4-33 mal, bei solchen von 395 — 439mm 4-2 — 4-5 mal, Moreau, Poiss. Fr., II, p. 413 4-25 mal, Day, op. cit., p. 91 4 — 4 - 33 mal, Steindachner, Ann. Hofm., XI, p. 209 bei einem 233 mm langen Exemplar 4-5 mal). Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie 1:377 — 4*29, zur Interorbitalbreite wie 1:0-97 — 1 '°9 (nach Moreau ein wenig größer als die Interorbitalbreite), letztere zur Kopflänge wie 1 : 3-77 — 4-42, die Pectoral- länge zur Gesamtlänge wie 1:8-32 — 9. Ihr Verhältnis zur Kopflänge, ferner das der Körperhöhe zur Gesamtlänge und die Flossenformeln stimmen mit der von Stein- dachner gegebenen Beschreibung genau überein. Nur finden sich bei zwei Exemplaren 19 Strahlen in der Pectorale, während sonst von den übrigen Autoren 20, von Day 21 Strahlen für dieselbe angeführt werden. Auch die Bemerkungen Steindachners hinsichtlich der verschiedenen Färbung bei jungen und alten Tieren sind für unsere Exemplare vollständig zutreffend. Die Art wurde sehr häufig gefangen. Trichiuridae. 37. Lepidopus caudatus White. Acht Exemplare von 23o — 632 mm Totallänge. Die Kopflänge verhält sich zur Gesamtlänge wie 1:7-03—7-45, zur Körperlänge ohne Caudale wie 1:6-75— 7-08, die Caudallänge zur Totalen wie 1:21-07—22-5, der Augendurchmesser zur Kopflänge wie 1:5-49 — 6-83. Zu ersterem verhält sich die Interorbitalbreite wie 1:0-97 — 1*09, bei den zwei kleinsten Exemplaren wie 1 : i*33 und 1 : 1-56. Die Dorsale zählt io3 — Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nacb Island, an die atlantische Küste etc. n3 106 Strahlen (Günther, Katalog, II, p. 344 und Steindachner, op. cit., Sitzungsber. Ak.Wien, LVI, 1867, IV, p. 101, 102—104, Moreau, Poiss. Fr., II, p. 544 100— 105 1. Vor den 24 — 25 miteinander deutlich verbundenen Strahlen der Anale sind stets noch 5 6 ziemlich gut erkennbare einzelne Strahlen zu zahlen. Vor diesen stehen noch einige sehr undeutliche aber stets, wenn man mit einer feinen Nadel von vorne nach rückwärts streicht, deutlich fühlbare Strahlen. Es wurden speziell bei Agadir ziemlich viele dieser Tiere gefangen, und zwar fand sich, wenn sie in einem Netzzug überhaupt vertreten waren, immer eine Anzahl von mehreren, sehr selten bloß einzelne, so daß die Ansicht Guviers und Valen- ciennes (VIII, p. 23i), daß diese Tiere nicht in Gesellschaft zu leben scheinen, wohl nicht auf Tatsache beruht. Zeidae. 38. Zeus faber L. Drei Exemplare von 154 — 269mm Totallänge. Die Kopflänge verhält sich zu derselben wie 1:2-9 — 2-99, die Körperhöhe wie 1:2-26 — 2'3i, die Länge der beiden Dorsalen wie 1 : 1-88—2-07, die der beiden Analen wie 1 : 2-63 — 2-9. Der Augendurch- messer ist in der Kopflänge 4 — 4-5 mal, die Interorbitalbreite im ersteren r33 — 1*43 mal, die Länge der ersten Dorsalbasis in der der zweiten 2—2-22 mal enthalten. In bezug auf die Zahl der Flossenstrahlen und der Knochenplatten stimmen unsere Exemplare mit den Smittschen Angaben (op. cit., I, p. 3o6) überein, nur besitzt das eine derselben 10 Knochenplatten an den Seiten der zweiten Anale (Smitt 7—9). Vor der Ventrale haben zwei Exemplare je 10 Paar nach hinten gerichteter, stark gekrümmter Dornen auf der Bauchseite, das dritte links 10, rechts 8 und vorne einen unpaaren. Zwischen der Ventrale und Anale liegen bei zwei Exemplaren 6 paarige, beim dritten links 6, rechts 7 ebenso wie die früheren gebaute Dornen; bei allen dreien findet sich vor ihnen noch ein unpaarer Dorn. In der Laterallinie zählte ich ungefähr 63—74 Öffnungen. Diese von unseren Fischern «Heringskönig» genannte Art wurde an allen drei Lokalitäten, aber niemals in größerer Anzahl, gefangen. Pleuronectidae. 39. Solea vulgaris Quensel. Sechs Exemplare von 216 — 286 mm Gesamtlänge. In dieser ist die Kopflänge 6-17— 6-44 mal enthalten (Smitt, op. cit., I, p. 372 5-26— 625), die Caudallänge 6-17 — 6-97- und bei einem auch in anderer Beziehung etwas abweichenden Tiere 8-66 mal, die Länge der Pectorale auf der Augenseite in der Kopflänge 2-05 — 2-56 mal (Smitt 2-5—3-05 mal, Cunningham, A Treatise on the common Sole, Marine Biol. Soc, 1890, p. 15 2-5 mal), die der blinden Seite 2-87— 373 mal. Zur Körperlange ohne Schwanz verhält sich die Kopflänge bei fünf Exemplaren wie 1:5-17 — 5"3g (Stein- dachner, op.cit., p. 55 5-2 — 5-25 mal), beim sechsten schon oben erwähnten wie 1 157. Was die Flossenformeln betrifft, so zählen wir bei den ersteren fünf Tieren D 77 — 85, A 62—67, p aLlf der Augenseite 8—10, auf der blinden Seite 6—8, V 5. Die Lateral- linie zeigt 119 — 128, die Transversallinie in der Gegend der größten Körperbreite über der Laterallinie 32, unter derselben 40—41 Schuppenreihen; das sechste Exemplar weicht davon in folgendem ab: D 92, lin. lat. 159, lin. transvers. 42 / 53 ; dieses Exemplar hat auch den von Smitt erwähnten großen schwärzlichen Fleck an der Basis der Cau- dale auf der blinden Seite, während die anderen auf der Unterseite einförmig gelblich- weiß gefärbt sind. 114 Dr. Viktor Pietschmann. Solea vulgaris wurde an allen drei Lokalitäten nur sehr selten, im ganzen viel- leicht in 25 — 3o allerdings meist sehr großen Exemplaren gefangen. 40. Solea Capellonis Steind. Ein 204 nun langes Exemplar. Die Kopflänge verhält sich zur Totallänge wie 1 : 5 - 23, die Körperhöhe wie 1 : 3-71, letztere zur Körperlänge ohne Caudale wie 1 : 3*25 (Steindachner, op. cit., p. 57 2-67 — 3 mal). Die Schwanzlänge ist in der Gesamtlänge 8 - 16 mal enthalten, in der Kopflänge i^ö mal. In bezug auf die Pectoralen weicht unser Exemplar von den Angaben Steind achners ab; die Pectorale der Augenseite ist näm- lich größer als die der blinden Seite (Verhältnis 1 : 1*62), während Steindachner an- gibt, daß sie fast gleich sind; die erstere ist in der Kopflänge r86-, die letztere 3 mal enthalten (Steindacher für beide ungefähr 3 - 5 mal). Der Augendurchmesser ist 7'og- mal (Steindachner 7 mal) in der Kopflänge enthalten, das obere Auge r36, das untere 1*9 Augendurchmesser von der Schnauzenspitze entfernt (Steindachner 1-5, respek- tive 2). Die Flossenformel ist folgende: D 92, A 78, rechte P n, linke P 8, V 5; die Laterallinie hat 140 Schuppenreihen, die Transversallinie in der Gegend der größten Körperhöhe 29 Schuppenreihen über und 36 unter der linea lateralis. In der licht- braunen Grundfarbe des Körpers auf der Augenseite treten die von Steindachner er- wähnten undeutlichen weißen Flecke nur schwach hervor und auch die dunkelbraunen Punkte und Flecke sind nicht sehr scharf sichtbar. Die Selbständigkeit dieser Art gegenüber Solea Kleinii Risso, der sie allerdings sehr nahe steht, eine Berechtigung, die Steindachner anzweifelt, ist wohl aufrecht zu erhalten. Denn es finden sich immerhin manche konstante Unterschiede zwischen diesen beiden Arten. Neben der von Steindachner erwähnten bei den beiden Arten voneinander abweichenden Zahl der Schuppenreihen in der linea lateralis, sowie der ver- schiedenen Größe der Narinen auf der Blindseite und dem Fehlen des dunklen Flossen- saumes bei unserer Art ist auch die verschiedene Färbung der Pectorale der Augenseite auffallend und charakteristisch. Während nämlich bei Solea Capellonis nur das Ende der sonst braunen Pectorale einen nicht sehr großen dunklen Fleck aufweist, finden wir bei allen Exemplaren von Solea Kleinii, die sich in beträchtlicher Anzahl in der Wiener Musealsammlung befinden, die Mitte der Pectorale mit einem sehr intensiven schwar- zen Fleck versehen, während der Rand ziemlich breit weiß gefärbt ist. Da sich diese Färbung auch bei den kleinsten, nur wenige Zentimeter großen Exemplaren zeigt — bei diesen sogar oft noch intensiver — so ist auch an die Erklärung der abweichenden Färbung von Solea Capellonis als der eines Jugendstadiums nicht zu denken. 41. Citharus linguatula L. Vier Exemplare von 189 — 242 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge (bis zur hinter- sten Spitze des Kiemendeckels) verhält sich zu derselben wie 1:3-67 — 4 -I 7 (Bonap., Iconografia Faun. Ital. unter Pleuronectes macrolepidotus Bl. ca. 4 mal). Dabei ent- spricht das erstere niedrigere Verhältnis den jüngeren Stadien. Die Caudallänge ist in der Gesaratlänge 5 -63 — 6*33 mal enthalten, und zwar entsprechen hier die höheren Zahlen den kleineren Tieren; sie nimmt also mit dem Alter auch an relativer Größe zu, während der Kopf in der Jugend relativ am größten ist. Die Körperhöhe schließlich ist 3-2 — 3-48 mal in der Gesamtlänge enthalten. Die Laterallinie weist bei unseren Exemplaren 36 — 37 Schuppenreihen auf dem Körper und ungefähr 15 — 18 auf der Caudale auf. Gleich hinter dem Kopfe teilt sie sich übrigens in zwei Teile: der eine bildet den in den Beschreibungen angeführten Bogen über der Pectorale und hat bei unseren Exemplaren 12 Schuppen, der andere, aus 11 Schuppenreihen bestehende Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. I I 5 Ast verläuft an der Basis des Bogens gerade. Unsere Tiere zeigen folgende Flossen- formeln: D 68—72 (Günther, Katalog, IV, p. 418 64—66, Moreau, Ichthyol. Franc., p. 464 64—68), A 47—50 (Günther 46, Moreau 44 — 46), V auf beiden Seiten 6, P auf der Augenseite 10 — 11, auf der blinden Seite 9 — 10. Die linke Ventrale (auf der Augenseite) steht etwas näher dem Vorderende des Körpers als die längere rechte, zu der sich ihre Länge wie 1 : 1-17 — r35 verhält. Der längste Augendurchmesser schließ- lich ist in der Kopflänge 4-67 — 5-2 mal enthalten. Citharus linguatula wurde nicht häufig gefangen. Triglidae. 42. Trigla lucerna L. Vier Exemplare von 158 — 417 mm Gesamtlänge. Auch hier zeigen die einzelnen Körpermaße unserer Exemplare manche gegenüber den früheren, auch den in Smitts Werk (I, p. 200) befindlichen Angaben etwas weitere Schwankungen und Variationen. So ist die Kopflänge in der Gesamtlänge 3-51 — 4-11 mal enthalten, während Smitt 3.7 — 4 mal angibt, Steindachner (op. cit., IV, p. 81) 3-6 bis unbedeutend mehr als 4, Nilsson (Skand. Fn. Fisk., p. 59) 4"33 — 4-5. Die Körperhöhe ist in der Totallänge 5-56— 6-25 mal (Moreau, Poiss. Fr., III, p. 284 5'33 — 6 mal, Day, op. cit., I, p. 60 6— 6-33mal), die Caudallänge 3-86— 4-5 mal (Day 475 — 5"33 mal) enthalten. Zur Kopflänge verhält sich die letztere wie 1:0-99— 1-17; das Verhältnis des Augendurch- messers zur Kopflänge entspricht den Smittschen Angaben, dagegen verhält sich die Interorbitalbreite zur Kopflänge wie 1:4-29—5 bei den drei größten Exemplaren, die über 3oo mm Totallänge besitzen, bei zwei kleineren von 158 und 225 mm — das letz- tere von der tunesischen Küste — wie 1:6 und i:6-33 (Steindachner 1:5-25 — 6, Smitt 1:4-55 — 6-67). Im Augendurchmesser ist die Interorbitalbreite 0-94 — i'22mal enthalten. Die Pectorallänge ist 3'26 — 3-75 mal (Cuv. Val., op. cit., IV, p. 40 3-75 — 4-2 mal, Nilsson 3-75 — 4 mal, Smitt 3-33 — 3-57 mal), die Ventrallänge 4-27 — 5-36 mal in der Gesamtlänge enthalten. Smitt gibt ferner an, daß die Länge der ersten Dorsal- basis mehr als die Hälfte der der zweiten Dorsal- und Analbasis beträgt. Es ist dies insoferne nicht ganz richtig, als sie bei einem unserer Exemplare genau die Hälfte der zweiten Dorsale, bei einem anderen etwas weniger als die Hälfte der Analbasis aus- macht. Die Verhältniszahlen dafür schwanken zwischen 1 : 1/66 — 2 für das Verhältnis zwischen erster und zweiter Dorsalbasis, zwischen 1 : r66 — 2-o3 für das zwischen erster Dorsal- und Analbasis. Die linea lateralis zeigt bei unseren Tieren 70 — 76 durchbohrte Schuppenreihen (Smitt bei 70). Die Zahl der Flossenstrahlen ist die gewöhnlich an- gegebene. An allen drei Fangstationen wurde diese Art in großen Massen gefangen und bildete bei manchen Fängen das vorherrschende Element in der ganzen Ausbeute. 43. Trigla aspera Cuv. Val. Ein Exemplar von 82mm Totallänge. Mit den von Steindachner (op. cit., p. 89) und Moreau (Poiss. Fr., III, p. 290) angegebenen Verhältnissen von Kopflänge zur Gesamtlänge, ferner von Augendurchmesser und Interorbitalbreite zur Kopflänge, sowie in bezug auf die Flossenformeln stimmen die Befunde bei unserem Exemplare aus Marokko und einem zweiten von Tunis vollständig überein. Die Körperhöhe ver- hält sich bei den zwei Exemplaren zur Totallänge wie 1 ^-i und 1 : 5-13, die Pectoral- länge wie 1 : 3 • 1 5 und 1:3-78, die Anallänge wie 1:3-9 und 1:3-92, die Länge der ersten Dorsalbasis zu der der zweiten wie 1:1*59 und i:2'33, der ersten Dorsalbasis Il6 Dr. Viktor Pietschmann zu der der Anale wie 1:171 und 1 : 2"44- Die linea lateralis zählt 56 und 60 Schuppen- reihen. Diese Art war in den Fängen nicht so zahlreich vertreten wie Trigla lucerna. Pediculati. 44. Lophius piscatorius L. Zwei Exemplare von 620 und 646 mm Gesamtlänge. Täte Regan hat in seiner Arbeit über die Familie der Lophiiden (A Revision of the Fishes of the Family Lophii- dae, Ann. Mag. Nat. Hist. [7], XI, p. 277) die schon seit langem aufgestellten zwei euro- päischen Lophius- Arten, nämlich Lophius piscatorius L. und Lophius budegassa Spin, aufrecht erhalten und neue Merkmale zu ihrer Unterscheidung und Bestimmung ange- führt, die des Vergleiches wegen hier nebeneinander gestellt werden sollen: Lophius piscatorius L. Lophius budegassa Spin. Humeralstachel gedrungen. länger. Verhältnis der Länge des Humeralstachels zum Abstand seiner Basis vom vorderen Prämaxillarrand wie 1:5-5— 8- | 1:375—4-25. Kopfstacheln (bei gleich großen Exemplaren) gedrungen, ziemlich stumpf. etwas länger und schärfer. Zähne fest, konisch. etwas kürzer. Zahl der Vomerzähne an jeder Seite 1 — 3. 1. Dorsale VI 11 — 12. VI 8— 9. Anale 10 — 11. 9. Pectorale 25—28. | 24. Strahlen der stachligen Dorsale gedrungen. schlanker. Distanz von dem Ende der zurückgelegten weichen Dorsale zur Caudalwurzel nicht viel mehr beträchtlich mehr als die Höhe dieser. Schwarzer Rand auf der Unterseite der Pectorale scharf abgegrenzt. breiter als bei piscatorius, unscharf be- grenzt. Wirbelanzahl 3i— 32. 28. Einige Schwierigkeiten bei der Bestimmung der beiden marokkanischen Exem- plare mit Hilfe dieser und der anderen bisherigen Beschreibungen veranlagten mich nun, einen Vergleich mit den übrigen Exemplaren unserer Musealsammlung anzustellen, welcher mich zu der Überzeugung brachte, daß die Aufrechterhaltung dieser zwei Arten Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 1 1 7 unmöglich sei und daß wir in allen den verschiedenen Lophins- Exemplaren mit ihren mannigfaltigen Abweichungen nur Tiere einer einzigen stark variierenden, weil sehr weit verbreiteten und notwendigerweise der verschiedenen Umgebung sich anpassenden Art vor uns haben. Im Folgenden mögen die Gründe, die zu dieser Ansicht führten und sie als richtig erscheinen lassen, angeführt werden. In bezug auf die verschiedenen von früheren Autoren angeführten Unterschei- dungsmerkmale ist nur zu erwähnen, daß z. B. solche, wie Bonaparte (Iconogr. Faun. Ital.), allerdings neben einigen anderen später zu besprechenden aufzählt, nämlich: Farbe von Lophius piscatorius dunkelkastanienbraun, von Lophius budegassa lichtrot- kastanienbraun, bei einer auf dem verschiedenfarbigsten Grunde lebenden Art, die naturgemäß deshalb starke Farbenvarietäten aufweisen muß und wie unsere Exemplare beweisen, auch tatsächlich aufweist, nicht ins Treffen zu führen sind, noch weniger das populäre Unterscheidungsmerkmal der Fischer, daß Lophius budegassa ein besseres Fleisch habe als piscatorius. Auffallenderweise wird letzterer Umstand, der doch für eine wissenschaftliche Beschreibung und Unterscheidung absolut keinen Wert hat, nicht bloß referierend angeführt, sondern eben auch im beschreibenden Teile, der die beiden Arten charakterisieren soll, wiederholt. Auch Risso (Hist. nat. Eur. Merid., III, p. 170) erwähnt dieses Umstandes, verwendet ihn sowie die verschiedene Farbe aber nicht zur Unterscheidung zweier bestimmter Arten, sondern spricht nur die Ansicht aus, daß da- durch eine Varietät von piscatorius gekennzeichnet sei, eine Möglichkeit, die aber gleich- falls, wie später erörtert wird, ausgeschlossen ist. Von den Unterscheidungsmerkmalen Günthers (Katalog, III, p. 17g, 180) ist das verschiedene Verhaltendes Humeral- stachels, ob er nämlich einfach (budegassa) oder mit drei Spitzen versehen ist (pisca- torius) schon von Stein dachner (Ichth. Reise Span. Port., Sitzungsber. Ak. Wien, LVII, I. Abt., 1868, Sep. V, p. 71) und später von Moreau (Poiss. Fr., II, p. 180, 187) als unzutreffend verworfen worden. Übrigens zeigen auch unsere zwei Exemplare die Unzuverlässigkeit dieses Merkmales, da beide links zwei, rechts drei Spitzen auf dem Stachel aufweisen. Der letzterwähnte Autor machte als erster auf die verschiedene Länge des Hume- ralstachels bei den angeblichen zwei Arten aufmerksam und trennte sie, indem er zu Lophius piscatorius die Exemplare, deren Humeralstachel halb so lang als die Entfer- nung seiner Basis von der oberen Coracoidspitze ist, stellte, während bei den zu bude- gassa gehörenden Tieren die Länge desselben dieser Entfernung gleich sein sollte. Tatsächlich ist ein solcher scharfer Unterschied aber nicht vorhanden und die darauf gerichtete Untersuchung einiger unserer Exemplare ergab alle möglichen Mittelwerte: 1 : r 57> i:i"87 usw., so daß man also keineswegs von einem scharfen Unterschied sprechen kann. Die anderen von diesen und den übrigen Autoren erwähnten Unter- schiede mögen nun bei der Besprechung der Reganschen Arbeit angeführt werden. Auch dieser Autor hat, wie man aus der vorstehenden Zusammenstellung ersieht, einen besonderen Wert auf den Unterschied in der Länge des Humeralstachels, den er in Verhältnis zur Entfernung seiner Basis vom vorderen Prämaxillarrand bringt, gelegt. Ein in seiner ganzen Gestalt so stark variierendes und immerhin nicht sehr hervorragend wichtiges Organ ist aber, wie ich glaube, schon von vorneherein schwer geeignet, klare, charakteristische, gut verwendbare Unterschiede zu liefern, zumal wenn das darauf ba- sierte Merkmal (nämlich das oben erwähnte Verhältnis) schon bei einer Art so starken Schwankungen unterliegt, wie sie Regan für L. piscatorius anführt (1 '.5-5 — 8), Schwan- kungen, die weitaus den trennenden Zwischenraum — von 4*25 — 5-5 — zu den Verhält- nissen der anderen Art (1 : 3-75— 4-25) übertreffen. Daß auch dieser Zwischenraum Il8 Dr. Viktor Pietschmann. } zwei 240 und 237 mm lange Tiere von Triest. nicht besteht, haben nun tatsächlich die Verhältnisse unserer Exemplare gezeigt. Sie schwanken bei ig Individuen von 115 — 1034m??- Totallänge zwischen 1:4-21 (ein Exemplar von Marokko) und 1 : o/g3 (bei dem Skelett des größten Tieres). Ein fast gleiches Verhältnis zeigt das nächstgrößte Exemplar (von Island) mit g36 mm Total- länge, nämlich 1 : g-82. Speziell aber sind als Zwischen werte zwischen Regans Grenzzahlen für die beiden Arten anzuführen folgende: 1 :4*36 ein 225 mm langes Tier von Cadix. 1 : 4'43 » 3o2 » » » » der Küste von Tunis. i:4"45 » 646 » » » » » marokkanischen Küste. i:4'5 » 35g » » » » Spalato. 1 :4'6i 1:4-92 1 : 4'94 ein 3i8??27?z langes Tier von Drontheim! Der noch bleibende Zwischenraum von 4-95 — 5-5 ist wohl sicher zu klein, um als artentrennend zu gelten. Was die verschiedene Anzahl der Vomerzähne anbelangt, so war ich auch hier in der Lage zu konstatieren, daß auch der vermeintliche L. budegassa nicht immer bloß einen Zahn an jeder Seite des Vomer trägt, denn das schon erwähnte (später skelettierte) Exemplar aus Marokko mit dem niedrigsten Grenzwerte für das Humeralstachelver- hältnis (1:4-21), das also offenbar zu budegassa gezählt werden müßte, besitzt zwei feste, große Vomerzähne an jeder Seite. Auch dieser Unterschied ist also hinfällig. Übrigens gibt schon Günther dieselbe Zahl von Vomerzähnen (2 — 3) für beide Arten an. Ein wichtiges Charakteristikum der beiden angeblichen Arten wäre auch die ver- schiedene Zahl der Strahlen in der zweiten Dorsale, ferner in der Anale und auch in der Pectorale. Tatsächlich aber finden wir neben der Formel D 3 | 3 g für budegassa auch andere Verhältnisse. So hat das oben erwähnte marokkanische Exemplar D 3 j 3 ! 10, andererseits findet sich auch beim Skelett des größten Exemplares mit dem höchsten Humeralstachelverhältnis dieselbe Formel, ein Beweis, daß die Trennung auf Grund der Dorsalstrahlen allein unmöglich wird. Aber auch die Zahl D 3 3 [ 12 findet sich bei budegassa- ähnlichen Formen, und zwar bei dem Drontheimer Exemplar, das ja gerade in bezug auf die Humeralstachellänge die Mittelstellung zwischen beiden Arten einnimmt. Gerade dieses Exemplar zeigt also am besten die Unmöglichkeit, die beiden Arten aufrecht zu erhalten, da es infolge seiner Dorsale und Anale (letztere hat 10 Strahlen) zu piscatorius zu rechnen wäre, andererseits aber durch die angeführten Zwischenstufen der Länge des Humeralstachels aufs engste an budegassa sich anschließt. Die Anale zeigt bei unseren Exemplaren mit großem Humeralstachel (zitiertes Verhältnis 1:4*21 ■ — 4'g4) 8 — 10 Strahlen, bei den übrigen (zitiertes Humeralstachelverhältnis 1:575: — g'93) g — n Strahlen, so daß sich auch hiermit keine Möglichkeit ergibt, eine scharfe Trennung vorzunehmen. Dasselbe ist es mit der Zahl der Pectoralstrahlen; die ersteren Exemplare haben 22—25 ( m ^ en meisten Fällen 24), die letzteren 24 — 27 (ebenfalls meist 24 oder 25) Strahlen. Auch das weitere Unterscheidungsmerkmal, daß nämlich die Distanz des zurückgelegten Endes der Dorsalflosse vom Caudalstiele bei piscatorius nicht viel mehr, bei budegassa aber beträchtlich mehr als die Höhe der Caudalwurzel beträgt, stimmt mit unseren Erfahrungen nicht überein. Genaue Messungen ergaben nämlich so ziemlich gleiche Verhältnisse, und zwar verhält sich bei den budegassa- ähnlichen Formen mit großem Humeralstachel (inklusive des Drontheimer Exemplares, wie oben) die Höhe der Caudalwurzel zur oberwähnten Distanz wie 1 : 1-15 — 1*87, bei Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 119 den übrigen wie 1 :o'85 — 1*88; dabei ist zu erwähnen, daß sich die beiden niedrigsten Verhältniszahlen 1 : 085 und 1 : 0-87, bei den beiden kleinsten Tieren, die größte, 1 : r88 bei dem großen isländischen Exemplare — das Skelett konnte bei dieser Messung natür- lich nicht in Betracht kommen — ■ vorfindet: offenbar hat also auch zunehmendes Alter einen Einfluß auf die Verschiebung dieser Verhältnisse. Das weitere Merkmal bezüg- lich der scharfen, respektive unscharfen Begrenzung des schwarzen Pectoralrandes hat sich ebenfalls bei unseren Exemplaren nicht bewährt. Einige budegassa-Formen hatten sehr scharfe Ränder, während andererseits wieder piscatorius-Formen mit ganz ver- schwommenen Übergängen zu finden waren. Die verhältnismäßig kleinere oder größere Breite des schwarzen Randes kann gegenüber den anderen vorgebrachten Tatsachen als zu geringfügig wohl kaum mehr ins Gewicht fallen. Übrigens sind auch hier wieder die Verhältnisse zu einer Trennung nicht geeignet, da die mittlere Breite des schwarzen Randes bei den budegassa-Fovmen in der Pectorallänge 3 — 5-24 mal, bei den pisca- rorms-Formen 4 — 662-, in einem extremen Fall allerdings n mal enthalten ist, also ebenfalls kein scharfer Unterschied zutage tritt. Was endlich die verschiedene Wirbelzahl betrifft, so fand ich bei dem später skelettierten marokkanischen Exemplare 25, bei zwei piscatorius- artigen Skeletten 3i Wirbel; da aber schon Bonaparte in seiner Iconographie der italienischen Fauna darauf hinweist, daß die Wirbelzahl seines Lophius budegassa zwischen 27 — 3o (Regans Exemplar hat 28, Moreaus Exemplar 25 — 26 Wirbel), die des piscatorius zwischen 29 — 3i (Regan 3i — 32) schwankt, so ist auch hierin kein zu verwertender Unterschied zu erblicken, sondern wir haben es mit einer einzigen in der Wirbelzahl stark variieren- den Art zu tun. Die übrigen von Regan angeführten Unterschiede in der Form der starren Dorsal- strahlen, der Kopfstachel, des Humeralstachels und der Zähne sind so minutiöse, daß sie bei einer so stark variierenden Form unmöglich ins Gewicht fallen können. Übri- gens zeigen auch da unsere Exemplare, daß beide Erscheinungsweisen bei beiden For- men auftreten können, was ja auch vielfach von der größeren oder geringeren Ab- nützung der betreffenden sämtlich stark exponierten Teile abhängt. Auch das Verhältnis von Kopflänge zur Körperlänge und die anderen später angeführten Messungen ergaben keinen Unterschied. Nach all dem glaube ich zu dem Schlüsse vollkommen berechtigt zu sein, daß eine Trennung in zwei selbständige Arten unmöglich ist. Aber auch die Ansicht, die vielleicht Platz finden könnte, daß wir es in der budegassa-Form mit einer Mittelmeer- varietät des piscatorius zu tun haben, ist zurückzuweisen. Denn einerseits ist auch der typische piscatorius dort vertreten, andererseits finden sich nach den verschiedenen Be- richten der Autoren solche Exemplare im ganzen Verbreitungsbezirke der Art. Die Angabe Fabers (Fische Islands, p. 55), der für sein Exemplar von Island die extreme Z'z/deg-assrt-Flossenformel D 8, P 23, A 8 angibt, was mir im ersten Augenblick un- wahrscheinlich erschien, wird durch Nilsson in seiner Skandin. Fauna (Fisk., p. 245) bestätigt, der ebenfalls angibt, daß «das hiesige Museum ein Exemplar von Norwegen mit 9 Dorsalstrahlen besitze». Übrigens soll das von Scheep in Okens Isis (Bd. VII, der mir leider nicht zugänglich war) beschriebene Exemplar von Schleswig-Holstein nach Fabers Angabe in der Zahl der Flossenstrahlen dem seinen ähnlich gewesen sein und er stellt diesem direkt das Brünnichsche Exemplar (Pisc. Massil., p. 7) mit 11 Dorsalstrahlen als «sehr verschieden» entgegen. Daß alle diese Angaben auf einem Irrtum beruhen sollten, ist kaum anzunehmen, selbst wenn alle diese Untersuchungen an getrockneten Exemplaren vorgenommen worden wären. Außerdem wird das 120 Dr. Viktor Pietschmann. Vorhandensein der budegassa-Form in diesen Gegenden ja auch durch unser Dront- heimer Exemplar bestätigt. Andererseits zeigen die zwei Exemplare von der atlanti- schen Küste von Marokko (Mogador, Agadir), daß auch nach Süden hin diese Form nicht auf das Mittelmeer beschränkt ist. Man wird vielleicht den sich so vielfach zeigen- den Variationen dieser Art, die aber doch, wie wir gesehen haben, durch alle möglichen Übergänge miteinander in Verbindung stehen, am besten dadurch gerecht werden, daß man die beiden sich zeigenden Extreme als piscatorius-Form und budegassa-Form bezeichnet — Form in dem Sinne gemeint, daß keine feststehenden Varietätsunter- schiede vorhanden sind, sondern daß eben bei manchen Exemplaren sich verschiedene Abweichungen von den andern vereinigt finden, ohne daß diese jedoch eine scharfe Trennung zwischen ihnen ermöglichen würden. Es hätten dann, die Humeralstachel- länge als Hauptmerkmal genommen, die Exemplare mit einem entsprechenden (oben zitierten) Verhältnis von 1:3.75 — 5*5 als budegassa-ähnlich, die von 1:5-5 — 9-93 als piscatorius-iihnWch zu gelten. Die kurze Charakterisierung der Art nach diesen Merk- malen aber wäre: D VI| 8 1 ) — 9— 12— 13 2 ), A 7 3 ) — 8— 11 — 13 4 ), P 20 5 ) — 22 — 27°), Vertebrae 25 — 32, 1 — 3 Zähne an jeder Seite des Vomer, Humeralstachellänge zur Ent- fernung seiner Basis vom vorderen Prämaxillarrand wie 1 : 3*75 — 9-93. Die Kopflänge der von mir untersuchten 19 Exemplare (vom vorderen Unter- kieferrand bis zum Ende des Hinterhauptshöckers gemessen) ist in der Totallänge 2-68 — 3-65 mal (2*82 — 3-62, 2-68 — 3-59 7 ) enthalten, gewöhnlich zwischen 2-82 und 3*3 1 mal, in der Körperlänge ohne Caudale 2*24 — 2-94 mal (gewöhnlich 2^5 — 2*60 mal). In der Kopfbreite ist sie 0-94 — 1-45- (ri3 — 1-45-, 0-94— 1-40-) mal enthalten, gewöhn- lich i*i — 1-3 mal. Die geringste Kopfbreite findet sich meist bei den jungen Exem- plaren (0*94 — i"o8), während die ganz großen Tiere gewöhnlich die höheren Zahlen aufweisen. Die Mundbreite verhält sich zur Kopfbreite wie 1:1*29 — 1 '4 8 (i:i*3j — 1*48, 1 : 1*29 — 1*42), in der Mehrzahl der Fälle wie 1 : i*3 — 1*4, der größte Durchmesser der Cornea des Auges zur Interorbitalbreite (gemessen zwischen den beiden vorderen Stacheln) wie 1 : 1*85 — 2*78, in zwei extremen Fällen wie 1 : i*32 und 1 : i*6 (1 : i*86 — 2*78, 1 : i*32 — 2*56), die gewöhnlichen Verhältnisse liegen zwischen 1 : 1*85 und 1 : 2*35. Die Interorbitalbreite (wie oben gemessen) ist in der Kopflänge 3-77 — 5*55 mal ent- halten (3*77 — 4'g3, 3*83 — 5*55) gewöhnlich 4*4 — 5 mal, in der Entfernung der Hume- ralstachelbasis vom vorderen Prämaxillarrand 3-17 — 4*3 mal (3*2 — 4'og, 3*17 — 4*3), gewöhnlich 3*3 — 3*8 mal, die Schnauzenlänge (Entfernung des Vorderrandes des Ober- kiefers von der Mitte der Verbindungslinie der Augenvorderränder) in der Kopflänge 2*52 — 3*54 mal (2*52 — 3, 271 — 3-54), gewöhnlich 2*7 — 3*imal. Die Caudallänge endlich verhält sich zur Totallänge wie 1:4*87 — 6*59(1:4*87 — 6i3, 1:5-3 — 6*59), ge- wöhnlich wie 1:5-3 — 6. Die Farben der Oberseite unserer Exemplare zeigen die ver- schiedensten Abweichungen: neben den ganz dunklen isländischen (siehe I. Abschnitt) finden wir hellkastanienbraune Farben bei den marokkanischen Exemplaren, die auf ') Nach Faber und Risso. 2 ) Nach Lilljeborg (Sverig. och. Norg. Fisk., I, p. 757). 3 ) Nach Risso. 4 ) Nach Bloch. 5 ) Nach Bon aparte und Moreau. 6 ) Die Angabe P i3 von Cuv. Val., XII, p. 346 ff. und Day (op. cit., I, p. ji) beruht wohl auf einem Irrtum. ") Die erste der beiden in Klammern beigesetzten Zahlenreihen bezieht sich auf die budegassa- ähnlichen Formen, die zweite auf die piscatorius-Ähnlichen. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 121 ganz lichtem, gelblichbraunem Schlamm gefunden wurden, ferner alle Schattierungen bis zu dunkelkastanienbraunen, schließlich zwei Exemplare von Triest mit lichter rauch- grauer, etwas ins olivenfarbene hinüberspielender Grundfarbe mit dunkleren Punkten und Flecken. Die Art wurde bei Marokko nicht sehr häufig gefangen. Wenn wir mithin nach den vorliegenden Angaben die Fauna dieses Teiles der atlantischen Küste betrachten, so finden wir, daß sie vielfach mit anderen benachbarten Gebieten Übereinstimmung zeigt und als Mischfauna anzusehen ist. So sind vor allem zahlreiche mediterrane Formen vertreten, wenn auch manche derselben hier offenbar die äußersten Grenzgebiete ihrer Verbreitung besitzen, was man auch aus ihrer geringen Häufigkeit an diesen Lokalitäten schließen kann. Ein Beispiel dafür dürfte z. B. Torpedo narce Risso, Spams aurata L. und Mullus barbatus L. sein, welch letzteren man viel- leicht geradezu nur als Gast in diesem Bereiche wird ansehen können. Auch von der allerdings mit der mediterranen sehr übereinstimmenden englischen Fauna sind viele Arten vorhanden. Andererseits aber sehen wir auch schon einzelne andere Arten hier in großen Massen vertreten, die wieder nicht weiter nach Norden sich ausbreiten als an die südliche spanische Küste, und auch ins Mittelmeer keinen Eintritt fanden, die wir also als die eigentlichen hier «ansässigen» Formen bezeichnen müssen. Solche sind z. B. Umbrina ronchus Val., Dentex maroccanus Cuv. Val. Schließlich finden wir auch solche Arten, die zwar auch im Mittelmeere und an der Küste von England ver- breitet sind, aber dort in viel geringerer Anzahl, oft nur vereinzelt sich finden, während sie hier zu den charakteristischen Bestandteilen der Fauna gehören, so z. B. Myliobatis aquila Cuv. und Sciaena aquila (Lacep.). III. Fische von der Küste von Tunis und Tripolis. Wie schon erwähnt, hatte der Fischdampfer «Bayern» die Ordre, nach unserer marokkanischen Fahrt die Küsten des mittelländischen Meeres nach Fischplätzen abzu- suchen. Insbesondere waren die breiten, flachen Bänke der kleinen Syrte vor der Küste von Tunis und Tripolis, die stellenweise noch in einer Entfernung von über lookm von der Küste nicht tiefer als 200 m sind, zur Erprobung ihres Fischreichtums in Aussicht genommen worden. Leider entsprach aber das Resultat dieser Fahrt weder in den oberwähnten Meeresteilen, noch vor den Inseln Malta, Sizilien und in der Adria, die bis Ancona hinauf befahren wurde, ebensowenig den Erwartungen, die man darauf gesetzt hatte, als die Ergebnisse, die die Fahrt eines zweiten Dampfers der Gesellschaft an die Küsten von Korsika und Sardinien hatte. Beide Schiffe kehrten, das unsere nach 20tägiger Reise, ganz ohne jede Ausbeute zurück. Es bestätigte sich somit aufs neue, daß nicht nur die Adria, sondern auch die Küsten des ganzen Mittel- meeres überaus arm an Gru-ndfischen sind, die ja für diese Fangart mit Schleppnetz allein in Betracht kommen, eine Tatsache, die die Möglichkeit einer Befischung dieses Binnenmeeres durch Fischdampfer, die selbstverständlich viel größere Regiekosten haben als die kleinen Segelfahrzeuge der die Küstenländer bewohnenden Nationen, als ganz aussichtslos und gewinnlos erscheinen läßt. Einer der Gründe für diese auffallende Fischarmut ist wohl die starke Ausfischung, die ja schon seit den ältesten Zeiten hier stattgefunden hat. Daß dies aber nicht, wie man manchmal meint, der einzige Grund ist, sondern daß er nur in Verbindung mit der Tatsache, daß das Mittelmeer ein Binnen- 122 Dr. Viktor Pietschmann. meer ist, wirksam sein konnte, dafür spricht schon der Umstand, daß wir jenseits der Straße von Gibraltar, wo ja auch überall seit ältesten Zeiten Fischervölker längs der ganzen Küste des Festlandes von Europa und um England herum saßen, sofort bei weitem größere Massen von Fischen antreffen. Wir haben eben da den offenen Ozean, aus dessen großem Gebiete etwaige Verluste immer wieder reichlich ersetzt werden; doch ist wohl auch in Erwägung zu ziehen, ob nicht vielleicht auch die etwas geän- derten physikalischen Bedingungen, die größere Dichte und der höhere Salzgehalt des Mittelmeeres von einigem Einfluß auf diese Fischarmut sind. Wir begannen etwa östlich von Kelibia, wo das Lot ganz feinen, gelben Schlamm gezeigt hatte, zu fischen und versuchten dann, da das Resultat, wie gesagt, jedesmal negativ war, an den verschiedensten Stellen abermals Fischzüge, so südwärts längs der ganzen Küste bis Sfax, dann weiter draußen etwa 60 Seemeilen vom Lande, ferner bei den Kerkenah-Inseln, vor der Insel Dsherba und schließlich noch an einigen korallenfreien Stellen vor der tripolitanischen Küste. Der Boden, der entweder aus dem oben erwähnten ganz feinen, gelben Schlamm oder aus kleinkörnigem Sande be- stand, zeigte äußerst mannigfaltige, wechselnde faunistische und floristische Verhält- nisse. So waren in manchen Gegenden große Massen von Spongien, Badeschwämmen, deren Kolonien oft über einen halben Meter im Durchmesser hatten, vorherrschend. Sie waren besonders unangenehm, da sie, wenn in größerer Zahl und in großen Stöcken beisammen, dem vor dem Netze schleppenden «Reiter» einen kolossalen Widerstand entgegensetzten und wegen ihres gewaltigen Gewichtes meist dem Einziehen des Netz- sackes bedeutende Schwierigkeiten bereiteten. An anderen Stellen fanden sich statt ihrer buschartige Hornkorallen, die meist in einer üppigen Algenvegetation standen. Bei Dsherba erbeuteten wir auch auf einem Zuge eine gewaltige Masse junger Perl- muscheln von 50 — 90 mm Durchmesser, die in diesem Falle fast den einzigen Bestand- teil des Fanges ausmachten. Stellenweise bilden auch Korallenbänke den Grund. Zwischen diesen großen Massen von Algen und niederen Tieren wurden immer nur spärliche Mengen meist kleiner Fische gefangen, die aber eine große Artenmannigfaltig- keit aufwiesen. Der in den meisten Exemplaren an Bord gebrachte Fisch war hier sowie später in der Adria Mullus barbatus L. und Sargus annularis L. Auch Peri- stedion cataphractum und einzelne Trigla-Arten fanden sich vor Tunis und Tripolis ziemlich häufig vertreten. Von Tripolis wurde dann nordwärts gesteuert, vor Malta noch auf feinem Sandboden gefischt, ferner vor Licata (Südsizilien) auf gelbem Schlick, wobei sich meist Trigla unter dem Fange befanden, und schließlich im Golf von Tarent, vor Manfredonia, Anco na und dann weiter von Land ab in den größeren Tiefen der Adria, ebenfalls meist auf grauem Sand und Schlick, wobei aber als Hauptbeute bloß einige Merlucius merluccius (L.) gefangen wurden. Zu den fol- genden Beobachtungen über die angeführten Arten sei noch erwähnt, daß die Exem- plare der Arten, die auch vor Marokko vertreten waren, meist schon in der Be- schreibung der marokkanischen Ausbeute berücksichtigt wurden und daher hier nur namentlich angeführt sind. Die Arten, bei welchen kein besonderer Fundort ange- geben ist, stammen aus der kleinen Syrte. Plagiostomi. 1. Torpedo torpedo (L.). Fünf Weibchen von 151 — 285?»;« Gesamtlänge und 90 — ij6mm größter Schei- benbreite. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 123 2. Torpedo narce Risso. Ein Männchen von 208 mm Gesaratlänge und 124mm größter Körperbreite und drei Weibchen von i32 — 3io mm Gesamtlänge und 84 — 174 mm größter Scheiben- breite. Das kleinste derselben hat nur eine kleine Ozelle auf dem Rücken und ist sonst ganz gleichmäßig drapbraun gefärbt. 3. Dasyatis pastinaca (Cuv.). Ein Weibchen von 3oy mm Scheibenlänge (bei allen Batoiden auf der Ventral- seite bis zur Schwanzwurzel gemessen) und 216 mm Scheibenbreite. Der Schwanz des Tieres ist kurz hinter dem Stachel abgebissen; überhaupt findet man derartige später wieder verheilte Wunden und Defekte bei allen Rochen überaus häufig, ein Beweis, daß eine Regeneration dieser Teile, wenn sie verloren gegangen sind, nicht mehr ein- tritt; Die Scheibenlänge ist in der Scheibenbreite ro6mal, der Augendurchmesser in der Interorbitalbreite 1*4 mal, letztere in der Schnauzenlänge (s. p. 73) i - g3mal, die Mundbreite in der Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte 2-14 mal ent- halten. Die Farbe des Rückens ist graublau, gegen die Seite mehr ins bräunliche über- gehend, der Schwanz ist violettschwarz gefärbt. Die Haut ist mit Ausnahme eines quadratischen Fleckes hinter den Augen und des Raumes zwischen den Kiemen- spalten glatt. 4. Pteroplatea altavela Müll. u. Henle. Ein Männchen von 438 mm Gesamtlänge; die Länge der Scheibe beträgt 305, die größte Körperbreite 655 mm. Die Scheibenlänge ist in der letzteren 2-15 mal, die Ge- samtlänge 1*5 mal, die Mundbreite i2'i3 mal enthalten, die Schwanzlänge in der Total- lange 3-29 mal, der Augendurchmesser in der Interorbitalbreite 2-86 mal, die letz- tere in der Schnauzenlänge nmal, ebenso die Mundbreite in der Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte n mal, in der Gesamtlänge 8-n mal, die Entfer- nung der Schnauzenspitze von der Mundmitte in der Totallänge 6-3 mal, schließlich die Länge des Schwanzstachels in der Schwanzlänge 2 - o2 mal. Im Oberkiefer finden sich ungefähr 100 Reihen flacher kleiner Zähnchen. Der Rücken ist auf lichterem Grunde mit drapbraunen kleinen Pünktchen und Streifen ge- sprenkelt, hie und da finden sich etwas größere undeutliche dunkle Flecken. Vor dem Schwanzstachel ist ein ganz schwaches Rudiment einer Rückenflosse zu bemerken, das trotz seiner Kleinheit doch deutlich wahrnehmbar ist und anfänglich Zweifel an der Zugehörigkeit dieses Exemplares zu Pt. altavela aufkommen ließ. Doch sprechen die allgemeinen Körperverhältnisse tatsächlich für eine solche. 5. Raja clav ata L. Ein 720 mm langes, 490 mm breites Weibchen aus dem Golf von Genua nördlich von Elba. 6. Raja miraletus L. Drei Männchen und ein Weibchen von 215 — 317 mm Gesamtlänge und i32 — 206 mm Scheibenbreite. Die relative Schwanzlänge scheint mit dem Alter abzunehmen, denn bei den drei kleinsten Exemplaren (215— 299 mm lang), das sind die drei Männchen, verhält sie sich zur Gesamtlänge wie 1:1-87 — 1*92, während sie sich bei dem Weib- chen und dem einen Exemplar aus Marokko (ebenfalls ein Weibchen von 447 mm Länge) wie 1:2-05 und 1:2-21 verhält. Vielleicht ist ein wenn auch nur geringer Unterschied durch das Geschlecht bedingt. Die Scheibenbreite der fünf Exemplare ist 1-48 — 1-65 mal, die Entfernung der Schnauzenspitze vom Augenvorderrand 7*21 — 124 Dr. Viktor Pietschmann. 8-56 mal, die Entfernung derselben von der Mundmitte 6-98 — 8 mal in der Gesamtlänge enthalten, die Scheibenlänge in der Scheibenbreite i - 23 — i - 32mal, die Interorbitalbreite im Augendurchmesser r2o.— 1*55 mal, in der Entfernung der Schnauzenspitze vom Augenvorderrand 3*71 — 5-17 mal, schließlich die Mundbreite in der Entfernung der Mundmitte von der Schnauzenspitze 1-67 — 2"o3 mal. Unsere beiden kleinsten Exem- plare von 215 und 120mm Totallänge besitzen 38 Reihen von flachen Zähnen im Oberkiefer, die übrigen 41 — 42 Reihen. Das jüngste Exemplar ist, während die anderen in der braunen Grundfarbe des Rückens die bekannten zahlreichen dunklen Punkte zerstreut haben, natürlich mit Ausnahme der beiden großen Schulterocellen, ganz ein- förmig braun. 7. Raja punctata Risso. Drei Männchen von 2S3, 357 und 410 mm Gesamtlänge und 175 — 258'mm größter Körperbreite. Die letztere ist in der ersteren 1-56 — r62mal enthalten, die Scheibenlänge in der Scheibenbreite ri8 — i'3mal, die Schwanzlänge in der Gesamt- länge i-gi — 2-19 mal. Zur letzteren verhält sich ferner die Entfernung der Schnauzen- spitze vom Augenvorderrande wie 1:7-29 — 8-09, die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte wie i'-7 - i4 — 7'52. Der Augendurchmesser ist in der Interorbital- breite 1 — 1-36 mal, letztere in der Entfernung der Schnauzenspitze vom Augenvorder- rande 3-i2 — 3-33 mal, die Mundbreite in der Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte 1-62 — rgmal enthalten. Unsere Exemplare haben 37 — 41 Reihen von Zähnen im Oberkiefer, die bei den beiden erwachsenen Exemplaren stumpfkegelförmig zugespitzt sind. Daß übrigens der Eintritt der Geschlechtsreife durchaus nicht an die Erlangung einer und derselben Größe gebunden ist, das heißt also bei allen Individuen der Art auf einer bestimmten sich ziemlich gleich bleibenden Wachstumsstufe eintritt, geht daraus hervor, daß diese zwei vorerwähnten Exemplare eben schon vollständig entwickelt sind, während ein viel größeres der Wiener Musealsammlung von 446 mm Gesamtlänge noch alle Merkmale der Jugendform, also flache Zähne und schwache, noch nicht ganz entwickelte Genitalklammern besitzt. Moreau gibt (Poiss. Fr., I, p. 427) an, daß die erwachsenen Männchen einen teil- weise glatten Rücken hätten, und sagt, daß vollständige Besetzung des Rückens mit Rauhigkeiten nur den Weibchen und den Jungen beiderlei Geschlechts zukomme. Dem ist jedoch nicht ganz so. Vielmehr finden wir einerseits noch ganz junge, unentwickelte Männchen und Weibchen, die nahezu ganz glatt sind, und auch beinahe glatte Weib- chen von beträchtlicherer Größe, andererseits aber auch erwachsene Männchen, deren Scheibe vollständig mit Rauhigkeiten besetzt ist. Die Verschiedenheit der Bedeckung mit Rauhigkeiten dürfte demnach wohl vorwiegend auf individuelle Variation zurück- zuführen sein und hat ja darin ihre Analogie auch z. B. in der verschieden' starken Bestachelung von Raja clavata, die schon Smitt in seinem großen Werke (Skand. Fish., II, p. 11 04) erwähnt. Allerdings ist bei unserer Art wohl auch ein gewisser Zusammenhang derselben mit Farbenvariationen zu erkennen, wie das folgende zeigen wird. Die zwei oben erwähnten erwachsenen Männchen weisen ganz typisch die in den Abbildungen von Müller und He nie (System. Beschreib. d.Plagiostom., Taf. 46, Fig. 1) für Raja Schaltiii M. H. und von Bonaparte (Fauna ital. pesc, Taf. 66, Fig. 2) für Dasybatis asterias gezeichnete Färbung auf, nämlich drapbraune Grundfarbe mit zahl- reichen kleinen, dunkelbraunen Pünktchen und größeren weißen Flecken, die durch dunkle Punkte umrandet sind (Ocellen ). Bei anderen Exemplaren der Wiener Samm- Ichthvologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. I 25 lung, die sich diesen anschließen, finden wir in der Mitte der weißen Flecken, wie auch Moreau erwähnt (1. c.) noch einen dunklen Punkt. Ganz verschieden davon ist unser drittes, kleinstes Exemplar gefärbt. Es hat näm- lich auf lichtbrauner Grundfarbe braune Flecken verstreut, die bedeutend größer und deutlicher hervortretend und wenn auch zahlreich, doch nicht in solcher Menge und so dicht zusammenstehend wie die der ersterwähnten Exemplare sind. Außerdem finden wir noch einige wenige ganz verwaschene, lichtere Flecke über den Körper verstreut und an der Schulter jederseits einen weißlichen, dunkel umrandeten Fleck. Auch diesem Tiere schließen sich mehrere Exemplare der Wiener Sammlung an. Auf keinem derselben aber finden sich ähnliche fein und deutlich umrandete weiße Flecke, wie sie die beiden zuerst erwähnten Tiere besitzen. Sie alle haben den Körper vollständig mit Rauhig- keiten besetzt. Ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich diese mit der allerdings in der Farbe (grau statt braun) etwas verfehlten Abbildung Bon apartes (Taf. 66, Fig. 3) der Dasybatis aspera identifiziere, auf die er im Text — auch als Asterias aspera des Ron- delet — unter dem Artikel über Dasybatis asterias beiläufig zu sprechen kommt, indem er sie als stachlige Form derselben mit ihr identifiziert. Günther scheint diese Abbil- dung übersehen zu haben, wenigstens finde ich sie in seinem Katalog nirgends zitiert. Auch Moreau und D oderlein (Man. Ittiol. Med., III) führen sie nicht an. Diese zwei Färbungen sind nun sehr leicht voneinander zu unterscheiden, so daß die Unterordnung der ziemlich zahlreichen Exemplare der Wiener Musealsammlung unter die erste oder zweite Form immer ohne Schwierigkeit durchführbar ist. Zu einer Artentrennung ist nun wohl der Unterschied der Farbe ohne irgend ein anderes wich- tiges Unterscheidungsmerkmal — und ein solches konnte ich bisher nicht auffinden — nicht zureichend. Wir können aber auch nicht annehmen, daß wir es hier mit verschie- denen Lokalvarietäten zu tun haben, da die beiden verschieden gefärbten Formen nicht lokal getrennt sind, sondern den gleichen Verbreitungsbezirk haben. Es wird daher den Tatsachen am besten entsprechen, wenn wir die vorhandenen Unterschiede, die also, wie gesagt, zu einer artlichen oder Varietätentrennung nicht geeignet erscheinen, dadurch konstatieren, daß wir, von den Abbildungen Müllers und Henles und Bona- partes ausgehend, die erste Form als die Raja punctata forma Schultzii, die zweite als die Raja punctata forma aspera bezeichnen. Es soll damit also nur die Mög- lichkeit gegeben werden, die beiden Formen zu unterscheiden und zu registrieren. Die von Doderlein (Man. Itt. Med., III, p. 190) aufgeführte var. oculata ent- spricht wohl der letzteren Form, während die beiden unter varietä liscia von ihm an- geführten Exemplare, Tiere mit unsichtbar gewordenen Flecken, jedenfalls der forma Schultzii anzureihen sind. Ebenso ist die von ihm angeführte Raja Jojenia Cocco nach seiner Beschreibung — die Originalbeschreibung stand mir leider nicht zur Verfügung — nichts anderes als Raja punctata f. Schulten. Ich habe in seiner ganzen Aufzählung ihrer Merkmale kein einziges gefunden, das nicht vollständig mit denen von Raja punctata übereingestimmt hätte, so z. B. die Bestachelung, Bezahnung, Verhältnis von Scheibenbreite und Schei- benlänge, von Interorbitalbreite und Präorbitallänge usw. 8. Raja quadrimaculata Risso. Risso hat in seiner «Histoire naturelle de l'Europe meridionale» (Bd. III, p. 150) diese Art als neu aufgeführt und kurz charakterisiert. Bon aparte gab dann 1840 in seiner «Iconografia della Fauna Italica» auf Tafel 63 und 65, Fig. 2, Abbildungen, die diese Art darstellen sollen, die aber klar erkennen lassen, daß sie zwei verschiedenen Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXI, Heft 2, 1906. 10 126 Dr. Viktor Pietschmann. Arten zugehören. Seine Beschreibung von Raja quadrimaculata ist aber fast ausschließ- lich auf die beiden Abbildungen auf Taf. 63 zu beziehen und nur die Bemerkung, daß auf dem Schwänze auch fünf statt drei Reihen von Stacheln sich befinden können, ist auf die Fig. 2 der Taf. 65 zu beziehen. Diesem Umstände ist es wohl hauptsächlich zu- zuschreiben, daß die späteren Autoren, die diese Art behandelten, sie einerseits für synonym mit Raja miraletus L. erklärten, wie Günther (Katalog, VIII, p. 461), an- dererseits aber von seiner Beschreibung ausgehend, bei der Charakterisierung dieser Art sich immer auf die beiden Abbildungen seiner Taf. 63 stützten und die Fig. 2 der Taf. 65 entweder gar nicht erwähnten, wie Moreau, oder sie als synonym zu anderen Arten stellten, wie Doderlein (op. cit., III, p. 199), der sie mit der Raja ocidata Rissos (op. cit., p. 149) identifizierte. Während unseres Aufenthaltes an der tripolitanischen Küste fingen wir nun ein weibliches Exemplar einer Raja von 405 mm Totallänge und 268 mm größter Scheiben- breite, das sich ganz trefflich mit der letztgenannten Abbildung Bonapartes auf Taf. 65 in Einklang bringen läßt. Im folgenden möge seine Beschreibung Platz finden, an die sich die Erörterung schließen möge, ob die Beibehaltung einer Art Raja quadrimacu- lata berechtigt ist sowie welche der Bon aparteschen Abbildungen derselben entspricht, demnach also auch, ob unser Exemplar unter diese Art einzureihen ist. Die allgemeine Körpergestalt gleicht sehr der von Raja punctata Risso, doch ist die Schnauze viel kürzer und es erscheint deshalb die erste Hälfte des vorderen Pecto- ralrandes viel stärker konvex gebogen als bei der vorgenannten Art. Eine von der Schnauzenspitze zur äußersten Pectoralecke gezogene Linie verläuft vollständig inner- halb der Körpergrenze, schneidet also nirgends den vorderen Pectoralrand. Dieser ist in der Mitte seines Verlaufes nahezu unmerklich konkav eingebuchtet und bildet mit der schwach konvex verlaufenden hinteren Pectoralkante einen abgerundeten, stumpfen Pectoralwinkel. Gegen die Ventrale verläuft die hintere Pectoralkante in einem Bogen. Die Ventrale besitzt einen kräftigen vorderen Abschnitt; der äußere Rand des hinteren Teiles geht in sanfter Bogenkrümmung in die abgerundete Hinterecke über; von da zieht dann die innere Ventralkante etwas konkav zum Schwanzwurzelansatz. Die Körperbreite verhält sich zur Gesamtlänge wie 1 : 1*51, die Länge der Scheibe zu der ersteren wie 1 : 1*25. Die Breite der Ventrale, von der Schwanzwurzel quer gemessen, ist in ihrer Länge (Entfernung des Vorderansatzes ihres vorderen Teiles vom hinteren Ventralwinkel) 2*45 mal enthalten. Der Schwanz, dessen Länge in der Gesamtlänge 2 , i3mal enthalten ist, ist breit, flach, oben etwas mehr, unten weniger gewölbt, so daß sein Querschnitt bikonvex begrenzt wäre. Längs seiner ganzen Ausdehnung hat er einen kleinen seitlichen Hautsaum. Die beiden Dorsalen sind durch einen Zwischen- raum voneinander getrennt, die erste ist größer und höher als die zweite, die in die niedrige aber deutliche Schwanzflosse übergeht. Der Hinterrand der Dorsalen ist rund, der Verlauf der Vorderkante schwach gebogen. Die Spritzlöcher sind dicht hinter den Augen, die mäßig groß sind. Der Längendurchmesser der letzteren ist in der Interorbital- breite 1-25 mal enthalten, diese in der Entfernung der Schnauzenspitze vom Augen- vorderrande 2'3 mal. Auf der vorderen Hälfte des inneren Augenbogens stehen bei unserem Exemplare jederseits fünf größere, nach hinten gerichtete Stacheln. Ebenso findet sich am Innenrande der Spritzlöcher, also hinter den Augen, eine Gruppe von größeren Stacheln. Die Schnauzenlänge ist in der Gesamtlänge 8-27 mal enthalten. Der Mund ist schwach gebogen, der Oberkiefer mit 40, der Unterkiefer mit 38 Vertikal- reihen von sehr stumpf kegelförmigen, fast flachen, derben Zähnen versehen; ihre Breite nimmt in den Randreihen ab. Die beiden Nasenlöcher stehen mit ihren Innenrändern Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 127 nahezu so weit voneinander ab, als die Mundbreite beträgt. Letztere ist in der Entfer- nung der Schnauzenspitze von der Mundmitte 1 63 mal enthalten, die Entfernung der inneren Nasenlochränder voneinander r68 mal. In der Gesamtlänge ist die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte 77g mal enthalten. Die Oberseite des Körpers sowie des Schwanzes und der Flossen ist vollständig mit Rauhigkeiten bedeckt, nur an den Seiten des Rostralknorpels stehen sie etwas spärlicher. In der Mittellinie des Kör- pers, hinter dem Kopfe beginnend, verläuft eine unregelmäßige, in der zweiten Körper- hälfte durch einen großen Zwischenraum unterbrochene Reihe von verhältnismäßig kleinen, stark nach hinten gebogenen, gedrungenen Stacheln. Noch vor Beginn der Schwanzwurzel teilt sich diese Reihe in zwei eng nebeneinander verlaufende ebenfalls nicht sehr regelmäßige Reihen mit etwas größeren, sonst aber gleich geformten Sta- cheln, die parallel zueinander längs der Mittellinie des Schwanzes, welche ebenfalls hie und da Stacheln trägt, nach hinten sich erstrecken. In der zweiten Hälfte der Schwanz- länge losen sich diese zwei Reihen in einzelne unregelmäßig zickzackförmig angeord- nete Stacheln auf. Zwischen den Dorsalen steht kein Dorn. Etwas oberhalb der Seiten des Schwanzes beginnt außerdem an der Schwanzwurzel beiderseits eine Reihe von anfänglich kleinen, dann schnell größer werdenden Stacheln gleichen Baues, die vom Beginn des zweiten Schwanzdrittels an vollständig an der Seite desselben verlaufen. Außerdem stehen noch hie und da einzelne Stacheln zwischen der Rand- und Mittel- reihe. Die Unterseite des Körpers ist vollständig glatt, nur zu den Seiten des Afters findet sich je ein kleiner Fleck von Rauhigkeiten, ebenso sind die seitlichen Drittel des Schwanzes (unten) rauh, während sein Mittelfeld glatt ist. Der Körper und Schwanz ist auf der Oberseite dunkelbraun mit zahlreichen, un- regelmäßig verstreuten neapelgelben Flecken. Gegen die Körperränder und besonders auf der Schnauze wird die Grundfarbe heller. Zu beiden Seiten der Schulter findet sich eine Ocelle mit braunschwarzem Mittelpunkt, um diesen herum ein orangegelber Hof und dieser wird wieder eingesäumt durch einen sternförmig verlaufenden braun- schwarzen Saum, dessen Farbe gegen die Außenseite etwas lichter wird und in die ge- wöhnliche Grundfarbe übergeht. Besonders diese Ocellen sehen sehr denen der Bona- parteschen Abbildung 2 auf Taf. 65 gleich. Die Unterseite ist weiß. Die Art ist mit Raja punctata Risso und Raja circularis Couch, nicht aber mit Raja mirelatus L. zu- nächst verwandt. Was nun die Identifizierung der Bonaparteschen Zeichnungen mit Rissos Ori- ginalbeschreibung anbelangt, so ist diese letztere so kurz und wenig ausreichend, daß es tatsächlich möglich ist, beide Zeichnungen (die dritte, nämlich Fig. 2 auf Taf. 63 ist nur die Wiedergabe des Exemplares der Fig. 1 derselben Tafel von der Unterseite) auf dieselbe zu beziehen. Doch dürfte vielleicht seine Angabe: «Ventrale fast quadratisch» besser auf die Figur der Taf. 65 passen, wie auch unser Exemplar zeigt, das, wenn auch nicht quadratische, so doch breitere Ventralen hat, als die Abbildung der Taf. 63, wo sie ganz spitz gezeichnet sind. Die Angabe bezüglich der Farbe und Form der Ocellen läßt sich wohl auf beide Exemplare deuten, während die Anführung von fünf Stachel- reihen beim Weibchen am Schwänze eher wieder mit unserem Exemplare überein- stimmt. Ich glaube aber, daß man schon aus dem Grunde die beiden Zeichnungen der Taf. 63 ausschalten muß, weil Risso wohl sicher bei der Beschreibung einer Form, die so ungeheure Ähnlichkeit mit Raja miraletus besitzt, wie die beiden Bonaparteschen Figuren sie zeigen, auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hätte, wie er ja auch über das Verhältnis von Raja miraletus und Raja oculaia auf p. 150 eine Bemerkung macht. Wir werden vielmehr in den oberwähnten beiden Figuren nichts anderes zu erblicken 10* 128 Dr. Viktor Pielschmann. haben, als ein ausgewachsenes Männchen von Raja miraletus. Alle die Unterschiede, die Bonaparte und später auch Moreau (op. cit., I, p. 424) und Doderlein (op. cit., III, p. 196) aufzählen, können unmöglich eine Trennung rechtfertigen. Letzterer hat übrigens schon auf das Schwankende dieser Unterscheidungsmerkmale hingewiesen, ohne jedoch die Folgerung daraus zu ziehen, daß die erwähnte Form dasselbe sein müsse, wie die gewöhnliche Raja miraletus. Die größere Schlankheit seiner angeblichen Raja quadri- maculata ist wohl eben darauf zurückzuführen, daß beim Männchen von Raja mira- letus, mit dem sie zweifellos identisch ist, mit dem Eintritt der Geschlechtsreife der Körper schneller in die Länge wächst, als nach der Breite, so daß tatsächlich schlankere Formen resultieren. Alle erwachsenen Raja ?niraletus-Männchen unserer Musealsamm- lung zeigen dies auch. Daß Raja miraletus, wie Bonaparte sagt, sehr kleine Genital- klammern besitze, ist bei dieser, wie ausnahmslos bei allen anderen Rajiden, eben auch nur in der Jugend der Fall und die von ihm gebrachte Abbildung desselben auf Taf. 62 stellt eben ein noch unentwickeltes Männchen dar, während die angebliche Raja quadri- maculata der Taf. 63 die Verhältnisse beim geschlechtsreifen miraletus-M'Annchen re- präsentiert. Es sind also auch alle die späteren auf dieser Abbildung basierenden Be- schreibungen von Raja quadrimaculata unter die Synonymie von Raja miraletus einzureihen, so die von Doderlein und von Moreau. Ersterer möchte, wie schon erwähnt, Bonapartes Abbildung auf Taf. 65 mit der Rissoschen Raja oculata identi- fizieren. Auch hierin ist er wohl im Unrecht; ich glaube vielmehr, daß auch diese letz- tere Art Rissos mit Raja miraletus zusammenfallen dürfte. Bezüglich der Ansicht Günthers, der die eben erwähnte Abbildung zu Raja circularis stellt, ist vor allem darauf hinzuweisen, daß unsere vorliegende Art viel w r eniger Zähne besitzt (40] 38) als Raja circularis, für die er selbst 70 — 80 Zahnreihen im Oberkiefer anführt. Auch sind die Ocellarflecke der Raja c/rcw/am- Exemplare, wenigstens in der Wiener Museal- sammlung stets ganz anders beschaffen, als die von Raja quadrimaculata. Nach all dem sind wir also, wie ich glaube, vollständig berechtigt, die Bona- parte sehe Fig. 2 auf Taf. 65 und also auch unser Exemplar, als Raja quadrimaculata im Sinne Rissos und als selbständige Art aufzufassen. Die Synonymie derselben hätte also zu lauten: Raja quadrimaculata Risso, Hist. nat., III, p. 150 (Schinz, Europ. Fauna, p. 492; Übersetzung aus Risso). » » Bonaparte, Iconogr. Faun. Ital., Taf. 65, Fig. 2 (nee Taf. 63, Fig. 1, 2, nee descriptio p. 485). » » Canestrini, Fauna d'Italia, pesci, p. 57, partim. 9. Raja alba Lacep. iuv. (== Raja marginata). Ein Weibchen von 401 mm Gesamtlänge und 296 mm größter Scheibenbreite. Die letztere ist in der ersteren bei diesem und dem Exemplar aas Marokko r35 mal enthalten, die Schwanzlänge 2 - 32- (marokkanisches Exemplar 2-34-) mal, die Scheiben- länge in der Scheibenbreite i'3- (marokkanisches Exemplar 1*29-) mal, der Augendurch- messer in der Interorbitalbreite i-o3 mal, letztere in der Entfernung der Schnauze vom vorderen Augenrand (siehe Anm. S. 73) 3-53 mal, die Mundbreite in der Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte 214- (marokkanisches Exemplar 2-) mal, diese letztere in der Gesamtlänge 5-08 mal, die Entfernung der Schnauzenspitze vom Augen- vorderrand in der Gesamtlänge 5-81- (marokkanisches Exemplar 576-) mal. Die Zähne stimmen vollständig mit denen des erwachsenen Tieres, wie sie Doderlein (op. cit., III, p. 165) für Raja Bramante und Moreau (op. cit., I, p. 412) für Raja alba be- Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 129 schreibt, überein, die sechs bis sieben äußersten Reihen sind beträchtlich stumpfer als die scharfgespitzten Mittelzähne. Unser Exemplar hat im Oberkiefer 38, im Unterkiefer 3g Zahnreihen. An der Tatsache, daß Raja marginata Lacep. nur die Jugendform von Raja alba ist, ist wohl gegenwärtig nicht mehr zu zweifeln. Aber auch Raja Bramante (Sassi) und Raja alba Lacep. sind offenbar, wie dies schon Moreau und D oderlein angeben, letzterer allerdings, ohne die Frage dezidiert zu entscheiden, nicht zwei getrennte Arten, sondern eine und dieselbe Form. Daß die Annahme Doderleins, wir könnten es hier mit Lokalvarietäten einer Art zu tun haben, nicht richtig ist, beweist der Umstand, daß Moreau Raja alba aus dem Mittelmeer, also dem Gebiete der Raja Bramante erhalten hat und deren wenn auch nicht häufiges Vorkommen dort erwähnt. Leider fehlte mir das Material zur Vergleichung der beiden Formen, da unser Museum nur Jugendformen der Raja alba (die früher als Raja marginata angesehen wurden) besitzt. 10. Rhinobatus columnae Müller u. Henle. Ein Männchen und zwei Weibchen von 441 (cf), 491 und 888 mm Gesamtlänge und 145 (cf), 160 und 315mm größter Körperbreite. Die letztere, die bei den erwach- senen Exemplaren relativ ein wenig zunimmt, verhält sich zur Gesamtlänge wie 1 : 2-82 —3-07, zur Körperlänge, von der Schnauzenspitze bis zur hinteren Insertionsstelle der Ventralen an die Schwanzwurzel gemessen, wie ili'3i — r38, die Schwanzlänge von dem letzteren Punkte gemessen, zur Totallänge wie 1:171—1-87. Die Interorbital- breite ist gleich dem größten Augendurchmesser (von vorne nach hinten) und in der Schnauzenlänge (siehe Anm. S. 73) 4-21— 4-56 mal enthalten, in dieser die Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Nasenlochrand ri2 — ri6mal. Die Breite des Zwischenraumes zwischen den beiden Nasenlöchern verhält sich zur Entfernung ihrer äußersten Ränder wie 1 : 3-07 — 3-23. Während diese Verhältnisse sich bei den jungen und dem alten Exemplar so ziemlich gleich bleiben, sehen wir bei den folgenden einige Veränderungen mit dem Alter eintreten. So ist die Schnauzenlänge in der Gesamtlänge beim kleinsten Exemplar 6-04 mal, beim nächst größeren 672 mal, beim größten 7-4- mal, die Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte in der Totallänge entspre- chend 5-25-, 5-58- und 6-21 mal enthalten. Daraus läßt sich erkennen, daß die relative Länge der Schnauze mit dem Alter des Tieres abnimmt und wir sehen auch tatsächlich bei dem großen Exemplar eine viel weniger spitze und vorgezogene Schnauze als bei den jungen. Dagegen nimmt die Mundbreite auch relativ mit dem Alter zu; sie verhält sich zur Entfernung der Schnauzenspitze von der Mundmitte beim kleinsten Tier wie 1: 3- 11, beim nächstgrößeren wie 1 : 2-84, beim größten wie 1:2-55. In der Gesamtlänge ist sie beim kleinsten i6*33-, bei den beiden größeren 15-84- und 15-86 mal enthalten. Im Oberkiefer hat das kleinste Tier 62, das größere 68, das größte 108 (!) Zahnreihen. Die Bestachelung ist vollständig der in Müller und Henles Abhandlung (System. Be- schreib. Plagiost., p. n3 und p. 116, Rhinobatus columnae und Rh. angulatus) ent- sprechend, zu erwähnen ist aber, daß auch beim erwachsenen Tiere die Haut nicht glatt, sondern sehr fein chagrinartig ist. Die Farbe der Unterseite ist bei den beiden Exem- plaren einförmig weiß, beim größten ist der Hinterrand der Pectoralen mit einem brei- ten, der Ventralrand mit einem schmäleren lichtgrauen, nach innen unregelmäßig kon- turierten, aber scharf abgesetzten Band eingesäumt. Die Haut zeigt an der Bauchseite so ziemlich über dem Umfang der Leibeshöhle entlang laufend unterhalb der Kiemen- spalten eine scharfe, eigenartig regelmäßig geschwungene Vertiefung, die ich auf keiner der mir zugänglichen Abbildungen richtig wiedergegeben finde. Die Lippenfalte, be- l3o Dr. Viktor Pietschmann. sonders der Oberlippe, die bei den kleinen Exemplaren nur schwach angedeutet ist, ist beim großen Tiere sehr stark ausgeprägt. ii. Squatina squatina (L.). Ein erwachsenes Mannchen von 1090 mm Totallänge und 525 mm größter Breite. Diese ist in der ersteren 1*93 mal enthalten, die Schwanzlänge 2*08 mal. Der Augen- durchmesser verhält sich zur Interorbitalbreite wie 1 I4*3i, zur Länge eines Spritzloches wie 1 : i'44- Bei diesem wie bei zwei anderen kleinen Exemplaren von Nizza, einem Männchen von 3947??;» und einem Weibchen von 357 mm Gesamtlänge ist also der Augendurchmesser beträchtlich kleiner als die Spirakellänge (bei den letztgenannten ist das Verhältnis 1 : 1-25 und 1 : r3i). Die relative Größe des Auges ist bei den jungen Tieren, wie ja gewöhnlich auch bei anderen Arten, etwas größer als bei dem alten, was sich im Verhältnis zur Interorbitalbreite, die 1 : 282 und i:3'o6 bei den letzteren be- trägt, zeigt. Als Artenunterscheidungsmerkmale sind die beiden oberwähnten Verhält- nisse von Augendurchmesser, Interorbitalbreite und Spritzlochbreite, wenn auch erst in zweiter Linie, aber doch ziemlich gut zu verwerten. Das wichtigste Bestimmungsmerk- mal aber beruht in der Form und den Maßverhältnissen der Pectorale, insbesondere in der Lage der hinteren Anheftungsstelle an den Körper; diese findet sich bei Squatina squatina stets entweder in der Höhe der äußeren Pectoralecke oder hinter derselben. Die einzelnen Maße der Brustflosse zeigen folgende sehr konstante Verhältnisse. (Im folgenden sind auch die Messungen der beiden kleinen Exemplare mit einbezogen.) Die Entfernung der vorderen Pectoralspitze von der hinteren Anheftungsstelle der Pectorale ist in ihrer größten Länge (Entfernung zwischen vorderster und hinterster Pectoralspitze) i"46 — 1-6 mal enthalten, die Entfernung der vorderen von der hinteren Anheftungs- stelle, sozusagen die Pectoralbasis, in der letzteren 2*02 — 2-24 mal, die «Pectoralbasis» in der Entfernung der vorderen Pectoralspitze von der hinteren Anheftungsstelle 1*05 — 1-15 mal. Alle diese Angaben, die vielleicht auf den ersten Blick überflüssig genau und zahlreich erscheinen mögen, geben aber sehr gute Unterscheidungsmerkmale zur Trennung unserer Art von Squatina oculata Bonap. Ferner ist zu erwähnen, daß die Entfernung der zweiten Dorsale von der Caudale bei allen drei Exemplaren um mehr als J j 8 kleiner ist als die der beiden Dorsalen voneinander; das betreffende Verhältnis ist 1 :i*i3 — 1*29. Weiters ist der Zwischenraum zwischen den Augen kleiner als der zwischen den Spritzlöchern (1 : 1-07 — ri3). Der Grundton der Färbung ist ein dunkel- grünlichbrauner oder olivenfarbener, manchmal auch rauchgrau, ähnlich der Farbe des Rauchtopases; ganz undeutliche Flecke und Marmorierungen sind über den Körper ver- streut. In der Anordnung der lichteren ebenfalls sehr undeutlichen Partien finden sich mannigfache Varianten. 1 ) Day (op. cit.) gibt von den Männchen an, daß sie nur kleine und weiche Geschlechtsklammern haben. Dies sowie der Umstand, daß er nichts von den offenbar nur dem erwachsenen Männchen eigentümlichen, kurzen, gedrungenen, nach hinten körpereinwärts gerichteten Stacheln an der Außenecke der Pectoralen er- wähnt, die unser großes Exemplar besitzt, läßt vermuten, daß er noch nicht geschlechts- reife Tiere vor sich hatte. Tatsächlich überragen bei unserem Exemplar die Geschlechts- klammern die Ventralen bedeutend und sind durch ein Knochengerüste ebenso gefesigt wie die bei den anderen Haien und den Rochen. Die oberwähnten Stacheln sind auf r ) In der letzten Zeit erhielt das Museum vom Intendanten Hofrat Steind achner ein Exemplar dieser Art aus Triest zum Geschenke, das auf dem Schwänze drei undeutliche dunkle Querbinden be- sitzt, die denen von Squatina oculata ähneln, sich aber doch in der Farbe und Anordnung von ihnen unterscheiden lassen; sonst entspricht die Färbung dem hier Angegebenen. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. l3l einem ungefähr dreieckigen Räume verteilt und ziemlich zahlreich. Von einer deutlich hervortretenden Reihe von Stacheln in der Mittellinie ist bei unserem Exemplare nichts zu sehen. Dieses und das folgende Tier wurden vor Kalibia an der tunesischen Küste ge- fangen. 12. Squatina oculata Bonap. Ein Weibchen von 470 mm Gesamtlänge und 235 mm größter Breite. Das Ver- hältnis dieser zur Totallänge (1 : 2) sowie der Schwanzlänge zur letzteren (1 : 2*04) zeigt keine merklichen Unterschiede gegenüber der vorigen Art. Dagegen sind die Augen dieses und zweier anderer männlicher Exemplare aus Smyrna von 426 und 470 m?» Gesamtlänge größer als bei Squatina squatina, was daraus ersichtlich ist, daß der Augen- durchmesser in der Interorbitalbreite nur 1-82 — 2-25 mal enthalten ist. Die Länge des Spritzloches ist bei dieser Art kleiner als der Augendurchmesser, zu welchem die erstere sich bei unseren drei Exemplaren wie i:r33 — 1-5 verhält. Die hintere Anheftungs- stelle der Pectorale liegt stets beträchtlich weit vor der Verbindungslinie der beiden äußeren Pectoralecken, wodurch der hintere freie Rand der Pectorale im Gegensatz zu den Verhältnissen bei Squatina squatina, wo er nahezu kreisrund ist, die Form eines Ovals erhält. Die Entfernung der vorderen Pectoralspitze von der hinteren Anwachs- stelle der Brustflosse ist in der größten Länge derselben (gemessen wie bei der vorigen Art) 1-95 — 1-97 mal enthalten, die «Pectoralbasis» in der letzteren 2-84 — 3' 16 mal, in der Entfernung der äußeren Pectoralecke von der hinteren Anheftungsstelle 1-53 — 179 mal, letztere in der Entfernung der Vorderspitze von der hinteren Anwachsstelle -g X — 095 mal. Die Entfernung der zweiten Dorsale von der Caudalwurzel ist unge- fähr gleich der Distanz der beiden Dorsalen voneinander; das entsprechende Verhältnis ist 1:0-95 — ro3. Der Zwischenraum zwischen den Augen ist in der Entfernung der inneren Spritzlochecken voneinander 0-99—1-09 mal enthalten, also im Verhältnis etwas größer als bei Squatina squatina, wenn auch der Unterschied nur wenig bedeutend ist. Alle drei Exemplare besitzen vorne an der Schnauze, vor den Augen schräg einwärts, jederseits zwei Stacheln, von denen der hintere weiter außen steht und stärker ist. Seit- wärts nach außen von diesen gegen den Körperrand steht ungefähr in der Höhe des letzteren ebenfalls jederseits ein Stachel, der der Schnauze näher als dem Auge ist. Die Entfernung zwischen dem der einen und dem der anderen Körperseite ist ungefähr so groß wie die der beiden Augenzentren voneinander. Ebenso findet sich einwärts vom Vorderrand der Augen ein Stachel, während an der inneren Kante des hinteren Augen- randes eine Gruppe von zwei bis vier Stacheln, die von einigen weniger deutlichen, kleineren begleitet sind, sichtbar ist. Alle diese Stacheln sind kurz und gedrungen, fast gerade nach aufwärts gerichtet, haben aber eine scharfe Spitze. Bezüglich der charak- teristischen Momente der Färbung schließen sich alle drei Exemplare der Bonapart e- schen Abbildung (Iconogr. Fauna Ital.) an. Als besonders bezeichnend ist wohl die An- wesenheit der auch in dieser Abbildung dargestellten drei schwarzen Flecke an jeder Seite des Schwanzes zu erwähnen, die auch in bezug auf ihre Lage vollständig mit denen der Zeichnung übereinstimmen. Das erste Paar derselben ist etwas hinter der Ventralwurzel, das zweite seitwärts vom Beginn der zweiten Dorsale gelegen. Auch bei mehreren ganz jungen Exemplaren und bei Embryonen der Wiener Musealsammlung konnte ich sie genau konstatieren. Ebenso charakteristisch ist der schwarze, sehr ver- schwommen begrenzte Fleck am Hinterrand der Pectoralen; auch der kleinere schwarze Fleck auf der vorderen Hälfte der Brustflossen ist, wenn auch nicht so deutlich wie auf l32 Dr. Viktor Pietschmann. der ßonaparteschen Abbildung, die ihn vielleicht zu stark darstellt, immer zu erken- nen. Die weißen Flecke auf dem stets lichtbraunen Grund sind, wenn auch manchmal außerordentlich regelmäßig, so doch in bezug auf ihre Stellung und Anzahl variierend über den Körper verteilt. Außer den scharf umgrenzten milchweißen Flecken finden sich auch noch andere, undeutlich begrenzte, gelbliche Flecke in der Grundfarbe ver- streut. Bezüglich der stärkeren oder geringeren Verästelung der Barteln konnte ich keinen feststehenden Unterschied zwischen den beiden Arten finden. Es erscheint des- halb auch der Name Squatina fimbriata von Müller und Henle (Syst. Beschr. Plagiost., p. ioo) für die vorliegende Art schlecht angebracht. Wenn wir die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden so oft konfundierten Arten tabellarisch nebeneinanderstellen, wie sie sich aus der Untersuchung unserer Exemplare ergeben haben, so zeigt diese Nebeneinanderstellung folgendes: Verhältnis der Squatina squatina (L.) Squatina oculata Bonap. Entfernung der vorderen Pec- toralspitze von der hinteren Anheftungsstelle der Pectorale zur größten Pectorallänge wie Länge der Pectoralbasis zur größten Pectorallänge wie Länge der Pectoralbasis zur Entfernung der äußeren Pec- toralecke von der hinteren An- heftunssstelle wie Entfernung der äußeren Pecto- raleckevon der hinteren Anhef- tungsstelle zu der Entfernung der vorderen Pectoralspitze von der letzteren wie des Augendurchmessers zur Spritzlochlänge wie Farbe i : 1-46— 1*6 I : 2*02 — 2 - 24 1 : 1-27— 1-35 1 : 1-05 — 1-15 1 : 1-25— 1-44 mehr oder weniger einförmig olivenbraun oder rauchgrau I : 1-95 — 1-97 1 : 2-84 — 3-i6 1 : 1-53—179 1 : 0-91—0-95 1 : 0-67—0-75 lichtbraun, mit dreiPaar schwar- zen Flecken am Schwänze und jederseits je einem schwärz- lichen Fleck auf der vorderen Hälfte und am Hinterrand der Pectorale, milchweißeund gelb- liche Flecke über den ganzen Körper verstreut Eine kurze, für eine schnelle Bestimmung und Trennung der Arten dienende Synopsis hat folgendermaßen zu lauten: Hintere Anheftungsstelle der Pectorale auf der gleichen Höhe mit der äußeren Pectoral- kante oder hinter dieser, Auge kleiner als die Spirakellänge: Squatina squatina (L.) Hintere Anheftungsstelle der Pectorale vor der äußeren Pectoralkante, Auge größer als die Spirakellänge: Squatina oculata Bonap. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. l33 Schließlich ist zu erwähnen, daß P. Mayer in seiner Abhandlung: Die unpaaren Flossen der Selachier (Mitt. zool. Stat. Neap., 6, 1885, p. 278) darauf hingewiesen hat, daß von den unter Rhino, squatina zusammengefaßten Formen die eine eine viel größere Wirbelanzahl, 150, aufweise als die andere, die nur 120 besitze. Die erster- wähnte, die er als var. ß bezeichnet, ist als Squatina oculata anzusehen, da er selbst er- wähnt, daß ihre Zeichnung mit der in Bonapartes Werk übereinstimmt; daß bei einem älteren Exemplar dieselbe sehr verschwommen ist, ist wohl nicht schwer ins Gewicht fallend. i3. Scyliorhinus canicula Blainv. Fünf Männchen von 282 — 355 mm und drei Weibchen von 335 — 376 mm Ge- samtlänge, von denen das größte Weibchen und vier Männchen der als foima albo- macnlata bezeichneten Farbenart angehören (p. 98). Sie wurden in der Adria vor An- cona gefangen. 14. Scyliorhinus stellaris Blainv. Ein 470 mm langes Weibchen von demselben Fundort wie die vorherige Art. 15. Carcharias Milberti (Val.). Ein junges Männchen von 843 mm Gesamtlänge. Die Gaudallänge ist in der- selben 37 mal enthalten, was mit den Angaben Müllers und Henles (op. cit., p. 38) übereinstimmt; die betreffenden Maße des von ihm beschriebenen Exemplares verhalten sich nämlich wie 1 :3-6cj. Die Kopflänge unseres Exemplares (Entfernung der Schnau- zenspitze von der ersten Kiemenspalte) ist in der Gesamtlänge 4*87 mal enthalten. Die Form des Kopfes und seiner Teile, z. B. die Zahl der Zähne usw. entspricht ebenfalls den Angaben des oberwähnten Werkes. Die Verhältnisse der Teile des Kopfes zu- einander zeigen folgendes: Die Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Nasen- lochrand (siehe Anm. p. 73) ist in der Entfernung derselben von der Mundmitte 2-13- mal, in der Mundbreite rigmal enthalten, die Entfernung der beiden Nasenlöcher voneinander in der letzteren 1-46 mal, der Augendurchmesser in der Entfernung der Augen voneinander 5-59 mal, in der Länge der dritten, größten Kiemenspalte 1*24- mal. Die drei ersten Kiemenspalten sind größer, die vierte ist ungefähr gleich, die fünfte, die sich zur dritten wie 1: 175 verhält, bedeutend kleiner als der Augendurch- messer. Die Nasenlochbreite ist nahezu gleich groß wie der letztere (i:ro6). Die Länge der größten, dritten Kiemenspalte verhält sich zur Entfernung der ersten von der letzten wie 1:2-62. Die größte Körperhöhe, ungefähr hinter dem Beginn der ersten Dorsalbasis, ist in der Gesamtlänge 8-26 mal enthalten. Die Flossen, deren Form und Lage am Körper im allgemeinen auch Müllers Angaben (1. c.) entsprechend ist, zeigen folgende Verhältnisse: Die Basis der ersten Dorsale ist in der Länge ihrer oberen (vorderen) Kante 1-44 mal, in «der Länge der Flosse» (der Entfernung der vorderen Basiswurzel vom hintersten lang ausgezogenen Flossenende) 1-47 mal ent- halten, woraus ersichtlich ist, daß die Länge der Vorderkante und die «Flossenlänge» ziemlich gleich sind. Die Basis der zweiten Dorsale ist größer als deren vordere Kante (1 ".0-95), in ihrer Länge (gemessen wie oben) r83 mal, in der Basis der ersten Dorsale 2-32 mal und in der Entfernung der beiden Dorsalen voneinander 4-27 mal enthalten, die Vorderkante der zweiten Dorsale in der Länge derselben nahezu 2 mal (1-92 mal). Die der zweiten Dorsale gegenüberliegende Anale hat eine kleinere Basis als erstere (Verhältnis 1 : i'ii), die sich zu der Länge der Analfiosse wie 1 : 184 verhält. Die Länge der Pectoralbasis ist gleich der Länge der freien inneren Kante der Flosse und in der Länge der vorderen Kante 3-i3mal enthalten. Die Entfernung der vorderen Basis- l34 Dr. Viktor Pietschmann. wurzel von der hinteren inneren Ecke der Flosse verhält sich zur Vorderkante wie i : i-63, die Länge der hinteren Kante zur letzteren wie i : 1-41. Günther führt diese Art, die jedenfalls im Mittelmeer zu den nicht häufigen Formen gehört, in seinem Ka- taloge VIII, p. 363) unter den zweifelhaften Arten an und gibt unter den Synonymen auch Dekays Carcharias cerulens (New York. Faun. Fish., p. 349, Taf. 61, Fig. 200) und dessen Lamna candata (op. cit., p. 354, Taf. 62, Fig. 205) an. Das letztere tut auch Gill (Proc. Ac. Nat. Sc. Phil., 1864, p. 262). Während nun die Identität der ersteren Art (C. cerulens) mit unserer vorliegenden zweifellos Tatsache ist, ist die Zusammen- gehörigkeit von L. candata mit C. Milberti als unhaltbar abzuweisen. Es ergibt sich dies nicht nur aus der Abbildung des Tieres und eines Oberkieferzahnes, der keines- wegs die scharfe seitliche Einkerbung, wie sie bei C. Milberti sichtbar ist, besitzt, son- dern auch aus der Beschreibung, die vielfache bedeutsame Unterschiede von der vor- liegenden Art aufweist, so z. B.: «Sämtliche Kiemenspalten vor der Basis der Pectorale (bei C. Milberti die vorletzte über der Pectoralwurzel, die letzte schon über der Basis der Flosse), hinterer Dorsalrand gerade (bei C. Milberti konkav), Pectorale spitzig (C. Milberti hat abgerundete Pectoralecken)». Auch die Form der zweiten Dorsale und der Anale stimmt nicht mit dem uns vorliegenden Tiere. Es ist daher diese Beschrei- bung aus der Synonymie dieser Art zu streichen. Unser Exemplar wurde südlich von Sfax im inneren Teile der kleinen Syrte nahe bei der Kerkenah-Insel gefangen. Anacanthini. Synodontidae. 16. Synodus saurus (L.). Vier Exemplare von 206 — 235 mm Gesamtlänge. In dieser ist die Kopflänge 4*32 — 4-9 mal enthalten. Steindachner (Ichth. Reise Span. Port., Sitzungsber. Ak. Wien, LVII, 1868, Sep., p. 62) gibt dafür 4— 4-38 mal, Moreau (Poiss. Fr., III, p. 512) 475 — 5 mal an, ferner die Caudallänge 5-49 — 573 mal und die Körperhöhe 9-54 — io"3- mal. Letztere Angabe weicht ziemlich beträchtlich von der Steindachners (7-6 — 7-67) und Moreau s (7 — 8-5) ab, was aber kaum verwunderlich ist, da ja schon Mo- reaus Angaben die starken Schwankungen dieses Verhältnisses erkennen lassen. Das Verhältnis des Augendurchmessers zur Kopflänge (1:6 — 6-63) stimmt mit Moreaus (1:6 — 7) und Steindachners (1:5 — 7) Angaben überein; die Interorbitalbreite ist dagegen bei unseren Exemplaren 5-76 — 6-63 mal in der Kopflänge enthalten, also etwas weniger oft als der Augendurchmesser. Moreau gibt für letzteres Verhältnis 6 — 7 mal an, während Steindachner ein viel größeres Verhältnis 1:8 — 9-67 für seine Exem- plare zitiert, so daß also auch für die relative Interorbitalbreite eine sehr große Varia- bilität zu konstatieren ist (1:576 — g - 67). Was die Länge der einzelnen Flossen im Verhältnis zu der des Kopfes betrifft, so ist die Pectorallänge in der letzteren 2-33 — 2*41 mal (Steindachner 2 - 6mal), die Länge der Dorsalbasis i-68 — 175 mal und die der Analbasis 2 — 2 - 33 mal enthalten. Die Flossenformeln und die linea lateralis stim- men mit Moreaus Angaben überein. Scombresocidae. 17. Exocoetus Rondeletii (Cuv. Val.). Zwei Exemplare von 200 und 2i3w;/2 Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in der- selben 5-26- und 5-61 mal enthalten, also etwas weniger oft als Moreau (op. cit., III, Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. l35 p. 479) angibt (6— 6-5 mal), die Caudallänge 4- und 4-02 mal. Das Verhältnis der Körperhöhe zur Totallänge entspricht den Moreauschen Angaben. Der Augendurch- messer verhält sich zur Kopflänge wie 1 : 2-92 und 1 : 3-3 (Moreau 1 : 3— 3-5), die In- terorbitalbreite wie 1:271 und 1:2-81. Die Pectorallänge, die 3-n- und 3-i6mal so groß wie die Kopflänge ist (Steindachner, Ichth. Reise Span. Port., Sitzungsber. Ak. Wien, LVII, 1868, Sep., p. 70 3-6 mal) ist in der Totallänge 1-69- und 178 mal ent- halten, während die Ventrallänge 2-45- und 2-46 mal, die Länge der Dorsalbasis 4-29- und 4-92 mal und die der Analbasis 4-44- und 5-36 mal in der Pectorallänge enthalten ist. Die Flossenformeln entsprechen den Angaben Moreaus, die linea lateralis zählt ungefähr 56—59 Schuppen. Beide Exemplare flogen in der Nacht an Deck, und zwar gegen die große helleuchtende Acetylenlampe, die am Vorderdeck zur Beleuchtung des Fanges brannte. Gadidae. 18. Merlucius merluccius (L.). Ein 343 mm langes Exemplar, dessen linke Pectorale nur 9 Strahlen aufwies, während die rechte 11 zählte. Nur in der Adria bei Ancona, aber in großer Entfernung von der Küste, fischten wir einmal eine etwas größere Anzahl von Tieren dieser Art, sonst kamen sie ebenso spärlich vor wie die übrigen Arten. 19. Gadiculus blennioides (Pall.). Ein 140 mm langes Exemplar. Die Kopflänge desselben ist in der Gesamtlänge 4-38 mal enthalten. Bei dem von Pallas (Spicilegia Zool., VIII, p. 47) untersuchten Exemplare ergibt sich dafür aus einer Umrechnung seiner Maßangaben 4-22 mal. Die Verhältnisse des Kopfes stimmen mit seinen Angaben überein, doch ist zu erwähnen, daß bei unserem Tiere die Nasenlöcher, sowohl die vorderen wie die einander näher- liegenden hinteren, bedeutend weiter voneinander abstehen, als er es angibt. Bei seinem 156 mm langen Exemplar gibt er nämlich für die ersteren eine Entfernung von 4, für die letzteren von 1-5 mm an, während sie bei unserem 8, respektive 5 mm voneinander abstehen. Ferner besitzt unser Tier außer dem jederseits von der Kinnbartel befind- lichen Schleimporus auf jedem Unterkiefer noch 5 größere Schleimporen, während er für sein Exemplar 4 angibt. Außer diesen finden wir noch über dem Maxillare und Prämaxillare unterhalb und vor den Augen jederseits 6 sowie hinter dem Mund über der Einlenkung der Kiemenhautstrahlen je 3 solcher Poren. Die Bartellänge ist 2-91 mal in der Kopflänge enthalten, während aus den Angaben von Pallas für sein Exemplar sich ein Verhältnis von 1:4-63 ergibt. Vielleicht beruht aber der scheinbare große Unterschied zwischen den beiden Angaben darin, daß er ein schlecht erhaltenes Exem- plar zur Prüfung hatte, was sich auch aus seiner Zeichnung schließen läßt, die z. B. auch die feinen langen Hautfortsätze des ersten Ventralstrahles nicht wiedergibt und auch bei der Darstellung der Flossen vermuten läßt, daß dieselben nicht vollständig er- halten waren. Der größte Augendurchmesser ist in der Kopflänge 3-56 mal enthalten (Pallas 3-36 mal), ist also bei unserem Exemplar kleiner als die Bartellänge, während er bei dem von Pallas größer ist, die Interorbitalbreite genau 4 mal. Die Länge der Pectorale ist in der Kopflänge 1-52 mal enthalten (Pallas 1-54 mal). Auch das Verhält- nis von Körperhöhe zur Gesamtlänge (1:4-67) stimmt mit dem des Exemplars von Pallas ganz gut überein, bei dem es 1:4-42 ist. Die Schwanzlänge verhält sich zur Gesamtlänge genau wie 1:5. Die Ventralen ragen mit den fadenförmigen Verlänge- rungen ihres ersten Strahls über das Hinterende der Pectoralen hinaus; die Länge der letzteren ist in der Ventrallänge 1-24 mal enthalten. Was die unpaaren Flossen betrifft, l36 Dr. Viktor Pietschmann. so verhalt sich die Länge der ersten zu der der zweiten und dritten Dorsale und der der ersten und zweiten Anale wie i : 1-5 : 065 : 2 : 1-05. Etwas abweichende Verhält- nisse ergeben die Maße von Pallas, nämlich 1 : 1-94: r3g : 3'33 (:57s). Derartige immerhin bedeutende Schwankungen sind ja auch bei den anderen Gadiden zu beob- achten. Nur die Zahl für die letzte Flosse muß auf einem Irrtum, vielleicht einem Druckfehler beruhen. Denn darnach zu urteilen, müßte diese Flosse mehr als viermal so lang sein als die dritte Dorsale, der sie gegenübersteht, während sie in Wirklichkeit auch auf seiner Zeichnung nicht länger dargestellt ist als diese Flosse. Es ist deshalb letztere Maßangabe aus der Beschreibung als unrichtig auszuschalten. Die Flossen- formeln ergeben für die einzelnen Flossen folgendes: D 1 1 | 20 | 17, A 25 | 19, V 5, P 15. Alles übrige, so auch Färbung und Beschuppung, ist der Beschreibung von Pallas entsprechend. Acanthopterygii. Serranina. 20. Serranus cabrilla Cuv. Val. Ein 184 mm langes Exemplar. Die Kopflänge desselben ist 3*17-, die Körperhöhe 4'i8-, die Pectorallänge 4*41-, die Ventrallänge 5*34-, die Länge der Dorsalbasis 2*24- und die der Analbasis genau 8 mal in der Gesamtlänge enthalten, ferner der Augen- durchmesser 4*46 mal und die Interorbitalbreite 6-44 mal in der Kopflänge. Die Pecto- ralflosse zählt 16 Strahlen; die bisherigen Angaben schwanken zwischen 14 und 15. Alle übrigen Merkmale, Färbung, Flossenstrahlen usw. zeigen die gewöhnlichen Ver- hältnisse. 21. Serranus hepatus (L.). i3 Exemplare von 92 — 120 mm Gesamtlänge. Die Körperhöhe ist in derselben 3-23 — 3 - 8imal enthalten (Moreau, op. cit., II, p. 3o3 3*33 — 3-6 mal), die Kopflänge 275 — 3 - i6 mal (Moreau 3 — 333 mal), die Caudallänge 4-3 — 5 mal, die Pectorallänge 3*8 — 4"4Ö-, in einem extremen Fall 5 mal, die Ventrallänge 4-88 — 6 mal, die Länge der Dorsalbasis 2'i6 — 273 mal, gewöhnlich 2'3 — 2*5 mal, die der Analbasis 7 - 36 — 8*58-, gewöhnlich 7-5 — 77 mal. Ferner verhält sich zur Kopflänge der Augendurchmesser wie 1 : 3-4— 4-57 (Boulenger, Katalog, II. Aufl., 1895, I, p. 287 wie 1 : 3 - 5 — 4) die In- terorbitalbreite wie i:6-33 — 7*33. Auffallend ist die niedrige Zahl (1: 4-5 — 5-5), die Boulenger im neuen Katalog des britischen Museums dafür angibt; ob diese nicht auf einem Versehen beruht? Ferner verhält sich der erste Analstachel zur Kopflänge wie 1:5-64 — 76, der zweite wie 1 : 3 - 2 — 4*22, endlich der dritte wie i:3'88 — 4-86. Be- züglich der Färbung ist zu bemerken, daß die braunen Querbänder des Körpers bei manchen Exemplaren sehr verschwommen sind, so daß die Tiere fast gleichfarbig (in Alkohol) aussehen. Diese haben dann auch die Analfiosse weiß, während bei den be- sonders scharf gezeichneten der Teil der Analflosse an der Basis des vierten dunklen Bandes dunkelbraun gefärbt ist, welch letzteres Verhalten auch Boulenger in seinem Katalog angibt. Chromidae. 22. Heliases chromis (L.). Zwei Exemplare von 32 und 51 mm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in derselben 4*25- und 4*57 mal enthalten, die Länge der Dorsalbasis 2-43- und 2*46 mal, die der Analbasis 6 - 38- und 6*4 mal, die Pectoral- und Ventrallänge (bis zum Ende des faden- artig verlängerten äußersten Strahls), die genau gleich sind, 4-25 und 4-92 mal. Letztere beiden sind ferner der Kopflänge bei dem einen Exemplar ebenfalls genau gleich, bei Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. l37 dem anderen etwas kleiner (i : ro8) als diese. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie 1:2-67 und 1:2-8 (Moreau, op. cit., III, p. 155, 1 : 3), die Interorbital- breite wie 1:3-43 und 1:3-5. Die hinteren Ränder der Dorsalstacheln sind scharf ge- sägt, während die vorderen wie gewöhnlich glatt sind. Bis zur Caudale sind 26, respek- tive 27 Schuppenreihen zu zählen, von denen 17, respektive 18 von der Laterallinie durchbohrt werden. Beide Exemplare zeigen auf der Stirn (über den Augen nach der Schnauze verlaufend) eine mit ihrer Öffnung nach hinten gekehrte ungefähr U-förmig gestaltete Reihe von kleinen, perlartigen, blauen Punkten. Außerdem besitzt das kleinere Exemplar über- und unterhalb der Laterallinie je ein Band von ähnlichen, aber größeren gleichgefärbten Punkten. Sonst stimmt die Färbung mit den bisherigen Angaben über- ein. Die Art scheint an der tunesischen Küste nicht häufig zu sein, da wir nur diese zwei Exemplare fingen. Heliases bicolor Rochebrune (Act. Soc. Linn. Bord. [IV], VI, p. 125, tab. III, Fig. 2) ist von H. cliromis nicht zu trennen, sondern mit dieser Art, und zwar der atlan- tischen Farbenvarietät (siehe Steindachner, Ichth. Reise Span. Port., p. 22) bis auf einige unwesentliche nur individuelle Varianten vollständig identisch. ■& v Sciaenidae. 23. Corvina umbra (L.) (= Corvina nigra [Bl.]). Sieben Exemplare von 190 — i1$mm Gesamtlänge. Die Körperhöhe ist in der- selben 3-22 — 3-64 mal (Steindachner, op. cit., IV, p. 3g 3*5 — 3-8 mal, Moreau, op. cit., III, p. 402 3'5 — 3-67 mal), die Kopflänge 3-57 — 3-92 mal (Steindachner 3-5 bis etwas mehr als 3-6 mal, Moreau 4 mal, Doderlein, op. cit., IV, p. 105 3 - 5mal), die Caudallänge 4-34 — 4-8 mal, ferner die Pectorallänge 5-39 — 5-94 mal, die Ventrallänge 4'94 — 5'4 J ma '> die Länge der ersten Dorsalbasis 5-55 — 6-45 mal, die der zweiten Dor- salbasis 3"o8 — 3*36 mal, endlich die der Analbasis 10 — 11-57 mal enthalten. Der After ist bei unseren Exemplaren entweder in der Mitte der Körperlänge oder etwas näher dem Hinterende, wie es schon Bonaparte bemerkt, während Moreau im Gegenteil behauptet, daß er dem Vorderende näher sei. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie 1:4*35 — 5"33 (Steindachner 1 : 3-67 — 575, Moreau und Doderlein 1:4), die Interorbitalbreite wie 1:4-33 — 5'39, die Länge des zweiten Analstrahles wie 1 : 2 — 2-55. Die Flossen haben die von Steindachner angegebene Anzahl von Strahlen; nur ein Exemplar besitzt in der zweiten Dorsale bloß 23 weiche Strahlen (Steindach- ner 24 — 27). Die Laterallinie durchbohrt auf dem Körper 51 — 55, auf der Schwanz- flosse 28 — 3o Schuppenreihen. Corvina umbra bildete einen der häufigsten Bestand- teile der Fänge. Spavidae. 24. Sparus aurata L. Ein 24.6 mm langes Exemplar. 25. Sparus erythrinus L. Sechs Exemplare von 158 — 3io»im Gesamtlänge. Die Körperhöhe verhält sich zu derselben wie i:3*25 — 4-22 (Steindachner, op. cit., p. 58 3'5 — 4 mal, Moreau, op. cit., III, p. 23 3 — 3-75 mal, Day, op. cit., I, p. 40 und Doderlein, op. cit., IV, p. 166 3-25 — 3-5 mal), die Kopflänge wie 1:3-4 — 3-85. Steindachners Angabe, daß sie sich zur Totallänge stets wie 1 : 4. verhalte, wird also durch die Verhältnisse unserer Exem- plare nicht bestätigt. Moreau, Day und Doderlein führen dafür die Zahlen 3-75 — l38 Dr. Viktor Pietschmann. 4 mal an. Ferner verhalt sich die Caudallänge zu der Gesamtlange wie i :3'8.i. — 4-16. Day gibt dafür die sehr hohe Zahl 475 — 5 (!) mal an. Die Pectorale, die meist etwas kleiner als die Kopflänge ist, ist in der Totallänge 3*33 — 3-64 mal, die Ventrale 6-19 — 7-05 mal, die Länge der Dorsalbasis 2*55 — 2*87 mal, endlich die der Analbasis 6*o8 — 8-56 mal enthalten. Ferner ist in der Kopflänge der Augendurchmesser 2-94 — 3-7 mal (Steindachner etwas mehr als 3 — 5 mal, Moreau 3-25 — 3-67 mal, Doderlein 3 mal, Day 3'67 — 4-5 mal, letzterer scheint demnach nur kleinere Exemplare untersucht zu haben), die Interorbitalbreite 3-42 — 3*92 mal enthalten, schließlich der längste, vierte Dorsalstrahl 2-69 — 3-44 mal, der erste Analstrahl 8-5 — io*33 mal, der zweite 4-56 — 5*64- und endlich der dritte, der dem zweiten an Größe gleicht oder etwas kleiner ist, 4-56 — 6*89 mal. Die Flossen haben die gewöhnliche Zahl von Strahlen. 26. Spams ehrenbergii Cuv. Val. Ein 166 mtn langes Exemplar. Die Körperhöhe ist in der Totallänge 3'igmal enthalten, die Kopflänge 3*95 mal. Steindachner gibt dafür (Beiträge zur Kenntnis der Fische Afrikas, II, p. 4 aus Denkschr. Ak. Wien, XLV) etwas mehr als 4 — 4-25 mal an; da seine Exemplare größere Tiere waren, so ist ersichtlich, daß auch bei dieser Art die relative Kopflänge mit dem Alter abnimmt. Die Gaudallänge ist ferner in der Ge- samtlänge 3*69 mal enthalten, die Pectorallänge 3'53 mal, die Ventrallänge 5-93 mal (Steindachner, op. cit., 5- bis mehr als 5-5 mal), die Länge der Dorsalbasis 272 mal und die der Analbasis 6-92 mal. Die Anale hat die Formel 3 / 8 , sonst zeigen die Flossen die normale von Steindachner zitierte Strahlenanzahl. Auch die linea lateralis ent- spricht dessen Angaben. Der Kopf unseres Exemplares fällt sehr steil und scharf zur Schnauze ab, sichtlich steiler als dies auf der Abbildung in Steindachners Arbeit (op. cit., Taf. V, Fig. 1 u. 1 o) gezeichnet ist; vielleicht sind da auch Geschlechtsunterschiede maßgebend. Die im übrigen gewölbte Stirne zeigt in der Mitte vor den Augen eine ganz leichte, kleine Einbuchtung. 27. Sargus annularis (L.). 12 Exemplare von 90 — 163 mm Gesamtlänge. Sie bildeten bei fast allen Fängen zusammen mit Mullus barbatus L. den weitaus vorherrschenden Bestandteil der Beute. 28. Sargus puntazzo (L.). Drei Exemplare von 129 — 142mm Gesamtlänge, die bei Malta vor La Valette gefangen wurden. Die Körperhöhe entspricht den Angaben Doderleins (op. cit., V, p. 217); die Kopflänge ist in der Gesamtlänge 3-58 — 4-18 mal enthalten (Steindach- ner, Ichth. Reise Span. Port., p. 45 4-5 — 4-67 mal, Moreau, op. cit., II, p. 11 und Do- derlein ungefähr 4 mal), die Caudallänge 4*12 — 4-44 mal, die Pectorallänge 3-67 — 3-94 mal, die Ventrallänge 6-45 — 7-47 mal, die Länge der Dorsalbasis 2 - 2 — 2*35 mal und die der Analbasis 5-28 — 5-61 mal. Der Augendurchmesser verhält sich zur Kopflänge wie i:3*4 — 3-6 (Moreau ca. 1 14), die Interorbitalbreite wie 1 : 333 — 3-6. Die Anzahl der Strahlen in den Flossen, der Schuppen auf der Laterallinie und die Färbung ist die gewöhnlich angegebene. Maenidae. 29. Maena smaris (L.) (= Smaris smaris [L.]). Vier Exemplare von 155 — 196 mm Gesamtlänge, in welcher die Kopflänge 4*09 — 4- 18 mal, die Körperhöhe 3-96 — 4-28 mal, die Caudallänge 4-45 — 5-6 mal enthalten ist. Ferner verhält sich die Länge der Dorsalbasis zur Gesamtlänge wie 1 -2*14 — 2*35, die der Analbasis wie 1:5-48 — 6*07, die Pectorallänge wie 1:4*56 — 5-06 und die Ven- trallänge wie 1:5*24 — 5'9Ö. Der Augendurchmesser ist in der Kopflänge 3*2 — 3*63- Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. l3g mal, die Interorbitalbreite 3-42 — 3-64 mal in der Kopflänge enthalten. Vier andere Exemplare der Wiener Sammlung ergaben für das erstere Verhältnis 3 — 3-45, für das zweite 3-67 — 4*06, während drei Exemplare von Maena maena (L.) (= Maena vul- garis Cuv. Val.) für das Verhältnis von Körperhöhe zur Gesamtlänge 1 -.3-46 — 3-g, für das des Augendurchmessers zur Kopflänge 1 \Z"ji — 4-01 ergaben. Diese beiden Arten sind überhaupt trotz dieser und einiger anderer kleiner Unterschiede einander ungemein und auffällig ähnlich; inwieweit sie und die übrigen Arten dieser Gattung überhaupt voneinander verschieden sind, möge einer späteren ausführlicheren Untersuchung vor- behalten bleiben. Die Laterallinie hat 71 — 73 Schuppenreihen. Bemerkenswert ist, daß eines un- serer vier Exemplare von Maena smaris 12 Stacheln und nur 10 weiche Strahlen in der Dorsale besitzt, statt wie sonst immer II / 1I . Zwei unserer Tiere haben den Vomer ganz unbezahnt, während das dritte einen kleinen Fleck von winzigen Samtzähnchen und das vierte einen ungefähr ebenso großen Fleck von größeren, schwach hakenförmig gebogenen, deutlichen Zähnen besitzt. Auch in der Lage variieren diese Flecke ein wenig, indem der des letzterwähnten Exemplares etwas weiter vorne liegt als der des dritten Tieres. Es ist aus all dem wohl ersichtlich, daß die Bezahnung des Vomer selbst bei einer und derselben Art einer verhältnismäßig starken Variabilität unterliegt. Da nun die beiden Gattungen Maena und Smaris nur dadurch voneinander getrennt wer- den, daß die erstere Vomerzähne besitzt, die letztere aber nicht, so ergibt sich, daß sie, weil durch die erwähnte Variabilität dieses einzige Trennungs- und Unterscheidungs- merkmal verwischt und unsicher gemacht wird, nicht voneinander zu trennen sind und daß also die Vereinigung ihrer Arten in eine gemeinsame Gattung Maena den tatsäch- lichen Verhältnissen entspricht. Überdies zeigen sich ja auch sonst im übrigen Körper- bau so viele Gleichheiten und Ähnlichkeiten, daß diese schon von vorneherein eine solche Vereinigung als das entsprechende erscheinen lassen. So ist z. B. die Kieferbezahnung von Maena maena (L.) und Maena smaris L. (= Smaris smaris [L.]) vollkommen gleich. Insbesondere die ein bis zwei größeren hakenförmigen Zähne in jeder vorderen Kieferhälfte finden sich in ganz gleicher Stellung bei beiden Arten. Auch die Färbung zeigt sehr große Ähnlichkeiten, so daß hauptsächlich der relativ etwas längere Kopf und niedrigere Körperbau bei Maena smaris die beiden Arten unterscheidet. Mullida e. 3o. Mullus barbatus L. 12 Exemplare von 145 — iggmm Gesamtlänge. Die Kopflänge ist in der Total- länge 3-63 — 4-04 mal enthalten (Steindachner, Ichth. Reise Span. Port., Sep., I, p. 34 4—4-33 mal, Day, op. cit., I, p. 22 4—4-5 mal, Smitt, op. cit., I, p. 62 3-75 — 4-07 mal), die Gaudallänge 3-83—4-23 mal (Day 4-5 — 5 mal), die Pectorallänge 4-75 — 5-69 mal, die Ventrallänge 5-86 — 6-63, die Länge der ersten Dorsalbasis 6-5 — 7-42, die der zweiten Dorsalbasis 6-8 — 8-i3mal, endlich die der Analbasis 10 — n *8 mal, bei einem Exem- plar, dessen Anale aus 2 Stacheln und 7 (statt wie sonst stets 6) weichen Strahlen zu- sammengesetzt ist, nur 9-06 mal. In der Kopflänge ist ferner der Augendurchmesser 3-5— 4-73 mal enthalten (Steindachner 3-33—4-33-, Smitt 4-1 7— 4-76 mal), die Inter- orbitalbreite, die genau gleich oder unbedeutend kleiner oder größer als der Augen- durchmesser ist (sie verhält sich zu letzterem wie 1:0-96 — rn) 3-89 — 495 mal, die Bartellänge 1-31—1-73 mal. Auch unter diesen Exemplaren fand sich eines, welches wie das bei Marokko gefangene (siehe II. Abschnitt) in jeder zweiten Dorsale 9 statt 8, in der Anale 7 statt 6 weiche Strahlen hatte, eine bei dieser Art, die so konstant in 140 Dr. Viktor Pietschmann. bezug auf die Anzahl der FMossenstrahlen ist, gewiß bemerkenswerte Abweichung. Dieses Exemplar hatte auch nur 34 (statt 36 — 40) Schuppenreihen längs der Lateral- linie. Mullus barbatus, den man geradezu als den Charakterfisch des Mittelmeeres be- zeichnen könnte, bildete den weitaus größten Teil unserer Ausbeute. Labridae. 3i. Crenilabrus Urica Risso. Ein 8g mm langes Exemplar. Die Kopflänge ist 3-42 mal, die Schwanzlänge 4-68- mal in der Gesamtlänge enthalten, ferner der Augendurchmesser in der Kopflänge 5-2- mal (Steindachner, op. cit., p. 32 und Moreau, op. cit., III, p. 124 4 mal), die Inter- orbitalbreite 4 - 33mal, die Länge der Pectoralflosse rg3mal und die der Ventralflosse 2*36 mal. Die Laterallinie zählt 37 Schuppenreihen (Moreau 3o — 32, Günther, Katalog, IV, p. 86 35). Die Körperhöhe entspricht der Moreauschen Angabe, die Färbung stimmt dagegen mit der von Cuvier und Valenciennes (XIII, p. 199) be- schriebenen überein. Insbesondere zeigt unser Exemplar auch sehr deutlich die drei Reihen von Punkten an den Seiten des Bauches, die in der Moreauschen Beschreibung nicht erwähnt sind. Die Färbung des Afters ist bei unserem Tiere (in Alkohol) tief- schwarz und nicht, wie Moreau und Cuvier und Valenciennes angeben, blau. Zeidae. 32. Zeus faber L. Vier Exemplare von 69 — 163 mm Gesamtlänge, die in folgendem von den bisher beschriebenen (speziell von Smitts Angaben op. cit., I, p. 3o6) abweichen. Ein Exem- plar zeigt in der zweiten Anale wie gewöhnlich 22, die übrigen drei aber nur 21 Strahlen (Smitt 22 — 23). Außerdem finden wir bei zwei Exemplaren nur 6 Knochenplatten unter der zweiten Dorsale, was übrigens die Angabe Lütkens, die Smitt nur anmer- kungsweise bringt, bestätigt, das eine derselben hat an der Basis der zweiten Anale links 7, rechts aber nur 6 Knochenplatten. Noch eigentümlicher sind die Verhältnisse bei dem dritten Tier, das an der Basis der zweiten Dorsale links 6, rechts 7 Knochen- platten, umgekehrt aber an der Basis der zweiten Anale links 7 und rechts 6 Knochen- platten aufweist. Im übrigen schließen sich die Exemplare den bei Marokko gefangenen vollständig an. Pleiironectidae. 33. Solea lascaris Risso. Zwei gleich große Exemplare von 270 mm Gesamtlänge. Die größte Körperhöhe ist in derselben 3*65 und 375 mal, in der Körperlänge ohne Caudale 3*o8 und 3-17 mal enthalten. Für letzteres Verhältnis gibt Günther bei Solea lascai'is (Katalog, IV, p. 467) 3 mal, bei Solea impar Benn. (Katalog, IV, p. 486) 2 , 6mal an, so daß unsere Exemplare in dieser Beziehung sich der ersteren Art anschließen würden, wenn eine Trennung überhaupt möglich wäre. Die Kopflänge ist 5-29 und 5*4 mal, die Caudal- länge 6*43 mal in der Gesamtlänge, die Kopflänge in der Körperlänge ohne Caudale 4*47 und 4-56 mal enthalten. Die Pectorallänge verhält sich ferner zur Kopflänge wie i:3 und 1 :3 - i3, der Augendurchmesser ist der Entfernung der beiden Augen voneinander gleich und 2 mal, respektive 2-67 mal größer als die Interorbitalbreite und in der Kopf- länge 6-25 und 6'38mal enthalten. Die Dorsale zählt 68 und 75, die Anale 56, respek- tive 57 Strahlen, die Laterallinie durchbohrt 117 und 126 Schuppen auf dem Körper. Hinsichtlich der letzteren Eigenschaften würden sich also unsere beiden Exemplare an Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische Küste etc. 141 Solea impar anfügen, während sie, wie schon oben erwähnt, in bezug auf andere Merk- male, z. B. Verhältnis von Kopflänge zu Körperlänge, entweder eine Mittelstellung zwi- schen den beiden Arten einnehmen oder — Körperhöhe zu Körperlänge — sich direkt an Solea lascaris anschließen. Schon daraus ist ersichtlich, daß die Ansicht Days (op. cit., II, p. 42) und Moreaus (op. cit., III, p. 307), die die beiden Arten vereinigen, richtig ist. Übrigens ist dies auch aus den einzelnen Beschreibungen ersichtlich, die einesteils, wenn man sie nebeneinander vergleicht, erkennen lassen, daß die Unter- schiede tatsächlich nicht sehr groß und vielfach durch Übergänge verbunden sind (siehe z. B. Steindachner, op. cit., Sitzungsber. Ak. Wien, LVII, 1868, Sep., II, p. 59, 60 — insbesondere die Flossenverhältnisse und die Linea lateralis), andererseits auch, wie z. B. die Beschreibung Canestrinis von Solea lascaris (Aren. Zool., I, p. 38), die Günther zu Solea impar stellt, Merkmale der einen und der anderen Art an den betreffenden Exemplaren vereinigt beschreiben; also z. B. in der vorerwähnten Abhandlung D 67 — 75? A 54— 59> was für Solea impar charakteristisch ist, aber: Kopflänge in der Körper- länge 5-33 — 5-51110!, Körperhöhe in der Körperlänge 2-67 — 3-24 mal, was mit Solea lascaris übereinstimmt. Dieser Vereinigung der beiden angeblichen Arten entsprechend, sind dann aller- dings die Beschreibungen weiter zu fassen, als es Day tut, der für die Dorsale nur 82 — 88, für die Anale nur 67 — 71 Strahlen angibt. Die Farbe unserer Exemplare ist (auf der Augenseite) ein leichtes Grünlichgrau mit dunkelbraunen Flecken und Strichen, die ganz so wie die Flecke und Adern in einem sehr grob gekörnten Marmor verteilt sind. Sie sind bei beiden Exemplaren ziem- lich identisch gelagert. Die Unterseite des Körpers ist weiß. 34. Solea lutea (Risso) Bonap. Ein kleines Exemplar von 75 mm Gesamtlänge. Die größte Körperhöhe ist in derselben 3*i3mal, die Caudallänge 5771110! enthalten. Zu der Körperlänge (ohne Caudalej verhält sich die Körperhöhe wie 1:2-58. Der Augendurchmesser ist in der Kopflänge 12 mal, die Pectorale der Augenseite 6 mal enthalten. Letztere ist 4 mal länger als die ganz rudimentäre Pectorale der blinden Seite. Alle übrigen Verhältnisse stimmen mit den bisherigen Angaben überein. 35. Citharus linguatula Gthr. Zwei Exemplare von 154 und 181 mm Gesamtlänge. 36. Platophrys podas (Delaroche) (= Rhombuidichthys podas [Delar.]). Vier Exemplare, darunter zwei Männchen, von io3 — 190 mm Gesamtlänge. Die größte Körperhöhe verhält sich zu derselben wie 1 : 2-06 — 2-24 oder zu der Körper- länge ohne Gaudale wie 1 : r66 — 1-75, was mit Steindachners Angabe (op. cit., p. 52 1 : i-66 — 1-8) übereinstimmt. Die Kopflänge ist in der Gesamtlänge 4-12 — 4'63- mal enthalten (Moreau, III, p. 344 u. 346 4-5 — 5 mal). Die Länge der Pectorale auf der Augenseite, in der die Länge der Pectorale auf der blinden Seite 1*24 — 1-4211101 enthalten ist, verhält sich zur Kopflänge wie 1 : i*32 — 1-54, die Interorbitalbreite bei dem einen Männchen wie 1:178, bei den beiden Weibchen wie 1:3-45—4-67. Der Augendurchmesser ist in der letzteren beim Männchen 2-3 mal, bei den Weibchen 0-75 und 1-22 mal enthalten, im letzteren Falle also etwas mehr, als Steindachner als höchste Zahl angibt (0-5 — 1*09 mal). Die Grundfarbe unserer Exemplare war im Leben ein ins Olivengrüne spielendes Braun, versehen mit den bekannten lichten Flecken und Zeichnungen. Diese grünliche Färbung in Verbindung mit den weißen Ringen und Punkten gibt dem Ganzen das Annaleu des k. k. uaturhistorisclien Hoimuseums, Bd. XXI, Holt 2, 1906. 1 I 142 Dr. Viktor Pietschmann. Aussehen eines flechtenbewachsenen Baumstückes. Im übrigen (Flossenstrahlen usw.) entsprechen unsere Exemplare den bisherigen Angaben vollständig. Das zweite der gefangenen Männchen zeigt eine ganz sonderbare, abnorme Ge- staltung des Kopfes. Der vor den Augen liegende Teil ist nämlich äußerst reduziert, so daß besonders das obere Auge, das sonst ja vom Kopfrande entfernt ist, ganz an den Körperra